Biologie

Proteinbiosynthese: Ablauf einfach erklärt

Proteinbiosynthese: Ablauf einfach erklärt
Proteinbiosynthese: Ablauf einfach erklärt
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Bei der Proteinbiosynthese setzt eine Zelle die Information eines DNA-Abschnitts in eine Aminosäurekette um. Der Informationsweg lautet: DNA → mRNA → Aminosäurekette → funktionsfähiges Protein. Du lernst hier, wie Transkription, RNA-Prozessierung und Translation zusammenarbeiten und wie du eine kurze Sequenz selbst verfolgst.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Vom Gen zum Protein

Ein Gen ist ein DNA-Abschnitt, der die Information für ein bestimmtes Produkt trägt. Für ein Protein muss die Zelle nicht die gesamte DNA kopieren. Sie liest nur den benötigten Abschnitt ab.

Die Proteinbiosynthese läuft im schulischen Modell in diesen Schritten:

  1. Bei der Transkription entsteht eine RNA-Abschrift des DNA-Abschnitts.
  2. Bei Eukaryoten wird diese Abschrift durch die RNA-Prozessierung zur reifen mRNA.
  3. Bei der Translation bestimmt die Basenfolge der mRNA die Reihenfolge der Aminosäuren.
  4. Die Aminosäurekette faltet sich und kann weiter verändert werden. Erst dadurch entsteht ein funktionsfähiges Protein.
Definition

mRNA

Die mRNA, kurz für messenger RNA, ist die transportfähige Abschrift eines DNA-Abschnitts. Sie enthält Uracil (U) statt Thymin (T).

Merke

Die DNA bleibt als Original erhalten. Die mRNA bringt eine Abschrift der benötigten Information zum Ribosom.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelcher Weg beschreibt die Proteinbiosynthese im schulischen Modell richtig?
Lösung: DNA → mRNA → Aminosäurekette — Zuerst wird DNA-Information transkribiert. Danach wird die mRNA-Information in eine Aminosäurefolge übersetzt.
Transkription: Die mRNA entsteht

Bei der Transkription schreibt das Enzym RNA-Polymerase einen DNA-Abschnitt in RNA um. Ein Promotor kennzeichnet den Startbereich, ein Terminator das Ende des abzuschreibenden Bereichs.

Der Ablauf hat drei Phasen:

  1. Initiation: Die RNA-Polymerase bindet am Promotor und öffnet die DNA.
  2. Elongation: Sie liest den codogenen Strang, also den Vorlagestrang, in 3'→5'-Richtung. Gleichzeitig baut sie die komplementäre mRNA in 5'→3'-Richtung auf.
  3. Termination: Am Terminator endet die Transkription. Polymerase und mRNA lösen sich, die DNA schließt sich wieder.

Für die komplementäre RNA gelten diese Zuordnungen:

Base auf der DNA-VorlageBase in der mRNA
AU
TA
GC
CG
Beispiel

Gegeben ist der codogene DNA-Strang:

3'-TAC TCG ATT-5'

Schritt 1: Lies die Vorlage in der angegebenen Richtung 3'→5'.

Schritt 2: Setze zu jeder DNA-Base die komplementäre RNA-Base ein: T→A, A→U, C→G und G→C.

Schritt 3: Notiere die neu gebildete mRNA in 5'→3'-Richtung:

5'-AUG AGC UAA-3'

Die Richtungen sind entgegengesetzt, weil Vorlage und neu gebildeter Strang antiparallel verlaufen.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Die RNA-Polymerase liest den codogenen DNA-Strang in -Richtung und baut die mRNA in -Richtung auf. Gegenüber Adenin in der DNA-Vorlage wird in die RNA eingebaut.

Lösungen: Lücke 1: 3'→5'; Lücke 2: 5'→3'; Lücke 3: Uracil. Prüfe immer zuerst, welcher DNA-Strang als codogen markiert ist. Nur dieser Vorlagestrang wird hier komplementär in mRNA übertragen.
RNA-Prozessierung: Aus prä-mRNA wird reife mRNA

Bei Eukaryoten entsteht zunächst eine prä-mRNA. Sie wird noch im Zellkern bearbeitet, bevor sie durch Kernporen ins Cytoplasma gelangt.

Drei Bearbeitungsschritte sind besonders wichtig:

  • Am 5'-Ende wird eine Cap-Struktur angefügt. Sie schützt die RNA und hilft bei ihrer späteren Erkennung.
  • Am 3'-Ende entsteht ein Poly-A-Schwanz aus Adenin-Nukleotiden. Er schützt die mRNA und beeinflusst ihre Lebensdauer.
  • Beim Spleißen werden nicht codierende Abschnitte, die Introns, entfernt. Die verbleibenden Exons werden zusammengefügt.

Beim alternativen Spleißen können Exons unterschiedlich kombiniert werden. Dadurch kann aus derselben genetischen Ausgangsinformation eine größere Vielfalt an Produkten entstehen.

Merke

Erst nach Cap, Poly-A-Schwanz und Spleißen liegt bei Eukaryoten die reife mRNA für Export und Translation vor.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEine eukaryotische prä-mRNA enthält Introns und Exons. Was geschieht beim Spleißen?
Lösung: Introns werden entfernt und Exons zusammengefügt. — Spleißen verändert die Zusammensetzung der prä-mRNA: Nicht codierende Introns werden herausgeschnitten, Exons werden verbunden.
Translation: Die Basenfolge wird übersetzt

Die Translation findet an Ribosomen statt. Ein Ribosom liest die mRNA in Gruppen von je drei Basen. Eine solche Dreiergruppe heißt Codon.

Die tRNA wirkt als Adapter. Auf einer Seite trägt sie ein Anticodon, das komplementär zu einem mRNA-Codon ist. Auf der anderen Seite trägt sie die passende Aminosäure. So verbindet die tRNA die Sprache der Basen mit der Reihenfolge der Aminosäuren.

Ein Ribosom besitzt drei wichtige Stellen:

  • A-Stelle: Eine neue, mit Aminosäure beladene tRNA bindet.
  • P-Stelle: Hier befindet sich die tRNA mit der wachsenden Polypeptidkette.
  • E-Stelle: Eine entladene tRNA verlässt das Ribosom.

Auch die Translation lässt sich in drei Phasen ordnen:

  1. Initiation: Das Ribosom erkennt das Startcodon AUG. Die passende tRNA bindet.
  2. Elongation: Weitere tRNAs bringen Aminosäuren. Das Ribosom verknüpft sie und rückt jeweils um ein Codon weiter.
  3. Termination: Bei UAA, UAG oder UGA endet die Übersetzung. Für ein Stopcodon gibt es keine tRNA mit passender Aminosäure. Ein Release-Faktor ermöglicht die Freisetzung der Kette.
Definition

Genetischer Code

Der genetische Code ordnet jedem mRNA-Codon eine Bedeutung zu. AUG ist Startcodon und codiert Methionin; UAA, UAG und UGA sind Stopcodons. Mehrere verschiedene Codons können dieselbe Aminosäure codieren.

Beispiel

Die mRNA aus dem Transkriptionsbeispiel lautet:

5'-AUG AGC UAA-3'

Lies sie vom 5'- zum 3'-Ende in Codons:

  1. AUG: Start und Methionin
  2. AGC: Serin
  3. UAA: Stop

Die gebildete Aminosäurefolge lautet daher Methionin–Serin. UAA fügt keine Aminosäure hinzu, sondern beendet die Translation.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelche Aminosäurefolge ergibt sich aus 5'-AUG AGC UGA-3'?
Lösung: Methionin–Serin — Die mRNA wird in 5'→3'-Richtung gelesen: AUG codiert Methionin, AGC codiert Serin und UGA beendet die Translation.
Eukaryoten und Prokaryoten vergleichen

Eukaryoten besitzen einen Zellkern, Prokaryoten nicht. Dieser Unterschied bestimmt, wo die Schritte stattfinden und ob sie räumlich getrennt sind.

MerkmalEukaryotenProkaryoten
Transkriptionim Zellkernim Cytoplasma
RNA-Prozessierung wie Cap, Poly-A-Schwanz und Spleißenjanein
Translationan Ribosomen im Cytoplasmaan Ribosomen im Cytoplasma
Gleichzeitige Transkription und Translationdurch die räumliche Trennung nicht möglichmöglich

Bei Eukaryoten muss die reife mRNA zuerst den Zellkern verlassen. Bei Prokaryoten kann ein Ribosom bereits mit der Translation beginnen, während die mRNA noch transkribiert wird.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWarum können Transkription und Translation bei Prokaryoten gekoppelt ablaufen?
Lösung: Weil kein Zellkern die DNA und die Ribosomen räumlich trennt. — Ohne Kernhülle liegen DNA, entstehende mRNA und Ribosomen im selben Zellraum. Deshalb kann die Translation schon während der Transkription beginnen.
Wie ein Protein ein Merkmal beeinflussen kann

Die Aminosäurefolge ist wichtig, weil sie die Faltung und damit die Funktion eines Proteins beeinflusst. Proteine können zum Beispiel als Enzyme, Struktur-, Transport- oder Abwehrproteine wirken.

Ein Enzym beschleunigt eine bestimmte chemische Reaktion. Wenn ein Enzym an der Herstellung eines Farbstoffs beteiligt ist, kann seine Funktion zur Ausprägung eines sichtbaren Merkmals beitragen. Der Zusammenhang verläuft dann so:

DNA-Sequenz → mRNA-Sequenz → Aminosäurefolge → Proteinfaltung und Funktion → Zellvorgang → mögliches Merkmal

Dabei gilt: Ein Protein entsteht nicht allein dadurch, dass eine Aminosäurekette freigesetzt wird. Die Kette muss sich passend falten; außerdem können nach der Translation weitere Veränderungen folgen.

Gut zu wissen

Die DNA legt über ihre Basenfolge die Reihenfolge der Aminosäuren fest. Sie legt aber nicht in einem einzigen Schritt unmittelbar ein sichtbares Merkmal fest. Zwischen Gen und Merkmal liegen die Herstellung, Faltung und Wirkung von Proteinen sowie weitere Zellvorgänge.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerEine veränderte DNA-Sequenz führt zu einer veränderten Aminosäurefolge eines Enzyms. Welche Aussage beschreibt eine mögliche Folge am besten?
Lösung: Die veränderte Aminosäurefolge kann Faltung und Funktion des Enzyms beeinflussen und dadurch einen Zellvorgang verändern. — Die Information wird von der DNA über die mRNA in eine Aminosäurefolge übertragen. Eine veränderte Folge kann die Proteinfunktion beeinflussen und sich dadurch auf Zellvorgänge oder Merkmale auswirken.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Proteinbiosynthese
    • Transkription: DNA wird zu mRNA
    • RNA-Prozessierung: prä-mRNA wird bei Eukaryoten zur reifen mRNA
    • Translation: Codons bestimmen mithilfe von tRNA die Aminosäurefolge
    • Protein: Faltung und mögliche Veränderungen ermöglichen die Funktion
    • Zelltypen: räumlich getrennt bei Eukaryoten, gekoppelt möglich bei Prokaryoten
Abschluss-Check

Nutze für die erste Aufgabe diese Vorlage:

3'-TAC TCG ACT-5'

Teste dich
Frage 1 von 4LeichtWelche Aussage zur mRNA ist richtig?
Lösung: Sie ist eine RNA-Abschrift eines benötigten DNA-Abschnitts. — mRNA besteht aus RNA-Nukleotiden und transportiert die abgeschriebene Information zum Ribosom.
Frage 2 von 4MittelWelche mRNA entsteht komplementär zur codogenen DNA-Vorlage 3'-TAC TCG ACT-5'?
Lösung: 5'-AUG AGC UGA-3' — Ordne T→A, A→U, C→G und G→C zu. Aus der 3'→5' gelesenen Vorlage entsteht die antiparallele mRNA 5'-AUG AGC UGA-3'.
Frage 3 von 4SchwerWas folgt aus der mRNA 5'-AUG AGC UGA-3'?
Lösung: Es entsteht die Aminosäurefolge Methionin–Serin; danach endet die Translation. — Teile die mRNA vom Startcodon an in Codons: AUG steht für Methionin, AGC für Serin und UGA ist ein Stopcodon.
Frage 4 von 4SchwerWelche Begründung verbindet eine veränderte Aminosäurefolge sinnvoll mit einem möglichen Merkmal?
Lösung: Sie kann die Faltung und Funktion eines Proteins verändern und dadurch einen Zellvorgang beeinflussen. — Proteine wirken unter anderem als Enzyme, Struktur-, Transport- oder Abwehrproteine. Eine veränderte Funktion kann deshalb Zellvorgänge und möglicherweise Merkmale beeinflussen.

Wenn du die DNA-Vorlage richtungsbezogen in mRNA übertragen, die Codons übersetzen und die mögliche Wirkung eines Proteins erklären kannst, hast du den gesamten Informationsweg nachvollzogen.

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