Biologie

Zellorganellen: Funktionen und Arbeitsteilung

Zellorganellen: Funktionen und Arbeitsteilung
Zellorganellen: Funktionen und Arbeitsteilung
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Wie kann eine Zelle gleichzeitig Energie gewinnen, Proteine herstellen, Stoffe transportieren und Abfälle abbauen? Zellorganellen übernehmen unterschiedliche Aufgaben und arbeiten dabei zusammen. Membranen grenzen viele dieser Arbeitsbereiche voneinander ab und ermöglichen einen geregelten Stoffaustausch.

Auf dieser Seite lernst du die wichtigsten Zellorganellen kennen. Danach kannst du ihre Funktionen zuordnen und aus der Ausstattung einer Zelle auf ihre Aufgaben schließen.

Deine Lernziele

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Warum braucht eine Zelle verschiedene Arbeitsbereiche?

Eine eukaryotische Zelle enthält spezialisierte Strukturen. Jede dieser Strukturen erfüllt bestimmte Aufgaben. Beispiele sind der Zellkern, die Mitochondrien und der Golgi-Apparat.

Definition

Zellorganell

Ein Zellorganell ist eine spezialisierte Struktur innerhalb einer eukaryotischen Zelle, die eine bestimmte Aufgabe erfüllt. Nach einer engen Definition zählen nur membranumhüllte Strukturen dazu. Nach einer weiteren Definition werden auch nicht membranumhüllte Strukturen wie Ribosomen einbezogen.

Viele Organellen sind von einer Membran umgeben. Dadurch entstehen getrennte Reaktionsräume, die Kompartimente heißen.

Definition

Kompartimentierung

Kompartimentierung bedeutet, dass eine Zelle in verschiedene funktionelle Bereiche gegliedert ist. In diesen Bereichen können unterschiedliche chemische Vorgänge gleichzeitig und weitgehend störungsfrei ablaufen.

Eine Biomembran grenzt einen Bereich ab, schottet ihn aber nicht vollständig ab. Sie kontrolliert, welche Stoffe hinein- oder hinausgelangen. Auch die Zellmembran besteht aus einer Doppelschicht aus Lipiden und Proteinen und regelt den Austausch mit der Umgebung.

Merke

Organellen teilen die Arbeit auf. Membranen trennen Reaktionsräume und ermöglichen zugleich einen geregelten Stoffaustausch.

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Frage 1 von 1LeichtWarum ist die Kompartimentierung für eine Zelle nützlich?
Lösung: Verschiedene Vorgänge können in passenden Reaktionsräumen gleichzeitig ablaufen. — Ein Kompartiment ist ein abgegrenzter Arbeitsbereich innerhalb derselben Zelle. Es übernimmt eine Teilaufgabe, ist aber keine eigenständige Zelle.
Welche Organellen übernehmen welche Aufgaben?

Die Namen der Organellen lassen sich leichter merken, wenn du ihre Aufgaben im Gesamtsystem verstehst.

StrukturHauptaufgabe
Zellkernenthält die DNA und stellt genetische Bauanleitungen bereit
Ribosomensetzen Aminosäuren zu Proteinen zusammen
Mitochondriengewinnen bei der Zellatmung nutzbare Energie in Form von ATP
Raues ERbeteiligt sich mit seinen Ribosomen an Herstellung, Faltung und Transport von Proteinen
Glattes ERbildet Lipide und übernimmt Entgiftungsaufgaben
Golgi-Apparatverändert, sortiert und verpackt Proteine und Lipide
Vesikeltransportieren Stoffe zwischen Zellbereichen
Lysosomenbauen Stoffe und beschädigte Zellbestandteile mit Enzymen ab
Peroxisomenverarbeiten unter anderem schädliches Wasserstoffperoxid

ATP ist ein Stoff, in dem die Zelle kurzfristig nutzbare Energie bereitstellt. Deshalb wird ATP auch als Energiewährung der Zelle bezeichnet.

Beispiel

Eine Zelle benötigt besonders viel Energie. Sie besitzt deshalb zahlreiche Mitochondrien. Deren stark gefaltete innere Membran bietet viel Fläche für Vorgänge der Energiegewinnung.

Der entscheidende Zusammenhang lautet:

hoher Energiebedarf → viele Mitochondrien → hohe Bereitstellung von ATP

Die Mitochondrien arbeiten dabei als Teile der Zelle. Trotz ihrer eigenen DNA und Ribosomen sind sie keine selbstständigen Zellen.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Zuordnung ist richtig?
Lösung: Ribosom – Herstellung von Proteinen — Ribosomen setzen Proteine zusammen. Mitochondrien gewinnen Energie, während der Golgi-Apparat Stoffe verändert, sortiert und verpackt.
Frage 2 von 2MittelEine Zelle besitzt besonders viele Mitochondrien. Welche Vermutung ist am besten begründet?
Lösung: Die Zelle hat einen hohen Energieumsatz. — Mitochondrien kommen in Pflanzen-, Tier- und Pilzzellen vor. Ihre große Anzahl weist auf einen hohen Energiebedarf hin, nicht auf einen bestimmten Zelltyp.
Wie entsteht und reist ein Protein?

Mehrere Organellen bilden eine Verarbeitungskette. Besonders deutlich wird diese Zusammenarbeit bei Proteinen, die transportiert oder aus der Zelle abgegeben werden.

Beispiel

Ein Protein entsteht und gelangt an seinen Bestimmungsort:

  1. Im Zellkern liegt die DNA mit der genetischen Information.
  2. Eine daraus hervorgegangene Bauanleitung gelangt zu einem Ribosom.
  3. Das Ribosom setzt die passenden Aminosäuren zu einem Protein zusammen.
  4. Am rauen ER wird das Protein weiterverarbeitet und gefaltet.
  5. Ein Vesikel bringt es zum Golgi-Apparat.
  6. Der Golgi-Apparat verändert, sortiert und verpackt es.
  7. Ein weiteres Vesikel transportiert es zum Ziel innerhalb der Zelle oder zur Zellmembran.

Kein einzelnes Organell erledigt den gesamten Vorgang. Erst die abgestimmte Arbeit führt zum fertigen und richtig transportierten Protein.

Merke

Bei der Proteinverarbeitung gilt vereinfacht: Zellkern → Ribosom und raues ER → Vesikel → Golgi-Apparat → Zielort.

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Frage 1 von 1MittelEin Protein wurde am rauen ER hergestellt und soll anschließend sortiert werden. Wohin gelangt es als Nächstes?
Lösung: In einem Vesikel zum Golgi-Apparat — Vesikel transportieren Stoffe vom rauen ER zum Golgi-Apparat. Dort werden sie verändert, sortiert und für ihren weiteren Weg verpackt.
Woran erkennst du Pflanzen- und Tierzellen?

Pflanzen- und Tierzellen besitzen viele Organellen gemeinsam, darunter Zellkern, Mitochondrien, Ribosomen, ER und Golgi-Apparat. Einige Strukturen sind jedoch für Pflanzenzellen besonders kennzeichnend.

PflanzenzelleTierzelle
besitzt eine Zellwand außerhalb der Zellmembranbesitzt keine Zellwand
besitzt häufig eine große zentrale Zellsaftvakuolebesitzt keine große zentrale Zellsaftvakuole
Zellen grüner Pflanzenteile besitzen Chloroplastenbesitzt keine Chloroplasten
besitzt ebenfalls Mitochondrienbesitzt ebenfalls Mitochondrien

Die Zellwand besteht hauptsächlich aus Cellulose und gibt der Pflanzenzelle Stabilität. Sie ist eine wichtige Zellstruktur, wird nach der engeren Definition aber nicht als Organell eingeordnet.

Die Zellsaftvakuole speichert Wasser und gelöste Stoffe. Ihre Membran heißt Tonoplast. Der Zellsaft drückt gegen die Zellwand. Dieser Turgordruck stabilisiert die Pflanzenzelle.

Chloroplasten enthalten Chlorophyll. Sie fangen Lichtenergie ein und stellen bei der Fotosynthese energiereichen Zucker her. Mitochondrien können diesen Zucker bei der Zellatmung abbauen und dabei ATP bereitstellen.

Gut zu wissen

Nicht jede Pflanzenzelle muss Chloroplasten besitzen. Chloroplasten sind für Zellen grüner Pflanzenteile typisch. Deshalb beweist das Fehlen von Chloroplasten allein noch nicht, dass eine Zelle eine Tierzelle ist.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Struktur ist für eine Zelle eines grünen Blattes besonders kennzeichnend?
Lösung: Chloroplast — Chloroplasten ermöglichen die Fotosynthese und sind typisch für Zellen grüner Pflanzenteile.
Frage 2 von 2MittelEine Zelle besitzt Zellwand, große zentrale Vakuole und Chloroplasten. Welche Einordnung ist begründet?
Lösung: Es handelt sich um eine Pflanzenzelle aus einem grünen Pflanzenteil. — Die Kombination aus Zellwand, großer zentraler Vakuole und Chloroplasten kennzeichnet eine Pflanzenzelle aus einem grünen Pflanzenteil.
Wie leitest du die Aufgabe einer Zelle aus ihrer Ausstattung ab?

Organellen kommen nicht in jeder Zelle in gleicher Anzahl oder Ausprägung vor. Ihre Ausstattung passt zur Aufgabe der Zelle.

Gehe bei einer unbekannten Zelle in drei Schritten vor:

  1. Strukturen erkennen: Welche Organellen oder Zellbestandteile sind vorhanden?
  2. Funktionen zuordnen: Welche Aufgabe erfüllt jede auffällige Struktur?
  3. Schluss begründen: Welche Zellleistung wird durch diese Ausstattung unterstützt?
Beispiel

Eine Muskelzelle besitzt besonders viele Mitochondrien.

  • Beobachtung: Es sind viele Mitochondrien vorhanden.
  • Fachwissen: Mitochondrien stellen bei der Zellatmung ATP bereit.
  • Schlussfolgerung: Die Zelle hat einen hohen Energieumsatz, weil Muskelarbeit viel nutzbare Energie benötigt.

Die bloße Aussage „Mitochondrien sind Kraftwerke“ reicht als Begründung nicht aus. Entscheidend ist die Verbindung zwischen Organell, Funktion und Zellaufgabe.

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Frage 1 von 1SchwerEine unbekannte Zelle besitzt stark ausgeprägtes raues ER und einen großen Golgi-Apparat. Welche Aufgabe ist am ehesten zu erwarten?
Lösung: Die Zelle stellt viele Proteine her, verarbeitet und versendet sie. — Ribosomen am rauen ER stellen Proteine her. ER, Vesikel und Golgi-Apparat verarbeiten, sortieren und transportieren diese Proteine weiter.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Zellorganellen und Arbeitsteilung
    • Abgrenzung: Membranen bilden geregelte Reaktionsräume
    • Steuerung: Zellkern enthält die genetische Information
    • Herstellung: Ribosomen und ER erzeugen und verarbeiten Proteine
    • Transport: Vesikel und Golgi-Apparat sortieren und verteilen Stoffe
    • Energie: Chloroplasten erzeugen Zucker, Mitochondrien stellen ATP bereit
    • Abbau: Lysosomen und Peroxisomen verarbeiten unerwünschte Stoffe
    • Pflanzenzelle: Zellwand, große Vakuole und in grünen Teilen Chloroplasten
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelches Organell sortiert und verpackt Proteine und Lipide?
Lösung: Golgi-Apparat — Der Golgi-Apparat nimmt Stoffe auf, verändert und sortiert sie und verpackt sie für den weiteren Transport.
Frage 2 von 3MittelWarum kann eine Biomembran zugleich abgrenzen und Austausch ermöglichen?
Lösung: Sie bildet eine Grenze, durch die Stoffe kontrolliert transportiert werden können. — Biomembranen trennen Reaktionsräume, besitzen aber Transportmöglichkeiten für einen kontrollierten Austausch.
Frage 3 von 3SchwerEine Zelle besitzt viele Mitochondrien, aber keine Zellwand und keine Chloroplasten. Welche Aussage ist am besten begründet?
Lösung: Die Zelle hat einen hohen Energieumsatz und kann eine Tierzelle sein. — Viele Mitochondrien sprechen für einen hohen Energiebedarf. Das Fehlen von Zellwand und Chloroplasten passt zu einer Tierzelle.

Wenn du Organellen nicht nur benennst, sondern Struktur, Funktion und Zellaufgabe miteinander verbindest, kannst du auch unbekannte Zellen sinnvoll untersuchen.

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