Biologie

Genetischer Code: Codons sicher übersetzen

Genetischer Code: Codons sicher übersetzen
Genetischer Code: Codons sicher übersetzen
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Der genetische Code ordnet den Basentripletts einer mRNA Aminosäuren oder ein Stoppsignal zu. Dadurch kann die Zelle die Reihenfolge der Basen in die Reihenfolge der Aminosäuren eines Proteins übersetzen.

Auf dieser Seite lernst du, wie Codons aufgebaut sind, welche Eigenschaften der Code besitzt und wie du eine mRNA-Sequenz schrittweise auswertest.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Vom Basentext zur Aminosäure

Eine mRNA besteht aus den vier Basen Adenin (A), Uracil (U), Guanin (G) und Cytosin (C). Bei der Translation liest das Ribosom ihre Basenfolge in Dreiergruppen.

Definition

Codon

Ein Codon ist ein Basentriplett der mRNA. Es steht entweder für eine bestimmte Aminosäure oder für das Ende der Translation.

Ein Codon mit nur zwei Stellen könnte höchstens

$$4^2 = 16$$

Kombinationen bilden. Das reicht nicht aus, um 20 verschiedene Aminosäuren zu unterscheiden. Drei Stellen ergeben dagegen

$$4^3 = 64$$

mögliche Codons. Deshalb funktioniert der genetische Code als Triplett-Code.

Beispiel

Das mRNA-Codon GGU steht für die Aminosäure Glycin. Die drei Basen bilden gemeinsam eine Informationseinheit. Man darf sie nicht als drei einzelne Anweisungen lesen.

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Frage 1 von 2LeichtWas ist ein Codon?
Lösung: Ein Basentriplett der mRNA mit der Bedeutung „Aminosäure“ oder „Stopp“ — Bei der Translation wird die mRNA in Dreiergruppen gelesen. Jede Dreiergruppe ist ein Codon.
Frage 2 von 2MittelWarum besteht ein Codon aus drei Basen?
Lösung: Drei Stellen ermöglichen mit vier Basen 64 Kombinationen und damit genügend Zuordnungen. — Mit vier möglichen Basen entstehen bei drei Stellen $4^3=64$ Codons. Das Codon als Ganzes besitzt eine Bedeutung.
Diese Eigenschaften hat der genetische Code

Der genetische Code ist eindeutig und degeneriert. Diese beiden Aussagen widersprechen sich nicht:

  • Eindeutig: Ein bestimmtes Codon bezeichnet genau eine Aminosäure oder ein Stoppsignal.
  • Degeneriert oder redundant: Mehrere verschiedene Codons können dieselbe Aminosäure bezeichnen.
Beispiel

Die vier Codons GUU, GUA, GUC und GUG stehen alle für Valin. Von einem dieser Codons kannst du eindeutig auf Valin schließen. Kennst du aber nur die Aminosäure Valin, kannst du daraus nicht auf genau eines der vier Codons zurückschließen.

Außerdem ist der Code:

  • kommafrei: Zwischen den Codons stehen keine Trennzeichen;
  • nicht überlappend: Jede Base gehört innerhalb eines Leserasters nur zu einem Codon;
  • nahezu universell: Bei fast allen Organismen haben Codons dieselbe Bedeutung.
Merke

Eindeutig beschreibt den Weg vom Codon zur Bedeutung. Degeneriert beschreibt den umgekehrten Blick: Eine Aminosäure kann mehrere Codons besitzen.

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Frage 1 von 1MittelWelche Aussage zeigt die Degeneration des genetischen Codes?
Lösung: GUU, GUA, GUC und GUG codieren alle Valin. — Degeneration bedeutet, dass verschiedene Codons dieselbe Aminosäure codieren können.
Start, Stopp und Leseraster erkennen

Das Codon AUG codiert Methionin und dient gewöhnlich als Startcodon. Es legt den Startpunkt der Translation fest.

Die Codons UAA, UAG und UGA sind Stopcodons. Im Standardcode bezeichnen sie keine Aminosäure, sondern beenden die Translation.

Beispiel

Die mRNA-Sequenz wird ab dem Start so gruppiert:

AUG | GGU | CAG | UAA

  • AUG: Methionin und Start
  • GGU: Glycin
  • CAG: Glutamin
  • UAA: Stopp

Die übersetzte Aminosäurefolge lautet daher Methionin – Glycin – Glutamin. Das Stopcodon gehört nicht als Aminosäure zur Kette.

Die Gruppierung ist entscheidend. Weil der Code kommafrei und nicht überlappend ist, werden nach dem festgelegten Start immer die nächsten drei Basen gemeinsam gelesen.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Das Codon dient gewöhnlich als Startcodon. Die Codons sind Stoppsignale. Ein Stopcodon wird . Die Basen eines Codons werden ausgewertet.

Lösungen: Lücke 1: AUG; Lücke 2: UAA, UAG und UGA; Lücke 3: nicht als Aminosäure eingebaut; Lücke 4: als Dreiergruppe. AUG eröffnet gewöhnlich die Translation. UAA, UAG und UGA beenden sie im Standardcode; sie liefern dabei keine Aminosäure.
Mit der Codesonne arbeiten

Eine Codesonne ordnet mRNA-Codons ihren Aminosäuren oder einem Stoppsignal zu. Du liest sie von innen nach außen:

  1. Suche im inneren Ring die erste Base des mRNA-Codons.
  2. Folge bei der zweiten Base in den nächsten Ring.
  3. Gehe mit der dritten Base weiter nach außen.
  4. Lies dort die Aminosäure oder das Stoppsignal ab.

Codons werden in 5′→3′-Richtung gelesen. Achte darauf, dass du eine mRNA-Sequenz verwendest: RNA enthält U, während DNA an dieser Stelle T besitzt.

Beispiel

Für CAG wählst du nacheinander C, A und G. Am äußeren Rand erhältst du Glutamin.

Für GGU gehst du über G, G und U. Das Ergebnis ist Glycin.

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Frage 1 von 2MittelDu sollst das Codon CAG mit einer Codesonne bestimmen. Welche Reihenfolge ist richtig?
Lösung: Von innen nach außen C, dann A, dann G verfolgen — Ein Codon ist eine geordnete Dreiergruppe. Die erste Base wird innen, die dritte außen abgelesen.
Frage 2 von 2SchwerEine Person sucht in einer mRNA-Codesonne nach dem Triplett TGG. Was muss sie zuerst prüfen?
Lösung: Ob T durch U ersetzt werden muss, weil eine mRNA-Codesonne RNA-Codons verwendet — Eine mRNA-Codesonne arbeitet mit A, U, G und C. Thymin gehört zur DNA, Uracil zur RNA.
Wie Codon und Anticodon zusammenarbeiten

Während der Transkription wird die Information eines DNA-Abschnitts in eine einzelsträngige mRNA-Kopie übertragen. Bei der Translation liest ein Ribosom anschließend die mRNA und baut eine Aminosäurekette auf.

Als Transportmoleküle dienen tRNAs. Jede tRNA trägt eine bestimmte Aminosäure und besitzt ein Anticodon.

Definition

Anticodon

Das Anticodon ist ein Basentriplett einer tRNA. Es bindet komplementär an das passende mRNA-Codon und bringt dadurch die zugeordnete Aminosäure zum Ribosom.

Beispiel

Das mRNA-Codon CAG codiert Glutamin. Dazu passt eine mit Glutamin beladene tRNA mit dem komplementären Anticodon GUC. Wenn Codon und Anticodon zusammenpassen, kann Glutamin an die wachsende Aminosäurekette angefügt werden.

Merke

Das Codon liegt auf der mRNA und bestimmt die Bedeutung. Das komplementäre Anticodon liegt auf der tRNA und hilft, die passende Aminosäure bereitzustellen.

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Frage 1 von 1MittelWelche Aufgabe übernimmt eine tRNA bei der Translation?
Lösung: Sie bringt eine bestimmte Aminosäure zum passenden mRNA-Codon. — Über ihr Anticodon bindet die tRNA an ein passendes mRNA-Codon und stellt die zugehörige Aminosäure bereit.
Grenzen und biologische Bedeutung

Der genetische Code ist nahezu, aber nicht vollständig universell. Kleine Abweichungen kommen vor, beispielsweise in Hefemitochondrien. Daher wäre die Aussage „Der Code ist ausnahmslos bei allen Organismen gleich“ zu stark.

Auch einzelne Codons können unter besonderen Bedingungen anders gedeutet werden. UGA ist im Standardcode ein Stopcodon, kann in bestimmten Fällen aber den Einbau von Selenocystein ermöglichen. Für grundlegende Übersetzungsaufgaben verwendest du die angegebene Standardzuordnung, sofern die Aufgabe keinen Sonderfall nennt.

Die weitgehende Universalität hat eine praktische Bedeutung: Bakterien können grundsätzlich die Information menschlicher Gene lesen und menschliche Proteine wie Insulin herstellen.

Gut zu wissen

Redundanz kann manche Veränderungen an einer dritten Codonposition abpuffern: Wenn das veränderte Codon weiterhin dieselbe Aminosäure bezeichnet, bleibt die Aminosäuresequenz an dieser Stelle gleich. Das gilt jedoch nicht für jeden Basenaustausch.

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Frage 1 von 1SchwerWelche Aussage berücksichtigt den Geltungsbereich des genetischen Codes am genauesten?
Lösung: Der Code ist nahezu universell, besitzt aber wenige Ausnahmen und Sonderfälle. — Die große Mehrheit der Codonzuordnungen ist organismenübergreifend gleich. Einzelne Abweichungen ändern nichts an dieser Grundregel.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Genetischer Code
    • Aufbau: drei RNA-Basen bilden ein Codon
    • Zuordnung: Codon steht eindeutig für Aminosäure oder Stopp
    • Redundanz: mehrere Codons können dieselbe Aminosäure bezeichnen
    • Übersetzung: Ribosom liest mRNA, tRNA bringt Aminosäure
    • Signale: AUG startet, UAA, UAG und UGA stoppen
    • Geltung: nahezu universell mit wenigen Ausnahmen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage beschreibt ein Stopcodon im Standardcode?
Lösung: Es beendet die Translation und liefert keine Aminosäure für die Kette. — Ein Stopcodon ist ein Abbruchsignal für die Translation und wird nicht als Aminosäure eingebaut.
Frage 2 von 3MittelWelche Aminosäurefolge ergibt AUG | GGU | CAG | UAA?
Lösung: Methionin – Glycin – Glutamin — AUG codiert Methionin, GGU Glycin und CAG Glutamin. UAA beendet die Translation und wird nicht Teil der Aminosäurekette.
Frage 3 von 3SchwerEine Aminosäure wird durch vier verschiedene Codons bezeichnet. Welche Schlussfolgerung ist richtig?
Lösung: Der Code ist degeneriert, obwohl jedes einzelne dieser Codons eindeutig bleibt. — Mehrere Codons können dieselbe Aminosäure codieren. Trotzdem besitzt jedes einzelne Codon eine eindeutige Zuordnung.

Du kannst den genetischen Code sicher anwenden, wenn du zuerst die mRNA in 5′→3′-Richtung in Codons gliederst, dann jedes Codon eindeutig zuordnest und Start, Stopp sowie mögliche Sonderfälle beachtest.

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