Konsumentscheidung: bewusst auswählen
Eine Konsumentscheidung ist die Entscheidung, ob, was, wo, wann und in welcher Menge du etwas kaufst. Dabei wirken deine Bedürfnisse, dein Budget, Produktinformationen und äußere Einflüsse wie Werbung oder Freunde zusammen.
Auf dieser Seite lernst du, solche Einflüsse zu erkennen und Alternativen mit einer Entscheidungsmatrix nachvollziehbar zu vergleichen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was bestimmt eine Konsumentscheidung?
Ein Konsument oder Verbraucher ist eine Person oder ein Haushalt, die beziehungsweise der Güter oder Dienstleistungen kauft und verwendet.
Vor einem Kauf treffen mehrere Faktoren aufeinander:
- Bedürfnis: Was möchtest oder brauchst du?
- Präferenz: Welche persönlichen Eigenschaften sind dir besonders wichtig?
- Budget: Wie viel Geld steht dir zur Verfügung?
- Produktinformation: Welche überprüfbaren Eigenschaften haben die Angebote?
- Einfluss: Was lenkt deine Aufmerksamkeit oder macht ein Angebot attraktiv?
Präferenz
Eine Präferenz ist eine persönliche Vorliebe. Wenn dir bei einem Handy ein geringes Gewicht wichtiger ist als ein großer Speicher, ist das deine Präferenz. Das Gewicht und die Speichergröße selbst sind dagegen überprüfbare Produkteigenschaften.
Gleiches Budget muss deshalb nicht zur gleichen Wahl führen. Zwei Personen können dieselben Produkte vergleichen und sich wegen unterschiedlicher Vorlieben verschieden entscheiden.
Eine begründete Konsumentscheidung verbindet deine Ziele und Vorlieben mit deinem Budget und überprüfbaren Informationen.
Wie beeinflussen Werbung und andere Menschen deine Wahl?
Kaufentscheidungen entstehen nicht völlig unabhängig von der Umgebung. Werbung, Marken, Freunde, Gruppen, Internet und soziale Medien können beeinflussen, welches Produkt du bemerkst und wie attraktiv es dir erscheint.
Das bedeutet nicht, dass jede Entscheidung vollständig fremdbestimmt ist. Du kannst aber prüfen, ob ein Kaufwunsch durch Zeitdruck, Gruppenerwartungen oder eine auffällige Werbebotschaft verstärkt wird.
Ein neongelbes Stirnband wird in einer Freundesgruppe plötzlich beliebt. Seine Farbe und sein Preis sind Produkteigenschaften. Der Wunsch, ebenfalls zur Gruppe zu gehören, ist dagegen ein sozialer Einfluss. Erst wenn du diese Ebenen trennst, kannst du fragen: Gefällt mir das Stirnband selbst, oder möchte ich vor allem mitmachen?
Vor dem Kauf helfen drei kurze Prüffragen:
- Wollte ich das Produkt schon vor der Werbung oder Empfehlung?
- Welche wichtigen Informationen fehlen mir noch?
- Würde ich mich ohne Zeit- oder Gruppendruck genauso entscheiden?
Welche vier Fragen solltest du vor dem Kauf klären?
Eine überlegte Konsumentscheidung betrifft mehr als das Produkt allein.
Was kaufe ich?
Prüfe deinen tatsächlichen Bedarf, verfügbare Mittel und passende Alternativen. Plane den Einkauf, statt nur auf einen spontanen Reiz zu reagieren.
Wo kaufe ich?
Vergleiche Gesamtpreise, Qualität und Service. Zum Gesamtpreis gehören auch zusätzliche Kosten wie Versand. Lies außerdem die Bedingungen des Angebots.
Wie viel kaufe ich?
Stimme die Menge auf deinen Bedarf ab. Ein Mengenrabatt spart nur dann Geld, wenn du die größere Menge wirklich sinnvoll nutzen kannst. Berücksichtige auch Versandkosten.
Wann kaufe ich?
Prüfe, ob du das Produkt sofort brauchst oder ob ein späterer Kauf sinnvoller ist. Reduzierte Preise können eine Rolle spielen, sind aber kein Grund, etwas Unnötiges zu kaufen.
Max sieht eine „High-Tech-Watch“ für 38,90 Euro und bestellt sofort. Mit Versand zahlt er 45 Euro. Später erfährt er, dass dieselbe Uhr in einem Laden 30 Euro kostet und in Tests schlecht abgeschnitten hat.
Max hat weder den Gesamtpreis noch Kauforte und Qualitätsinformationen verglichen. Gegenüber dem genannten Ladenpreis zahlt er 15 Euro mehr, denn 45 Euro minus 30 Euro ergeben 15 Euro.
Wie funktioniert eine Entscheidungsmatrix?
Eine Entscheidungsmatrix vergleicht mehrere Angebote nach selbst gewählten Kriterien. Sie macht sichtbar, was dir wichtig ist und wie gut jedes Produkt deine Anforderungen erfüllt.
So gehst du vor:
- Lege passende Kriterien fest.
- Verteile insgesamt 100 Gewichtungspunkte auf die Kriterien. Ein höheres Gewicht bedeutet: Dieses Kriterium ist dir wichtiger.
- Bewerte jedes Produkt je Kriterium mit 0 bis 10 Punkten. 0 bedeutet „gar nicht erfüllt“, 10 bedeutet „perfekt erfüllt“.
- Multipliziere Gewicht und Bewertung.
- Addiere für jedes Produkt alle gewichteten Bewertungen.
- Vergleiche die Gesamtsummen und prüfe das Ergebnis.
Die Rechenregel lautet:
$$\text{gewichtete Bewertung} = \text{Gewicht} \times \text{Bewertung}$$
Drei Handys werden nach denselben Kriterien verglichen:
| Kriterium | Gewicht | Handy 1 | Handy 2 | Handy 3 |
|---|---|---|---|---|
| Displaygröße | 20 | 5 | 7 | 9 |
| geringes Gewicht | 30 | 8 | 8 | 6 |
| Speicher | 10 | 3 | 7 | 10 |
| Fotofunktion | 10 | 6 | 5 | 9 |
| niedriger Preis | 30 | 10 | 7 | 4 |
| Summe der Gewichte | 100 |
Für Handy 1 beim Kriterium „niedriger Preis“ gilt: $30 \times 10 = 300$ gewichtete Punkte.
Die vollständigen Summen sind:
- Handy 1: $20 \times 5 + 30 \times 8 + 10 \times 3 + 10 \times 6 + 30 \times 10 = 730$
- Handy 2: $20 \times 7 + 30 \times 8 + 10 \times 7 + 10 \times 5 + 30 \times 7 = 710$
- Handy 3: $20 \times 9 + 30 \times 6 + 10 \times 10 + 10 \times 9 + 30 \times 4 = 670$
Nach diesen Kriterien und Gewichten gewinnt Handy 1 mit 730 Punkten. Der niedrige Preis und das geringe Gewicht zählen stark und gleichen die schwächeren Bewertungen bei Display und Speicher aus.
Wie prüfst du das Ergebnis kritisch?
Die höchste Punktzahl ist eine Entscheidungshilfe, kein automatischer Kaufbefehl. Prüfe nach der Rechnung:
- Sind alle wichtigen Kriterien enthalten?
- Beruhen die Bewertungen auf vergleichbaren Informationen?
- Passen die Gewichte wirklich zu deinen Prioritäten?
- Liegt das Produkt innerhalb deines Budgets?
- Würde eine kleine Änderung eines Gewichts das Ergebnis umkehren?
- Gibt es fehlende oder unsichere Angaben?
Die Matrix kann nur mit den Informationen arbeiten, die du einträgst. Fehlen etwa Versandkosten oder Qualitätsangaben, wirkt das Ergebnis genauer, als die Datengrundlage tatsächlich ist.
Handy 1 liegt nur 20 Punkte vor Handy 2. Wer Speicher und Display stärker, den Preis aber schwächer gewichtet, kann deshalb zu einem anderen Ergebnis kommen. Das ist kein Rechenfehler: Die veränderten Gewichte drücken andere Prioritäten aus.
Eine gute Begründung nennt daher nicht nur den Sieger. Sie nennt auch die wichtigsten Kriterien, das Budget, mögliche Einflüsse und Grenzen der verwendeten Informationen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Bewusste Konsumentscheidung
- Ausgangslage
- Bedürfnis und Präferenzen
- Budget
- Informationen
- Produkteigenschaften
- Gesamtpreis und Qualität
- Einflüsse
- Werbung und Marken
- Freunde, Gruppen und soziale Medien
- Vergleich
- Kriterien und Gewichte
- Bewertungen und Gesamtsumme
- Prüfung
- Ergebnis begründen
- fehlende Informationen und Grenzen beachten
- Ausgangslage
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