Biologie

DNA: Aufbau, Basenpaarung und Funktion

DNA: Aufbau, Basenpaarung und Funktion
DNA: Aufbau, Basenpaarung und Funktion
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Die DNA speichert genetische Information in der Reihenfolge ihrer vier Basen. Zwei passende DNA-Stränge bilden eine Doppelhelix. Abschnitte der DNA heißen Gene und können unter anderem Informationen für Proteine enthalten.

Auf dieser Seite untersuchst du den Weg vom einzelnen DNA-Baustein bis zum verpackten Chromosom.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Wo befindet sich die DNA?

DNA ist die englische Abkürzung für deoxyribonucleic acid. Auf Deutsch heißt derselbe Stoff Desoxyribonukleinsäure, abgekürzt DNS. Im Unterricht wird meistens die Abkürzung DNA verwendet.

Bei Menschen und anderen Eukaryoten, also Lebewesen mit Zellkern, befindet sich ein großer Teil der DNA im Zellkern. Prokaryoten wie Bakterien besitzen keinen Zellkern. Bei ihnen kann das Erbgut als ringförmiges DNA-Molekül frei in der Zelle liegen.

Die Begriffe lassen sich vom Großen zum Kleinen ordnen:

  1. Der Zellkern enthält Chromosomen.
  2. Ein Chromosom besteht aus stark verpackter DNA und Proteinen.
  3. Die DNA ist ein langes Molekül mit gespeicherter Information.
  4. Ein Gen ist ein funktioneller Abschnitt der DNA.
Merke

Ein Gen ist ein Teil der DNA. DNA wiederum ist ein wesentlicher Bestandteil eines Chromosoms.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Reihenfolge beschreibt die Teil-Ganzes-Beziehung richtig?
Lösung: Zellkern → Chromosom → DNA → Gen — Beginne mit dem Zellkern. Darin liegen Chromosomen, deren DNA einzelne Genabschnitte enthält.
Aus welchen Bausteinen besteht DNA?

Ein DNA-Strang ist eine lange Kette aus wiederkehrenden Bausteinen. Jeder dieser Bausteine heißt Nukleotid.

Definition

Nukleotid

Ein DNA-Nukleotid besteht aus dem Zucker Desoxyribose, einer Phosphatgruppe und genau einer der vier Basen Adenin, Thymin, Guanin oder Cytosin.

Zucker und Phosphat wechseln sich entlang des Strangs ab. Zusammen bilden sie das Zucker-Phosphat-Rückgrat. Die Basen ragen vom Rückgrat nach innen.

Der ähnliche Begriff Nukleosid bezeichnet nur die Verbindung aus Zucker und Base. Erst mit der Phosphatgruppe wird daraus ein Nukleotid.

Beispiel

Stell dir eine Leiter vor. Zucker und Phosphat bilden abwechselnd die beiden langen Seiten. Die Basen zeigen nach innen und bilden zusammen die Sprossen. Das Bild erklärt die Anordnung, ist aber nur ein Modell: Eine echte DNA ist ein Molekül und keine starre Leiter.

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Frage 1 von 2LeichtWelche drei Bestandteile gehören zu einem DNA-Nukleotid?
Lösung: Desoxyribose, Phosphatgruppe und eine Base — Das Nukleotid ist der Grundbaustein eines DNA-Strangs: Zucker plus Phosphat plus eine Base.
Frage 2 von 2MittelWas unterscheidet ein Nukleotid von einem Nukleosid?
Lösung: Das Nukleotid besitzt zusätzlich eine Phosphatgruppe. — Nukleosid bedeutet Zucker plus Base. Nukleotid bedeutet Zucker plus Base plus Phosphat.
Wie entsteht die Doppelhelix?

Die DNA besitzt vier Basen:

  • Adenin (A)
  • Thymin (T)
  • Guanin (G)
  • Cytosin (C)

Zwischen zwei DNA-Strängen verbinden sich nur bestimmte Basen. Adenin paart sich mit Thymin, Guanin mit Cytosin. Solche zueinander passenden Basen heißen komplementär.

A und T werden durch zwei Wasserstoffbrückenbindungen zusammengehalten, G und C durch drei. Die Basenpaare verbinden die beiden Zucker-Phosphat-Rückgrate. Die miteinander verbundenen Stränge winden sich zur Doppelhelix, ähnlich einer verdrehten Leiter.

Merke

Die Paarungsregel lautet: A–T und G–C. Kennst du einen Strang, kannst du deshalb die Basenfolge des anderen Strangs ergänzen.

Beispiel

Gegeben ist der DNA-Abschnitt:

A – C – G – T – T – A

Base für Base ergänzt du den passenden Partner:

  • zu A gehört T,
  • zu C gehört G,
  • zu G gehört C,
  • zu T gehört A.

Der komplementäre Abschnitt lautet daher:

T – G – C – A – A – T

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Frage 1 von 2MittelWelcher Strang ist komplementär zu G – A – T – C?
Lösung: C – T – A – G — Wende die Paarungsregel an jeder Position einzeln an: G–C, A–T, T–A und C–G.
Frage 2 von 2SchwerIn einem DNA-Abschnitt wird an einer Position auf einem Strang A durch G ersetzt. Welche Base muss auf dem Gegenstrang an dieser Position passen?
Lösung: Cytosin — Auch nach einer Veränderung gilt die Paarungsregel: Guanin paart sich mit Cytosin.
Wie speichert DNA Information?

Nicht die Form eines einzelnen Nukleotids, sondern die Reihenfolge der Basen trägt die genetische Information. Du kannst sie mit der Buchstabenfolge in einem Text vergleichen: Dieselben Buchstaben können in einer anderen Reihenfolge eine andere Information ergeben.

Definition

Gen

Ein Gen ist ein DNA-Abschnitt mit einer bestimmten Basenreihenfolge, der für eine funktionelle Einheit codiert. Viele Gene enthalten die Information für die Bildung eines Proteins.

Proteine übernehmen zahlreiche Aufgaben in Zellen und im Körper. Sie wirken beispielsweise beim Aufbau von Zellen, bei der Verdauung oder bei der Abwehr von Krankheitserregern mit.

Bei der Transkription wird die Information eines DNA-Abschnitts in mRNA umgeschrieben. Bei der Translation wird die mRNA-Information zur Bildung eines Proteins genutzt. Der vereinfachte Informationsweg lautet daher:

DNA → mRNA → Protein

DNA erledigt diese Zellaufgaben also nicht unmittelbar. Sie stellt die gespeicherte Information bereit, nach der Proteine hergestellt werden können.

Gut zu wissen

Gene wirken nicht losgelöst von allen anderen Einflüssen. Die Ausprägung vieler Merkmale hängt von mehreren Genen, biologischen Abläufen und äußeren Einflüssen ab. DNA ist deshalb ein Bauplan, aber keine vollständige Vorhersage jedes Merkmals.

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Frage 1 von 2MittelWarum können zwei DNA-Abschnitte trotz gleicher Bausteinarten unterschiedliche Informationen tragen?
Lösung: Ihre Basen können in einer unterschiedlichen Reihenfolge angeordnet sein. — Alle DNA-Abschnitte nutzen dieselben vier Basenarten. Entscheidend ist deren Reihenfolge.
Frage 2 von 2SchwerWelche Aussage beschreibt den Informationsweg am besten?
Lösung: Ein Gen kann Information enthalten, die über mRNA zur Bildung eines Proteins genutzt wird. — Ein Gen speichert Information. Transkription erzeugt daraus mRNA; Translation nutzt die mRNA für die Proteinbildung.
Wie passt lange DNA in den Zellkern?

DNA-Moleküle sind sehr lang. Damit sie in den Zellkern passen und bei einer Zellteilung geordnet verteilt werden können, werden sie zusammen mit Proteinen mehrfach aufgewickelt und gefaltet.

DNA kann sich um Histon-Proteinkomplexe legen. Eine solche Einheit heißt Nukleosom und erinnert an eine Perle auf einer Kette. Viele Nukleosomen bilden zusammen Chromatin.

Locker gepacktes Chromatin ist für das Ablesen oder Kopieren von DNA leichter zugänglich. Vor und während der Zellteilung wird das Material besonders stark verdichtet. In dieser kompakten Transportform sind Chromosomen erkennbar.

Die meisten menschlichen Körperzellen mit Zellkern besitzen 46 Chromosomen, geordnet in 23 Paaren. Diese Zahl beschreibt Chromosomen, nicht einzelne Gene oder DNA-Bausteine.

Beispiel

Vergleiche die DNA mit einem sehr langen Faden. Für die Arbeit muss ein Abschnitt zugänglich sein. Für einen geordneten Transport wird der Faden dagegen kompakt aufgewickelt. Das Modell erklärt, warum DNA unterschiedliche Verpackungszustände besitzt.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Ein DNA-Abschnitt, der funktionelle Information trägt, heißt . DNA und Proteine bilden gemeinsam . Eine Einheit aus aufgewickelter DNA und einem Histon-Proteinkomplex heißt . Bei der Zellteilung liegt DNA besonders vor.

Lösungen: Lücke 1: Gen; Lücke 2: Chromatin; Lücke 3: Nukleosom; Lücke 4: kompakt. Ein Gen ist ein Abschnitt der DNA. DNA wird mit Proteinen zu Chromatin organisiert; Nukleosomen sind dabei grundlegende Verpackungseinheiten. Für die Verteilung bei der Zellteilung wird das Material stark verdichtet.
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Frage 1 von 1SchwerWarum wechselt DNA zwischen lockerer und dichter Verpackung?
Lösung: Lockere Verpackung erleichtert den Zugang, dichte Verpackung unterstützt den geordneten Transport bei der Zellteilung. — Der Verpackungszustand passt zur Aufgabe: zugänglich für Ablesen und Kopieren, kompakt für Transport und Verteilung.
Vertiefung: Was bedeuten 3′ und 5′?

Die Desoxyribose besitzt fünf nummerierte Kohlenstoffatome. Daraus ergeben sich zwei chemisch verschiedene Enden eines DNA-Strangs:

  • Am 3′-Ende befindet sich eine freie OH-Gruppe am dritten Kohlenstoffatom.
  • Am 5′-Ende befindet sich eine Phosphatgruppe am fünften Kohlenstoffatom.

Die beiden Stränge der Doppelhelix verlaufen antiparallel, also in entgegengesetzten Richtungen. Zeigt der eine Strang von 5′ nach 3′, zeigt der Partner von 3′ nach 5′.

Beispiel

Zu diesem Strang

5′–A–C–G–T–3′

gehört antiparallel der Strang

3′–T–G–C–A–5′.

Die Basen sind komplementär, und die Enden zeigen entgegengesetzte Richtungen.

Ein DNA-Strang kann nur in 5′→3′-Richtung verlängert werden: Neue Nukleotide werden am 3′-Ende angefügt. Diese Richtung ist beim Kopieren der DNA wichtig. Der genaue Ablauf der Replikation ist ein eigenes Thema.

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Frage 1 von 1MittelWelche Beschriftung ergänzt 5′–A–T–G–3′ korrekt?
Lösung: 3′–T–A–C–5′ — Prüfe zwei Dinge getrennt: A–T und G–C müssen paaren; außerdem verlaufen die Stränge in entgegengesetzten Richtungen.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • DNA
    • besteht aus Nukleotiden
    • verbindet A mit T und G mit C
    • bildet eine Doppelhelix
    • speichert Information in der Basenreihenfolge
    • enthält Gene als funktionelle Abschnitte
    • wird als Chromatin und Chromosomen verpackt
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Base paart sich in der DNA mit Cytosin?
Lösung: Guanin — Die beiden festen Basenpaare sind A–T und G–C.
Frage 2 von 4MittelEin Baustein enthält Desoxyribose, Adenin und eine Phosphatgruppe. Wie heißt er?
Lösung: Nukleotid — Ein DNA-Nukleotid besteht aus Zucker, Phosphat und genau einer Base.
Frage 3 von 4SchwerIn einer Zelle muss ein DNA-Abschnitt abgelesen werden. Welcher Zustand ist dafür am besten geeignet?
Lösung: Der betreffende Chromatinabschnitt ist locker gepackt und zugänglich. — Ablesen erfordert Zugang zur Basenfolge. Lockeres Chromatin ist dafür geeigneter als ein stark verdichtetes Chromosom.
Frage 4 von 4SchwerEine Bakterienzelle besitzt keinen Zellkern. Welche Schlussfolgerung ist richtig?
Lösung: Sie kann trotzdem DNA besitzen, die frei in der Zelle liegt und ringförmig sein kann. — Prokaryoten zeigen, dass DNA nicht grundsätzlich an einen Zellkern gebunden ist.

Du hast den Kern verstanden, wenn du vom Nukleotid über Doppelhelix und Gen bis zum Chromosom erklären kannst, wie DNA aufgebaut, gelesen und verpackt wird.

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