Biologie

Tierzelle: Aufbau und Organellen einfach erklärt

Tierzelle: Aufbau und Organellen einfach erklärt
Tierzelle: Aufbau und Organellen einfach erklärt
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Eine Tierzelle ist die kleinste lebende Einheit eines tierischen Organismus. Sie besitzt einen Zellkern und verschiedene Zellorganellen, die zusammenarbeiten: Manche stellen Proteine her, andere liefern Energie, transportieren Stoffe oder bauen Abfälle ab.

Auf dieser Seite lernst du, eine Tierzelle an ihrem Grundbauplan zu erkennen, wichtige Organellen ihren Aufgaben zuzuordnen und sie begründet von einer Pflanzenzelle zu unterscheiden.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du eine Tierzelle?

Tierzellen gehören zu den Eukaryoten. Das sind Zellen mit einem Zellkern. Im Zellkern liegt die DNA mit der Erbinformation.

Definition

Zellorganell

Ein Zellorganell ist ein abgegrenzter Bestandteil der Zelle mit einer bestimmten Aufgabe. Organellen arbeiten zusammen, damit die Zelle leben und ihre besondere Funktion erfüllen kann.

Jede Tierzelle besitzt einen Grundbauplan. Wie eine konkrete Zelle aussieht und welche Bestandteile besonders zahlreich sind, hängt jedoch von ihrer Aufgabe ab. Eine Muskelzelle benötigt beispielsweise viel Energie und besitzt entsprechend viele Mitochondrien.

Wichtige Bestandteile des Grundbauplans sind:

  • Zellmembran: grenzt die Zelle ab und regelt den Stoffaustausch mit der Umgebung.
  • Cytoplasma: umfasst den Zellinhalt außerhalb des Zellkerns. Sein zähflüssiger Anteil heißt Cytosol; darin liegen die Organellen.
  • Cytoskelett: ein Netz aus Proteinfasern, das Form und Stabilität gibt sowie Bewegung und Stofftransport unterstützt.
  • Zellkern: enthält die Erbinformation.

Die Zellmembran besteht aus einer Phospholipid-Doppelschicht mit eingelagerten Proteinen und Kohlenhydraten. Diese Bestandteile sind unter anderem am Stofftransport, an der Signalweiterleitung und an der Erkennung anderer Zellen beteiligt.

Merke

Erkenne einen Zelltyp nicht nur an seiner Umrissform. Entscheidend sind seine Bestandteile: Eine typische Tierzelle besitzt Zellmembran, Cytoplasma und Zellkern, aber keine Zellwand und keine Chloroplasten.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelches Merkmal zeigt, dass eine Tierzelle zu den Eukaryoten gehört?
Lösung: Sie besitzt einen Zellkern. — Eukaryotische Zellen sind durch einen Zellkern gekennzeichnet. Tier- und Pflanzenzellen gehören zu ihnen.
Frage 2 von 2MittelEin Zellmodell zeigt Zellmembran, Cytoplasma, Zellkern und Mitochondrien, aber keine Zellwand. Welche Einordnung passt am besten?
Lösung: Es kann sich um eine Tierzelle handeln. — Der vorhandene Zellkern spricht für eine eukaryotische Zelle. Die fehlende Zellwand passt zum Grundbauplan einer Tierzelle.
Welche Organellen übernehmen welche Aufgaben?

Die Organellen arbeiten wie Bereiche eines gemeinsamen Systems. Eine Aufgabe kann dabei mehrere Stationen umfassen.

BestandteilGrundfunktion
Zellkernenthält die DNA mit der Erbinformation
Nucleoluswirkt an der Bildung von Ribosomen mit
Ribosomenbilden Proteine nach der Information der mRNA
Raues ERträgt Ribosomen und ist am Proteinweg beteiligt
Glattes ERbildet unter anderem Lipide und wirkt an der Entgiftung mit
Golgi-Apparatmodifiziert, sortiert und verpackt Proteine
Vesikeltransportieren Stoffe innerhalb der Zelle
Mitochondrienerzeugen bei der Zellatmung ATP
Lysosomenbauen Abfallstoffe, Fremdstoffe und beschädigte Zellbestandteile ab
Peroxisomenentgiften und zersetzen unter anderem Fettsäuren

Der Nucleolus, auch Kernkörperchen genannt, liegt im Zellkern. Er enthält RNA und unterstützt die Bildung von Ribosomen.

Das endoplasmatische Retikulum, kurz ER, ist ein Membransystem. Das raue ER trägt Ribosomen; das glatte ER besitzt keine Ribosomen. Diese Unterscheidung hilft dir, beide Bereiche in einem Modell auseinanderzuhalten.

Der Golgi-Apparat besteht aus Stapeln flacher, membranumhüllter Hohlräume. Ein solcher Stapel heißt Dictyosom. Alle Dictyosomen einer Zelle bilden zusammen den Golgi-Apparat.

Gut zu wissen

Organellen sind in Wirklichkeit nicht so bunt wie in vielen Zeichnungen. Modellfarben machen Strukturen leichter unterscheidbar. Auch Farben in Mikroskopaufnahmen können durch chemische Färbungen entstehen.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Der enthält die Erbinformation. bilden Proteine. Der sortiert und verpackt Proteine. übernehmen Transporte innerhalb der Zelle.

Lösungen: Lücke 1: Zellkern; Lücke 2: Ribosomen; Lücke 3: Golgi-Apparat; Lücke 4: Vesikel. Ordne jede Struktur über ihre Grundfunktion zu: Information liegt im Zellkern, Proteine entstehen an Ribosomen, der Golgi-Apparat bearbeitet und verpackt sie, und Vesikel transportieren Stoffe.
Wie gelangt ein Protein an seinen Bestimmungsort?

Die Herstellung und der Transport eines Proteins zeigen besonders deutlich, wie Organellen zusammenarbeiten.

  1. Die DNA im Zellkern enthält die Erbinformation.
  2. Ribosomen lesen die entsprechende mRNA-Information ab und bilden das Protein.
  3. Das raue ER ist am weiteren Proteinweg beteiligt.
  4. Der Golgi-Apparat modifiziert und sortiert das Protein.
  5. Der Golgi-Apparat verpackt es in ein Vesikel.
  6. Das Vesikel transportiert es zu seinem Bestimmungsort.
Beispiel

Eine Zelle soll ein Protein herstellen und weitertransportieren.

Zuerst setzt ein Ribosom die Information der mRNA in ein Protein um. Das Protein gelangt über den Weg am rauen ER zum Golgi-Apparat. Dort wird es bearbeitet, sortiert und in ein Vesikel verpackt. Das Vesikel übernimmt anschließend den Transport.

Der entscheidende Gedanke lautet: Das Protein entsteht nicht im Golgi-Apparat. Dieser bearbeitet, sortiert und verpackt ein bereits gebildetes Protein.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Reihenfolge beschreibt den Proteinweg passend?
Lösung: Ribosom → raues ER → Golgi-Apparat → Vesikel — Beim Proteinweg folgt auf die Bildung am Ribosom die weitere Verarbeitung. Der Golgi-Apparat sortiert und verpackt das Protein, bevor ein Vesikel es transportiert.
Frage 2 von 2SchwerEin Protein wurde korrekt gebildet, aber nicht passend sortiert und verpackt. Welche Struktur ist wahrscheinlich gestört?
Lösung: Der Golgi-Apparat — Die beschriebenen Fehler betreffen die Kernaufgaben des Golgi-Apparats: modifizieren, sortieren und verpacken.
Wie gewinnt und reinigt die Zelle?

Tierzellen benötigen Energie für ihre Lebensvorgänge. Mitochondrien erzeugen bei der Zellatmung ATP, ausgeschrieben Adenosintriphosphat. ATP transportiert nutzbare Energie und gibt sie dort ab, wo die Zelle sie benötigt.

Beispiel

Eine Muskelzelle arbeitet intensiv und braucht dabei viel Energie. Mitochondrien stellen ihr ATP bereit. Deshalb kommen Mitochondrien besonders konzentriert in Zellen und Geweben mit hohem Energiebedarf vor, etwa in Muskel-, Nerven- und Herzgewebe.

Auch Abbau und Entgiftung sind aufgeteilt:

  • Lysosomen enthalten Verdauungsenzyme. Sie bauen Abfallstoffe, beschädigte Zellbestandteile und Fremdstoffe ab.
  • Peroxisomen entgiften die Zelle. Sie können Wasserstoffperoxid mithilfe des Enzyms Katalase zu Wasser und Sauerstoff abbauen und außerdem Fettsäuren zersetzen.
Merke

Mitochondrien liefern ATP. Lysosomen bauen Material ab. Peroxisomen übernehmen besondere Entgiftungs- und Abbauaufgaben.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Organellen werden als „Kraftwerke der Zelle“ bezeichnet?
Lösung: Mitochondrien — Mitochondrien erzeugen bei der Zellatmung ATP und versorgen damit Zellvorgänge mit nutzbarer Energie.
Frage 2 von 2MittelEine Zelle soll einen beschädigten Zellbestandteil abbauen. Welches Organell passt zu dieser Aufgabe?
Lösung: Lysosom — Lysosomen enthalten Verdauungsenzyme und übernehmen Abbauaufgaben innerhalb der Tierzelle.
Wie unterscheidet sich die Tierzelle von der Pflanzenzelle?

Tier- und Pflanzenzellen sind Eukaryoten. Beide besitzen unter anderem Zellmembran, Cytoplasma, Zellkern, Ribosomen, ER, Golgi-Apparat und Mitochondrien.

Die wichtigsten Unterschiede betreffen zusätzliche Strukturen der Pflanzenzelle:

MerkmalTierzellePflanzenzelle
Zellmembranvorhandenvorhanden
Zellwandnicht vorhandenvorhanden
Chloroplastennicht vorhandenvorhanden, wenn die Zellaufgabe sie erfordert
große pflanzliche Vakuolenicht vorhandentypisch vorhanden
Stabilisierungstark ausgeprägtes Cytoskelettzusätzlich durch die Zellwand
typische Ernährungsweiseheterotrophautotroph

Chloroplasten sind Plastiden, in denen die Fotosynthese stattfindet. Sie gehören nicht zum Bauplan der Tierzelle. Ob eine konkrete Pflanzenzelle Chloroplasten besitzt, hängt jedoch von ihrer Aufgabe ab. Deshalb darfst du eine Pflanzenzelle nicht allein über Chloroplasten erkennen.

Die pflanzliche Vakuole speichert unter anderem Wasser und Nährstoffe und reguliert den Turgordruck. Ihre Membran heißt Tonoplast.

Tierische Organismen nehmen Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette mit der Nahrung auf und stellen sie ihren Zellen bereit. Diese Ernährungsweise heißt heterotroph. Pflanzen können mithilfe der Fotosynthese Kohlenhydrate herstellen; diese Ernährungsweise heißt autotroph. Beide Zelltypen betreiben Zellatmung und gewinnen dabei ATP.

Gut zu wissen

Vereinfachte Vergleichstabellen formulieren manchmal, Tierzellen besäßen keine Vakuolen und Pflanzenzellen keine Lysosomen. Für den Grundvergleich ist sicherer: Die große, für den Turgordruck wichtige Vakuole ist typisch für Pflanzenzellen. Lysosomen sind typisch für Tierzellen und kommen in Pflanzenzellen höchstens selten vor.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEin unbekanntes Zellmodell besitzt Zellkern, Zellmembran, Mitochondrien und eine Zellwand, aber keine Chloroplasten. Welche Einordnung ist am besten begründet?
Lösung: Pflanzenzelle — Die Zellwand kennzeichnet den pflanzlichen Grundbauplan. Fehlende Chloroplasten schließen eine Pflanzenzelle nicht aus, weil ihre Ausstattung von ihrer Aufgabe abhängt.
Frage 2 von 2SchwerWarum passt eine starre Zellwand nicht zum typischen Bauplan einer Tierzelle?
Lösung: Sie würde Beweglichkeit und Elastizität einschränken. — Tierzellen werden durch ihr Cytoskelett stabilisiert und bleiben dabei beweglicher und elastischer als Zellen mit einer starren Zellwand.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Tierzelle
    • Grundbauplan: Zellmembran, Cytoplasma, Cytoskelett und Zellkern
    • Information: DNA im Zellkern und Ribosomenbildung mit Beteiligung des Nucleolus
    • Proteinweg: Ribosom, raues ER, Golgi-Apparat und Vesikel
    • Energie: Zellatmung und ATP-Bildung in Mitochondrien
    • Abbau und Entgiftung: Lysosomen und Peroxisomen
    • Abgrenzung zur Pflanzenzelle: keine Zellwand und keine Chloroplasten

Eine Tierzelle ist kein starrer Baukasten. Ihr Grundbauplan bleibt erkennbar, doch ihre Ausstattung passt sich ihrer Aufgabe an. Entscheidend ist daher nicht nur, welche Struktur du siehst, sondern auch, welche Funktion sie erfüllt.

Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage beschreibt das Cytoplasma richtig?
Lösung: Es umfasst den Zellinhalt außerhalb des Zellkerns. — Das Cytoplasma umfasst das Cytosol sowie die darin eingebetteten Bestandteile außerhalb des Zellkerns.
Frage 2 von 3MittelIn einer Zelle sind viele Ribosomen und ein stark ausgeprägtes raues ER zu sehen. Welche Tätigkeit liegt nahe?
Lösung: Die Zelle stellt intensiv Proteine her und verarbeitet sie weiter. — Ribosomen bilden Proteine. Das raue ER trägt Ribosomen und ist am weiteren Proteinweg beteiligt.
Frage 3 von 3SchwerEin Zellmodell besitzt Zellkern, Ribosomen, ER, Golgi-Apparat und Mitochondrien. Reicht das aus, um sicher zwischen Tier- und Pflanzenzelle zu unterscheiden?
Lösung: Nein, denn diese Bestandteile kommen in beiden Zelltypen vor. — Für eine sichere Unterscheidung brauchst du zusätzliche Merkmale. Eine Zellwand oder typische pflanzliche Plastiden sprechen für eine Pflanzenzelle; ihr Fehlen passt zum tierischen Grundbauplan.

Prüfe dich zum Schluss: Kannst du an einem unbekannten Modell mindestens drei Strukturen benennen, ihre Funktionen erklären und die Einordnung des Zelltyps mit Merkmalen begründen? Dann hast du den Grundbauplan der Tierzelle verstanden.

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