Biologie

Atmung: Luftweg, Gasaustausch und Transport

Atmung: Luftweg, Gasaustausch und Transport
Atmung: Luftweg, Gasaustausch und Transport
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Beim Atmen nimmst du Sauerstoff auf und gibst Kohlenstoffdioxid ab. Die Luft strömt durch die Atemwege zu den Lungenbläschen. Dort gelangt Sauerstoff ins Blut, während Kohlenstoffdioxid vom Blut in die Atemluft wechselt.

Auf dieser Seite verfolgst du den gesamten Weg von der Nase bis zur Körperzelle. Du erfährst außerdem, wie die Atemmuskeln Luft bewegen und warum du bei Belastung schneller atmest.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Welchen Weg nimmt die Atemluft?

Beim Einatmen gelangt Luft durch die Nase oder den Mund in den Körper. Der Weg führt weiter über den Rachen, die Luftröhre und immer feinere Verzweigungen bis zu den Lungenbläschen.

Die Reihenfolge lautet:

  1. Nase oder Mund
  2. Rachen
  3. Luftröhre
  4. Hauptbronchien
  5. kleinere Bronchien
  6. Bronchiolen
  7. Lungenbläschen
Definition

Bronchien und Bronchiolen

Die Bronchien sind verzweigte Luftwege in der Lunge. Ihre feinsten, knorpelfreien Verzweigungen heißen Bronchiolen. An deren Enden liegen die Lungenbläschen.

Der Aufbau ähnelt einem umgekehrten Baum: Die Luftröhre ist der Stamm, die Bronchien sind die Äste und die Bronchiolen die feinsten Zweige.

Die Atemwege leiten Luft nicht nur weiter. Besonders die Nase erwärmt und befeuchtet sie. Schleim bindet Schmutz und Krankheitserreger. Bewegliche Flimmerhärchen befördern den belasteten Schleim in Richtung Rachen.

Merke

Die Atemwege transportieren, erwärmen, befeuchten und reinigen die Atemluft. Der eigentliche Gasaustausch findet erst in den Lungenbläschen statt.

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Frage 1 von 2LeichtWo findet der Gasaustausch zwischen Luft und Blut statt?
Lösung: In den Lungenbläschen — Lungenbläschen liegen am Ende der feinsten Luftwege und sind von Blutgefäßen umgeben. Dort können Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid die dünne Trennschicht passieren.
Frage 2 von 2MittelWelche Reihenfolge beschreibt den Luftweg richtig?
Lösung: Nase – Rachen – Luftröhre – Bronchien – Bronchiolen – Lungenbläschen — Vom Rachen gelangt die Luft durch die Luftröhre in die Bronchien. Diese verzweigen sich zu Bronchiolen, an deren Enden die Lungenbläschen liegen.
Wie strömt Luft in die Lunge und wieder hinaus?

Die Lunge besitzt keine eigenen Muskeln, die sie aktiv aufblasen. Vor allem das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskeln verändern den Brustraum. Die Lunge folgt dieser Bewegung.

Definition

Zwerchfell

Das Zwerchfell ist ein kuppelförmiger Muskel zwischen Brust- und Bauchhöhle. Es ist der wichtigste Atemmuskel.

Einatmung

  1. Das Zwerchfell spannt sich an und flacht ab.
  2. Die Zwischenrippenmuskeln heben die Rippen.
  3. Der Brustraum wird größer.
  4. Die Lunge dehnt sich mit dem Brustraum aus.
  5. Der Druck in der Lunge sinkt, sodass Luft einströmt.

Die Einatmung benötigt also Muskelarbeit.

Ausatmung

Bei ruhiger Atmung entspannen sich Zwerchfell und Zwischenrippenmuskeln. Der Brustraum wird kleiner. Das elastische Lungengewebe zieht sich zusammen und drückt Luft nach außen. Die ruhige Ausatmung verläuft deshalb überwiegend passiv.

Beispiel

Lege eine Hand auf deinen Bauch und atme ruhig ein. Das Zwerchfell senkt sich und verdrängt die Bauchorgane etwas nach unten und vorn. Deshalb bewegt sich die Bauchdecke nach außen. Beim Ausatmen entspannt sich das Zwerchfell wieder, und die Bauchdecke sinkt zurück.

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Frage 1 von 2MittelWas geschieht bei einer ruhigen Einatmung?
Lösung: Das Zwerchfell spannt sich an, der Brustraum wird größer und Luft strömt ein. — Ein größerer Brustraum dehnt die Lunge. Dadurch sinkt ihr Innendruck gegenüber der Umgebung, und Luft strömt hinein.
Frage 2 von 2SchwerEine Person atmet ruhig aus. Welche Aussage erklärt den Vorgang am besten?
Lösung: Die Atemmuskeln entspannen sich, und elastische Kräfte verkleinern die Lunge. — Die ruhige Ausatmung braucht gewöhnlich keine aktive Pressbewegung: Entspannung der Atemmuskeln und elastische Rückstellkräfte verkleinern Brustraum und Lunge.
Wie werden Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid ausgetauscht?

Am Ende der Bronchiolen sitzen die Alveolen, also die Lungenbläschen. Sie besitzen sehr dünne Wände und werden von feinsten Blutgefäßen, den Kapillaren, umgeben. Die vielen kleinen Bläschen ergeben zusammen eine große Austauschfläche.

Definition

Gasaustausch

Beim Gasaustausch gelangt Sauerstoff aus der Luft der Lungenbläschen ins Blut. Gleichzeitig bewegt sich Kohlenstoffdioxid aus dem Blut in die Lungenbläschen und wird anschließend ausgeatmet.

Ein Partialdruckunterschied zeigt, dass ein Gas auf den beiden Seiten der dünnen Wand unterschiedlich stark vertreten ist. Die Gasteilchen bewegen sich ständig zufällig in beide Richtungen. Insgesamt gelangen jedoch mehr Teilchen von der Seite mit dem höheren Partialdruck zur Seite mit dem niedrigeren Partialdruck als umgekehrt. Diese Nettobewegung heißt Diffusion und benötigt keine zusätzliche Transportenergie.

Beispiel

Nach dem Einatmen ist der Sauerstoff-Partialdruck in einem Lungenbläschen höher als im ankommenden sauerstoffarmen Blut. Deshalb diffundiert Sauerstoff durch die dünne Wand ins Blut. Beim Kohlenstoffdioxid ist der Partialdruck im ankommenden Blut höher als im Lungenbläschen. Es diffundiert daher in die Gegenrichtung.

Merke

Große Oberfläche, dünne Wände und ein dichtes Kapillarnetz ermöglichen einen schnellen Gasaustausch.

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Frage 1 von 2LeichtIn welche Richtung bewegt sich Sauerstoff beim Gasaustausch in der Lunge?
Lösung: Aus den Lungenbläschen in das Blut — Sauerstoff passiert die dünne Wand zwischen Lungenbläschen und Kapillare. Erst danach transportiert ihn das Blut weiter.
Frage 2 von 2MittelWarum eignen sich Lungenbläschen gut für den Gasaustausch?
Lösung: Sie bieten eine große Fläche, dünne Wände und Kontakt zu vielen Kapillaren. — Der Austausch gelingt besonders gut über eine große Fläche und einen kurzen Weg zwischen Luft und Blut.
Wie gelangt Sauerstoff zur Zelle?

Der Gasaustausch in der Lunge ist nur eine Station. Das Blut muss den aufgenommenen Sauerstoff zu den Organen und Geweben bringen.

Rote Blutkörperchen enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Sauerstoff bindet sich in der Lunge überwiegend an dieses Hämoglobin. Mit dem Blutstrom gelangt er über das Herz und die Blutgefäße zu den Körperzellen.

Der vollständige Weg eines Sauerstoffmoleküls zu einer Muskelzelle lautet:

  1. Es gelangt mit der Atemluft in ein Lungenbläschen.
  2. Es diffundiert durch die dünne Wand in eine Kapillare.
  3. Es bindet sich an Hämoglobin in einem roten Blutkörperchen.
  4. Sauerstoffreiches Blut fließt zum Herzen.
  5. Das Herz pumpt es über den Körperkreislauf zur Muskulatur.
  6. Sauerstoff löst sich vom Hämoglobin und diffundiert in eine Muskelzelle.

In der Zelle wird Sauerstoff bei der Zellatmung genutzt. Dabei werden aus energiereichen Stoffen nutzbare Energie, Kohlenstoffdioxid und Wasser gewonnen.

Definition

Äußere und innere Atmung

Die äußere Atmung umfasst hier die Luftbewegung und den Gasaustausch in der Lunge. Die innere Atmung oder Zellatmung bezeichnet die Vorgänge in den Zellen, bei denen Sauerstoff zur Energiegewinnung genutzt und Kohlenstoffdioxid gebildet wird.

Das entstandene Kohlenstoffdioxid nimmt den Rückweg: aus der Zelle ins Blut, mit dem Blut zur Lunge, aus den Kapillaren in die Lungenbläschen und beim Ausatmen nach außen.

Beispiel

Eine Muskelzelle arbeitet beim Treppensteigen stärker. Sie nutzt mehr Sauerstoff und bildet mehr Kohlenstoffdioxid. Blut bringt zusätzlichen Sauerstoff zur Zelle und transportiert das Kohlenstoffdioxid zur Lunge zurück.

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Frage 1 von 2MittelWelche Stationen durchläuft Sauerstoff auf dem Weg zu einer Muskelzelle?
Lösung: Lungenbläschen – Kapillare – Hämoglobin – Herz – Körpergefäße – Muskelzelle — Nach dem Gasaustausch übernimmt das Blut den Transport. Das Herz treibt den Blutstrom durch die Körpergefäße an.
Frage 2 von 2SchwerWas geschieht mit Kohlenstoffdioxid, das in einer arbeitenden Muskelzelle entsteht?
Lösung: Es gelangt ins Blut, wird zur Lunge transportiert und ausgeatmet. — Kohlenstoffdioxid diffundiert zunächst aus der Zelle ins Blut. Der Kreislauf bringt es zur Lunge, wo es in die Lungenbläschen übertritt.
Warum atmest du bei Belastung schneller?

Deine Atmung läuft meistens automatisch. Rezeptoren erfassen Veränderungen im Blut, besonders beim Kohlenstoffdioxid. Das Atemzentrum im verlängerten Mark des Gehirns verarbeitet diese Informationen und passt Atemtiefe und Atemfrequenz an.

Bei Bewegung arbeiten Muskelzellen stärker. Dadurch benötigen sie mehr Sauerstoff und erzeugen mehr Kohlenstoffdioxid. Das Atemzentrum sorgt dafür, dass du schneller oder tiefer atmest. Zugleich transportieren Herz und Blut mehr Atemgase zwischen Lunge und Gewebe.

Die Wirkungskette lautet:

  1. Die Muskeln arbeiten stärker.
  2. Die Zellatmung nimmt zu.
  3. Der Sauerstoffbedarf und die Kohlenstoffdioxidbildung steigen.
  4. Rezeptoren melden die veränderte Zusammensetzung des Blutes.
  5. Das Atemzentrum steigert Atemfrequenz und Atemtiefe.
  6. Mehr Kohlenstoffdioxid wird abgegeben und neuer Sauerstoff aufgenommen.
Gut zu wissen

Schnelleres Atmen bedeutet nicht automatisch besseren Gasaustausch. Sehr flaches, hektisches Atmen bewegt einen großen Anteil der Luft nur durch die luftleitenden Atemwege. Für den Austausch muss genügend frische Luft die Lungenbläschen erreichen.

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Frage 1 von 2MittelWarum wird die Atmung beim Laufen schneller und tiefer?
Lösung: Arbeitende Muskelzellen brauchen mehr Sauerstoff und bilden mehr Kohlenstoffdioxid. — Der gesteigerte Stoffwechsel der Muskeln verändert den Bedarf an Sauerstoff und die Bildung von Kohlenstoffdioxid. Die Atemsteuerung reagiert darauf.
Frage 2 von 2SchwerEine Person atmet nach einem Sprint schnell, aber sehr flach. Warum kann das weniger wirksam sein als eine ausreichend tiefe Atmung?
Lösung: Ein größerer Anteil der bewegten Luft erreicht die Lungenbläschen nicht. — Ein Teil jedes Atemzugs bleibt in den luftleitenden Wegen. Bei sehr flacher Atmung erreicht deshalb vergleichsweise wenig frische Luft den Ort des Gasaustauschs.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Atmung
    • Luftleitung
      • Nase oder Mund – Rachen – Luftröhre – Bronchien – Bronchiolen
    • Atembewegung
      • Zwerchfell und Zwischenrippenmuskeln verändern den Brustraum
    • Gasaustausch
      • Sauerstoff ins Blut – Kohlenstoffdioxid in die Lungenbläschen
    • Gastransport
      • Hämoglobin und Blutkreislauf verbinden Lunge und Zellen
    • Zellatmung
      • Sauerstoff wird genutzt – Kohlenstoffdioxid entsteht
    • Atemsteuerung
      • Das Atemzentrum passt die Atmung an den Bedarf an

Der Gesamtweg bildet einen Kreislauf: Atemmuskeln bewegen Luft zu den Lungenbläschen, dort wechseln die Gase zwischen Luft und Blut, das Blut verbindet Lunge und Zellen, und die Atemsteuerung passt den Ablauf an den Bedarf an.

Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Struktur gehört zum gasaustauschenden und nicht nur zum luftleitenden Abschnitt?
Lösung: Lungenbläschen — Der Luftweg endet an den Lungenbläschen. Ihre dünnen Wände und die angrenzenden Kapillaren ermöglichen den Gasaustausch.
Frage 2 von 4MittelWas folgt unmittelbar daraus, dass sich das Zwerchfell bei der Einatmung anspannt und abflacht?
Lösung: Der Brustraum wird größer und die Lunge dehnt sich aus. — Die Bewegung des Zwerchfells vergrößert den Brustraum. Die Lunge folgt dieser Bewegung, ihr Druck sinkt und Luft strömt ein.
Frage 3 von 4SchwerOrdne die Vorgänge nach einem beginnenden Lauf richtig.
Lösung: Mehr Muskelarbeit – stärkere Zellatmung – mehr Kohlenstoffdioxid – stärkere Atmung — Arbeitende Muskeln setzen mehr Stoffe um. Der höhere Sauerstoffbedarf und die vermehrte Kohlenstoffdioxidbildung führen über Rezeptoren und Atemzentrum zu einer stärkeren Atmung.
Frage 4 von 4SchwerEin Sauerstoffmolekül befindet sich gerade in einem Lungenbläschen. Welche Beschreibung seines möglichen weiteren Weges ist vollständig richtig?
Lösung: Es diffundiert ins Blut, bindet an Hämoglobin, wird über Herz und Körpergefäße transportiert und gelangt in eine Zelle. — Die dünne Grenze zwischen Lungenbläschen und Kapillare ist die Übergangsstelle. Danach verbinden Hämoglobin, Blutstrom und Herz die Lunge mit den Körperzellen.

Wenn du Luftweg, Atembewegung, Gasaustausch und Bluttransport als zusammenhängenden Ablauf erklären kannst, hast du das Grundprinzip der menschlichen Atmung verstanden.

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