Datenschutz: Daten, Rechte und Schutz im Alltag
Datenschutz bedeutet: Informationen über dich dürfen nicht beliebig gesammelt, verwendet oder weitergegeben werden. Du sollst nachvollziehen und mitbestimmen können, was mit deinen personenbezogenen Daten geschieht. Eine Verarbeitung kann durch deine Einwilligung oder eine andere gesetzliche Erlaubnis zulässig sein.
Auf dieser Seite lernst du, personenbezogene Daten zu erkennen, wichtige Datenschutzrechte anzuwenden und Risiken am Smartphone begründet einzuschätzen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Welche Daten beziehen sich auf dich?
Dein Name, dein Geburtstag oder deine Telefonnummer sind nicht bloß einzelne Angaben. Sie lassen sich dir zuordnen und können zusammen ein immer genaueres Bild von dir ergeben.
Personenbezogene Daten
Personenbezogene Daten sind Informationen, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person beziehen. Dazu gehören zum Beispiel Name, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer, Hobbys oder Angaben über persönliche Eigenschaften.
Auch technische und beobachtete Angaben können etwas über eine Person verraten. Ein Smartphone kann beispielsweise Standortdaten, App-Nutzungsmuster, den Browserverlauf oder Anrufprotokolle erzeugen.
Eine allgemeine Sachinformation wie „Berlin ist eine Stadt“ ist dagegen kein personenbezogenes Datum. „Mira wohnt in Berlin“ bezieht sich auf eine Person und ist deshalb personenbezogen.
Ein neuer Mitschüler soll zu einer Geburtstagsfeier eingeladen werden. Damit er den Weg findet und antworten kann, tauschen zwei Kinder Telefonnummern und Adressen aus.
Die Angaben erfüllen hier einen verständlichen Zweck: Kontaktaufnahme und Einladung. Trotzdem bleiben sie personenbezogene Daten. Sie dürfen nicht allein deshalb beliebig veröffentlicht oder für einen anderen Zweck genutzt werden.
Ob eine Angabe harmlos wirkt, entscheidet nicht allein über ihren Schutzbedarf. Wichtig ist, ob sie einer Person zugeordnet und wie sie verwendet werden kann.
Wann dürfen Daten verarbeitet werden?
Datenverarbeitung umfasst den Umgang mit personenbezogenen Daten, etwa ihr Erfassen, Speichern, Verwenden oder Weitergeben.
Ein zentraler Grundsatz des Datenschutzrechts ist das Verbotsprinzip mit Erlaubnisvorbehalt: Personenbezogene Daten dürfen grundsätzlich nicht verarbeitet werden, außer eine rechtliche Erlaubnis greift. Eine solche Grundlage kann deine Einwilligung sein. Sie kann sich aber auch aus einem Gesetz oder einer notwendigen öffentlichen Aufgabe ergeben.
Ein Arbeitsamt benötigt Angaben über eine frühere Beschäftigung, um Arbeitslosengeld zu berechnen und auszuzahlen. Dazu können die Dauer der Beschäftigung und die Höhe des Einkommens gehören.
Die Verarbeitung beruht in diesem Beispiel nicht bloß auf einer beliebigen Datensammlung. Die Behörde benötigt die Angaben, um ihre gesetzliche Aufgabe zu erfüllen.
Die Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO, gilt seit dem 25. Mai 2018 unmittelbar als europäische Verordnung. In Deutschland wird sie unter anderem durch das Bundesdatenschutzgesetz und Landesdatenschutzgesetze ergänzt.
Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung bedeutet, dass Menschen grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung ihrer personenbezogenen Daten bestimmen. Dieses Recht schützt Privatsphäre und Persönlichkeit. Es bedeutet jedoch nicht, dass jede Verarbeitung ausschließlich mit Einwilligung möglich ist: Auch eine andere gesetzliche Grundlage kann sie erlauben.
Frage bei einer Datenverarbeitung immer: Welche Daten werden für welchen Zweck benötigt, und welche Erlaubnis rechtfertigt die Verarbeitung?
Welche Rechte hast du nach der DSGVO?
Die Stelle, die deine Daten verarbeitet, muss verständlich und transparent informieren. Dazu gehört unter anderem, zu welchem Zweck Daten verarbeitet und wie lange sie gespeichert werden.
Als betroffene Person kannst du wichtige Rechte geltend machen:
- Auskunft und Zugang: Du kannst erfahren, welche dich betreffenden Daten verarbeitet werden.
- Berichtigung: Du kannst falsche personenbezogene Daten berichtigen lassen.
- Löschung: Du kannst die Löschung deiner Daten verlangen. Dieses Recht wird oft als „Recht auf Vergessenwerden“ bezeichnet.
- Verständliche Information: Angaben zur Verarbeitung sollen präzise, transparent, leicht zugänglich und in klarer Sprache vorliegen.
Datenschutz soll außerdem schon in der Technik berücksichtigt werden. Datenschutz durch Technikgestaltung und datenschutzfreundliche Voreinstellungen bedeutet: Anbieter sollen ihre Angebote so gestalten, dass standardmäßig nur die für den jeweiligen Zweck erforderlichen personenbezogenen Daten verarbeitet werden.
In deinem Nutzerkonto steht ein falsches Geburtsdatum. Du musst nicht hinnehmen, dass die falsche Angabe weiterverwendet wird. Du kannst dich an die verantwortliche Stelle wenden und eine Berichtigung verlangen.
Findest du keine verständliche Erklärung zum Verwendungszweck oder zur Speicherdauer, kannst du außerdem entsprechende Informationen verlangen.
Privatsphäre-Einstellungen lösen nicht jedes Datenschutzproblem. Eine Einstellung kann verhindern, dass andere Nutzende einen Beitrag sehen. Der Anbieter kann die zugrunde liegenden Daten trotzdem weiterhin verarbeiten. Sichtbarkeit und Datensammlung sind daher zwei verschiedene Fragen.
Wie schützt du deine Daten am Smartphone?
Datenschutz hängt nicht allein von deinem Verhalten ab. Anbieter und Gerätehersteller tragen Verantwortung für datenschutzfreundliche Technik und Voreinstellungen. Trotzdem kannst du Risiken durch bewusste Entscheidungen verringern.
Berechtigungen nach ihrem Zweck prüfen
Eine Berechtigung ist ein erlaubter Zugriff einer App, zum Beispiel auf Standort, Kontakte, Fotos oder Anrufprotokolle. Prüfe bei jedem Zugriff, ob die App ihn für ihre eigentliche Funktion benötigt.
Ein Strategiespiel braucht normalerweise keinen Standort, nur weil es ein Spiel ist. Eine Fitness-App benötigt nicht automatisch Zugriff auf deine Kontakte. Je mehr Rechte eine App erhält, desto mehr Daten kann sie möglicherweise erzeugen, auswerten oder weitergeben.
Gerät und Zugänge absichern
- Installiere Betriebssystem-, Sicherheits- und App-Updates regelmäßig.
- Lösche Apps, die du nicht mehr verwendest.
- Sichere das Gerät mit einer geeigneten Sperre.
- Verwende für verschiedene Dienste unterschiedliche Passwörter. Wird eines bekannt, sind dann nicht sofort mehrere Zugänge betroffen.
- Lass Verbindungen mit unbekannten WLANs vorher bestätigen und kontrolliere den Netzwerknamen.
Phishing erkennen
Beim Phishing versucht eine Nachricht, dich zu einer riskanten Handlung zu bewegen: Du sollst einen Link öffnen, einen Anhang herunterladen oder vertrauliche Daten auf einer zweifelhaften Seite eingeben. Solche Nachrichten können als SMS, E-Mail oder Mitteilung in einem sozialen Dienst erscheinen.
Öffne nicht vorschnell Links oder Anhänge. Gib Passwörter und Bankdaten nicht auf merkwürdig aussehenden oder nicht vertrauenswürdigen Seiten ein.
Du erhältst eine unerwartete Nachricht: Dein Konto werde sofort gesperrt, falls du nicht über einen beigefügten Link dein Passwort bestätigst.
Der Zeitdruck soll eine schnelle Reaktion auslösen. Statt den Link zu öffnen, prüfst du zunächst, ob die Nachricht und ihr Absender vertrauenswürdig sind. Dein Passwort gibst du nicht über die zugesandte Eingabeseite ein.
Sind ungewöhnliche Smartphone-Signale ein Beweis?
Spyware ist Software, die Daten ohne Wissen der Gerätenutzenden ausspioniert. Malware ist der Oberbegriff für schädliche Software, die ein System etwa stören oder beschädigen kann.
Mögliche Warnzeichen sind:
- unbekannte Anrufe, SMS oder Nachrichten, die vom eigenen Gerät ausgehen;
- ungewöhnlich hohe Datennutzung;
- auffällig schneller Akkuverlust;
- anhaltend schlechte Leistung;
- unbekannte Apps;
- häufige Überhitzung ohne erkennbaren Grund.
Ein einzelnes Zeichen beweist jedoch keine Schadsoftware. Ein Akku kann aus vielen Gründen schneller leer werden. Ein Gerät kann beim Spielen, Surfen, Telefonieren oder Laden warm werden. Viele Apps, Datenmüll oder aufwendige Hintergrundbilder können die Leistung verschlechtern.
Ein Warnzeichen ist ein Anlass zum Prüfen, aber noch keine sichere Diagnose. Achte auf alternative Ursachen und auf mehrere auffällige Beobachtungen.
Ein Smartphone wird beim Spielen warm. Das ist zunächst erklärbar und allein kein überzeugender Hinweis auf Spyware.
Wird das unbenutzte Gerät dagegen wiederholt ohne erkennbaren Grund heiß, steigt zugleich der Datenverbrauch und erscheint eine unbekannte App, sprechen mehrere Beobachtungen für eine genauere Prüfung.
Warum ist Datenschutz politisch wichtig?
Datenschutz schützt nicht nur einzelne Dateien. Er schafft einen geschützten Bereich, in dem Menschen Interessen entwickeln, Standpunkte erproben und Entscheidungen treffen können.
Wer einen eigenen Standpunkt bildet, kann ihn mit anderen diskutieren, überdenken, weiterentwickeln und teilen. Dieser Austausch gehört zu Freiheit und demokratischer Teilhabe. Ein Smartphone kann dabei sowohl Chancen als auch Risiken schaffen: Du kannst Nachrichten diskutieren oder an einer digitalen Petition teilnehmen, hinterlässt dabei aber möglicherweise Daten und Verhaltensspuren.
Eine politische Beteiligungs-App ermöglicht die Unterstützung einer Petition. Gleichzeitig verlangt sie Zugriff auf Kontakte und den dauerhaften Standort.
Für ein begründetes Urteil prüfst du mehrere Fragen:
- Welche Daten benötigt die Petitionsfunktion tatsächlich?
- Wird der Zweck verständlich erklärt?
- Sind unnötige Zugriffe vorausgewählt?
- Kannst du Rechte wie Auskunft oder Berichtigung wahrnehmen?
- Ermöglicht das Angebot Beteiligung, ohne mehr Privatheit als nötig aufzugeben?
So verbindest du politische Teilhabe mit einer Datenschutzprüfung, statt nur zwischen „App benutzen“ und „App nicht benutzen“ zu wählen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Datenschutz
- schützt personenbezogene Daten und Privatsphäre
- verlangt Zweck und rechtliche Grundlage
- gibt Rechte auf Information, Zugang, Berichtigung und Löschung
- beginnt bei datenschutzfreundlicher Technik
- wird durch bewusste App- und Sicherheitseinstellungen ergänzt
- unterstützt freie Standpunktbildung und Teilhabe
Prüfe bei einem neuen Fall in dieser Reihenfolge:
- Welche personenbezogenen Daten sind betroffen?
- Für welchen Zweck sollen sie verarbeitet werden?
- Gibt es eine Einwilligung oder eine andere rechtliche Grundlage?
- Sind Umfang und Berechtigungen für den Zweck erforderlich?
- Werden Zweck, Speicherdauer und Rechte verständlich erklärt?
- Welche Schutzmaßnahme oder welches Betroffenenrecht passt zum Problem?
Abschluss-Check
Wenn du bei einem Fall Datenart, Zweck, rechtliche Grundlage, Rechte und Schutzmaßnahmen getrennt untersuchst, kannst du Datenschutzprobleme nachvollziehbar beurteilen und angemessen handeln.
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