Biologie

Mitose: Ablauf, Phasen und Bedeutung einfach erklärt

Mitose: Ablauf, Phasen und Bedeutung einfach erklärt
Mitose: Ablauf, Phasen und Bedeutung einfach erklärt
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Die Mitose ist die Teilung eines Zellkerns. Dabei wird das zuvor verdoppelte Erbgut so verteilt, dass zwei genetisch identische Zellkerne mit demselben Chromosomensatz entstehen. Anschließend teilt die Cytokinese das Zellplasma und trennt die Zelle in zwei Tochterzellen.

Auf dieser Seite lernst du, wie die Mitose vorbereitet wird, was in ihren Phasen geschieht und wie du sie von Cytokinese und Meiose unterscheidest.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was vor der Mitose geschehen muss

Wie können zwei neue Zellkerne dieselbe Erbinformation erhalten? Die Zelle muss ihr Erbgut zuerst verdoppeln. Das geschieht nicht während der Mitose, sondern vorher in der Interphase.

Definition

Interphase

Die Interphase liegt zwischen zwei Mitosen. In ihr wächst die Zelle, verdoppelt ihr Erbgut und bereitet die nächste Kernteilung vor.

Die Interphase lässt sich in drei Abschnitte gliedern:

  1. G1-Phase: Die Zelle wächst und bildet Zellbestandteile sowie Proteine.
  2. S-Phase: Die DNA wird verdoppelt. Aus einem Ein-Chromatid-Chromosom entsteht ein Zwei-Chromatid-Chromosom.
  3. G2-Phase: Die Zelle wächst weiter und beendet die Vorbereitung auf die Teilung.

Die beiden identischen Hälften eines verdoppelten Chromosoms heißen Schwesterchromatiden. Sie sind am Centromer miteinander verbunden.

Merke

Erst verdoppeln, dann verteilen: Die DNA-Verdopplung findet in der S-Phase statt, die Trennung der Schwesterchromatiden während der Mitose.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtIn welchem Abschnitt wird die DNA verdoppelt?
Lösung: In der S-Phase der Interphase — Die S-Phase bereitet die Mitose vor. Ohne vorherige DNA-Verdopplung könnten nicht beide neuen Zellkerne die vollständige Erbinformation erhalten.
Frage 2 von 2MittelEine Zelle besitzt Zwei-Chromatid-Chromosomen. Welche Aussage passt?
Lösung: Die DNA wurde bereits verdoppelt, die Schwesterchromatiden sind aber noch verbunden. — Ein Zwei-Chromatid-Chromosom besteht aus zwei identischen Schwesterchromatiden, die am Centromer zusammenhängen.
Wie die Mitose in vier Kernphasen abläuft

Der gemeinsame Grundablauf besteht aus Prophase, Metaphase, Anaphase und Telophase. Die Anfangsbuchstaben ergeben P–M–A–T.

Prophase: verpacken und vorbereiten

Das lockere Chromatin verdichtet sich. Dadurch werden einzelne Zwei-Chromatid-Chromosomen sichtbar und transportfähig. Die Kernhülle und das Kernkörperchen lösen sich auf, während sich der Spindelapparat bildet.

Manche Darstellungen trennen das vollständige Auflösen der Kernhülle als eigene Prometaphase ab. Deshalb findest du je nach Modell vier oder fünf Mitosephasen. Der biologische Ablauf bleibt derselbe.

Metaphase: in der Mitte anordnen

Die Chromosomen ordnen sich in der Äquatorialebene an. Das ist die gedachte Ebene in der Zellmitte zwischen den beiden Spindelpolen. Spindelfasern sind mit den Chromosomen am Centromer verbunden.

Anaphase: Schwesterchromatiden trennen

Die Verbindung am Centromer wird getrennt. Die Spindelfasern ziehen die Schwesterchromatiden zu entgegengesetzten Zellpolen. Nach der Trennung gilt jede Chromatide als eigenes Tochterchromosom.

Telophase: zwei Zellkerne bilden

An beiden Polen entstehen neue Kernhüllen. Der Spindelapparat wird abgebaut und die Chromosomen lockern sich wieder zu Chromatin. Damit sind zwei neue Zellkerne entstanden.

Beispiel

Betrachte ein verdoppeltes Chromosom mit zwei identischen Schwesterchromatiden:

  1. In der Prophase wird es kompakt und sichtbar.
  2. In der Metaphase liegt es in der Zellmitte.
  3. In der Anaphase gelangt je eine Schwesterchromatide zu einem der beiden Pole.
  4. In der Telophase wird an jedem Pol ein neuer Zellkern gebildet.

Da die Schwesterchromatiden identische DNA enthalten, erhalten beide neuen Zellkerne dieselbe Erbinformation.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

In der werden die Chromosomen kompakt. In der ordnen sie sich in der Zellmitte an. Die Schwesterchromatiden werden in der getrennt. Neue Kernhüllen entstehen in der .

Lösungen: Lücke 1: Prophase; Lücke 2: Metaphase; Lücke 3: Anaphase; Lücke 4: Telophase. Denke an die Abfolge: verpacken, in der Mitte anordnen, auseinanderziehen und neue Zellkerne bilden.
Warum Mitose und Cytokinese nicht dasselbe sind

Nach der Telophase sind zwei Zellkerne vorhanden. Die Zelle als Ganzes ist damit jedoch noch nicht vollständig geteilt.

Definition

Cytokinese

Die Cytokinese ist die Teilung des Zellplasmas. Sie trennt die Mutterzelle räumlich in zwei Tochterzellen und folgt auf die Mitose oder beginnt bereits gegen deren Ende.

Bei Tierzellen schnürt sich die Zellmembran ein und bildet eine Teilungsfurche. Bei Pflanzenzellen entstehen zwischen den beiden Zellbereichen neue Zellmembranen und eine neue Zellwand.

Die genaue Abgrenzung wird in Schulbüchern unterschiedlich dargestellt: Manche rechnen die Cytokinese zur Telophase oder zur M-Phase. Für das Verständnis ist diese Unterscheidung entscheidend:

  • Mitose: Teilung des Zellkerns und Verteilung der Chromosomen
  • Cytokinese: Teilung des Zellplasmas und räumliche Trennung der Tochterzellen
Teste dich
Frage 1 von 1MittelIn einer Zelle sind bereits zwei neue Zellkerne sichtbar, das Zellplasma ist aber noch nicht getrennt. Welcher Vorgang fehlt noch?
Lösung: Die Cytokinese — Die Kernteilung ist beendet. Erst die Cytokinese trennt das Zellplasma und macht daraus zwei räumlich getrennte Tochterzellen.
Wozu Mitose gebraucht wird

Mitose und anschließende Cytokinese erhöhen die Zahl genetisch gleicher Zellen. Das ermöglicht mehrere biologische Vorgänge:

  • Wachstum: Aus einer Zelle können durch wiederholte Teilungen viele Zellen entstehen.
  • Entwicklung: Aus einer befruchteten Eizelle entwickelt sich durch zahlreiche Zellteilungen ein vielzelliger Organismus.
  • Gewebeerneuerung: Abgenutzte oder abgestorbene Zellen können ersetzt werden.
  • Regeneration: Bei der Wundheilung entstehen neue Zellen, die beschädigtes Gewebe ergänzen.
  • Ungeschlechtliche Fortpflanzung: Manche Eukaryoten erzeugen Nachkommen durch Zellteilung.

Mitose findet bei Eukaryoten, also Lebewesen mit Zellen und Zellkern, statt. Bakterien besitzen keinen Zellkern und teilen sich daher nicht durch Mitose.

Beispiel

Bei einem Schnitt in der Haut gehen Zellen verloren oder werden beschädigt. Benachbarte teilungsfähige Zellen durchlaufen den Zellzyklus. Durch Mitose entstehen neue Zellkerne; durch Cytokinese entstehen neue Zellen. Wiederholte Teilungen helfen dabei, das Gewebe zu erneuern.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWarum ist Mitose für die Wundheilung wichtig?
Lösung: Sie liefert neue Zellen mit derselben Erbinformation wie die Ausgangszellen. — Für die Erneuerung eines Gewebes werden zusätzliche, genetisch gleiche Zellen benötigt. Mitose erhält dabei den Chromosomensatz.
Mitose und Meiose sicher unterscheiden

Beide Vorgänge verteilen Chromosomen, erfüllen aber verschiedene Aufgaben.

MerkmalMitoseMeiose
HauptaufgabeWachstum, Entwicklung und ErneuerungBildung von Keimzellen
Zahl der Teilungeneinezwei
Ergebniszwei genetisch identische Zellenvier genetisch unterschiedliche Zellen
Chromosomensatzbleibt erhaltenwird halbiert

Bei der Mitose werden Schwesterchromatiden so verteilt, dass beide Tochterzellen denselben Chromosomensatz wie die Ausgangszelle erhalten. Bei der Meiose entstehen dagegen Keimzellen mit halbiertem Chromosomensatz. Die genaueren Vorgänge der Meiose gehören in einen eigenen Lernweg.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerEin unbekannter Teilungsvorgang erzeugt aus einer Ausgangszelle zwei genetisch identische Zellen mit unverändertem Chromosomensatz. Wie ordnest du ihn zu?
Lösung: Als Mitose mit anschließender Cytokinese — Das Ergebnis ist entscheidend: Zwei genetisch identische Zellen mit erhaltenem Chromosomensatz kennzeichnen die Mitose mit anschließender Cytokinese.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Mitose
    • Vorbereitung: Wachstum und DNA-Verdopplung in der Interphase
    • Prophase: Chromosomen werden kompakt, Spindelapparat entsteht
    • Metaphase: Chromosomen liegen in der Äquatorialebene
    • Anaphase: Schwesterchromatiden wandern zu entgegengesetzten Polen
    • Telophase: Zwei neue Zellkerne entstehen
    • Cytokinese: Das Zellplasma wird auf zwei Tochterzellen verteilt
    • Bedeutung: Wachstum, Entwicklung und Gewebeerneuerung
    • Ergebnis: Genetisch identische Zellen mit erhaltenem Chromosomensatz
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Reihenfolge der vier Kernphasen ist richtig?
Lösung: Prophase – Metaphase – Anaphase – Telophase — Merke dir P–M–A–T: kompakt werden, in der Mitte anordnen, auseinanderziehen, neue Kernhüllen bilden.
Frage 2 von 3MittelWarum muss die S-Phase vor der Mitose stattfinden?
Lösung: Damit zwei identische Kopien der DNA vorhanden sind, die auf die neuen Zellkerne verteilt werden können. — Die S-Phase verdoppelt die DNA. Während der Mitose werden die identischen Schwesterchromatiden anschließend getrennt und gleichmäßig verteilt.
Frage 3 von 3SchwerEine Beobachtung zeigt Chromosomen in der Zellmitte, die noch aus je zwei Schwesterchromatiden bestehen. Welche Phase ist zu sehen und was folgt als Nächstes?
Lösung: Metaphase; danach werden die Schwesterchromatiden in der Anaphase getrennt. — Zwei-Chromatid-Chromosomen in der Äquatorialebene kennzeichnen die Metaphase. Der nächste Schritt ist ihre Trennung in der Anaphase.

Wenn du den Ablauf erklären kannst, ohne nur die Phasennamen aufzusagen, hast du die Kernidee verstanden: Die Mitose verteilt zwei identische DNA-Kopien geordnet auf zwei neue Zellkerne.

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