Musik

Orchester: Aufbau, Besetzung und Zusammenspiel

Orchester: Aufbau, Besetzung und Zusammenspiel
Orchester: Aufbau, Besetzung und Zusammenspiel
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Ein Orchester ist ein großes Instrumentalensemble, in dem mindestens einige Stimmen mehrfach besetzt sind. Mehrere Musikerinnen und Musiker spielen dann dieselbe Stimme. Du erfährst, wie die Besetzung den Klang beeinflusst, welche Aufgaben die Leitung übernimmt und wodurch sich Orchesterformen unterscheiden.

Deine Lernziele

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Woran erkennst du ein Orchester?

Nicht jede Gruppe mit Instrumenten ist automatisch ein Orchester. Entscheidend ist nicht allein die Zahl der Mitwirkenden: In einem Orchester sind wenigstens einige Stimmen chorisch besetzt. Das bedeutet, dass mehrere Personen dieselbe musikalische Stimme spielen.

Definition

Stimme

Eine Stimme ist der musikalische Part, den ein Instrument oder eine Gruppe in einem Stück spielt. Eine chorisch besetzte Stimme wird gleichzeitig von mehreren Musikerinnen oder Musikern ausgeführt.

Ein Chor kann gemeinsam mit einem Orchester auftreten. Er gehört aber nicht zur Definition des Orchesters. Deshalb spricht man beispielsweise von „Orchester und Chor“.

Auch Namen wie Sinfoniker, Kapelle, Philharmoniker oder philharmonisches Orchester verraten keine bestimmte Besetzung. Solche Namen können etwa verschiedene Orchester einer Stadt unterscheidbar machen.

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Frage 1 von 1LeichtWelches Merkmal spricht am deutlichsten dafür, dass eine Instrumentalgruppe ein Orchester ist?
Lösung: Mindestens einige Stimmen sind mehrfach besetzt. — Ein Orchester wird über seine Instrumentalbesetzung bestimmt. Ein Chor oder ein bestimmter Namenszusatz ist dafür nicht erforderlich.
Welche Instrumentengruppen wirken zusammen?

In einem Sinfonieorchester werden die Instrumente zu Gruppen zusammengefasst. Dazu gehören Streicher, Holzbläser, Blechbläser und Schlagwerk. Je nach Werk können weitere Instrumente hinzukommen, zum Beispiel Harfe oder Klavier.

Bei den Streichern bilden die ersten und zweiten Violinen getrennte Gruppen. Zu den Blechbläsern gehören in den beschriebenen Besetzungen unter anderem Hörner, Trompeten und Tuba. Zum Schlagwerk zählen die Pauken; üblich sind häufig zwei bis vier Pauken, die eine Person spielt.

Die genaue Besetzung steht in der Partitur. Seit dem späteren Barock geben Komponierende die verlangten Instrumente gewöhnlich genau an. Die Anzahl der Streicher kann dennoch von Orchester zu Orchester unterschiedlich sein.

Merke

Ein Orchester besteht nicht aus einer unveränderlichen Instrumentenliste. Das jeweilige Werk bestimmt, welche Gruppen und Zusatzinstrumente gebraucht werden.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt eine mögliche Orchesterbesetzung richtig?
Lösung: Zu den üblichen Gruppen können Harfe oder Klavier hinzukommen. — Orchesterbesetzungen unterscheiden sich. Wichtig ist, welche Instrumente und Stimmen die jeweilige Partitur verlangt.
Wie unterscheiden sich Sinfonie- und Kammerorchester?

Ein Sinfonieorchester ist der übliche Klangkörper für große Orchesterwerke. Seine Größe kann stark schwanken. Das Ausgangsmaterial nennt eine Spannweite von ungefähr 20 Personen bis zu 100 oder mehr.

Ein Kammerorchester ist deutlich kleiner. Seine Instrumentengruppen sind schwächer besetzt oder einzelne Gruppen fehlen. Die Grenze zu anderen größeren Ensembles ist fließend: Eine einzige feste Personenzahl trennt beide Formen also nicht zuverlässig.

Beispiel

Wagners Siegfried-Idyll zeigt, dass sogar dasselbe Werk in unterschiedlich großen Fassungen auftreten kann. Eine kammerorchesterartige Besetzung umfasst 13 Spielende, eine spätere Fassung 35. Die bloße Zahl erklärt daher noch nicht alles; auch die Verteilung der Stimmen ist wichtig.

Flexible Bearbeitungen verfolgen ein anderes Ziel. Sie verteilen die Stimmen eines bekannten Werkes neu auf die tatsächlich verfügbaren Instrumente. Eine Bearbeitung von Mozarts Eine kleine Nachtmusik kann beispielsweise für fünf Melodieinstrumente eingerichtet sein. Daraus folgt nicht, dass Mozarts Original dieselbe Besetzung besitzt.

Gut zu wissen

Originalbesetzung und Bearbeitung sind nicht dasselbe: Die Originalbesetzung gehört zur ursprünglichen Werkfassung. Eine Bearbeitung passt das Stück für eine andere Besetzung an.

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Frage 1 von 1MittelEine Musikschulgruppe spielt eine Bearbeitung eines Orchesterwerks mit ungewöhnlich gemischten Instrumenten. Was kannst du daraus sicher schließen?
Lösung: Die Bearbeitung wurde an die verfügbaren Instrumente angepasst. — Die Besetzung einer Bearbeitung lässt keinen sicheren Schluss auf die Originalbesetzung oder die Ensembleform zu.
Warum ist die Klangbalance wichtig?

Die Gruppen eines Orchesters sollen zusammen einen ausgewogenen Gesamtklang bilden. Werden die Bläser verstärkt, muss deshalb häufig auch der Streicherapparat größer werden. Andernfalls könnten sich die Klanganteile zu stark verschieben.

Bei Streichern teilen sich gewöhnlich zwei Personen ein Notenpult. Deshalb sind in großen Besetzungen gerade Gruppengrößen verbreitet. Für Filmmusikaufnahmen nennt das Ausgangsmaterial zum Beispiel die Streicherfolge 16/14/12/10/8 von den ersten Violinen bis zu den Kontrabässen.

Beispiel

In der Folge 16/14/12/10/8 werden die fünf Streichergruppen nicht gleich groß besetzt. Die Zahlen zeigen, dass Besetzung geplant wird: Jede Gruppe erhält eine Stärke, die zu ihrer Aufgabe und zum Gesamtklang passen soll.

Eine ungewöhnliche Verteilung kann absichtlich gewählt sein. Für ein reines Streichorchester aus dem Soundtrack zu The Dark Knight wird beispielsweise die Folge 12/12/14/42/8 genannt. Die besonders große Cellogruppe ist also eine bewusste Besonderheit dieser Besetzung und keine allgemeine Regel.

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Frage 1 von 1MittelWarum wurde der Streicherapparat in großen Orchestern häufig mitvergrößert?
Lösung: Er sollte das stärker besetzte Bläserkorps klanglich ausgleichen. — Die Gruppen werden nicht nach einer einfachen Gleichheitsregel besetzt. Entscheidend ist ein passendes Verhältnis für das jeweilige Werk.
Wer koordiniert Spiel und Proben?

Heute leitet normalerweise eine Dirigentin oder ein Dirigent das Orchester. Einige kleinere oder spezialisierte Orchester spielen jedoch ohne Dirigat.

Der Konzertmeister oder die Konzertmeisterin führt die ersten Violinen und stimmt sich mit den leitenden Personen der anderen Gruppen ab. Weitere Instrumentengruppen haben eigene Stimmführerinnen und Stimmführer. Bei den Bläsern führt die Person mit der ersten Stimme ihre jeweilige Instrumentengruppe; im Schlagwerk übernimmt der Paukist die Leitung der Gruppe.

Meist probt das gesamte Orchester gemeinsam. Besonders schwierige Stellen können vorher in getrennten Gruppenproben geübt werden. So lassen sich spieltechnische Probleme klären, bevor alle Gruppen zusammenarbeiten.

Beispiel

Eine schwierige Passage betrifft vor allem die Streicher. Zuerst üben sie die Stelle in einer eigenen Probe. In der anschließenden Gesamtprobe kann sich das Orchester stärker auf Zusammenspiel, Tempo und Klangbalance konzentrieren.

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Frage 1 von 1SchwerBei einer Gesamtprobe stockt das Stück immer wieder an einer technisch schwierigen Bläserstelle. Welche Vorbereitung passt zum beschriebenen Probenbetrieb?
Lösung: Die betroffene Instrumentengruppe übt die Stelle zunächst getrennt. — Eine Gruppenprobe kann schwierige Stimmen vorbereiten. Danach lässt sich das Zusammenspiel im vollständigen Orchester gezielter erarbeiten.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Orchester
    • Kennzeichen
      • großes Instrumentalensemble
      • mindestens einige mehrfach besetzte Stimmen
    • Besetzung
      • Streicher, Holzbläser, Blechbläser und Schlagwerk
      • mögliche Zusatzinstrumente wie Harfe oder Klavier
    • Formen
      • Sinfonieorchester
      • Kammerorchester
      • flexible Bearbeitung als veränderte Werkfassung
    • Zusammenspiel
      • Klangbalance zwischen den Gruppen
      • Dirigat und Gruppenleitungen
      • Gesamtproben und Gruppenproben
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage beschreibt ein Kammerorchester am besten?
Lösung: Es ist kleiner, weil Gruppen schwächer besetzt sind oder entfallen. — Das Kammerorchester unterscheidet sich vor allem durch seine kleinere und reduzierte Besetzung vom großen Sinfonieorchester.
Frage 2 von 3MittelEine Partitur verlangt mehr Bläser als eine frühere Fassung. Welche weitere Änderung kann der Klangbalance dienen?
Lösung: Auch die Streicher werden stärker besetzt. — Die Stärke der Streicher kann an ein größeres Bläserkorps angepasst werden, damit die Gruppen klanglich ausgewogen zusammenwirken.
Frage 3 von 3SchwerEine Gruppe spielt Pachelbels Kanon mit einer frei zusammengestellten Besetzung. Jemand behauptet: „Genauso muss die Originalbesetzung ausgesehen haben.“ Wie beurteilst du das?
Lösung: Die Behauptung ist unbegründet, weil eine flexible Bearbeitung die Stimmen neu verteilen kann. — Um Original und Bearbeitung zu unterscheiden, musst du fragen, ob die gespielte Fassung die ursprüngliche Instrumentierung beibehält oder Stimmen neu zuordnet.

Du kannst ein Orchester nun nicht nur an seiner Größe, sondern vor allem an der mehrfachen Besetzung von Stimmen erkennen. Für seine Wirkung sind außerdem die konkrete Instrumentierung, die Klangbalance und die Zusammenarbeit in Leitung und Proben entscheidend.

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