Biologie

Zellzyklus: Phasen und Kontrolle verstehen

Zellzyklus: Phasen und Kontrolle verstehen
Zellzyklus: Phasen und Kontrolle verstehen
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Der Zellzyklus beschreibt den Weg einer teilungsfähigen Zelle von einer Zellteilung bis zur nächsten. In der Interphase wächst sie und verdoppelt ihre DNA. Danach verteilt die Mitose das Erbgut auf zwei Zellkerne, und die Cytokinese trennt die gesamte Zelle.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum durchlaufen Zellen einen Zyklus?

Wenn du wächst oder eine Wunde heilt, müssen neue Zellen entstehen. Dazu teilt sich eine Mutterzelle so, dass zwei genetisch weitgehend identische Tochterzellen entstehen. Vor der Teilung muss die Zelle ihr Erbgut vollständig kopieren und anschließend gleichmäßig verteilen.

Definition

Zellzyklus

Der Zellzyklus ist die geordnete Abfolge von Interphase und M-Phase. Die M-Phase umfasst die Mitose als Kernteilung und die Cytokinese als Teilung der gesamten Zelle.

Die Dauer eines Zellzyklus ist nicht für alle Zellen gleich. Sie hängt unter anderem von Zellart, Entwicklungszustand und äußeren Bedingungen ab. Manche Zellen teilen sich schnell, andere verlassen den aktiven Zyklus für längere Zeit oder dauerhaft.

Merke

Erst wird die DNA kopiert, dann wird sie verteilt und zuletzt wird die Zelle vollständig getrennt.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Reihenfolge beschreibt den Zellzyklus richtig?
Lösung: Interphase → Mitose → Cytokinese — In der Interphase bereitet sich die Zelle vor und kopiert ihre DNA. Die Mitose verteilt das Erbgut; die Cytokinese trennt anschließend das Zellplasma.
Wie bereitet die Interphase die Teilung vor?

Die Interphase ist keine Ruhepause. Die Zelle wächst, stellt Zellbestandteile her, verdoppelt ihre DNA und prüft die Vorbereitung auf die Teilung. Sie besteht aus G1-, S- und G2-Phase.

G1-Phase: wachsen und aufbauen

Direkt nach einer Teilung wächst die junge Zelle. Sie bildet unter anderem RNA, Proteine und Zellorganellen. Ihre Chromosomen liegen locker als Chromatin vor und bestehen jeweils aus einem Chromatid.

Eine Zelle kann den aktiven Zyklus aus G1 verlassen und in die G0-Phase übergehen. Dort erfüllt sie ihre spezialisierte Aufgabe, ohne sich weiter zu teilen. Manche Zellen können später durch passende Signale nach G1 zurückkehren; andere bleiben dauerhaft in G0.

S-Phase: DNA verdoppeln

Das S steht für Synthese. In dieser Phase findet die DNA-Replikation, also die Verdopplung der DNA, statt. Danach besteht jedes Chromosom aus zwei identischen Schwesterchromatiden, die am Zentromer verbunden sind.

Definition

Chromatid

Ein Chromatid ist eine DNA-Protein-Einheit eines Chromosoms. Vor der S-Phase besitzt ein Chromosom ein Chromatid. Nach der Replikation besitzt es zwei weitgehend identische Schwesterchromatiden.

Wichtig: Durch die Replikation verdoppelt sich die DNA-Menge. Die Zahl der Chromosomen wird dabei nicht verdoppelt, weil die beiden Schwesterchromatiden zunächst gemeinsam als ein Chromosom gezählt werden.

G2-Phase: prüfen und vorbereiten

Nach der Replikation wächst die Zelle weiter. Sie bildet Bestandteile für die Mitose und kontrolliert, ob die DNA vollständig kopiert wurde und Schäden repariert werden müssen.

Beispiel

Eine Zelle befindet sich zuerst in G1. Jedes ihrer Chromosomen besteht aus einem Chromatid.

  1. In der S-Phase wird die DNA repliziert.
  2. Danach besitzt jedes Chromosom zwei Schwesterchromatiden.
  3. In G2 bleiben diese Schwesterchromatiden miteinander verbunden.
  4. Erst während der Mitose werden sie getrennt und auf zwei Zellkerne verteilt.
Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

In der wächst die Zelle nach der Teilung. Die DNA wird in der repliziert. Danach besteht ein Chromosom aus . In der wird die Mitose weiter vorbereitet.

Lösungen: Lücke 1: G1-Phase; Lücke 2: S-Phase; Lücke 3: zwei Schwesterchromatiden; Lücke 4: G2-Phase. Ordne jeder Phase ihre Hauptaufgabe zu: G1 bedeutet Wachstum, S bedeutet DNA-Replikation und G2 bedeutet Kontrolle sowie Mitosevorbereitung.
Wie werden die Chromatiden verteilt?

Die Mitose verteilt das zuvor verdoppelte Erbgut auf zwei neue Zellkerne. Sie ist ein kontinuierlicher Vorgang, wird zum Lernen aber in mehrere Phasen gegliedert.

  1. Prophase: Das lockere Chromatin kondensiert. Dadurch werden die Zwei-Chromatid-Chromosomen deutlich erkennbar. Der Spindelapparat beginnt sich zu bilden, und die Kernhülle löst sich allmählich auf.
  2. Prometaphase: In Darstellungen mit einer eigenen Prometaphase ist die Kernhülle nun aufgelöst. Spindelfasern können über Proteinstrukturen am Zentromer an die Chromosomen binden. Manche Modelle rechnen diesen Abschnitt zur Prophase.
  3. Metaphase: Die Chromosomen ordnen sich in der Äquatorialebene in der Zellmitte an. Schwesterchromatiden sind mit entgegengesetzten Spindelpolen verbunden.
  4. Anaphase: Die Schwesterchromatiden werden getrennt und zu entgegengesetzten Zellpolen gezogen. Ab diesem Moment gilt jedes getrennte Chromatid als eigenes Ein-Chromatid-Chromosom.
  5. Telophase: Um beide Chromosomensätze entstehen neue Kernhüllen. Die Chromosomen lockern sich wieder zu Chromatin, und der Spindelapparat wird abgebaut.
Definition

Spindelapparat

Der Spindelapparat besteht aus Mikrotubuli. Er verbindet sich mit den Chromosomen und bewegt die getrennten Schwesterchromatiden zu entgegengesetzten Zellpolen.

Merke

Prophase: verpacken – Metaphase: anordnen – Anaphase: trennen – Telophase: neue Kerne bilden.

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Frage 1 von 2LeichtIn welcher Mitosephase ordnen sich die Chromosomen in der Zellmitte an?
Lösung: Metaphase — Die Ausrichtung in der Äquatorialebene kennzeichnet die Metaphase.
Frage 2 von 2MittelEine Zelle enthält kondensierte Chromosomen, deren Schwesterchromatiden gerade zu entgegengesetzten Polen wandern. Welche Phase liegt vor?
Lösung: Anaphase — Die Trennung und Bewegung der Schwesterchromatiden zu den Polen kennzeichnen die Anaphase.
Wie entstehen zwei vollständige Tochterzellen?

Nach der Kernteilung muss auch das Zellplasma getrennt werden. Dieser Vorgang heißt Cytokinese.

Definition

Cytokinese

Die Cytokinese ist die Teilung des Zellplasmas und damit der gesamten Zelle. Sie erzeugt aus der Mutterzelle zwei voneinander abgegrenzte Tochterzellen.

Bei Tierzellen schnürt sich die Zellmembran von außen nach innen ein. Es entsteht eine Teilungsfurche. Bei Pflanzenzellen verhindert die feste Zellwand eine solche Einschnürung. Stattdessen bildet sich von innen nach außen eine Zellplatte, aus der die Trennwand zwischen den Tochterzellen hervorgeht.

Mitose und Cytokinese sind deshalb nicht dasselbe:

  • Die Mitose teilt und ordnet das Erbgut in zwei Zellkerne.
  • Die Cytokinese trennt das Zellplasma und die gesamte Zelle.
Beispiel

Nach der Anaphase liegen an beiden Zellpolen vollständige Sätze aus Ein-Chromatid-Chromosomen. In der Telophase entstehen daraus zwei Zellkerne. Erst die Cytokinese grenzt anschließend zwei eigenständige Tochterzellen voneinander ab.

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Frage 1 von 1MittelBei einer Tierzelle sind bereits zwei Zellkerne vorhanden, das Zellplasma ist aber noch nicht vollständig getrennt. Welcher Vorgang muss abgeschlossen werden?
Lösung: Cytokinese — Zwei Zellkerne allein ergeben noch keine zwei abgegrenzten Tochterzellen. Dafür muss das Zellplasma geteilt werden.
Wie verhindern Kontrollpunkte Fehler?

Der Zellzyklus läuft nicht einfach automatisch weiter. An Kontrollpunkten prüft die Zelle, ob wichtige Voraussetzungen erfüllt sind. Bei Problemen kann der Zyklus angehalten werden, damit Reparaturen möglich sind.

Zu den entscheidenden Prüfungen gehören:

  • vor der S-Phase: Ist die Zelle groß genug, und stehen passende Nährstoffe sowie Wachstumssignale zur Verfügung?
  • vor der Mitose: Wurde die DNA vollständig und möglichst fehlerfrei repliziert?
  • vor der Anaphase: Sind alle Chromosomen korrekt mit dem Spindelapparat verbunden?
Definition

Cycline und CDKs

Cycline sind Regulationsproteine, deren Konzentration sich während des Zellzyklus verändert. Sie binden an cyclinabhängige Kinasen, kurz CDKs. Die entstehenden Cyclin-CDK-Komplexe steuern wichtige Übergänge zwischen den Phasen.

Kontrollproteine können bei DNA-Schäden einen Zellzyklusarrest, also einen vorübergehenden Stopp, auslösen. Ist ein Schaden nicht reparierbar, kann die Zelle den programmierten Zelltod einleiten. Dadurch wird verhindert, dass eine stark geschädigte Zelle ihr Erbgut weitergibt.

Gut zu wissen

Ein Kontrollpunkt ist kein eigener Abschnitt wie G1 oder S. Er ist eine Sicherungsstelle an einem Phasenübergang. Erst wenn die geprüften Bedingungen erfüllt sind, wird der nächste Schritt freigegeben.

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Frage 1 von 2MittelWarum darf die Anaphase erst beginnen, wenn alle Chromosomen richtig an den Spindelapparat gebunden sind?
Lösung: Sonst könnten die Tochterzellen ungleich verteiltes Erbgut erhalten. — Der Kontrollpunkt vor der Anaphase schützt die gleichmäßige Verteilung der Chromosomen auf beide Zellpole.
Frage 2 von 2SchwerEine Zelle erreicht G2, obwohl ihre DNA unvollständig repliziert wurde. Welche Reaktion schützt den Organismus am besten?
Lösung: Den Zyklus vor der Mitose anhalten und die DNA prüfen beziehungsweise reparieren. — Der G2-Kontrollpunkt verhindert den Mitosebeginn, solange die DNA-Replikation nicht ordnungsgemäß abgeschlossen ist.
Warum kann Kontrollverlust Tumoren begünstigen?

Gene enthalten die Bauanleitungen für Proteine, die den Zellzyklus antreiben oder bremsen. Mutationen in solchen Kontrollgenen können dazu führen, dass eine Zelle trotz Schäden oder fehlender Signale weiter in den nächsten Zyklusabschnitt eintritt.

Fallen mehrere Sicherungen aus, können sich betroffene Zellen wiederholt teilen. Aus einer veränderten Ausgangszelle entsteht dann eine wachsende Gruppe genetisch verwandter Zellen. Diese unkontrollierte Zellvermehrung kann zur Bildung eines Tumors beitragen.

Merke

Ein einzelner Fehler bedeutet nicht automatisch Krebs. Das Risiko steigt, wenn entscheidende Kontrollen ausfallen, Schäden weitergegeben werden und betroffene Zellen dem programmierten Zelltod entgehen.

Beispiel

Bei einer Zelle ist die DNA beschädigt. Zusätzlich funktioniert ein Protein nicht, das den Zyklus normalerweise stoppt.

  1. Der Schaden wird am Kontrollpunkt nicht wirksam aufgehalten.
  2. Die Zelle repliziert oder verteilt die fehlerhafte DNA.
  3. Beide Tochterzellen können die Veränderung tragen.
  4. Wiederholen sich Teilungen und kommen weitere Kontrollfehler hinzu, kann unkontrolliertes Zellwachstum entstehen.
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Frage 1 von 1SchwerEine Mutation macht ein Kontrollprotein unwirksam. Welche Folge ist fachlich am besten begründet?
Lösung: Eine geschädigte Zelle kann einen Kontrollpunkt umgehen und die Veränderung an Tochterzellen weitergeben. — Defekte Kontrollproteine können wichtige Stoppsignale ausschalten. Tumorwachstum entsteht jedoch meist erst durch das Zusammenspiel mehrerer Veränderungen und fortgesetzter Teilungen.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Zellzyklus
    • Interphase
      • G1: wachsen und Zellbestandteile bilden
      • S: DNA replizieren
      • G2: prüfen und Mitose vorbereiten
      • G0: aktiven Zyklus verlassen
    • M-Phase
      • Mitose: Erbgut auf zwei Kerne verteilen
      • Cytokinese: gesamte Zelle trennen
    • Sicherung
      • Kontrollpunkte prüfen Voraussetzungen
      • Cycline und CDKs steuern Übergänge
      • Stopp und Reparatur begrenzen Schäden
    • Kontrollverlust
      • Schäden können weitergegeben werden
      • unkontrollierte Teilung kann Tumoren begünstigen
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtIn welcher Phase wird die DNA repliziert?
Lösung: S-Phase — Die DNA-Replikation ist die kennzeichnende Aufgabe der S-Phase.
Frage 2 von 3MittelWelcher Chromatidenzustand liegt unmittelbar nach der S-Phase vor?
Lösung: Jedes replizierte Chromosom besteht aus zwei Schwesterchromatiden. — In der S-Phase wird die DNA kopiert. Die beiden Schwesterchromatiden bleiben bis zur Anaphase miteinander verbunden.
Frage 3 von 3SchwerEine Substanz verhindert, dass Spindelfasern an einige Chromosomen binden. Welche Folge wäre bei funktionierender Kontrolle zu erwarten?
Lösung: Der Übergang in die Anaphase wird angehalten. — Der Kontrollpunkt vor der Anaphase prüft die korrekte Verbindung aller Chromosomen mit dem Spindelapparat. Bei einem Fehler muss die Trennung warten.

Prüfe dich zum Schluss: Kannst du den Weg eines Chromosoms als Ein-Chromatid-Chromosom in G1, als Zwei-Chromatid-Chromosom nach der S-Phase und wieder als Ein-Chromatid-Chromosom nach der Anaphase erklären? Dann hast du die zentrale Logik des Zellzyklus verstanden.

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