Biologie

Verdauung: Weg der Nahrung einfach erklärt

Verdauung: Weg der Nahrung einfach erklärt
Verdauung: Weg der Nahrung einfach erklärt
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Bei der Verdauung wird Nahrung zerkleinert, chemisch in kleine Nährstoffbausteine zerlegt und hauptsächlich im Dünndarm aufgenommen. Unverdauliche Reste gelangen in den Dickdarm und werden schließlich ausgeschieden.

Auf dieser Seite verfolgst du einen Bissen durch den Körper und unterscheidest mechanische Verarbeitung, enzymatische Spaltung und Resorption.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Der Weg der Nahrung im Überblick

Stell dir vor, du isst ein Stück Brot. Es durchläuft nacheinander diese Stationen:

  1. Mund
  2. Speiseröhre
  3. Magen
  4. Dünndarm
  5. Dickdarm
  6. Mastdarm und Anus

Leber und Bauchspeicheldrüse liegen nicht auf diesem direkten Weg. Sie liefern jedoch wichtige Stoffe für die Verdauung im Dünndarm: Die Leber stellt Galle bereit, und die Bauchspeicheldrüse bildet Verdauungsenzyme sowie ein Sekret, das den sauren Speisebrei neutralisiert.

Definition

Verdauung

Verdauung umfasst die Aufnahme, Zerkleinerung, Durchmischung und chemische Zerlegung der Nahrung. Danach werden verwertbare Stoffe aufgenommen und unverwertbare Reste ausgeschieden.

Bei der mechanischen Verdauung wird Nahrung körperlich verändert, etwa durch Kauen und Durchmischen. Bei der chemischen Verdauung zerlegen Enzyme große Nährstoffe in kleinere Bausteine.

Merke

Mechanisch bedeutet: Nahrung wird zerkleinert, bewegt oder durchmischt. Chemisch bedeutet: Nährstoffmoleküle werden in kleinere Bausteine gespalten.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Reihenfolge beschreibt den Weg der Nahrung richtig?
Lösung: Mund – Speiseröhre – Magen – Dünndarm – Dickdarm – Mastdarm — Nahrung gelangt vom Mund über die Speiseröhre in den Magen. Danach folgen Dünndarm, Dickdarm und Mastdarm.
Frage 2 von 2MittelBeim Kauen wird ein Stück Brot in kleinere Teile zerlegt. Welche Art der Verdauung ist das?
Lösung: mechanische Verdauung — Kauen ist mechanische Verdauung. Resorption bezeichnet dagegen die Aufnahme von Stoffen durch die Darmwand.
Im Mund beginnt die Verarbeitung

Schon im Mund laufen zwei Vorgänge gleichzeitig ab. Die Zähne zerkleinern die Nahrung mechanisch. Speichel befeuchtet sie, macht den entstehenden Brei gleitfähig und enthält das Enzym Amylase.

Definition

Enzym

Ein Enzym beschleunigt eine bestimmte chemische Reaktion. Verdauungsenzyme spalten große Nährstoffmoleküle in kleinere Bausteine, die der Körper aufnehmen kann.

Amylase beginnt bereits im Mund mit dem Abbau von Stärke. Deshalb kann Weißbrot nach längerem Kauen süßlich schmecken: Aus der nicht süß schmeckenden Stärke entstehen kleinere, süßer schmeckende Zuckerbestandteile.

Beim Schlucken presst die Zunge den Nahrungsbrei gegen den Gaumen. Das Gaumensegel verschließt den Nasen-Rachen-Raum, während der Kehlkopfdeckel den Eingang zur Luftröhre verschließt.

Anschließend befördert die muskulöse Speiseröhre den Brei durch wellenförmige Bewegungen zum Magen. Dieser aktive Transport funktioniert sogar im Liegen.

Beispiel

Du kaust ein Stück Brot gründlich. Die Zähne teilen es in kleinere Stücke: Das ist mechanische Verdauung. Gleichzeitig beginnt Amylase im Speichel, Stärke chemisch abzubauen. Das Beispiel zeigt, dass beide Verdauungsarten an derselben Station stattfinden können.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Im Mund wird Nahrung durch das mechanisch zerkleinert. Das Enzym beginnt dort mit dem Stärkeabbau. Die transportiert den Nahrungsbrei anschließend zum Magen.

Lösungen: Lücke 1: Kauen; Lücke 2: Amylase; Lücke 3: Speiseröhre. Kauen zerkleinert die Nahrung. Amylase wirkt im Speichel auf Stärke, und die Speiseröhre übernimmt den Transport zum Magen.
Der Magen speichert und durchmischt

Der Magen ist ein dehnbares Hohlorgan. Er sammelt den Nahrungsbrei, durchmischt ihn mit Magensaft und gibt ihn portionsweise an den Dünndarm weiter.

Muskelbewegungen der Magenwand kneten den Inhalt durch. Das ist mechanische Verarbeitung. Gleichzeitig wirken Salzsäure und das Enzym Pepsin chemisch auf Proteine ein.

  • Salzsäure tötet viele aufgenommene Bakterien und entfaltet Proteine.
  • Pepsin spaltet die entfalteten Proteine in kleinere Teile.
  • Schutzschleim bewahrt die Magenwand vor dem stark sauren Magensaft.
  • Der Pförtner regelt die portionsweise Weitergabe an den Zwölffingerdarm, den ersten Abschnitt des Dünndarms.

Pepsin entsteht aus seiner inaktiven Vorform Pepsinogen. Der niedrige pH-Wert im Magen trägt zu dieser Aktivierung bei.

Gut zu wissen

Wie lange Nahrung im Magen bleibt, hängt besonders von ihrer Menge und Zusammensetzung ab. Kohlenhydratreiche Nahrung wird meist schneller weiterverarbeitet als proteinreiche; fettreiche Nahrung bleibt in der Regel am längsten. Zeitangaben sind deshalb nur Richtwerte.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Aussage beschreibt die Arbeit des Magens vollständig?
Lösung: Er speichert und durchmischt Nahrung und beginnt mithilfe von Salzsäure und Pepsin die Proteinverdauung. — Der Magen verbindet Speicherung und mechanisches Durchmischen mit chemischer Proteinverdauung.
Frage 2 von 2SchwerDer Pförtner wäre dauerhaft weit geöffnet. Welche Aufgabe wäre dann besonders gestört?
Lösung: die geregelte, portionsweise Abgabe des Mageninhalts an den Dünndarm — Der Pförtner ist der Schließmuskel am Magenausgang und dosiert den Übergang zum Dünndarm.
Im Dünndarm entstehen aufnehmbare Bausteine

Im Dünndarm wird die chemische Zerlegung der Nährstoffe abgeschlossen. Verschiedene Enzyme wirken jeweils auf passende Nährstoffe:

  • Proteine werden zu Aminosäuren zerlegt.
  • Kohlenhydrate werden zu Einfachzuckern zerlegt.
  • Fette werden zu Fettsäuren zerlegt.

Galle unterstützt die Fettverdauung. Das Sekret der Bauchspeicheldrüse neutralisiert den sauren Speisebrei aus dem Magen und schützt dadurch die Darmschleimhaut. Zugleich liefert die Bauchspeicheldrüse Verdauungsenzyme.

Definition

Resorption

Resorption ist die Aufnahme gelöster Nährstoffbausteine, von Wasser und Elektrolyten durch die Darmwand. Sie findet hauptsächlich im Dünndarm statt.

Die Innenwand des Dünndarms besitzt zahlreiche Zotten. In ihnen liegt ein Gefäßnetz. Über die Zotten gelangen Nährstoffbausteine zusammen mit Wasser und Elektrolyten in den Blutstrom. Das Blut transportiert sie weiter zu den Organen und Zellen. Dort können sie gespeichert, als Baustoffe genutzt oder zur Energiegewinnung verwendet werden.

Beispiel

Verfolge die Stärke aus einem Stück Brot:

  1. Im Mund beginnt Amylase mit der chemischen Spaltung.
  2. Im Dünndarm zerlegen weitere Enzyme die Kohlenhydrate bis zu Einfachzuckern.
  3. Die Darmwand nimmt die Einfachzucker auf.
  4. Das Blut transportiert sie zu den Zellen, wo sie unter anderem zur Energiegewinnung dienen können.

Der entscheidende Gedanke: Der Körper nimmt nicht das Brot als Ganzes auf, sondern die daraus entstandenen kleinen Nährstoffbausteine.

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Frage 1 von 2LeichtWo findet die hauptsächliche Resorption von Nährstoffbausteinen statt?
Lösung: im Dünndarm — Die Zotten und ihr Gefäßnetz ermöglichen im Dünndarm die Aufnahme und den Weitertransport der Nährstoffbausteine.
Frage 2 von 2SchwerEin Protein wurde nur mechanisch in sehr kleine Nahrungsstücke zerlegt. Warum reicht das für die Resorption noch nicht aus?
Lösung: Seine Moleküle müssen chemisch bis zu kleinen Bausteinen wie Aminosäuren gespalten werden. — Erst die chemische Spaltung erzeugt die kleinen Bausteine, die durch die Darmwand aufgenommen werden können.
Dickdarm und Ausscheidung

Nicht alles aus der Nahrung kann im Dünndarm aufgenommen werden. Die überwiegend unverdaulichen Reste gelangen zusammen mit Wasser und Mikroorganismen in den Dickdarm.

Dort wird dem Darminhalt Wasser entzogen. Dadurch wird er eingedickt. Bakterien und Pilze der Darmflora bauen einen Teil der unverdaulichen Ballaststoffe zu kurzkettigen Fettsäuren ab.

Definition

Darmmikrobiom

Das Darmmikrobiom umfasst die im Verdauungstrakt lebenden Bakterien, Viren, Einzeller und Pilze. Ein Teil dieser Mikroorganismen wirkt an der Verarbeitung unverdaulicher Stoffe mit.

Im Mastdarm findet keine eigentliche Verdauung mehr statt. Der Stuhl wird dort gesammelt und später über den Anus ausgeschieden.

Merke

Dünndarm und Dickdarm haben unterschiedliche Schwerpunkte: Im Dünndarm werden vor allem Nährstoffbausteine aufgenommen. Im Dickdarm werden Reste weiterverarbeitet und durch Wasserentzug eingedickt.

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Frage 1 von 1MittelWas geschieht vorwiegend mit unverdaulichen Resten im Dickdarm?
Lösung: Mikroorganismen verarbeiten einen Teil weiter, und dem Darminhalt wird Wasser entzogen. — Im Dickdarm wirken Mikroorganismen auf bestimmte Reste ein. Gleichzeitig dickt der Entzug von Wasser den Darminhalt ein.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Verdauung
    • Mechanische Verarbeitung
      • Kauen im Mund
      • Durchmischen in Magen und Darm
    • Chemische Spaltung
      • Amylase beginnt den Stärkeabbau
      • Salzsäure und Pepsin wirken im Magen
      • Enzyme zerlegen Nährstoffe im Dünndarm
    • Resorption
      • Nährstoffbausteine passieren die Dünndarmwand
      • Blut transportiert sie zu Organen und Zellen
    • Unverdauliche Reste
      • Mikroorganismen wirken im Dickdarm
      • Wasser wird entzogen
      • Ausscheidung erfolgt über Mastdarm und Anus
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage unterscheidet Verdauung und Resorption richtig?
Lösung: Verdauung zerlegt Nahrung; Resorption nimmt gelöste Stoffe durch die Darmwand auf. — Die Verdauung bereitet Nährstoffe durch mechanische und chemische Vorgänge vor. Bei der Resorption gelangen ihre Bausteine durch die Darmwand in den Körper.
Frage 2 von 3MittelWelche Zuordnung ist vollständig richtig?
Lösung: Mund: Kauen und Beginn des Stärkeabbaus; Magen: Durchmischen und Proteinverdauung; Dünndarm: Abschluss der Spaltung und Resorption — Im Mund beginnen mechanische Zerkleinerung und Stärkeabbau. Der Magen mischt und bearbeitet Proteine. Der Dünndarm schließt die Spaltung ab und nimmt Bausteine auf.
Frage 3 von 3SchwerEin Nährstoff soll aus einem Lebensmittel bis zu einer Körperzelle verfolgt werden. Welche Beschreibung erklärt den notwendigen Weg am besten?
Lösung: Nahrung wird mechanisch verarbeitet, der Nährstoff enzymatisch in kleine Bausteine gespalten, im Dünndarm resorbiert und über das Blut weitertransportiert. — Die zusammenhängende Kette lautet: mechanische Verarbeitung, chemische Spaltung, Resorption im Dünndarm und Transport im Blut.

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