Biologie

Chromosomen: Aufbau, Chromatin und Chromosomensatz

Chromosomen: Aufbau, Chromatin und Chromosomensatz
Chromosomen: Aufbau, Chromatin und Chromosomensatz
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Chromosomen ordnen und transportieren die Erbinformation einer Zelle. Sie bestehen aus DNA und Proteinen. Zwischen Zellteilungen liegt dieses Material meist als lockeres Chromatin vor; für eine Zellteilung wird es zu kompakten Chromosomen verdichtet.

Deine Lernziele

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Vom Zellkern zum Gen

Bei eukaryotischen Zellen befindet sich der größte Teil der DNA im Zellkern. Die DNA trägt die Erbinformation. Zusammen mit Proteinen bildet sie das Material der Chromosomen.

Definition

Gen

Ein Gen ist ein Abschnitt der DNA. Es enthält die Information für ein bestimmtes biologisches Produkt, zum Beispiel für ein Protein.

Eine Variante eines Gens heißt Allel. Zwei Menschen können dasselbe Gen besitzen, aber unterschiedliche Allele dieses Gens tragen. Gen und Allel sind deshalb nicht dasselbe: Das Gen bezeichnet den DNA-Abschnitt, das Allel eine mögliche Variante davon.

Die Teil-Ganzes-Beziehung lautet:

  1. Im Zellkern liegen die Chromosomen.
  2. Ein Chromosom enthält DNA und Proteine.
  3. Auf der DNA liegen viele Gene.
  4. Ein Gen kann in unterschiedlichen Allelen vorkommen.
Beispiel

Auf zwei homologen Chromosomen liegt ein bestimmtes Gen jeweils am entsprechenden Genort. Das mütterliche Chromosom kann dort ein anderes Allel tragen als das väterliche. Die Genorte stimmen überein, die Allele müssen aber nicht identisch sein.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage ordnet die Begriffe richtig zu?
Lösung: Ein Gen ist ein Abschnitt der DNA, die Bestandteil eines Chromosoms ist. — Vom Großen zum Kleinen kannst du dir merken: Zellkern, Chromosom, DNA, Gen. Ein Allel ist eine Variante eines Gens.
Wie DNA verpackt wird

Die DNA-Moleküle sind sehr lang. Proteine helfen dabei, sie platzsparend zu ordnen, ohne die Erbinformation zu ersetzen.

Definition

Nukleosom

Ein Nukleosom entsteht, wenn sich DNA um eine Gruppe aus acht Histonproteinen wickelt. Viele Nukleosomen hintereinander erinnern an Perlen auf einer Schnur.

Die Verpackung erfolgt in mehreren Stufen:

  1. Die DNA wickelt sich um Histone und bildet Nukleosomen.
  2. Viele Nukleosomen bilden eine perlenkettenartige Struktur.
  3. Diese Struktur wird weiter aufgewickelt und zu Chromatinfäden geordnet.
  4. Die Chromatinfäden bilden Schlaufen und werden weiter gefaltet.
  5. Durch starke Verdichtung entsteht ein kompaktes Chromosom.
Definition

Chromatin

Chromatin ist das Material aus DNA und zugehörigen Proteinen, aus dem Chromosomen aufgebaut sind. In der Interphase ist es weniger stark verdichtet als während der Zellteilung.

Weniger dichtes Chromatin ermöglicht, dass Gene abgelesen werden. Vor und während einer Zellteilung wird das Material stark verdichtet. So lässt sich die DNA geordnet auf die entstehenden Zellen verteilen.

Merke

Chromatin und Chromosom sind keine verschiedenen Erbstoffe. Sie bezeichnen unterschiedlich stark verdichtete Zustände desselben DNA-Protein-Materials.

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Frage 1 von 1MittelWelche Reihenfolge führt von der DNA zum stark verdichteten Chromosom?
Lösung: DNA, Nukleosomen, Chromatinfäden und Schlaufen, kompaktes Chromosom — Mit jeder Stufe wird das DNA-Protein-Material stärker geordnet und verdichtet.
Warum ein Chromosom nicht immer X-förmig ist

Die bekannte X-Form zeigt ein bereits verdoppeltes und stark verdichtetes Chromosom. Sie ist nicht die dauerhafte Form jedes Chromosoms.

Definition

Chromatid

Ein Chromatid ist eine Längseinheit eines Chromosoms. Ein verdoppeltes Chromosom besitzt zwei identische Schwesterchromatiden, die am Zentromer miteinander verbunden sind.

Der Wechsel lässt sich als Ablauf verstehen:

  1. Vor der DNA-Verdopplung liegt ein Ein-Chromatid-Chromosom vor.
  2. In der S-Phase der Interphase wird die DNA verdoppelt.
  3. Danach besteht das Chromosom aus zwei Schwesterchromatiden.
  4. Bei der Kernteilung werden die Schwesterchromatiden getrennt.
  5. Jede getrennte Chromatide bildet nun ein Ein-Chromatid-Chromosom.

Die Verdopplung geschieht also vor der eigentlichen Mitose, nicht erst während der Trennung der Chromatiden.

Beispiel

Ein Chromosom wird vor einer Zellteilung kopiert. Die beiden entstandenen Schwesterchromatiden bleiben zunächst am Zentromer verbunden. Werden sie später zu entgegengesetzten Zellpolen gezogen, erhält jede entstehende Zelle eine der Kopien.

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Frage 1 von 1MittelWann entsteht ein Zwei-Chromatid-Chromosom?
Lösung: Nach der DNA-Verdopplung in der S-Phase — Ein Zwei-Chromatid-Chromosom besteht aus zwei kopierten Schwesterchromatiden desselben Chromosoms.
Homolog oder identisch?

In einer diploiden Körperzelle bilden je ein mütterliches und ein väterliches Chromosom ein Paar. Solche Paarpartner heißen homologe Chromosomen.

Homologe Chromosomen stimmen in ihrer Gestalt und in der Reihenfolge ihrer Genorte überein. Sie sind trotzdem nicht unbedingt identisch, weil an denselben Genorten unterschiedliche Allele liegen können.

VergleichHerkunftVerhältnis
Homologe Chromosomeneines mütterlich, eines väterlichgleiche Genorte, möglicherweise unterschiedliche Allele
Schwesterchromatidendurch Kopieren eines Chromosoms entstandenidentische Kopien, am Zentromer verbunden
Merke

Homolog bedeutet passend in Aufbau und Genorten, nicht vollständig identisch. Schwesterchromatiden sind dagegen Kopien desselben Chromosoms.

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Frage 1 von 1MittelZwei Chromosomen besitzen dieselben Genorte, tragen dort aber teilweise unterschiedliche Allele. Wie nennt man sie?
Lösung: homologe Chromosomen — Homologe Chromosomen bilden ein mütterlich-väterliches Paar. Gleiche Genorte schließen unterschiedliche Allele nicht aus.
Der menschliche Chromosomensatz

Die Gesamtheit aller Chromosomen einer Zelle heißt Chromosomensatz. Für den üblichen menschlichen Chromosomensatz gelten folgende Zahlen:

  • Körperzellen besitzen 46 Chromosomen, angeordnet in 23 Paaren.
  • Je 23 Chromosomen stammen von der Mutter und vom Vater.
  • 44 Chromosomen sind Autosomen, also Körperchromosomen.
  • Zwei Chromosomen sind Gonosomen, also Geschlechtschromosomen.

Körperzellen besitzen einen doppelten oder diploiden Chromosomensatz. Eizellen und Spermien enthalten dagegen 23 einzelne Chromosomen und damit einen einfachen oder haploiden Satz. Bei der Befruchtung kommen zwei haploide Sätze zusammen.

Die Chromosomenzahl ist artspezifisch, aber kein Maß für die Komplexität eines Lebewesens. So besitzen Menschen 46, Weizen 42 und Karpfen 104 Chromosomen.

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Frage 1 von 3LeichtWie viele Chromosomen enthält eine menschliche Keimzelle normalerweise?
Lösung: 23 einzelne Chromosomen — Keimzellen sind haploid und enthalten jeweils ein Chromosom aus jedem Paar.
Frage 2 von 3MittelEine Zelle enthält 46 Chromosomen in 23 Paaren. Welchen Chromosomensatz besitzt sie?
Lösung: einen diploiden Chromosomensatz — Zwei Ausführungen jedes Chromosomentyps kennzeichnen den diploiden Satz.
Frage 3 von 3SchwerEine Tierart besitzt mehr Chromosomen als der Mensch. Was lässt sich daraus sicher schließen?
Lösung: Die Art besitzt eine andere artspezifische Chromosomenzahl. — Aus der Anzahl allein lassen sich weder die Komplexität noch die Genmenge eines einzelnen Chromosoms ableiten.
Was ein Karyogramm zeigt

Ein Karyogramm ist eine geordnete Darstellung der Chromosomen einer Zelle. Die Chromosomen werden unter anderem nach Größe, Zentromerlage und Bandenmuster sortiert. Beim Menschen stehen zuerst die Autosomenpaare und anschließend die Gonosomen.

Ein Karyogramm zeigt die Anzahl und auffällige größere Veränderungen der Chromosomen. Manche Abweichungen der Chromosomenzahl lassen sich darin erkennen.

Beispiel

Bei einer Trisomie liegt ein bestimmtes Chromosom dreimal statt zweimal vor. Bei Trisomie 21 betrifft dies Chromosom 21. Ein entsprechendes Karyogramm kann daher drei Exemplare dieses Chromosoms zeigen.

Eine Veränderung der Chromosomenzahl heißt Genommutation. Davon zu unterscheiden ist eine Chromosomenmutation, bei der sich die Struktur eines Chromosoms verändert.

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Frage 1 von 1MittelIn einem Karyogramm liegt Chromosom 21 dreifach vor. Welche Beobachtung ist damit direkt belegt?
Lösung: Die Anzahl von Chromosom 21 ist verändert. — Drei Exemplare eines bestimmten Chromosoms zeigen eine zahlenmäßige Abweichung, hier eine Trisomie.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Chromosomen
    • Aufbau und Verpackung
      • DNA und Histone
      • Nukleosomen und Chromatin
    • Formen
      • Ein- und Zwei-Chromatid-Chromosomen
      • Schwesterchromatiden am Zentromer
    • Paare und Gene
      • homologe Chromosomen
      • gleiche Genorte, mögliche verschiedene Allele
    • Menschlicher Chromosomensatz
      • Körperzellen: diploid mit 46 Chromosomen
      • Keimzellen: haploid mit 23 Chromosomen
    • Untersuchung
      • geordnete Darstellung im Karyogramm
      • erkennbare Abweichungen der Chromosomenzahl
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage über Chromatin und Chromosomen stimmt?
Lösung: Chromatin ist das DNA-Protein-Material, das für die Zellteilung stark zu Chromosomen verdichtet wird. — Der Unterschied betrifft vor allem den Verdichtungszustand, nicht die Art der Erbinformation.
Frage 2 von 3MittelEin Schüler sagt: „Die beiden Chromosomen eines homologen Paares sind identische Kopien.“ Wie verbesserst du die Aussage?
Lösung: Sie besitzen entsprechende Genorte, können dort aber unterschiedliche Allele tragen. — Homolog beschreibt die Übereinstimmung der Genorte. Identisch sind die frisch kopierten Schwesterchromatiden eines Chromosoms.
Frage 3 von 3SchwerEine menschliche Zelle enthält 23 einzelne Chromosomen ohne homologe Paare. Welche Deutung passt?
Lösung: Es handelt sich um einen haploiden Chromosomensatz, wie er in einer Keimzelle vorkommt. — Ein einzelner Satz mit 23 Chromosomen ist haploid. Zwei solche Sätze ergeben bei der Befruchtung wieder einen diploiden Satz.

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