Sonne: Aufbau, Energie und Strahlung verstehen
Warum leuchtet die Sonne? Die Sonne ist ein Stern, der in seinem Inneren Energie freisetzt. Ein Teil dieser Energie erreicht die Erde als Sonnenlicht und erwärmt sie. Im Sonnenkern verschmelzen winzige Atomkerne miteinander. Das heißt Kernfusion.
Für den Einstieg liest du die Abschnitte „Warum ist die Sonne ein Stern?“ und „Warum ist die Sonne für die Erde wichtig?“. Die weiteren Abschnitte erklären den Aufbau genauer; das Sonnenspektrum ist für Fortgeschrittene.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Warum ist die Sonne ein Stern?
Die Sonne ist ein Hauptreihenstern: Sie befindet sich in der Lebensphase, in der Wasserstoffkerne im Kern zu Helium verschmelzen. Wasserstoff und Helium sind chemische Elemente; ihre Atome besitzen winzige Kerne. Die Fusion setzt Energie frei. Planeten wie die Erde betreiben keine Wasserstofffusion in ihrem Inneren. Im sichtbaren Licht sehen wir sie vor allem, weil sie Sternenlicht zurückwerfen.
Die Sonne ist rund 4,6 Milliarden Jahre alt und im Mittel etwa 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Sie besteht hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium. Ein großer Teil ihres Materials ist Plasma: ein Gas, in dem sich elektrisch geladene Teilchen frei bewegen können.
Leuchtkraft
Die Leuchtkraft ist die gesamte Energie, die ein Stern pro Zeiteinheit als elektromagnetische Strahlung abgibt. Sie ist nicht dasselbe wie die Helligkeit, die du am Himmel wahrnimmst.
Die Sonne erscheint am Erdhimmel besonders hell, weil sie uns viel näher ist als andere Sterne. Ein Stern kann eine größere Leuchtkraft besitzen und trotzdem von der Erde aus schwächer erscheinen.
Warum ist die Sonne für die Erde wichtig?
Die Gravitation, also die Anziehungskraft der Sonne, hält die Erde und die anderen Planeten auf ihren Umlaufbahnen. Die Erde bewegt sich um die Sonne und dreht sich zugleich um ihre eigene Achse. Monde umkreisen ihre Planeten und ziehen mit ihnen um die Sonne.
Tag und Nacht entstehen nicht dadurch, dass die Sonne um die Erde kreist. Durch die Erdrotation ist ein Ort abwechselnd der Sonne zugewandt und von ihr abgewandt.
Sonnenstrahlung ermöglicht mehrere grundlegende Vorgänge:
- Pflanzen nutzen Licht, Wasser und Kohlenstoffdioxid für die Photosynthese. Dabei bilden sie Zucker, etwa Glucose, und geben Sauerstoff ab.
- Die Photosynthese bildet eine Grundlage der Nahrungsketten.
- Die Sonnenstrahlung trägt dazu bei, die Erde in einem für Leben geeigneten Temperaturbereich zu halten.
- Die unterschiedliche Einstrahlung beeinflusst Temperaturen, Windsysteme, Wetter, Klima und Wasserkreislauf.
- Licht ermöglicht dir, deine Umgebung zu sehen.
Die Sonne wirkt auf die Erde durch Gravitation, elektromagnetische Strahlung und Teilchenströme. Diese Wirkungen dürfen nicht miteinander verwechselt werden.
Wie erzeugt und transportiert die Sonne Energie?
Im Sonnenkern herrschen etwa 15 Millionen Grad Celsius. Unter diesen Bedingungen können Wasserstoffkerne miteinander verschmelzen. Dabei entsteht Helium und Energie wird freigesetzt.
Kernfusion
Bei der Kernfusion verschmelzen leichte Atomkerne zu schwereren Kernen. Dabei kann eine große Energiemenge frei werden.
Die Sonne brennt also nicht wie ein Holzfeuer. Bei einem Feuer reagieren Atome chemisch miteinander; bei der Kernfusion verändern sich die Atomkerne selbst.
Vom Kern bis nach außen durchläuft die Energie zwei wichtige Transportbereiche:
- Im Kern wird Energie durch Kernfusion freigesetzt.
- In der Strahlungszone wird sie durch Strahlung nach außen übertragen.
- In der Konvektionszone transportieren bewegte Plasmaströme die Energie weiter.
- An der Photosphäre wird ein großer Teil der Energie in den Weltraum abgestrahlt.
Konvektion
Konvektion ist Wärmetransport durch bewegte Materie. Heißeres Plasma steigt auf, während kühleres Plasma absinkt.
Du sollst den Weg eines Energieanteils aus dem Inneren ordnen.
Zuerst entsteht die Energie bei der Fusion im Kern. Danach wird sie in der Strahlungszone durch Strahlung weitergegeben. Weiter außen übernimmt die Bewegung des Plasmas in der Konvektionszone den Transport. Schließlich wird die Energie an der Photosphäre abgestrahlt.
Die richtige Kette lautet daher:
Kernfusion → Strahlungstransport → Konvektion → Abstrahlung an der Photosphäre
Energie wird in der Sonne nicht überall auf dieselbe Weise transportiert: innen vor allem durch Strahlung, weiter außen durch bewegtes Plasma.
Welche Schichten sehen wir von außen?
Die Photosphäre ist die dünne Schicht, aus der das meiste sichtbare Sonnenlicht entweicht. Sie erscheint uns als Oberfläche, ist aber keine feste Fläche. Als gerundete Oberflächentemperatur kannst du dir etwa 5500 Grad Celsius merken.
Unmittelbar darüber liegt die Chromosphäre. Sie ist normalerweise schwer zu sehen, weil die Photosphäre viel heller ist. Bei einer totalen Sonnenfinsternis kann sie als dünner rötlicher Ring sichtbar werden.
Die Korona bildet den äußeren Teil der Sonnenatmosphäre. Ihre Temperatur kann mehr als eine Million Grad Celsius erreichen. Warum die Korona trotz ihrer Entfernung vom heißen Kern so stark aufgeheizt wird, ist noch nicht vollständig geklärt.
Protuberanzen sind große, oft bogenförmige Plasmastrukturen, die von Magnetfeldern gehalten werden. Sie erstrecken sich von der sichtbaren Sonnenoberfläche weit in die Sonnenatmosphäre beziehungsweise Korona.
Für Fortgeschrittene: Was verrät das Sonnenspektrum?
Sonnenstrahlung ist elektromagnetische Strahlung. Dazu gehören sichtbares Licht und unsichtbare Strahlungsarten wie Infrarot und Ultraviolett (UV). Im sichtbaren Bereich unterscheiden sich die Farben durch ihre Wellenlänge, also den Abstand aufeinanderfolgender Wellenberge. Ein Spektrum zeigt, wie stark die einzelnen Wellenlängen vertreten sind.
Die Sonne strahlt besonders viel Energie im sichtbaren und im nahen infraroten Bereich ab. Sie sendet auch UV-, Radio- und Röntgenstrahlung aus. Infrarot wird häufig Wärmestrahlung genannt; aber auch absorbiertes sichtbares Licht kann einen Körper erwärmen.
Das Sonnenspektrum ähnelt dem eines schwarzen Körpers. Das ist ein idealisiertes Modell eines Körpers, dessen Wärmestrahlung nur von seiner Temperatur abhängt. „Schwarz“ bedeutet hier nicht, dass ein heißer solcher Körper kein Licht aussendet. Die Sonne weicht unter anderem durch Absorptionslinien von diesem Modell ab.
Aus der gesamten Strahlungsleistung und der Größe der Sonne ergibt sich ihre effektive Temperatur von etwa 5770 Kelvin. Ein schwarzer Körper gleicher Größe würde bei dieser Temperatur dieselbe Gesamtleistung abstrahlen. Kelvin (K) ist eine Temperatureinheit; zur Umrechnung in Grad Celsius ziehst du 273,15 ab.
Wie passen 5770 Kelvin und etwa 5500 Grad Celsius zusammen?
Du rechnest: 5770 − 273,15 = 5496,85. Also entsprechen 5770 K genau 5496,85 °C, gerundet etwa 5500 °C. Die unterschiedlichen Zahlen beschreiben hier dieselbe Temperatur auf zwei Skalen.
Bevor das Licht den Erdboden erreicht, wird es durch die Atmosphäre verändert. Absorption und Streuung hängen von der Wellenlänge ab:
- Gamma- und Röntgenstrahlung sowie große Teile der UV-Strahlung erreichen den Erdboden nicht.
- Große Bereiche der Infrarotstrahlung werden stark absorbiert.
- Sichtbares Licht kann die Atmosphäre überwiegend durchqueren.
- Auch bestimmte Bereiche der Radiostrahlung können die Atmosphäre gut durchqueren.
Fraunhoferlinien
Fraunhoferlinien sind dunkle Absorptionslinien im Sonnenspektrum. Atome und Ionen in der Sonnenatmosphäre nehmen Licht bei bestimmten Wellenlängen auf; dort ist das Spektrum schwächer. Die Lage der Linien verrät, welche Stoffe beteiligt sind. Ionen sind elektrisch geladene Atome oder Moleküle.
Viele dieser Linien entstehen in den äußeren Bereichen der Photosphäre. Bei Messungen am Erdboden kommen Absorptionslinien der Erdatmosphäre hinzu. Deshalb musst du unterscheiden, ob eine Linie von einem Stoff auf der Sonne oder auf dem Weg durch die Erdatmosphäre stammt.
In einem gemessenen Sonnenspektrum fehlt bei bestimmten Wellenlängen ein Teil der Intensität. Daraus folgt nicht, dass die Sonne diese Wellenlängen grundsätzlich nie ausgesendet hat. Gase auf dem Lichtweg können genau diese Anteile absorbiert haben. Die dunklen Linien dienen daher als Hinweise auf diese Gase.
Wie entstehen Sonnenflecken und Ausbrüche?
Magnetfelder beeinflussen zahlreiche Vorgänge auf und über der Sonnenoberfläche. Sie können örtlich verhindern, dass heißes Gas aufsteigt. Ein solches Gebiet bleibt kühler als seine Umgebung und erscheint deshalb als dunkler Sonnenfleck.
Ordnet sich das Magnetfeld in der Sonnenatmosphäre neu, kann gespeicherte Energie frei werden. Ein plötzliches Aufleuchten heißt Flare. Bei einem koronalen Massenauswurf werden große Mengen Plasma ins Weltall geschleudert. Beide Ereignisse können zusammen auftreten, sind aber nicht dasselbe. Sonnenausbrüche können Funkverbindungen stören; trifft ein Massenauswurf die Erde, kann er auch ihr Magnetfeld und Stromnetze beeinflussen.
Die Sonnenaktivität nimmt in einem ungefähr elfjährigen Zyklus zu und wieder ab. In aktiven Phasen gibt es mehr Sonnenflecken und Ausbrüche. Daneben gibt die Sonne ständig geladene Teilchen ab: diesen Strom nennt man Sonnenwind.
Ein Gebiet auf der Sonnenoberfläche erscheint dunkler als seine Umgebung.
- Ein lokales Magnetfeld hemmt dort das Aufsteigen heißen Plasmas.
- Das Gebiet bleibt dadurch vergleichsweise kühl.
- Es strahlt weniger intensiv als die heißere Umgebung.
- Deshalb erkennen wir einen dunklen Sonnenfleck.
Dunkel bedeutet hier also nicht kalt oder lichtlos, sondern nur kühler und weniger hell als die Umgebung.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Sonne
- Stern: erzeugt Energie durch Kernfusion
- Energieweg: Kern → Strahlungszone → Konvektionszone → Photosphäre
- Atmosphäre: Photosphäre, Chromosphäre und Korona
- Spektrum: Strahlung verschiedener Wellenlängen und Absorptionslinien
- Aktivität: Magnetfelder verursachen Flecken und können Ausbrüche auslösen
- Erde: Gravitation, Licht, Wärme und Photosynthese
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