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Zellkern

Zellkern verständlich erklärt: Aufbau, Funktion, Beispiele und wichtige Zusammenhänge in Zellen und Stoffwechsel.

Wenn deine Klasse einen Ausflug plant, braucht sie Informationen: Wer fährt mit? Wohin geht es? Was muss vorbereitet werden? In deinem Körper ist das ähnlich. Dort müssen winzige Bausteine ständig Aufgaben verteilen, Stoffe herstellen und neue Zellen vorbereiten.

Deine Lernziele
  • Du kannst erklären, was der Zellkern ist.
  • Du kannst die wichtigsten Bestandteile des Zellkerns nennen.
  • Du kannst beschreiben, warum DNA, Kernhülle und Kernporen wichtig sind.
  • Du kannst Zellkern und Kernkörperchen sicher unterscheiden.

Der Zellkern als Informationsort

Eine Zelle ist die kleinste lebende Baueinheit eines Lebewesens. Dein Körper besteht aus sehr vielen Zellen, zum Beispiel Hautzellen, Muskelzellen und Nervenzellen. Viele dieser Zellen enthalten einen Zellkern.

Definition

Der Zellkern ist ein abgegrenzter Bereich in vielen Zellen. Er enthält den größten Teil der Erbinformation und hilft der Zelle, ihre Vorgänge zu steuern.

Du kannst dir den Zellkern wie einen geschützten Raum mit wichtigen Bauplänen vorstellen. Diese Baupläne sagen der Zelle nicht direkt mit einer Stimme, was sie tun soll. Sie enthalten Informationen, nach denen die Zelle wichtige Stoffe herstellen kann.

Ein Zellorganell ist ein abgegrenzter Zellbestandteil mit einer bestimmten Aufgabe. Der Zellkern ist so ein Zellorganell. Er liegt im Cytoplasma, also in der zähflüssigen Grundsubstanz der Zelle. Proteine sind wichtige Bau- und Arbeitsstoffe der Zelle. Sie helfen zum Beispiel beim Aufbau, beim Transport und bei chemischen Reaktionen.

Beispiel

Eine Hautzelle braucht ständig neue Proteine, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Die Information dafür liegt im Zellkern. Von dort werden Arbeitskopien der passenden Information erstellt. Diese Kopien helfen später im Cytoplasma beim Bau der Proteine.

Merke

Der Zellkern ist nicht einfach nur ein Punkt in der Zelle. Er ist der geschützte Ort, an dem wichtige Erbinformation liegt und genutzt wird.

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Welche Zellen haben einen Zellkern?

Nicht jede Zelle besitzt einen abgegrenzten Zellkern. Eukaryoten sind Lebewesen, deren Zellen einen Zellkern besitzen. Dazu gehören Tiere, Pflanzen, Pilze und viele Einzeller.

Prokaryoten sind Lebewesen ohne abgegrenzten Zellkern. Dazu gehören Bakterien und Archaeen. Ihre Erbinformation liegt nicht in einem eigenen Kernraum, sondern frei in einem Bereich der Zelle.

Definition

Eine eukaryotische Zelle besitzt einen Zellkern. Eine prokaryotische Zelle besitzt keinen abgegrenzten Zellkern.

Beispiel

Eine Pflanzenzelle aus einer Zwiebel besitzt einen Zellkern. Unter dem Mikroskop kann man ihn oft gut erkennen, wenn die Zelle passend gefärbt wurde.

Ein Bakterium besitzt dagegen keinen Zellkern. Es hat trotzdem Erbinformation, aber sie liegt nicht in einer Kernhülle.

Es gibt auch besondere Ausnahmen. Reife rote Blutkörperchen des Menschen haben keinen Zellkern mehr. Dadurch haben sie mehr Platz für den Transport von Sauerstoff. Sie können sich aber nicht mehr teilen.

Merke

Zellkern vorhanden: eukaryotische Zelle. Kein abgegrenzter Zellkern: prokaryotische Zelle.

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Aufbau: Hülle, Poren und Innenraum

Der Zellkern ist meistens rundlich oder oval. Seine Grenze heißt Kernhülle. Die Kernhülle ist eine doppelte Membran, also eine Grenze aus zwei dünnen Membranschichten.

Definition

Die Kernhülle trennt den Zellkern vom Cytoplasma. Sie schützt die Erbinformation und reguliert, welche Stoffe hinein- und hinausgelangen.

Eine Grenze allein würde aber nicht reichen. Die Zelle muss Informationen aus dem Zellkern herausbringen und bestimmte Stoffe hineinlassen. Dafür gibt es Kernporen. Kernporen sind kontrollierte Durchgänge in der Kernhülle.

Definition

Kernporen sind Durchgänge in der Kernhülle. Sie kontrollieren den Stoffaustausch zwischen Zellkern und Cytoplasma.

Im Inneren des Zellkerns liegt das Kernplasma. Das ist die Flüssigkeit im Zellkern. Darin befinden sich unter anderem die Erbinformation und viele Proteine.

Beispiel

Stell dir den Zellkern wie einen Klassenraum mit Türkontrolle vor. Die Kernhülle ist die Wand. Die Kernporen sind die Türen. Nicht alles darf einfach durch, aber wichtige Nachrichten und passende Helfer können kontrolliert ein- und ausgehen.

Merke

Die Kernhülle schützt. Die Kernporen tauschen kontrolliert aus. Das Kernplasma füllt den Innenraum.

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DNA, Chromatin und Chromosomen

Die wichtigste Information im Zellkern liegt in der DNA. DNA ist die Erbsubstanz. Sie enthält Bauanleitungen für viele Stoffe, die eine Zelle braucht.

Definition

DNA ist ein langes Molekül mit Erbinformation. In ihr stehen Informationen, nach denen Zellen bestimmte Proteine herstellen können.

DNA ist sehr lang. Damit sie in den Zellkern passt, wird sie verpackt. Diese verpackte Form nennt man Chromatin. Chromatin besteht aus DNA und passenden Proteinen.

Definition

Chromatin ist verpackte DNA im Zellkern. Es besteht aus DNA und Proteinen, die beim Ordnen und Verpacken helfen.

Wenn sich eine Zelle teilt, muss die Erbinformation besonders ordentlich verteilt werden. Dann verdichtet sich Chromatin zu sichtbaren Chromosomen. Ein Chromosom ist also eine stark verdichtete Transportform der DNA.

Definition

Chromosomen sind stark verdichtete Formen von DNA. Sie helfen, Erbinformation bei der Zellteilung geordnet zu verteilen.

Beispiel

Ein langer Kopfhörer kann sich schnell verknoten, wenn er lose in der Tasche liegt. Wickelst du ihn ordentlich auf, lässt er sich besser transportieren. Ähnlich wird DNA im Zellkern verpackt: lockerer als Chromatin für die normale Arbeit, stark verdichtet als Chromosom für die Zellteilung.

Gut zu wissen

DNA ist nicht nur im Zellkern zu finden. Mitochondrien besitzen ebenfalls eigene kleine DNA-Mengen. Bei Pflanzen haben auch Chloroplasten eigene DNA. Der größte Teil der Erbinformation einer eukaryotischen Zelle liegt aber im Zellkern.

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Das Kernkörperchen und die Ribosomen

Im Zellkern sieht man oft einen dunkleren Bereich. Dieser Bereich heißt Kernkörperchen oder Nucleolus. Er ist nicht dasselbe wie der Zellkern.

Definition

Das Kernkörperchen ist ein Bereich im Zellkern. Dort werden wichtige Bauteile für Ribosomen vorbereitet.

Ribosomen sind kleine Zellbestandteile, an denen Proteine hergestellt werden. Ohne Ribosomen könnte die Zelle viele ihrer Aufgaben nicht erfüllen.

Definition

Ribosomen sind Orte der Proteinherstellung in der Zelle.

Das Kernkörperchen hilft also indirekt beim Proteinbau. Es stellt nicht selbst alle Proteine her. Es bereitet Bauteile vor, aus denen später Ribosomen entstehen.

Beispiel

Wenn eine Zelle viele Proteine herstellen muss, braucht sie viele Ribosomen. Das Kernkörperchen hilft dabei, Bauteile für diese Ribosomen vorzubereiten. Danach gelangen diese Bauteile aus dem Zellkern heraus und werden weiter zusammengesetzt.

Merke

Zellkern ist der ganze Kern. Kernkörperchen ist ein Bereich darin. Ribosomen bauen Proteine. Nucleus bedeutet Zellkern, Nucleolus bedeutet Kernkörperchen.

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Was im Zellkern passiert

Der Zellkern speichert Informationen nicht nur. Er nutzt sie auch. Zwei wichtige Vorgänge heißen Transkription und Replikation.

Definition

Transkription bedeutet: Von einem DNA-Abschnitt wird eine RNA-Arbeitskopie hergestellt.

RNA ist ein Molekül, das der DNA ähnelt und in Zellen verschiedene Aufgaben übernehmen kann. Bei der Transkription entsteht eine RNA-Kopie, die den Zellkern verlassen kann. Danach kann sie im Cytoplasma beim Proteinbau verwendet werden. Die DNA selbst bleibt dabei im Zellkern geschützt.

Beispiel

Wenn du ein Rezept nicht aus dem wertvollen Originalbuch mit in die Küche nehmen willst, schreibst du eine Kopie. Das Original bleibt sicher. Mit der Kopie kannst du arbeiten. So ähnlich bleibt die DNA im Zellkern, während eine Arbeitskopie genutzt wird.

Definition

Replikation bedeutet: Die DNA wird verdoppelt. Das ist wichtig, bevor sich eine Zelle teilt.

Vor einer Zellteilung braucht jede Tochterzelle eine vollständige Erbinformation. Deshalb wird die DNA vorher kopiert. Danach kann sie auf die entstehenden Zellen verteilt werden.

Definition

Mitose ist eine Form der Kernteilung. Dabei entstehen aus einem Zellkern zwei Zellkerne mit gleicher Erbinformation.

Beispiel

Wenn eine Hautzelle ersetzt werden muss, teilt sich eine passende Zelle. Vorher wird die DNA verdoppelt. Während der Mitose wird die Erbinformation geordnet verteilt. So bekommen beide neuen Zellkerne die nötige Information.

Merke

Transkription erstellt Arbeitskopien. Replikation verdoppelt DNA. Mitose verteilt die Erbinformation auf neue Zellkerne.

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Zusammenfassung

Der Zellkern ist ein abgegrenzter Bereich in eukaryotischen Zellen. Er enthält den größten Teil der Erbinformation und hilft der Zelle, wichtige Vorgänge zu steuern.

Die Kernhülle schützt den Zellkern. Kernporen ermöglichen kontrollierten Austausch mit dem Cytoplasma. Im Inneren liegen DNA, Chromatin und das Kernkörperchen.

DNA enthält Erbinformation. Als Chromatin ist sie verpackt und nutzbar. Bei der Zellteilung wird sie zu Chromosomen verdichtet, damit sie geordnet verteilt werden kann.

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