Wenn jemand in der Pause allein sitzt, kannst du wegschauen oder fragen, ob alles in Ordnung ist. Wenn ein Mitschüler eine Aufgabe nicht versteht, kannst du erklären statt auslachen. Solche kleinen Entscheidungen haben mit Nächstenliebe zu tun.
Was Nächstenliebe bedeutet
Nächstenliebe bedeutet, andere Menschen ernst zu nehmen und so zu handeln, dass es ihnen besser geht. Der Nächste ist jeder Mensch, dem du begegnest und der gerade Hilfe, Schutz oder Aufmerksamkeit braucht.
Würde bedeutet: Jeder Mensch ist wertvoll und darf nicht erniedrigt oder schlecht behandelt werden. Nächstenliebe achtet diese Würde. Du musst jemanden nicht besonders mögen, um fair zu handeln.
Mina merkt, dass ein neuer Schüler beim Gruppenprojekt nicht mitreden kann. Er versteht die Aufgabe noch nicht. Mina erklärt sie ihm ruhig und verteilt die Aufgaben neu.
Mina muss nicht seine beste Freundin werden. Aber sie sorgt dafür, dass er mitmachen kann. Das ist Nächstenliebe.
Nächstenliebe beginnt oft klein: zuhören, trösten, teilen und fair handeln.
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Woher der Gedanke kommt
Nächstenliebe ist ein wichtiger Gedanke im Judentum und im Christentum. Die Tora sind die fünf Bücher Mose. Sie bilden eine wichtige Grundlage des Judentums und enthalten Regeln für ein gerechtes Zusammenleben.
Dort steht das Gebot, den Nächsten wie sich selbst zu lieben. Es passt zu weiteren Regeln: nicht betrügen, nicht aus Rache handeln und Menschen in Not nicht allein lassen.
Jesus, die zentrale Gestalt des Christentums, verbindet die Liebe zu Gott mit der Liebe zu anderen Menschen. Diese Verbindung heißt Doppelgebot der Liebe. Für Christinnen und Christen soll Glaube deshalb auch im Umgang mit anderen sichtbar werden.
Die Goldene Regel ist eine Leitidee für das Zusammenleben: Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Ähnliche Gedanken gibt es auch in anderen Religionen und Weltanschauungen.
Du möchtest nicht, dass jemand ein peinliches Foto von dir weiterleitet. Deshalb leitest du auch kein Foto von einer anderen Person weiter, selbst wenn andere darüber lachen.
So wendest du die Goldene Regel im Alltag an.
Interaktiver Lückentext wird geladen ...
Der barmherzige Samariter
Jesus erzählt eine Beispielgeschichte über einen Mann, der auf einem Weg überfallen wird und verletzt liegen bleibt. Zwei Menschen sehen ihn, gehen aber weiter.
Dann kommt ein Samariter vorbei. Samariter waren Angehörige einer Gemeinschaft in Samaria. Zwischen samaritanischen und jüdischen Gemeinschaften gab es zur Zeit Jesu religiöse und gesellschaftliche Spannungen. Gerade deshalb überrascht es die Zuhörer, dass der Samariter hilft.
Barmherzigkeit bedeutet, die Not eines Menschen zu sehen und zu versuchen, sie zu lindern. Der Samariter versorgt den Verletzten, bringt ihn in Sicherheit und organisiert weitere Hilfe.
Auf dem Heimweg fällt einer Schülerin das Fahrrad um. Einige gehen vorbei, weil sie sie nicht kennen. Du hilfst ihr beim Aufheben und fragst, ob sie sich verletzt hat.
Du hilfst nicht, weil du eine Belohnung erwartest. Du hilfst, weil jemand Unterstützung braucht.
Bei Nächstenliebe zählt nicht zuerst: Gehört die Person zu mir? Entscheidend ist: Was kann ich jetzt tun?
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Nächstenliebe im Alltag
Respekt bedeutet, die Rechte, Grenzen und Überzeugungen anderer Menschen zu achten. Du kannst eine Meinung ablehnen, ohne einen Menschen abzuwerten. Nächstenliebe bedeutet deshalb nicht, alles gutzuheißen. Wenn jemand unfair handelt, darfst du klar widersprechen.
Selbstfürsorge bedeutet, auf die eigenen Bedürfnisse und Grenzen zu achten. Nächstenliebe verlangt nicht, dass du dich in Gefahr bringst oder schwere Probleme allein löst. Bei Gewalt, Mobbing oder einer ernsten Notlage holst du Hilfe von Erwachsenen, Lehrkräften oder anderen Vertrauenspersonen.
In einem Klassenchat wird ein Schüler beleidigt. Du lachst nicht mit und leitest die Nachrichten nicht weiter. Du schreibst, dass die Kommentare aufhören sollen, und informierst eine Vertrauensperson.
Das ist Nächstenliebe mit Verantwortung: Du schützt einen Menschen und holst Unterstützung.
Interaktive Lernkarten wird geladen ...
Interaktive Quizfrage wird geladen ...
Zusammenfassung
Nächstenliebe heißt, Menschen mit Würde und Respekt zu behandeln und ihnen passend zu helfen. Im Judentum und Christentum ist sie ein zentraler Wert. Die Geschichte vom barmherzigen Samariter zeigt: Frage nicht nur, wer zu deiner Gruppe gehört. Frage auch, wer gerade deine Hilfe braucht.
Nächstenliebe wird sichtbar, wenn du Not bemerkst, fair handelst und deine Hilfe an die Situation anpasst.
Mit Google fortfahren