Wirtschaft

Unternehmensziele: Arten und Zielkonflikte

Unternehmensziele: Arten und Zielkonflikte
Unternehmensziele: Arten und Zielkonflikte
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Unternehmensziele beschreiben einen zukünftigen Soll-Zustand: Sie legen fest, was ein Unternehmen erreichen will, und geben Entscheidungen eine Richtung. Neben wirtschaftlichen Zielen verfolgen Unternehmen häufig auch soziale und ökologische Ziele. Diese Ziele können sich fördern, behindern oder unabhängig voneinander sein.

Deine Lernziele

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Warum braucht ein Unternehmen Ziele?

Stell dir ein Unternehmen ohne klare Ziele vor: Eine Abteilung will die Kosten senken, eine andere die Produktqualität erhöhen und eine dritte neue Beschäftigte einstellen. Ohne gemeinsame Richtung können sich ihre Entscheidungen widersprechen.

Unternehmensziele helfen dabei,

  • Entscheidungen auszurichten,
  • Aufgaben und Mittel zu planen,
  • Beschäftigten Orientierung zu geben,
  • Ergebnisse zu kontrollieren und
  • bei Abweichungen Maßnahmen oder Ziele anzupassen.

Häufig sind Gewinn, Umsatz oder die Sicherung der Zahlungsfähigkeit wichtig. Ein junges Unternehmen kann zunächst vor allem Kostendeckung anstreben: Seine Einnahmen sollen mindestens seine Kosten decken. Gewinn ist jedoch nicht das einzig mögliche Ziel.

Definition

Unternehmensziel

Ein Unternehmensziel ist ein angestrebter zukünftiger Zustand, an dem das Unternehmen seine Entscheidungen und Handlungen ausrichtet.

Beispiel

Die Aussage „Wir möchten erfolgreicher werden“ gibt nur eine Richtung an. „Wir steigern unseren Gewinn bis zum Ende des nächsten Geschäftsjahres um 5 Prozent“ benennt dagegen ein konkretes Ergebnis, eine Messgröße und einen Termin.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt ein Unternehmensziel?
Lösung: Der Gewinn soll bis zum Ende des nächsten Geschäftsjahres um 5 Prozent steigen. — Ein Ziel richtet den Blick auf einen Zustand, der künftig erreicht werden soll.
Welche Zielarten gibt es?

Unternehmensziele lassen sich nach ihrem Inhalt ordnen. Besonders wichtig sind wirtschaftliche, soziale und ökologische Ziele.

Wirtschaftliche Ziele

Wirtschaftliche oder ökonomische Ziele betreffen den finanziellen Erfolg und das langfristige Bestehen des Unternehmens. Beispiele sind:

  • Gewinn oder Umsatz steigern,
  • Kosten senken,
  • Zahlungsfähigkeit sichern,
  • Marktanteil vergrößern,
  • Eigenkapitalrentabilität erhöhen.

Soziale Ziele

Soziale Ziele betreffen Menschen und die Verantwortung des Unternehmens gegenüber Beschäftigten oder seinem Umfeld. Beispiele sind:

  • Arbeitsplätze sichern,
  • Zufriedenheit und Motivation verbessern,
  • eine betriebliche Altersvorsorge anbieten,
  • faire Arbeitsbedingungen schaffen.

Ökologische Ziele

Ökologische Ziele betreffen Umwelt- und Ressourcenschutz. Beispiele sind:

  • Strom- oder Wasserverbrauch senken,
  • recyclingfähige Verpackungen verwenden,
  • Abfälle vermeiden,
  • erneuerbare Energie einsetzen.
Merke

Die drei Zielarten beantworten unterschiedliche Fragen: wirtschaftlich – Wie bleibt das Unternehmen erfolgreich? sozial – Wie berücksichtigt es Menschen? ökologisch – Wie schont es Umwelt und Ressourcen?

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Frage 1 von 2LeichtWelches Ziel ist hauptsächlich ökologisch?
Lösung: Den Wasserverbrauch in der Produktion senken. — Ökologische Ziele beziehen sich auf Umwelt, Klima oder den sparsamen Umgang mit Ressourcen.
Frage 2 von 2MittelEin Unternehmen richtet eine betriebliche Altersvorsorge ein. Welcher Zielart ist diese Entscheidung hauptsächlich zuzuordnen?
Lösung: den sozialen Zielen — Die Altersvorsorge berücksichtigt Interessen der Beschäftigten und ist deshalb ein soziales Ziel.
Wie lassen sich Ziele noch genauer ordnen?

Ein Ziel kann gleichzeitig nach mehreren Merkmalen beschrieben werden. Die Einteilungen widersprechen sich nicht, sondern betrachten verschiedene Seiten desselben Ziels.

Sachziel oder Erfolgsziel?

Definition

Sachziel

Ein Sachziel beschreibt, welche Leistung ein Unternehmen in welcher Art, Menge oder Qualität bereitstellen will. Beispiele sind die Herstellung eines Produkts oder das Angebot einer Dienstleistung.

Definition

Erfolgsziel

Ein Erfolgsziel, auch Formalziel genannt, beschreibt den angestrebten wirtschaftlichen Erfolg, zum Beispiel Gewinn, Umsatz oder Rentabilität.

Ein Sachziel kann einem Erfolgsziel dienen: Wenn ein Unternehmen mehr Produkte verkauft, kann dies zu einem höheren Gewinn beitragen. Der Zusammenhang ist aber nicht automatisch sicher, denn zusätzliche Produktion verursacht auch Kosten.

Quantitativ oder qualitativ?

Quantitative Ziele werden unmittelbar durch Zahlen oder Kennzahlen beschrieben, etwa „den Absatz um 10 Prozent erhöhen“.

Qualitative Ziele betreffen Eigenschaften wie Zufriedenheit, Motivation oder Image. Sie besitzen zunächst keine unmittelbare Kennzahl. Damit ihre Erreichung überprüft werden kann, braucht das Unternehmen eine passende Messmethode, beispielsweise eine regelmäßig verwendete Befragungsskala.

Beispiel

„Die Kundenzufriedenheit verbessern“ ist ein qualitatives Ziel. Für die Kontrolle legt das Unternehmen fest, dass es jedes Quartal dieselben Fragen auf einer Skala auswertet. Dadurch wird die Veränderung beobachtbar, obwohl Zufriedenheit keine unmittelbar zählbare Größe wie der Umsatz ist.

Kurz-, mittel- oder langfristig?

Ziele können außerdem unterschiedliche Zeithorizonte haben. Die genauen Grenzen hängen vom Unternehmen und von der Branche ab:

  • kurzfristig: zeitnahe operative Verbesserungen, etwa ein Quartalsziel;
  • mittelfristig: Vorhaben wie die Erschließung einer neuen Zielgruppe;
  • langfristig: strategische Entwicklungen und die Unternehmensvision.
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Frage 1 von 1MittelEin Betrieb will im nächsten Jahr 1.000 Geräte einer neuen Baureihe herstellen. Wie lässt sich dieses Ziel am treffendsten einordnen?
Lösung: als quantitatives Sachziel — Das Ziel nennt eine herzustellende Leistung und eine messbare Stückzahl. Es ist daher ein Sachziel und quantitativ formuliert.
Wann fördern oder behindern sich Ziele?

Unternehmen verfolgen meist mehrere Ziele gleichzeitig. Deshalb muss geprüft werden, wie diese Ziele zusammenwirken.

Definition

Zielbeziehungen

Komplementäre Ziele fördern sich gegenseitig. Konkurrierende Ziele behindern sich und erzeugen einen Zielkonflikt. Neutrale oder indifferente Ziele beeinflussen sich nicht erkennbar.

Beispiel

Ein Unternehmen ersetzt seine Verpackung durch eine günstigere recyclingfähige Variante. Dadurch sinken die Kosten und zugleich wird weniger belastendes Verpackungsmaterial eingesetzt. Das wirtschaftliche und das ökologische Ziel sind in diesem Fall komplementär.

Beispiel

Ein Unternehmen will Personalkosten durch Kündigungen senken. Die Kostensenkung unterstützt ein wirtschaftliches Ziel, gefährdet aber das soziale Ziel der Arbeitsplatzsicherung. Es liegt ein Zielkonflikt vor.

Ob Ziele harmonieren oder konkurrieren, hängt von der konkreten Maßnahme ab. Ökologische Investitionen können beispielsweise den kurzfristigen Gewinn verringern, aber langfristig Kosten senken oder neue Kundengruppen ansprechen.

Merke

Ordne nicht nur die Zielarten zu. Frage anschließend: Was geschieht mit Ziel B, wenn das Unternehmen Ziel A verfolgt? Wird B gefördert, behindert oder nicht beeinflusst?

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Frage 1 von 2MittelEin Betrieb installiert eine Photovoltaikanlage. Dadurch sinken langfristig Stromkosten und Stromverbrauch aus anderen Quellen. Welche Beziehung ist beschrieben?
Lösung: Die wirtschaftlichen und ökologischen Ziele sind komplementär. — Die Maßnahme fördert sowohl die Kostensenkung als auch den Umweltschutz. Deshalb ergänzen sich die Ziele.
Frage 2 von 2SchwerEin Unternehmen verbessert die Produktqualität. Die Herstellung wird dadurch teurer. Welche Aussage ist am sorgfältigsten?
Lösung: Zwischen Qualitätsverbesserung und Kostensenkung kann ein Zielkonflikt entstehen. — Entscheidend ist die konkrete Wirkung der Maßnahme. Wenn bessere Qualität höhere Kosten verursacht, behindert sie zunächst das Ziel der Kostensenkung.
Wie werden Zielkonflikte entschieden?

Verschiedene Stakeholder, also Interessengruppen eines Unternehmens, können unterschiedliche Ziele bevorzugen. Dazu gehören beispielsweise Eigentümer, Beschäftigte, Kundschaft, Zulieferer, Banken, Staat und gesellschaftliches Umfeld.

Bei einer geplanten Kostensenkung könnten die Interessen so aussehen:

  • Eigentümer erwarten möglicherweise einen höheren Gewinn.
  • Beschäftigte wollen sichere Arbeitsplätze und gute Arbeitsbedingungen.
  • Kundinnen und Kunden erwarten einen angemessenen Preis und verlässliche Qualität.
  • Der Staat achtet unter anderem auf die Einhaltung geltender Regeln.
  • Das gesellschaftliche Umfeld ist von sozialen und ökologischen Folgen betroffen.

Ein Zielkonflikt lässt sich analysieren, indem du schrittweise vorgehst:

  1. Benenne die geplante Entscheidung.
  2. Ordne die betroffenen Ziele ein.
  3. Bestimme die betroffenen Interessengruppen.
  4. Erkläre für jede Gruppe mögliche Vorteile und Nachteile.
  5. Suche einen begründeten Kompromiss und nenne dessen Grenzen.
Beispiel

Ein Betrieb erwägt, eine ältere Maschine weiterzuverwenden, um Investitionskosten zu sparen. Die niedrigen kurzfristigen Kosten sprechen dafür. Ein höherer Energieverbrauch und möglicherweise schlechtere Produktionsergebnisse sprechen dagegen. Ein möglicher Kompromiss wäre, zunächst Energieverbrauch und Produktqualität zu messen und einen Austauschzeitpunkt festzulegen. Der Kompromiss beseitigt den Konflikt nicht vollständig, macht die Entscheidung aber überprüfbar.

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Frage 1 von 1SchwerEin Unternehmen möchte Kosten durch Entlassungen senken. Welche Analyse berücksichtigt den Zielkonflikt am besten?
Lösung: Die Maßnahme kann den Gewinn unterstützen, gefährdet aber Arbeitsplätze; deshalb müssen Folgen und Alternativen abgewogen werden. — Eine gute Analyse erkennt beide Ziele, benennt betroffene Gruppen und prüft Folgen sowie mögliche Kompromisse.
Wie wird aus einer Absicht ein überprüfbares Ziel?

Die Aussage „Wir wollen nachhaltiger werden“ ist zu ungenau für eine spätere Kontrolle. Eine verbreitete Entscheidungshilfe ist das SMART-Modell. Für den Buchstaben A gibt es verschiedene gebräuchliche Varianten. Hier wird A als „attraktiv“ verwendet:

  • Spezifisch: Was soll genau erreicht werden?
  • Messbar: Woran wird die Zielerreichung erkannt?
  • Attraktiv: Ist das Ziel für die Beteiligten sinnvoll und erstrebenswert?
  • Realistisch: Ist es mit den verfügbaren Mitteln erreichbar?
  • Terminiert: Bis wann soll es erreicht sein?
Beispiel

Unklar: „Wir verbrauchen weniger Wasser.“

Überprüfbarer: „Wir senken den Wasserverbrauch in der Produktion bis zum Ende des nächsten Geschäftsjahres um 10 Prozent gegenüber dem Verbrauch des laufenden Geschäftsjahres.“

Die zweite Formulierung nennt den Gegenstand, die Messgröße, den Vergleichswert und den Termin. Ob das Ziel realistisch und attraktiv ist, muss das Unternehmen anhand seiner Mittel und Interessen zusätzlich prüfen.

Ergebnisziele und Prozessziele können dabei zusammenwirken:

  • Ein Ergebnisziel legt das gewünschte Resultat fest.
  • Ein Prozessziel beschreibt eine messbare Aktivität, die zu diesem Resultat beitragen soll.

Beispiel: Das Ergebnisziel ist eine höhere Bekanntheit. Ein Prozessziel könnte festlegen, wie häufig eine bestimmte Werbemaßnahme durchgeführt wird. Die Aktivität garantiert das Ergebnis nicht; deshalb müssen Prozess und Ergebnis getrennt kontrolliert werden.

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Frage 1 von 2MittelWelche Formulierung ist am besten überprüfbar?
Lösung: Wir senken den Stromverbrauch bis zum Jahresende um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. — Ein überprüfbares Ziel benennt möglichst genau, was sich in welchem Umfang und bis wann verändern soll.
Frage 2 von 2SchwerEin Unternehmen führt täglich eine Werbemaßnahme durch, die Bekanntheit steigt aber nicht. Welche Folgerung ist richtig?
Lösung: Das Prozessziel wurde erreicht, das Ergebnisziel jedoch nicht; die Maßnahme sollte überprüft werden. — Prozessziele messen Aktivitäten, Ergebnisziele deren angestrebte Wirkung. Deshalb müssen beide getrennt kontrolliert werden.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Unternehmensziele
    • geben Orientierung
    • lassen sich nach Inhalt ordnen
      • wirtschaftlich
      • sozial
      • ökologisch
    • lassen sich weiter einteilen
      • Sachziel oder Erfolgsziel
      • quantitativ oder qualitativ
      • kurz-, mittel- oder langfristig
    • stehen in Beziehungen
      • komplementär
      • konkurrierend
      • neutral
    • betreffen Stakeholder
    • werden überprüfbar formuliert
      • SMART
      • Ergebnis- und Prozessziele
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage grenzt Sachziel und Erfolgsziel richtig ab?
Lösung: Ein Sachziel beschreibt eine Leistung; ein Erfolgsziel beschreibt den angestrebten wirtschaftlichen Erfolg. — Ein Sachziel legt fest, welche Leistung bereitgestellt werden soll. Ein Erfolgsziel nennt eine wirtschaftliche Erfolgsgröße wie Gewinn, Umsatz oder Rentabilität.
Frage 2 von 3MittelEin Unternehmen verwendet eine günstigere recyclingfähige Verpackung. Welche Beurteilung passt?
Lösung: Ein wirtschaftliches und ein ökologisches Ziel fördern sich gegenseitig. — Die Verpackung senkt Kosten und unterstützt zugleich den Umweltschutz. Die Ziele sind daher komplementär.
Frage 3 von 3SchwerEin Unternehmen möchte seine kurzfristigen Kosten senken und zugleich sichere Arbeitsplätze erhalten. Welche Vorgehensweise zeigt die beste Zielanalyse?
Lösung: Auswirkungen verschiedener Maßnahmen auf Kosten und Beschäftigte vergleichen und einen begründeten Kompromiss wählen. — Bei einem Zielkonflikt ordnest du die Ziele und Interessengruppen zu, vergleichst Folgen und begründest anschließend einen Kompromiss.

Prüfe zum Schluss selbst: Kannst du an einer neuen Unternehmensentscheidung die Zielarten bestimmen, ihre Beziehung erklären, betroffene Stakeholder nennen und ein passendes Ziel überprüfbar formulieren? Dann kannst du Unternehmensziele nicht nur aufzählen, sondern analysieren.

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