Mikroskopieren: Präparat, Schärfe und Zeichnung
Beim Mikroskopieren bereitest du ein dünnes Objekt vor, stellst es zuerst bei kleiner Vergrößerung scharf und dokumentierst nur das, was du wirklich beobachtest. So schützt du das Gerät und erhältst ein Bild, das du zuverlässig auswerten kannst.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Das Mikroskop sicher vorbereiten
Trage ein Mikroskop immer mit zwei Händen: Eine Hand hält das Stativ, die andere stützt den Fuß. Stelle es auf eine trockene, ebene Fläche und halte das Kabel aus dem Arbeitsbereich heraus.
Diese Bauteile brauchst du für die ersten Untersuchungen:
- Das Okular ist die Linse, durch die du schaust.
- Die Objektive liefern unterschiedliche Vergrößerungen.
- Der Objektivrevolver trägt die Objektive und rastet sie in der richtigen Position ein.
- Der Objekttisch trägt den Objektträger.
- Der Grobtrieb verändert den Abstand schnell.
- Der Feintrieb stellt das Bild genau scharf.
- Die Lichtquelle und die Blende beeinflussen die Helligkeit und den Kontrast.
Drehe beim Wechsel der Vergrößerung am geriffelten Revolver und nicht an den einzelnen Objektiven. Beginne immer mit dem kleinsten Objektiv. Dadurch siehst du einen größeren Ausschnitt und findest das Objekt leichter.
Kleine Vergrößerung zuerst: Übersicht finden, scharfstellen und erst danach stärker vergrößern.
Ein Zwiebelhautpräparat herstellen
Präparat
Ein Präparat ist ein Objekt, das für die Untersuchung mit dem Mikroskop vorbereitet wurde. Ein frisches Objekt in einem Wassertropfen unter einem Deckglas heißt Nasspräparat.
Für ein einfaches Zwiebelhautpräparat brauchst du einen sauberen Objektträger, ein Deckglas, Wasser, eine Pipette, eine Pinzette und ein sehr dünnes Häutchen einer Zwiebelschuppe. Scharfe Schneidwerkzeuge verwendest du nur nach Anweisung und unter Aufsicht.
- Gib einen kleinen Wassertropfen in die Mitte des Objektträgers.
- Ziehe mit der Pinzette ein möglichst dünnes, durchsichtiges Zwiebelhäutchen ab.
- Lege das Häutchen glatt in den Wassertropfen. Falten erschweren die Beobachtung.
- Setze eine Kante des Deckglases am Tropfen an.
- Senke das Deckglas langsam ab. So gelangt möglichst wenig Luft unter das Glas.
Luftblasen gehören nicht zur Zwiebel. Sie sind durch die Präparation entstanden und dürfen in der Auswertung nicht mit Zellen verwechselt werden.
Ein Präparat muss dünn genug sein, damit Licht hindurchtreten kann. Ist ein Objekt zu dick, können sich Strukturen überlagern und unscharf erscheinen.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Ein Zwiebelhäutchen wird in einen gelegt. Das wird langsam abgesenkt. Das Präparat soll möglichst sein. Luftblasen sind ein .
Das Präparat systematisch scharfstellen
Befolge beim Scharfstellen immer die Bedienungsrichtung deines Geräts. Entscheidend ist, dass Objektiv und Präparat einander niemals berühren.
- Stelle das kleinste Objektiv ein und senke den Objekttisch zunächst ab.
- Befestige den Objektträger so, dass das Präparat über der Tischöffnung liegt.
- Beobachte den Abstand von der Seite. Nähere Objektiv und Präparat mit dem Grobtrieb vorsichtig an, ohne sie zu berühren.
- Schaue nun durch das Okular und vergrößere den Abstand langsam, bis ein Bild erscheint.
- Stelle das Bild mit dem Feintrieb genau scharf.
- Regle die Helligkeit so, dass Strukturen kontrastreich erkennbar sind.
- Suche eine geeignete Stelle im Präparat.
- Wähle erst danach ein stärkeres Objektiv und stelle mit dem Feintrieb nach.
Du siehst zunächst nur eine helle Fläche. Prüfe zuerst, ob das Zwiebelhäutchen über der Tischöffnung liegt. Stelle dann bei kleinster Vergrößerung mit dem Grobtrieb ein Bild her und verbessere die Schärfe mit dem Feintrieb. Erst wenn Zellgrenzen erkennbar sind, wechselst du zu einer höheren Vergrößerung.
Typische Fehler lassen sich gezielt prüfen:
- Kein Objekt sichtbar: Präparat liegt möglicherweise nicht über der Öffnung.
- Bild zu dunkel oder zu hell: Beleuchtung oder Blende passen noch nicht.
- Bild bleibt unscharf: Präparat kann gefaltet oder zu dick sein.
- Runde Strukturen stören: Es können Luftblasen statt Zellbestandteile sein.
Vergrößerung und Bildorientierung verstehen
Objektiv und Okular vergrößern nacheinander. Deshalb multiplizierst du ihre Angaben:
$$V_{gesamt} = V_{Okular} \cdot V_{Objektiv}$$
In Worten: Gesamtvergrößerung gleich Okularvergrößerung mal Objektivvergrößerung.
Ein Okular trägt die Angabe 10×, das eingestellte Objektiv 40×.
$$10 \cdot 40 = 400$$
Das Präparat wird mit einer Gesamtvergrößerung von 400× betrachtet. Die Vergrößerung besitzt keine Längeneinheit.
Eine stärkere Vergrößerung macht das Bild größer, aber nicht automatisch detailreicher oder schärfer. Die Auflösung bezeichnet den kleinsten Abstand, bei dem zwei Details noch getrennt erkennbar sind. Ohne ausreichende Auflösung entsteht nur ein größeres unscharfes Bild.
Beim zusammengesetzten Lichtmikroskop erscheint das Endbild gegenüber dem ursprünglichen Objekt umgekehrt und seitenvertauscht. Verschiebst du das Präparat in eine Richtung, wandert das Bild scheinbar in die entgegengesetzte Richtung.
Du kannst das mit einem sehr klein geschriebenen Namen auf Papier prüfen: Betrachte ihn bei kleinster Vergrößerung und bewege das Papier vorsichtig nach rechts oder links.
Eine mikroskopische Zeichnung anfertigen
Eine mikroskopische Zeichnung ist keine Fantasiezeichnung und kein dekoratives Bild. Sie hält ausgewählte, tatsächlich beobachtete Strukturen sachlich fest.
Gehe so vor:
- Notiere einen eindeutigen Titel sowie Name, Datum und untersuchtes Objekt.
- Gib die Gesamtvergrößerung und eine verwendete Färbung an.
- Zeichne groß genug; das Objekt darf ungefähr zwei Drittel der verfügbaren Fläche einnehmen.
- Verwende einen gespitzten Bleistift und dünne, durchgezogene Linien.
- Zeichne nur Strukturen, die du wirklich beobachtest.
- Achte auf erkennbare Größen- und Lageverhältnisse.
- Male nicht aus und schraffiere nicht.
- Schreibe Beschriftungen übersichtlich an den Rand. Die Beschriftungslinien verlaufen gerade, möglichst parallel und kreuzen sich nicht.
Bei mehreren Zwiebelzellen zeichnest du nicht jede sichtbare Zelle. Wähle einen aussagekräftigen Ausschnitt und übertrage Form, Lage und Größenverhältnisse sorgfältig. Beschrifte eine sicher erkannte Zellwand nur dann, wenn sie im Bild tatsächlich sichtbar ist. Unter die Zeichnung schreibst du zum Beispiel „Gesamtvergrößerung: 400ד.
Prüfe deine Zeichnung anschließend direkt am Mikroskop: Stimmen Zellformen, Anordnung und Proportionen? Hast du versehentlich eine Luftblase als Zellstruktur übernommen?
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Mikroskopieren
- sicher arbeiten
- mit zwei Händen tragen
- Kollision von Objektiv und Präparat vermeiden
- Präparat vorbereiten
- dünnes Objekt in Wasser legen
- Deckglas langsam absenken
- Bild einstellen
- mit kleiner Vergrößerung beginnen
- grob finden und fein scharfstellen
- Bild auswerten
- Gesamtvergrößerung berechnen
- Bildorientierung beachten
- Beobachtung dokumentieren
- nur Sichtbares zeichnen
- Angaben und Beschriftungen ergänzen
- sicher arbeiten
Abschluss-Check
Wenn du Präparat, Scharfstellen und Zeichnung als zusammenhängenden Arbeitsweg beherrschst, kannst du eine mikroskopische Beobachtung selbstständig durchführen und nachvollziehbar dokumentieren.
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