Physik

Sonne: Aufbau, Energie und Strahlung erklärt

Sonne: Aufbau, Energie und Strahlung erklärt
Sonne: Aufbau, Energie und Strahlung erklärt
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Die Sonne ist ein Stern und der zentrale Himmelskörper unseres Sonnensystems. In ihrem Kern setzt Kernfusion Energie frei. Diese Energie gelangt durch mehrere Schichten nach außen und erreicht die Erde unter anderem als Licht und Wärmestrahlung.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum ist die Sonne ein Stern?

Die Sonne ist ein Hauptreihenstern. Sie erzeugt ihre Strahlungsenergie selbst: In ihrem Inneren verschmelzen Wasserstoffkerne zu Helium. Darin unterscheidet sie sich grundlegend von Planeten, die überwiegend Licht eines Sterns reflektieren.

Die Sonne ist etwa 4,57 Milliarden Jahre alt und ungefähr 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Sie besteht zu rund 70 Prozent aus Wasserstoff, zu 29 Prozent aus Helium und zu einem kleinen Rest aus weiteren Elementen. Wasserstoff und Helium machen zusammen etwa 99 Prozent aus.

Definition

Leuchtkraft

Die Leuchtkraft ist die gesamte Energie, die ein Stern pro Zeiteinheit als elektromagnetische Strahlung abgibt. Sie ist nicht dasselbe wie die Helligkeit, die du am Himmel wahrnimmst.

Die Sonne erscheint am Erdhimmel besonders hell, weil sie uns viel näher ist als andere Sterne. Ein Stern kann eine größere Leuchtkraft besitzen und trotzdem von der Erde aus schwächer erscheinen. Sirius hat in einem Vergleich beispielsweise etwa die 32-fache Leuchtkraft der Sonne, ist aber viel weiter entfernt.

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Frage 1 von 2LeichtWarum ist die Sonne ein Stern und kein Planet?
Lösung: Sie erzeugt durch Kernfusion selbst Strahlungsenergie. — Sterne erzeugen Strahlungsenergie in ihrem Inneren. Planeten leuchten überwiegend, weil sie Sternenlicht reflektieren.
Frage 2 von 2MittelWarum kann die Sonne heller erscheinen als ein Stern mit größerer Leuchtkraft?
Lösung: Die Sonne ist der Erde wesentlich näher. — Die große scheinbare Helligkeit der Sonne lässt sich durch ihre vergleichsweise geringe Entfernung erklären.
Wie erzeugt und transportiert die Sonne Energie?

Im Sonnenkern herrschen etwa 15 Millionen Grad Celsius. Unter diesen Bedingungen können Wasserstoffkerne miteinander verschmelzen. Dabei entsteht Helium und Energie wird freigesetzt.

Definition

Kernfusion

Bei der Kernfusion verschmelzen leichte Atomkerne zu schwereren Kernen. Dabei kann eine große Energiemenge frei werden.

Die Sonne ist also kein chemisches Feuer. Chemische Energie könnte ihre seit Milliarden Jahren anhaltende Strahlung nur für einige Tausend Jahre erklären. Auch Energie aus einem langsamen Zusammenziehen würde nur für einige Millionen Jahre reichen. Erst die Kernfusion erklärt die viel längere Leuchtdauer.

Vom Kern bis nach außen durchläuft die Energie zwei wichtige Transportbereiche:

  1. Im Kern wird Energie durch Kernfusion freigesetzt.
  2. In der Strahlungszone wird sie durch Strahlung nach außen übertragen.
  3. In der Konvektionszone transportieren bewegte Plasmaströme die Energie weiter.
  4. An der Photosphäre wird ein großer Teil der Energie in den Weltraum abgestrahlt.
Definition

Konvektion

Konvektion ist Wärmetransport durch bewegte Materie. Heißeres Plasma steigt auf, während kühleres Plasma absinkt.

Beispiel

Du sollst den Weg eines Energieanteils aus dem Inneren ordnen.

Zuerst entsteht die Energie bei der Fusion im Kern. Danach wird sie in der Strahlungszone durch Strahlung weitergegeben. Weiter außen übernimmt die Bewegung des Plasmas in der Konvektionszone den Transport. Schließlich wird die Energie an der Photosphäre abgestrahlt.

Die richtige Kette lautet daher:

Kernfusion → Strahlungstransport → Konvektion → Abstrahlung an der Photosphäre

Merke

Energie wird in der Sonne nicht überall auf dieselbe Weise transportiert: innen vor allem durch Strahlung, weiter außen durch bewegtes Plasma.

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Frage 1 von 2MittelWelche Reihenfolge beschreibt den Energieweg richtig?
Lösung: Kern → Strahlungszone → Konvektionszone → Photosphäre — Die Energie entsteht im Kern und bewegt sich durch Strahlungs- und Konvektionszone zur Photosphäre.
Frage 2 von 2SchwerIn einem Modell bewegen sich heiße Plasmamengen nach außen und kühlere nach innen. Welcher Transportmechanismus wird dargestellt?
Lösung: Konvektion — Die Bewegung verschieden warmer Materie ist das Kennzeichen der Konvektion.
Welche Schichten sehen wir von außen?

Die Photosphäre ist die rund 400 Kilometer dicke Schicht, aus der das meiste sichtbare Sonnenlicht entweicht. Sie erscheint uns als Oberfläche, ist aber keine feste Fläche. Für ihre Temperatur werden je nach Darstellung gerundete Werte von etwa 5500 bis 5700 Grad Celsius angegeben.

Unmittelbar darüber liegt die Chromosphäre. Sie reicht ungefähr 2000 Kilometer über die Photosphäre hinaus und ist normalerweise schwer zu sehen. Bei einer totalen Sonnenfinsternis kann sie als dünner rötlicher Ring sichtbar werden.

Die Korona bildet den äußeren Teil der Sonnenatmosphäre. Ihre Temperatur kann mehr als eine Million Grad Celsius erreichen. Warum die Korona trotz ihrer Entfernung vom heißen Kern so stark aufgeheizt wird, ist noch nicht vollständig geklärt.

Protuberanzen sind große, bogenförmige Plasmastrukturen. Sie erstrecken sich von der sichtbaren Sonnenoberfläche weit in die Sonnenatmosphäre beziehungsweise Korona.

Gut zu wissen

Temperaturangaben zur Sonne dürfen nicht unbesehen gleichgesetzt werden. Eine gerundete Oberflächentemperatur in Grad Celsius, eine effektive Temperatur von 5770 Kelvin und eine Farbtemperatur von 6100 Kelvin entstehen aus unterschiedlichen Beschreibungen oder Auswertungen.

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Frage 1 von 2LeichtAus welcher Schicht entweicht das meiste sichtbare Sonnenlicht?
Lösung: Aus der Photosphäre. — Die Photosphäre ist die sichtbare Schicht der Sonne.
Frage 2 von 2MittelWas kann während einer totalen Sonnenfinsternis als dünner rötlicher Ring erscheinen?
Lösung: Die Chromosphäre — Die sonst schwer sichtbare Chromosphäre liegt direkt über der Photosphäre.
Was verrät das Licht der Sonne?

Sonnenlicht besteht aus elektromagnetischer Strahlung verschiedener Wellenlängen. Dazu gehören sichtbares Licht, Wärmestrahlung, Radiostrahlung, Röntgenstrahlung und Gammastrahlung.

Das Spektrum der Sonne ähnelt dem Spektrum eines schwarzen Körpers. Aus der gesamten Strahlungsleistung ergibt sich eine effektive Temperatur von etwa 5770 Kelvin. Aus der Lage des Strahlungsmaximums folgt eine Farbtemperatur von etwa 6100 Kelvin. Das Maximum liegt ungefähr bei einer Wellenlänge von 550 Nanometern im blau-grünen Bereich.

Bevor das Licht den Erdboden erreicht, wird es durch die Atmosphäre verändert. Absorption und Streuung hängen von der Wellenlänge ab:

  • Gamma- und Röntgenstrahlung sowie große Teile der UV-Strahlung erreichen den Erdboden nicht.
  • Große Bereiche der Infrarotstrahlung werden stark absorbiert.
  • Sichtbares Licht kann die Atmosphäre überwiegend durchqueren.
  • Radiowellen mit Wellenlängen von ungefähr 10 Zentimetern bis 10 Metern können sie gut durchqueren.
Definition

Fraunhoferlinien

Fraunhoferlinien sind dunkle Absorptionslinien im Sonnenspektrum. Sie entstehen, weil Gase bestimmte Wellenlängen aufnehmen. Ihre Lage und Stärke erlauben Rückschlüsse auf Gase in den durchquerten Schichten.

Das beobachtete Licht durchläuft Schichten zwischen der Photosphäre und dem Beobachtungsort. Deshalb können die Linien Informationen sowohl über die Sonnenumgebung als auch über die Erdatmosphäre enthalten.

Beispiel

In einem gemessenen Sonnenspektrum fehlt bei bestimmten Wellenlängen ein Teil der Intensität. Daraus folgt nicht, dass die Sonne diese Wellenlängen grundsätzlich nie ausgesendet hat. Gase auf dem Lichtweg können genau diese Anteile absorbiert haben. Die dunklen Linien dienen daher als Hinweise auf diese Gase.

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Frage 1 von 2MittelWarum unterscheidet sich das Sonnenspektrum am Erdboden vom ungestörten Spektrum?
Lösung: Die Atmosphäre absorbiert und streut Strahlung abhängig von ihrer Wellenlänge. — Auf dem Weg durch die Atmosphäre werden verschiedene Wellenlängen unterschiedlich stark abgeschwächt.
Frage 2 von 2SchwerWas darfst du aus Fraunhoferlinien folgern?
Lösung: Bestimmte Gase auf dem Lichtweg haben bestimmte Wellenlängen absorbiert. — Absorptionslinien ermöglichen eine spektroskopische Untersuchung der durchquerten Gasschichten.
Wie entstehen Sonnenflecken und Ausbrüche?

Magnetfelder beeinflussen zahlreiche Vorgänge auf und über der Sonnenoberfläche. Sie können örtlich verhindern, dass heißes Gas aufsteigt. Ein solches Gebiet bleibt kühler als seine Umgebung und erscheint deshalb als dunkler Sonnenfleck.

Ordnen sich Magnetfeldlinien in der Sonnenatmosphäre neu, können Bereiche plötzlich aufgeheizt werden und hell aufleuchten. Dabei können große Mengen Materie ins Weltall geschleudert werden. Treffen solche Partikelströme die Erde, können sie Strom- und Telekommunikationsnetze beeinträchtigen.

Sonnenflecken, Protuberanzen und Eruptionen treten ungefähr in einem elfjährigen Rhythmus gehäuft auf. Daneben gibt die Sonne ständig Teilchen ab. Wie diese Teilchen beschleunigt werden, ist noch nicht vollständig geklärt.

Beispiel

Ein Gebiet auf der Sonnenoberfläche erscheint dunkler als seine Umgebung.

  1. Ein lokales Magnetfeld hemmt dort das Aufsteigen heißen Plasmas.
  2. Das Gebiet bleibt dadurch vergleichsweise kühl.
  3. Es strahlt weniger intensiv als die heißere Umgebung.
  4. Deshalb erkennen wir einen dunklen Sonnenfleck.

Dunkel bedeutet hier also nicht kalt oder lichtlos, sondern nur kühler und weniger hell als die Umgebung.

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Frage 1 von 2MittelWarum erscheint ein Sonnenfleck dunkel?
Lösung: Er ist kühler und strahlt weniger intensiv als seine Umgebung. — Magnetfelder können den Aufstieg heißen Plasmas hemmen. Dadurch bleibt das Gebiet vergleichsweise kühl und dunkel.
Frage 2 von 2SchwerWelche Wirkungskette ist fachlich passend?
Lösung: Neuordnung von Magnetfeldlinien → Aufheizung und Aufleuchten → möglicher Materieauswurf — Magnetische Veränderungen können örtliche Ausbrüche auslösen, ohne die gesamte Sonne grundlegend zu verändern.
Warum ist die Sonne für die Erde wichtig?

Die Gravitation der Sonne bindet Planeten, Monde, Asteroiden und Kometen an das Sonnensystem. Die Erde bewegt sich um die Sonne, während sie sich zugleich um ihre eigene Achse dreht.

Tag und Nacht entstehen nicht dadurch, dass die Sonne um die Erde kreist. Durch die Erdrotation ist ein Ort abwechselnd der Sonne zugewandt und von ihr abgewandt.

Sonnenstrahlung ermöglicht mehrere grundlegende Vorgänge:

  • Pflanzen nutzen Licht, Wasser und Kohlenstoffdioxid für die Photosynthese. Dabei bilden sie Glucose und geben Sauerstoff ab.
  • Die Photosynthese bildet eine Grundlage der Nahrungsketten.
  • Die Sonnenstrahlung trägt dazu bei, die Erde in einem für Leben geeigneten Temperaturbereich zu halten.
  • Die unterschiedliche Einstrahlung beeinflusst Temperaturen, Windsysteme, Wetter, Klima und Wasserkreislauf.
  • Licht ermöglicht Sehen und beeinflusst biologische Tag-Nacht-Rhythmen.
Merke

Die Sonne wirkt auf die Erde durch Gravitation, elektromagnetische Strahlung und Teilchenströme. Diese Wirkungen dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Bewegung verursacht an einem Ort den Wechsel von Tag und Nacht?
Lösung: Die Drehung der Erde um ihre eigene Achse — Durch die Erdrotation ist ein Ort abwechselnd der Sonne zu- und abgewandt.
Frage 2 von 2SchwerEine Pflanze erhält kein Licht mehr. Welcher von der Sonne abhängige Vorgang ist unmittelbar betroffen?
Lösung: Die Photosynthese — Pflanzen benötigen Licht, Wasser und Kohlenstoffdioxid, um Glucose zu bilden und Sauerstoff freizusetzen.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Sonne
    • Stern: erzeugt Energie durch Kernfusion
    • Energieweg: Kern → Strahlungszone → Konvektionszone → Photosphäre
    • Atmosphäre: Chromosphäre und Korona
    • Spektrum: Strahlung verschiedener Wellenlängen und Absorptionslinien
    • Aktivität: Magnetfelder verursachen Flecken und können Ausbrüche auslösen
    • Erde: Gravitation, Licht, Wärme und Photosynthese
Abschluss-Check
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Frage 1 von 5LeichtWo wird die Energie der Sonne freigesetzt?
Lösung: Im Sonnenkern bei der Fusion von Wasserstoff zu Helium — Kernfusion im etwa 15 Millionen Grad Celsius heißen Kern ist die Energiequelle der Sonne.
Frage 2 von 5MittelWarum müssen 5770 Kelvin und 6100 Kelvin nicht denselben Temperaturwert darstellen?
Lösung: Sie stammen aus unterschiedlichen Auswertungen des Sonnenspektrums. — Die effektive Temperatur folgt aus der gesamten Strahlungsleistung, die Farbtemperatur aus der Lage des Strahlungsmaximums.
Frage 3 von 5MittelWelche Aussage verbindet Sonnenflecken richtig mit Magnetfeldern?
Lösung: Magnetfelder können den Aufstieg heißen Plasmas hemmen, sodass ein kühleres Gebiet dunkler erscheint. — Der Sonnenfleck ist eine lokale Folge magnetisch beeinflusster Plasmabewegung.
Frage 4 von 5SchwerEin Messgerät am Erdboden registriert bestimmte Wellenlängen nur schwach. Welche Erklärung prüfst du zuerst?
Lösung: Die Atmosphäre könnte diese Wellenlängen absorbiert oder gestreut haben. — Das Spektrum am Boden wird durch die wellenlängenabhängige Durchlässigkeit der Atmosphäre verändert.
Frage 5 von 5SchwerOrdne die vollständige Wirkungskette vom Sonneninneren bis zu einer Pflanze.
Lösung: Kernfusion → Energietransport durch die Sonne → Abstrahlung → Licht erreicht die Erde → Photosynthese — Die Energie entsteht im Sonnenkern, wird nach außen transportiert und abgestrahlt. Ein Teil des Lichts erreicht die Erde und kann dort die Photosynthese ermöglichen.

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