Herz: Aufbau, Blutweg und Funktion einfach erklärt
Das Herz ist ein muskuläres Hohlorgan und die zentrale Pumpe des Blutkreislaufs. Seine rechte Hälfte pumpt sauerstoffarmes Blut zur Lunge. Seine linke Hälfte pumpt sauerstoffreiches Blut in den Körper. Herzklappen sorgen dafür, dass das Blut dabei nur in die vorgesehene Richtung fließt.
Auf dieser Seite verfolgst du den Blutweg durch das Herz. Du erkennst außerdem, wie Herzbau, Herzschlag und Blutversorgung zusammenwirken.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Wie ist das Herz aufgebaut?
Das Herz liegt im Brustkorb hinter dem Brustbein und etwas nach links versetzt. Es ist ungefähr so groß wie die Faust der jeweiligen Person. Seine Wand besteht größtenteils aus Herzmuskelgewebe.
Herz
Das Herz ist ein muskuläres Hohlorgan. Als Pumpe erzeugt es durch regelmäßiges Zusammenziehen einen Blutstrom durch Lunge und Körper.
Eine Herzscheidewand, auch Septum genannt, teilt das Herz in eine rechte und eine linke Hälfte. Dadurch vermischen sich die beiden Blutströme normalerweise nicht:
- In der rechten Herzhälfte fließt sauerstoffarmes Blut.
- In der linken Herzhälfte fließt sauerstoffreiches Blut.
Jede Herzhälfte besitzt zwei Räume:
- Der Vorhof nimmt ankommendes Blut auf.
- Die Herzkammer pumpt Blut aus dem Herzen heraus.
Damit hat das Herz insgesamt vier Räume: rechten Vorhof, rechte Herzkammer, linken Vorhof und linke Herzkammer.
Vorhöfe nehmen Blut auf. Herzkammern pumpen Blut weiter.
Welchen Weg nimmt das Blut?
Der Blutkreislauf besteht aus zwei miteinander verbundenen Abschnitten:
- Im Lungenkreislauf gelangt sauerstoffarmes Blut vom Herzen zur Lunge und sauerstoffreiches Blut zurück zum Herzen.
- Im Körperkreislauf gelangt sauerstoffreiches Blut vom Herzen in den Körper und sauerstoffarmes Blut zurück zum Herzen.
Verfolge ein Blutteilchen auf seinem vollständigen Weg:
- Aus dem Körper gelangt es über die obere oder untere Hohlvene in den rechten Vorhof.
- Es fließt in die rechte Herzkammer.
- Die rechte Herzkammer pumpt es durch die Lungenarterie zur Lunge.
- In der Lunge gibt das Blut Kohlenstoffdioxid ab und nimmt Sauerstoff auf.
- Über die Lungenvenen gelangt es in den linken Vorhof.
- Es fließt in die linke Herzkammer.
- Die linke Herzkammer pumpt es durch die Aorta, die Hauptschlagader, in den Körper.
- Nach der Versorgung des Körpers kehrt das nun sauerstoffarme Blut zum rechten Vorhof zurück.
Arterien und Venen werden nach ihrer Flussrichtung benannt:
- Arterien führen Blut vom Herzen weg.
- Venen führen Blut zum Herzen hin.
Deshalb enthält nicht jede Arterie sauerstoffreiches Blut. Die Lungenarterie führt sauerstoffarmes Blut vom Herzen zur Lunge. Umgekehrt führen die Lungenvenen sauerstoffreiches Blut von der Lunge zum Herzen.
Körper → rechte Herzhälfte → Lunge → linke Herzhälfte → Körper
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Blut aus dem Körper gelangt zuerst in den . Die rechte Herzkammer pumpt es durch die zur Lunge. Sauerstoffreiches Blut kehrt durch die zum Herzen zurück. Die pumpt es anschließend durch die Aorta in den Körper.
Wie lenken die Herzklappen den Blutstrom?
Das Herz besitzt vier Klappen. Sie arbeiten wie druckgesteuerte Ventile: Druck aus der vorgesehenen Richtung öffnet sie. Druck aus der Gegenrichtung schließt sie und verhindert einen Rückstrom.
Segelklappen
Segelklappen liegen zwischen den Vorhöfen und den Herzkammern. Rechts befindet sich die Trikuspidalklappe, links die Mitralklappe.
Taschenklappen
Taschenklappen liegen an den Ausgängen der Herzkammern. Rechts führt die Pulmonalklappe zur Lungenarterie, links die Aortenklappe zur Aorta.
Die vier Klappen lassen sich nach ihrer Lage ordnen:
- rechter Vorhof → Trikuspidalklappe → rechte Herzkammer
- rechte Herzkammer → Pulmonalklappe → Lungenarterie
- linker Vorhof → Mitralklappe → linke Herzkammer
- linke Herzkammer → Aortenklappe → Aorta
Zieht sich die linke Herzkammer zusammen, steigt dort der Druck. Die Aortenklappe öffnet sich, und Blut strömt in die Aorta. Will Blut anschließend zurückfließen, schließt die Klappe. So bleibt die Flussrichtung erhalten.
Wie entsteht ein geordneter Herzschlag?
Der Herzmuskel muss regelmäßig und abgestimmt arbeiten. Dafür besitzt das Herz ein elektrisches Reizleitungssystem.
Der Sinusknoten liegt im rechten Vorhof. Spezialisierte Herzmuskelzellen erzeugen dort elektrische Impulse. Diese breiten sich zunächst über die Vorhöfe aus. Danach werden sie über weitere Leitungsstationen zu den Herzkammern übertragen.
Die vollständige Reizleitung folgt dieser Reihenfolge:
- Sinusknoten
- AV-Knoten
- His-Bündel
- rechter und linker Tawara-Schenkel
- Purkinje-Fasern
Die Purkinje-Fasern verteilen die Erregung im Muskel der Herzkammern. Dadurch ziehen sich die Kammern koordiniert zusammen und treiben Blut in Lungen- und Körperkreislauf.
Ein Elektrokardiogramm, kurz EKG, macht die elektrische Aktivität des Herzens sichtbar. Es zeigt nicht direkt den Blutstrom, sondern die elektrischen Vorgänge, die den Herzschlag steuern.
Bei Erwachsenen schlägt das Herz in Ruhe häufig etwa 60- bis 80-mal pro Minute. Der Puls gibt dabei in der Regel die Zahl der fühlbaren Pulsschläge pro Minute an.
Wie versorgt sich der Herzmuskel selbst?
Obwohl das Herz Blut pumpt, braucht sein Muskel eine eigene Blutversorgung. Dafür sorgen die Herzkranzgefäße, auch Koronararterien genannt. Sie liegen außen auf dem Herzen, verzweigen sich und bringen dem Herzmuskel Sauerstoff und Nährstoffe.
Wird eine Koronararterie durch Ablagerungen verengt, erhält ein Teil des Herzmuskels weniger Blut. Bei einem vollständigen Verschluss kann ein Herzinfarkt entstehen, weil das betroffene Muskelgewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.
Das zeigt einen wichtigen Zusammenhang: Das Herz versorgt den Körper, ist aber zugleich selbst auf einen funktionierenden Blutstrom angewiesen.
Warum schlägt das Herz bei Belastung schneller?
Wenn du dich körperlich anstrengst, arbeiten deine Muskeln stärker. Sie benötigen dann pro Minute mehr Sauerstoff und Nährstoffe. Gleichzeitig entstehen Stoffe wie Kohlenstoffdioxid, die mit dem Blut abtransportiert werden.
Das Herz passt den Bluttransport an diesen höheren Bedarf an: Die Herzfrequenz steigt, das Blut fließt schneller durch Lunge und Körper, und pro Minute kann mehr Sauerstoff zu den arbeitenden Zellen gelangen.
Du steigst zügig mehrere Treppen hinauf. Deine Beinmuskeln arbeiten stärker als im Sitzen. Deshalb steigt ihr Sauerstoffbedarf. Dein Herz schlägt schneller und befördert pro Minute mehr Blut zwischen Lunge, Herz und Muskeln. Nach dem Ende der Belastung sinkt der Bedarf wieder, und die Herzfrequenz kann sich beruhigen.
Belastung → höherer Bedarf der Muskeln → schnellere Herzschläge → stärkerer Bluttransport pro Minute
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Herz als Pumpe
- Aufbau: zwei Vorhöfe, zwei Herzkammern und Herzscheidewand
- Rechte Herzhälfte: pumpt sauerstoffarmes Blut zur Lunge
- Lunge: Abgabe von Kohlenstoffdioxid und Aufnahme von Sauerstoff
- Linke Herzhälfte: pumpt sauerstoffreiches Blut in den Körper
- Herzklappen: sichern die Flussrichtung
- Reizleitungssystem: koordiniert die Muskelkontraktion
- Koronararterien: versorgen den Herzmuskel
- Belastung: erhöht Herzfrequenz und Bluttransport pro Minute
Abschluss-Check
Du hast das Herz verstanden, wenn du seinen Aufbau nicht nur benennen, sondern den vollständigen Blutweg und die Funktion jeder beteiligten Struktur begründen kannst.
Mit Google fortfahren