Wenn du dich mit einer Erkältung ins Bett legst oder dir vor dem Essen die Hände wäschst, hast du bereits mit Krankheitserregern zu tun. Winzig kleine Lebewesen und Partikel entscheiden mit darüber, ob du gesund bleibst oder krank wirst. In diesem Kapitel lernst du, welche Erreger es gibt, wie sie in deinen Körper gelangen und wie du dich schützen kannst. Danach kannst du zum Beispiel erklären, warum ein Antibiotikum gegen eine Grippe nichts nützt.
- Ich kann erklären, was einen Krankheitserreger ausmacht.
- Ich kann die vier wichtigsten Erregergruppen unterscheiden.
- Ich kann Bakterien und Viren an ihren Merkmalen auseinanderhalten.
- Ich kann typische Übertragungswege und Eintrittspforten benennen.
- Ich kann begründen, wie ich mich vor einer Infektion schützen kann.
Was ist ein Krankheitserreger?
Um deinen Körper herum und sogar auf deiner Haut leben unzählige winzige Lebewesen. Die meisten sind harmlos oder sogar nützlich. Einige wenige können dich jedoch krank machen – das sind die Krankheitserreger.
Ein Krankheitserreger ist ein winziges Lebewesen oder Partikel, das in einen anderen Organismus eindringt und dort Vorgänge auslöst, die krank machen. Den befallenen Organismus – zum Beispiel dich – nennt man Wirt.
Viele Erreger sind so klein, dass du sie nur unter dem Mikroskop sehen kannst. Solche Kleinstlebewesen fasst man unter dem Begriff Mikroorganismen zusammen. Dringt ein Erreger in den Körper ein und vermehrt sich dort, spricht man von einer Infektion.
Nicht jeder Mikroorganismus macht krank. Viele Bakterien im Darm helfen dir sogar bei der Verdauung. Erst wenn ein Erreger deinen Körper schädigt, wird er zum Krankheitserreger.
Die vier großen Erregergruppen
Krankheitserreger lassen sich in Gruppen einteilen. Für die Schule sind vor allem vier wichtig: Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten.
Bakterien sind einzellige Lebewesen mit einem eigenen Stoffwechsel. Sie können sich selbstständig vermehren, indem sich eine Zelle in zwei teilt.
Viren sind keine Lebewesen. Sie besitzen keinen eigenen Stoffwechsel und können sich nicht allein vermehren. Dafür brauchen sie immer eine fremde Zelle, die Wirtszelle.
Pilze können als Einzeller oder als Fäden wachsen. Krankmachende Pilze befallen oft Haut, Nägel oder Schleimhäute.
Parasiten sind Lebewesen, die auf oder in einem Wirt leben und sich auf dessen Kosten ernähren. Dazu zählen zum Beispiel Würmer im Darm oder Zecken auf der Haut.
- Bakterien: Salmonellen können nach verdorbenem Essen Durchfall auslösen.
- Viren: Grippeviren verursachen die echte Grippe.
- Pilze: Fußpilz macht sich zwischen den Zehen mit Juckreiz bemerkbar.
- Parasiten: Eine Zecke saugt Blut und kann dabei weitere Erreger übertragen.
Es gibt noch weitere Erreger, zum Beispiel Prionen – fehlgefaltete Eiweiße, die sehr seltene Krankheiten auslösen. Für den Anfang reichen dir aber die vier großen Gruppen.
Bakterien und Viren im Vergleich
Bakterien und Viren werden oft verwechselt, sind aber grundverschieden. Dieser Unterschied wird in Prüfungen besonders gern abgefragt.
Ein Bakterium ist eine vollständige Zelle. Es kann Nahrung aufnehmen, Energie gewinnen und sich selbst teilen. Ein Virus dagegen ist nur ein Erbgut-Bauplan in einer Hülle. Es kann sich nur vermehren, wenn es in eine Wirtszelle eindringt und diese zwingt, neue Viren zu bauen.
Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Gegen Viren sind sie wirkungslos, weil Viren die Angriffspunkte eines Antibiotikums gar nicht besitzen.
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Wie Erreger in deinen Körper gelangen
Damit ein Erreger dich krank machen kann, muss er zuerst in deinen Körper hineinkommen. Die Stelle, an der er eindringt, nennt man Eintrittspforte – zum Beispiel Mund, Nase, Augen oder eine offene Wunde in der Haut.
Der Weg, auf dem der Erreger dorthin gelangt, heißt Übertragungsweg. Wichtige Wege sind:
- Tröpfcheninfektion: Beim Husten, Niesen oder Sprechen gelangen winzige Tröpfchen mit Erregern in die Luft und werden eingeatmet.
- Kontakt- oder Schmierinfektion: Erreger haften an Händen oder Gegenständen wie Türklinken und gelangen von dort in Mund oder Augen.
- Über Nahrung und Wasser: Verdorbenes Essen oder verunreinigtes Wasser bringt Erreger in den Verdauungstrakt.
- Über Tiere: Manche Erreger werden durch Stiche oder Bisse übertragen, etwa durch Zecken.
Ein kranker Mitschüler niest in der Klasse. Über die Tröpfchen in der Luft atmest du die Erreger ein – die Eintrittspforte ist deine Nase. So kann sich eine Erkältung schnell in der ganzen Klasse ausbreiten.
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Wie du dich schützen kannst
Wenn du weißt, wie Erreger übertragen werden, kannst du ihnen den Weg erschweren. Schon einfache Maßnahmen senken das Risiko einer Infektion deutlich.
- Hände waschen: Gründliches Waschen mit Seife entfernt viele Erreger, bevor sie in Mund oder Augen gelangen.
- In die Armbeuge niesen: So gelangen weniger Tröpfchen in die Luft und auf deine Hände.
- Wunden abdecken: Ein Pflaster verschließt die Eintrittspforte in der Haut.
- Lebensmittel richtig zubereiten: Ausreichendes Erhitzen tötet viele Erreger im Essen ab.
- Impfungen: Eine Impfung trainiert deine Abwehr, sodass sie bestimmte Erreger schnell erkennt und unschädlich macht.
Die meisten Übertragungswege lassen sich mit einfacher Hygiene unterbrechen. Regelmäßiges Händewaschen ist eine der wirksamsten Schutzmaßnahmen überhaupt.
Prüfungsmodus
In Prüfungen geht es oft um den Unterschied zwischen Bakterien und Viren sowie um Übertragungswege. Präge dir ein: Bakterien sind eigenständige Zellen mit eigenem Stoffwechsel, Viren nicht.
Typische Prüfungsfragen:
- Nenne die vier großen Erregergruppen mit je einem Beispiel.
- Erkläre, warum Antibiotika nicht gegen Viren wirken.
- Beschreibe zwei Übertragungswege und je eine passende Schutzmaßnahme.
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Alles auf einen Blick
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Abschluss-Check
Überlege bei diesen Aufgaben in Ruhe und begründe deine Antwort.
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Überlege zum Abschluss: Warum ist Händewaschen vor dem Essen besonders wichtig? Beschreibe den Weg, den ein Erreger von der Türklinke bis in deinen Körper nehmen könnte.
Zusammenfassung
Krankheitserreger sind winzige Lebewesen oder Partikel, die einen Wirt befallen und krank machen. Die vier großen Gruppen sind Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Besonders wichtig ist der Unterschied zwischen Bakterien – eigenständigen Zellen mit eigenem Stoffwechsel – und Viren, die für ihre Vermehrung eine Wirtszelle brauchen. Deshalb wirken Antibiotika nur gegen Bakterien. Erreger gelangen über Übertragungswege wie Tröpfchen, Kontakt, Nahrung oder Tiere durch eine Eintrittspforte in den Körper. Mit Hygiene, dem Abdecken von Wunden, richtig zubereitetem Essen und Impfungen kannst du dich wirksam schützen.
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