Chor: Gemeinsam singen, proben und auftreten
Ein Chor ist eine Gruppe von Menschen, die gemeinsam singt. Damit aus einzelnen Stimmen ein gemeinsamer Vortrag wird, braucht die Gruppe geeignetes Repertoire, regelmäßige Proben, gegenseitiges Zuhören und eine abgestimmte Gestaltung.
Auf dieser Seite erfährst du, wie ein Schulchor Stücke auswählt, probt und für einen Auftritt vorbereitet. Außerdem lernst du Beispiele aus verschiedenen kulturellen Zusammenhängen kennen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was macht einen Chor aus?
Ein Chor ist ein Ensemble: Mehrere Menschen musizieren als Gruppe. Beim Chor entsteht der Klang durch ihre Stimmen. Die Mitglieder müssen dabei nicht nur die eigene Stimme beachten, sondern auch auf die gesamte Gruppe reagieren.
Repertoire
Das Repertoire umfasst die Lieder und Chorwerke, die ein Chor kennt, probt oder aufführt. Dazu können beispielsweise Kinderlieder, Popsongs, klassische Chorwerke, religiöse Stücke oder Musiktheaterstücke gehören.
Chöre können unterschiedliche Ziele verfolgen. Ein Schulchor kann etwa für ein Konzert proben, ein Musical gestalten oder bei einer schulischen Feier auftreten. Das gemeinsame Singen verbindet deshalb musikalisches Lernen mit Zusammenarbeit.
Ein Chor ist mehr als eine Ansammlung singender Personen: Die Stimmen werden zu einem gemeinsamen musikalischen Ergebnis verbunden.
Wie wählt ein Chor passende Stücke aus?
Ein Stück ist nicht allein deshalb geeignet, weil es beliebt ist oder in einem Katalog als „leicht“ erscheint. Die Bezeichnung leicht wird nicht überall anhand derselben musikalischen Merkmale erklärt. Häufig fehlen Angaben zu Stimmzahl, Tonumfang, Rhythmik oder Mehrstimmigkeit.
Vor der Auswahl helfen daher konkrete Fragen:
- Passt das Stück zum Anlass des Auftritts?
- Passt es zum derzeitigen Können der Gruppe?
- Bleibt genügend Zeit zum Proben?
- Interessiert das Stück die Sängerinnen und Sänger?
- Sind Besetzung und musikalische Anforderungen bekannt?
- Lässt sich der Inhalt verantwortungsvoll einordnen?
Schülerinnen und Schüler können an der Auswahl beteiligt werden, zum Beispiel bei der Entscheidung zwischen einem aktuellen Popsong und einem Klassiker. Die Chorleitung muss trotzdem prüfen, ob das Stück mit der Gruppe erarbeitet werden kann.
Ein Schulchor plant ein Frühlingskonzert. Zur Auswahl stehen ein bekanntes Mitsinglied und ein Werk, dessen Besetzung und Schwierigkeitsgrad nicht angegeben sind.
Die Bekanntheit des Mitsinglieds reicht noch nicht für eine Entscheidung. Auch die bloße Bezeichnung eines Liedes als „einfach“ erklärt seine Anforderungen nicht. Die Gruppe sollte deshalb bei beiden Stücken prüfen, welche Stimmen, Rhythmen und Fähigkeiten nötig sind. Eine begründete Wahl berücksichtigt außerdem Anlass, Interesse und verfügbare Probenzeit.
Als zugängliche Mitsinglieder werden unter anderem „Bruder Jakob“, „Alle Vögel sind schon da“, „Es tönen die Lieder“, „Der Mond ist aufgegangen“ und „Freude schöner Götterfunken“ geführt. Für einen Schulchor kommen außerdem moderne deutschsprachige und erste englischsprachige Songs infrage.
Wie wird aus einzelnen Stimmen gemeinsamer Gesang?
Eine Probe bereitet die Gruppe schrittweise auf das gemeinsame Singen und einen möglichen Auftritt vor. Dabei sind mehrere Arbeitsbereiche wichtig:
- Einsingen: Die Stimmen werden vor der weiteren Probenarbeit aufgewärmt. Abwechslungsreiche Übungen können unterschiedliche Bereiche vorbereiten.
- Stimmbildung: Die Stimmen werden über das bloße Aufwärmen hinaus regelmäßig auf das Singen und Aufführungen vorbereitet.
- Vom-Blatt-Singen: Die Gruppe übt, Musik nach Noten zu erfassen und zu singen.
- Arbeit am Stück: Text, musikalischer Verlauf, gemeinsamer Takt und Ausdruck werden zusammengeführt.
- Performance: Bei Popstücken können Groove, Musizierfreude und die Wirkung des Vortrags wichtig sein.
Diese Übersicht ist kein vollständiges Übungsprogramm. Konkrete Atem- und Stimmübungen sollten passend zur Gruppe angeleitet werden.
Leitungssignale helfen der Gruppe, gemeinsam zu beginnen, zu enden und auf Veränderungen zu reagieren. Für das gemeinsame Ergebnis sind außerdem Aufmerksamkeit und gegenseitiges Zuhören nötig.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Vor dem Singen kann sich ein Chor beim aufwärmen. Die regelmäßige Arbeit an der Stimme heißt . Musik direkt nach Noten zu erfassen, nennt man .
Wie gestaltet ein Schulchor einen Auftritt?
Ein Auftritt braucht neben dem Gesang eine gemeinsame Planung. Mögliche Anlässe sind Weihnachts- oder Osterkonzerte, Wettbewerbe und Musicals.
Bei einem Musical kommen Gesang und Schauspiel zusammen. Weitere schulische Gruppen können mitwirken: Eine Kunst-AG kann Bühnenbild und Kostüme gestalten, eine Tanz-AG die Aufführung unterstützen. Genannte Beispiele sind „Die drei ??? Kids – Musikdiebe“, „Der kleine Tag“ und „Lights! Camera! Christmas!“.
Eine Aufführung gelingt nicht allein durch die Stückwahl. Die Gruppe muss auch klären:
- Wer übernimmt welche Aufgabe?
- Wie beginnen und enden die Beteiligten gemeinsam?
- Welche Wirkung soll der Vortrag haben?
- Wie greifen Musik, Bewegung, Kostüme und Bühnenbild ineinander?
Ein Schulchor plant ein Musical. Der Chor übernimmt die Gesangsteile, eine Kunst-AG arbeitet an Bühnenbild und Kostümen und eine Tanz-AG gestaltet Bewegungen.
Damit daraus eine zusammenhängende Aufführung wird, müssen die Gruppen ihre Beiträge abstimmen. Ein eindrucksvolles Bühnenbild kann fehlende musikalische Proben nicht ersetzen. Ebenso reicht sicherer Gesang allein nicht aus, wenn Einsätze und Spielszenen ungeklärt bleiben.
Was erzählt internationales Chorrepertoire?
Chorwerke können musikalische Wirkung und kulturelle Erfahrungen miteinander verbinden. Dabei solltest du zwischen einer hör- oder textbezogenen Beobachtung und ihrem historischen Kontext unterscheiden.
- „Shosholoza“ aus Südafrika half Arbeitern, einen gemeinsamen Arbeitsrhythmus zu halten. Seine freudige Wirkung steht den schlimmen Bedingungen gegenüber, unter denen Menschen es in Bergwerken sangen.
- „Mata del anima sola“ von Antonio Estévez wird als Madrigal eingeordnet. Das mehrstimmige Werk entwickelt zunehmend musikalische Schichten und Texturen.
- „Rosas Pandan“ von Domingo Lopez erzählt von einer Frau, die zu einem Fest ins Tal kommt. Die lebhaften Gesangslinien entsprechen der fröhlichen Handlung.
- „Furusato“ von Teiichi Okano handelt von der Sehnsucht einer Person, die fern von ihrer Heimat arbeitet.
- „Happy Song“ von Se Enkebayar wird als fröhlich, optimistisch und dynamisch beschrieben. Der Komponist verbindet moderne Chormusik mit Einflüssen mongolischer Vokaltraditionen.
Kultureller Kontext
Der kulturelle Kontext umfasst Lebensbedingungen, Traditionen, Sprachen und geschichtliche Erfahrungen, mit denen ein Werk verbunden ist. Er ist nicht dasselbe wie die musikalische Wirkung, kann aber helfen, ein Stück genauer zu verstehen.
Eine fröhliche musikalische Wirkung beweist nicht, dass auch der geschichtliche Hintergrund fröhlich ist. Bei „Shosholoza“ muss beides getrennt betrachtet werden.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Chor
- gemeinsamer Klang: Stimmen hören und abstimmen
- Repertoire: Anlass, Können, Interesse und Anforderungen prüfen
- Probe: Einsingen, Stimmbildung und Arbeit am Stück
- Auftritt: Musik und weitere Beiträge koordinieren
- Werkverständnis: Wirkung und kulturellen Kontext unterscheiden
Abschluss-Check
Du kannst einen Chor nun als vokales Ensemble beschreiben, wichtige Bereiche seiner Arbeit ordnen und Entscheidungen über Repertoire und Aufführung begründen. Besonders wichtig bleibt: Prüfe konkrete Anforderungen, statt dich allein auf Bezeichnungen wie „leicht“ zu verlassen.
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