Wenn dich etwas ärgert, willst du vielleicht sofort zurückschreiben. Oft hilft es aber, kurz innezuhalten und genau hinzusehen. Im Buddhismus üben Menschen, Leid zu verstehen und anderen möglichst nicht zu schaden.
Wer sind Buddhisten?
Buddhisten sind Menschen, die sich an der Lehre von Buddha orientieren. Der Buddhismus ist eine Religion, die vor etwa 2.500 Jahren in Indien entstand. Heute leben Buddhisten in vielen Teilen der Welt.
Sie leben ihre Religion unterschiedlich. Manche meditieren zu Hause, andere treffen sich in einem Tempel. Manche leben als Mönche oder Nonnen, viele mit Familie, Schule oder Beruf.
Buddha bedeutet der Erwachte. Siddhartha Gautama erhielt diesen Ehrentitel, weil er nach buddhistischer Überlieferung eine tiefe Einsicht in das Leben gewann.
Linh meditiert morgens einige Minuten. Ihr Bruder meditiert nicht, achtet aber darauf, freundlich zu sprechen. Beide können sich an buddhistischen Ideen orientieren.
Buddhisten haben gemeinsame Grundideen, aber nicht alle leben oder feiern auf dieselbe Weise.
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Siddhartha Gautama sucht Antworten
Siddhartha Gautama war der Mensch, auf dessen Lehre sich Buddhisten beziehen. Über sein Leben erzählen buddhistische Überlieferungen, dass ihn Alter, Krankheit und Tod beschäftigten. Er suchte nach einem Weg, mit schweren Erfahrungen umzugehen.
Durch Meditation, einer Übung für gesammelte Aufmerksamkeit, gelangte Siddhartha nach buddhistischer Überlieferung zum Erwachen. Danach lehrte er andere Menschen.
Jemand merkt, dass gute Noten oder neue Sachen nur kurz glücklich machen. Die Person fragt sich: Was trägt wirklich durch schwierige Zeiten? Ähnlich suchte Siddhartha nach Antworten auf Leid.
Buddha ist kein Vorname. Siddhartha Gautama wird oft der historische Buddha genannt.
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Leid verstehen und verändern
Eine Freundschaft kann zerbrechen, du kannst krank werden oder Angst vor einer Arbeit haben. Im Buddhismus meint Leid nicht nur körperlichen Schmerz. Es umfasst auch Sorgen, Enttäuschung und Unzufriedenheit.
Die Vier Edlen Wahrheiten fassen einen wichtigen Gedanken zusammen: Leid gehört zum Leben. Leid hat Ursachen. Leid kann weniger werden oder enden. Es gibt einen Weg, daran zu arbeiten.
Eine Ursache kann Anhaften sein. Das bedeutet, sich krampfhaft an Wünsche, Besitz oder Vorstellungen festzuhalten. Vieles verändert sich. Wer unbedingt verlangt, dass alles gleich bleiben muss, erlebt Veränderungen oft besonders schmerzhaft.
Noah möchte unbedingt in eine bestimmte Mannschaft. Er wird nicht genommen und ist enttäuscht. Das ist verständlich. Wenn er aber glaubt, nur diese Mannschaft könne ihn glücklich machen, hält er besonders stark an seinem Wunsch fest.
Die Vier Edlen Wahrheiten helfen ihm beim Sortieren: Er bemerkt seine Enttäuschung. Er erkennt sein festes Anklammern als Ursache. Er versteht, dass seine Enttäuschung kleiner werden kann. Dann sucht er einen Weg, etwa mit Freunden zu reden oder in einer anderen Gruppe weiterzutrainieren.
Die Vier Edlen Wahrheiten sind kein Versprechen auf ein Leben ohne Probleme. Sie zeigen einen Weg, Leid genauer zu verstehen und anders damit umzugehen.
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Der Achtfache Pfad und Achtsamkeit
Wenn du etwas ändern willst, brauchst du Übung im Alltag. Der Edle Achtfache Pfad ist ein buddhistischer Übungsweg. Er verbindet Verstehen, Reden, Handeln und das Trainieren des Geistes.
Achtsamkeit bedeutet, bewusst wahrzunehmen, was gerade geschieht. Du bemerkst zum Beispiel deine Wut, bevor du handelst. So kannst du überlegter entscheiden.
Mira liest im Klassenchat eine Nachricht, die sie ärgert. Sie atmet erst langsam und liest noch einmal genau. Danach antwortet sie ruhiger. Das ist Achtsamkeit im Alltag.
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Gemeinschaft und Regeln
Ein Tempel ist ein Ort, an dem Buddhisten je nach Tradition meditieren, Feste feiern oder Lehren hören. Die Sangha ist die Gemeinschaft buddhistisch Übender. Das Wort kann besonders Mönche und Nonnen meinen, manchmal aber auch alle Menschen, die gemeinsam üben.
Mönche und Nonnen leben in vielen Traditionen nach besonderen Regeln und widmen viel Zeit dem Lernen und Meditieren. Laien sind Buddhisten, die nicht in einem Kloster leben.
Viele Regeln sollen helfen, verantwortungsvoll zu leben. Dazu gehören: Lebewesen nicht zu verletzen, nicht zu stehlen, ehrlich zu sprechen und den Geist nicht durch Rauschmittel zu benebeln.
In einem buddhistischen Zentrum meditieren Menschen gemeinsam, hören einer Lehrerin zu und helfen beim Aufräumen. Nicht alle leben im Kloster.
Buddha Statuen erinnern viele Buddhisten an Buddhas Lehre. Sie bedeuten nicht, dass Buddha als Schöpfergott angebetet wird.
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Karma Wiedergeburt und Nirwana
Karma bedeutet Handlung und ihre Folgen. Dabei zählt im Buddhismus auch die Absicht: Hilfst du ehrlich oder willst du nur bewundert werden? Karma ist kein einfaches Punktesystem und keine schnelle Belohnung oder Strafe.
Viele buddhistische Traditionen sprechen von Wiedergeburt. Damit meinen sie, dass der Kreislauf des Lebens nach dem Tod weitergeht. Samsara heißt dieser Kreislauf von Wiedergeburt und erneutem Leid.
Als Ziel nennen viele Buddhisten das Nirwana. Damit ist Befreiung von Gier, Hass und Unwissenheit gemeint. Nirwana ist kein Ort voller Wünsche. Verschiedene buddhistische Schulen erklären diese Begriffe teilweise unterschiedlich.
Jona entschuldigt sich ehrlich, nachdem er eine Mitschülerin beleidigt hat. Seine Entschuldigung macht den Streit nicht sofort ungeschehen. Sie kann aber Vertrauen wachsen lassen. Das zeigt: Handlungen haben Folgen.
Wiedergeburt und Nirwana kannst du dir nicht wie einen Ort auf einer Landkarte vorstellen. In vielen buddhistischen Traditionen bedeutet Wiedergeburt einen fortlaufenden Kreislauf. Nirwana meint die Befreiung aus diesem Kreislauf.
Karma heißt nicht: Wer leidet ist selbst schuld. Niemand darf Karma benutzen, um anderen die Schuld an ihrem Leid zu geben.
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Zusammenfassung
Buddhisten orientieren sich an der Lehre von Siddhartha Gautama, dem Buddha. Sie fragen, wie Leid entsteht und wie Menschen mit Achtsamkeit, Mitgefühl, gutem Handeln und Meditation damit umgehen können. Karma, Wiedergeburt und Nirwana sind wichtige Begriffe, die buddhistische Traditionen unterschiedlich erklären können.
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