Im Religionsunterricht begegnest du Jesus an Weihnachten, an Ostern und auf Bildern in Kirchen. Doch Jesus ist nicht nur eine Figur aus Erzählungen. Für Christinnen und Christen ist er die wichtigste Person ihres Glaubens.
Wer Jesus war
Jesus von Nazaret war ein jüdischer Mann, der vor etwa 2000 Jahren im Gebiet des heutigen Israel und Palästina lebte. Er wuchs wahrscheinlich in Nazaret in Galiläa auf. Deshalb trägt er den Zusatz „von Nazaret“.
Jesus lebte zur Zeit des Römischen Reiches. Viele Menschen in seiner Heimat waren arm oder hatten wenig Einfluss. Als Erwachsener zog Jesus umher, sprach mit Menschen und lehrte sie.
- Du kannst erklären, warum Jesus eine historische Person und zugleich eine Glaubensfigur ist.
- Du kennst wichtige Stationen aus Jesu Leben und seiner Botschaft.
- Du kannst die Bedeutung von Kreuzigung und Auferstehung im Christentum beschreiben.
Bei einer bekannten Person kannst du zwei Fragen stellen: Was wissen wir über ihr Leben? Und warum ist sie für andere Menschen wichtig? Bei Jesus gehören beide Fragen zusammen.
Jesus war Jude. Das Christentum entstand erst nach seinem Tod aus dem Glauben seiner Anhängerinnen und Anhänger.
Quellen über Jesus
Jesus selbst hat keine Texte hinterlassen. Vieles, was wir über ihn erfahren, steht im Neuen Testament, dem zweiten Teil der christlichen Bibel.
Besonders wichtig sind die vier Evangelien. Ein Evangelium ist eine Schrift, die von Jesu Leben, seinen Worten, seinem Tod und dem Glauben an ihn erzählt. Sie heißen Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.
Die Evangelien sind Glaubenszeugnisse. Das sind Texte, in denen Menschen ihren Glauben ausdrücken und zeigen wollen, was Jesus für sie bedeutet. Deshalb sind sie keine neutralen Lebensläufe. Historikerinnen und Historiker prüfen sie sorgfältig und vergleichen sie mit anderen Quellen.
Historisch sehr wahrscheinlich ist: Jesus lebte, trat als jüdischer Lehrer auf und wurde unter dem römischen Statthalter Pontius Pilatus gekreuzigt. Bei vielen Einzelheiten bleiben Fragen offen.
Die Weihnachtsgeschichten nennen Bethlehem als Geburtsort Jesu. Viele Forschende halten Nazaret für seinen wahrscheinlichen Herkunfts- und Geburtsort. Die Weihnachtsgeschichte bleibt für Christinnen und Christen trotzdem wichtig, weil sie von Hoffnung erzählt.
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Jesu Botschaft
Jesus wurde oft Rabbi genannt. Rabbi bedeutet Lehrer. Er sprach vom Reich Gottes. Damit meinte er nicht ein Land mit Grenzen oder einen Palast. Er meinte: Gottes Nähe und Gerechtigkeit sollen im Leben von Menschen sichtbar werden.
Jesus wandte sich besonders Menschen zu, die ausgeschlossen wurden: Armen, Kranken oder Menschen, die andere verachteten. Er aß und sprach mit ihnen. Damit zeigte er: Jeder Mensch ist wichtig.
In einer Klasse wird ein Kind in der Pause immer allein gelassen. Jesu Botschaft passt dazu, das Kind einzuladen, zuzuhören und fair zu behandeln.
Jesu Botschaft fragt nicht zuerst: Wer ist besser? Sie fragt: Wie können Menschen einander gerecht und liebevoll begegnen?
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Kreuzigung und Tod
Kreuzigung war im Römischen Reich eine grausame öffentliche Hinrichtung. Jesus wurde in Jerusalem festgenommen und auf Befehl von Pontius Pilatus gekreuzigt, wahrscheinlich um das Jahr 30 nach Christus.
Jesus lebte in einer von Rom beherrschten Gegend. Seine Botschaft und sein Auftreten konnten Konflikte auslösen. Wichtig ist: Nicht „die Juden“ sind für Jesu Tod verantwortlich. Jesus selbst war Jude. Die Hinrichtung war eine Entscheidung der römischen Macht unter Pontius Pilatus.
Für Christinnen und Christen ist das Kreuz mehr als ein Zeichen für Jesu Tod. Es erinnert auch daran, dass Jesus Leid, Angst und Gewalt nicht fernblieb.
Ein Kreuz in einer Kirche sagt nicht, dass Leid gut ist. Es erinnert Christinnen und Christen daran, dass Gott Menschen auch im Leid nicht verlässt.
Historisch steht Jesu Kreuzigung im Mittelpunkt. Im christlichen Glauben wird das Kreuz zum Zeichen von Liebe, Hoffnung und Nähe zu leidenden Menschen.
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Auferstehung und Christus
Nach Jesu Tod erzählten seine Jüngerinnen und Jünger, dass Jesus ihnen als Lebender begegnet sei. Diesen Glauben nennt man Auferstehung. Auferstehung bedeutet im Christentum: Gott hat Jesus nicht im Tod gelassen.
Die Auferstehung lässt sich nicht wie ein Experiment beweisen. Historisch kann man aber feststellen: Jesu Anhängerinnen und Anhänger glaubten sehr früh daran. Dieser Glaube gab ihnen Mut, seine Botschaft weiterzusagen. So entstand das Christentum.
Der Name Christus ist kein Nachname. Er bedeutet „der Gesalbte“. Messias ist das hebräische Wort dafür. Christinnen und Christen bekennen Jesus als den Christus, also als den von Gott gesandten Retter.
„Jesus“ ist der Name der historischen Person. „Christus“ ist ein Glaubenstitel. Wenn Menschen Jesus Christus sagen, verbinden sie beides.
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Jesus im christlichen Glauben
Christinnen und Christen glauben, dass Jesus nicht nur ein besonderer Lehrer war. Viele nennen ihn Sohn Gottes. Damit drücken sie aus: In Jesus zeigt sich Gott den Menschen besonders nah.
Viele Kirchen bekennen außerdem die Dreieinigkeit. Damit ist gemeint: Gott wird als Vater, Sohn und Heiliger Geist verstanden. Es sind nicht drei Götter. Es ist eine Weise, über den einen Gott zu sprechen.
Nicht alle Menschen und Religionen beurteilen Jesus gleich. Im Judentum ist Jesus ein jüdischer Mensch, aber nicht der Messias. Im Islam gilt Jesus als wichtiger Prophet. Im Religionsunterricht kannst du diese Sichtweisen kennenlernen und respektvoll vergleichen.
Wenn eine Christin sagt, Jesus sei Sohn Gottes, meint sie damit nicht, dass Gott einen menschlichen Körper hat. Sie drückt ihren Glauben aus, dass Gott in Jesus besonders nahe ist.
Du musst nicht selbst gläubig sein, um Jesus im Religionsunterricht zu verstehen. Du kannst untersuchen, was Menschen glauben und warum diese Überzeugungen für sie wichtig sind.
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Zusammenfassung
Jesus von Nazaret war ein jüdischer Lehrer, der vor etwa 2000 Jahren lebte und gekreuzigt wurde. Seine Botschaft handelte von Gottes Nähe, Gerechtigkeit, Vergebung und der Würde jedes Menschen.
Die Evangelien sind Glaubenszeugnisse über Jesus. Christinnen und Christen glauben, dass Jesus auferstanden ist. Darum nennen sie ihn Christus, den von Gott gesandten Retter.
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