Verdauung: Weg der Nahrung einfach erklärt
Was passiert mit deinem Essen? Bei der Verdauung wird Nahrung zerkleinert, und große Nährstoffmoleküle werden chemisch in kleine Bausteine zerlegt. Diese werden hauptsächlich im Dünndarm aufgenommen; das heißt Resorption. Unverdauliche Reste gelangen in den Dickdarm und werden schließlich ausgeschieden.
Auf dieser Seite verfolgst du einen Bissen durch den Körper und unterscheidest mechanische Verarbeitung, enzymatische Spaltung und Resorption.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Der Weg der Nahrung im Überblick
Stell dir vor, du isst ein Stück Brot. Es durchläuft nacheinander diese Stationen:
- Mund
- Speiseröhre
- Magen
- Dünndarm
- Dickdarm bis zum Mastdarm
- Anus (After)
Leber und Bauchspeicheldrüse liegen nicht auf diesem direkten Weg. Sie liefern jedoch wichtige Stoffe für die Verdauung im Dünndarm: Die Leber stellt Galle bereit, und die Bauchspeicheldrüse bildet Verdauungsenzyme sowie ein Sekret, das den sauren Speisebrei neutralisiert.
Verdauung
Verdauung bedeutet, Nahrung mechanisch zu zerkleinern und große Nährstoffe chemisch in aufnehmbare Bausteine zu zerlegen. Das Verdauungssystem übernimmt außerdem den Transport, die Resorption und die Ausscheidung der Reste.
Bei der mechanischen Verdauung wird Nahrung körperlich verändert, etwa durch Kauen und Durchmischen. Bei der chemischen Verdauung zerlegen Enzyme große Nährstoffe in kleinere Bausteine.
Mechanisch bedeutet: Nahrung wird zerkleinert, bewegt oder durchmischt. Chemisch bedeutet: Nährstoffmoleküle werden in kleinere Bausteine gespalten.
Im Mund beginnt die Verarbeitung
Schon im Mund laufen zwei Vorgänge gleichzeitig ab. Die Zähne zerkleinern die Nahrung mechanisch. Speichel befeuchtet sie, macht den entstehenden Brei gleitfähig und enthält das Enzym Amylase.
Enzym
Ein Enzym beschleunigt eine bestimmte chemische Reaktion, ohne dabei verbraucht zu werden. Verdauungsenzyme spalten große Nährstoffmoleküle in kleinere Bausteine, die der Körper aufnehmen kann.
Stärke ist ein Kohlenhydrat, dessen Moleküle aus vielen miteinander verbundenen Zuckerbausteinen bestehen. Amylase beginnt bereits im Mund mit ihrem Abbau. Deshalb kann Weißbrot nach längerem Kauen süßlich schmecken: Aus der nicht süß schmeckenden Stärke entstehen kleinere, süßer schmeckende Zuckerbestandteile.
Beim Schlucken presst die Zunge den Nahrungsbrei gegen den Gaumen. Das Gaumensegel verschließt den Nasen-Rachen-Raum, während sich der Kehlkopfdeckel schützend über den Kehlkopfeingang legt. So wird der Weg zur Luftröhre beim Schlucken gesichert.
Anschließend befördert die muskulöse Speiseröhre den Brei durch wellenförmige Bewegungen zum Magen. Dieser aktive Transport funktioniert sogar im Liegen.
Du kaust ein Stück Brot gründlich. Die Zähne teilen es in kleinere Stücke: Das ist mechanische Verdauung. Gleichzeitig beginnt Amylase im Speichel, Stärke chemisch abzubauen. Das Beispiel zeigt, dass beide Verdauungsarten an derselben Station stattfinden können.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Im Mund wird Nahrung durch das mechanisch zerkleinert. Das Enzym beginnt dort mit dem Stärkeabbau. Die transportiert den Nahrungsbrei anschließend zum Magen.
Der Magen speichert und durchmischt
Der Magen ist ein dehnbares Hohlorgan. Er sammelt den Nahrungsbrei, durchmischt ihn mit Magensaft und gibt ihn portionsweise an den Dünndarm weiter.
Muskelbewegungen der Magenwand kneten den Inhalt durch. Das ist mechanische Verarbeitung. Gleichzeitig wirken Salzsäure und das Enzym Pepsin auf Proteine, also Eiweiße, ein.
- Salzsäure tötet viele aufgenommene Bakterien und entfaltet Proteine.
- Pepsin spaltet die entfalteten Proteine in kleinere Teile.
- Schutzschleim bewahrt die Magenwand vor dem stark sauren Magensaft.
- Der Pförtner regelt die portionsweise Weitergabe an den Zwölffingerdarm, den ersten Abschnitt des Dünndarms.
Pepsin entsteht aus seiner zunächst inaktiven Vorform Pepsinogen. Die saure Umgebung im Magen hilft dabei, es zu aktivieren.
Wie lange Nahrung im Magen bleibt, hängt unter anderem von ihrer Menge, Zusammensetzung und Zerkleinerung ab. Es gibt deshalb keine feste Verweildauer, die für jedes Essen gilt.
Im Dünndarm entstehen aufnehmbare Bausteine
Im Dünndarm wird die chemische Zerlegung der verdaulichen Nährstoffe abgeschlossen. Verschiedene Enzyme wirken jeweils auf passende Nährstoffe:
- Proteine werden schrittweise zu Aminosäuren zerlegt, ihren kleinen Bausteinen.
- Verdauliche Kohlenhydrate wie Stärke werden zu Einfachzuckern, etwa Glucose (Traubenzucker), zerlegt. Bereits vorhandene Einfachzucker müssen nicht weiter gespalten werden.
- Bei der Spaltung der üblichen Nahrungsfette entstehen vor allem Fettsäuren und Monoglyceride. Ein Monoglycerid besteht aus Glycerin mit einer noch gebundenen Fettsäure.
Galle unterstützt die Fettverdauung, indem sie die Verteilung des Fetts in feine Tröpfchen erleichtert. So haben fettspaltende Enzyme mehr Angriffsfläche. Galle ist selbst kein Enzym. Das Sekret der Bauchspeicheldrüse neutralisiert den sauren Speisebrei aus dem Magen und schützt dadurch die Darmschleimhaut. Zugleich liefert die Bauchspeicheldrüse Verdauungsenzyme.
Resorption
Resorption ist die Aufnahme von Stoffen durch die Darmwand in den Körper. Dazu gehören Nährstoffbausteine, Wasser und gelöste Mineralsalze. Sie findet hauptsächlich im Dünndarm statt.
Die Innenwand des Dünndarms besitzt zahlreiche Zotten: kleine Ausstülpungen, die ihre Oberfläche vergrößern. Durch die Zellen der Darmwand gelangen beispielsweise Einfachzucker und Aminosäuren in die Blutgefäße der Zotten.
Die meisten aufgenommenen Fettbausteine werden in den Darmwandzellen wieder zu Fetten zusammengesetzt und in Transportteilchen verpackt. Diese gelangen zunächst in die Lymphe, eine Körperflüssigkeit in einem eigenen Gefäßsystem, und danach ins Blut. Das Blut verteilt die aufgenommenen Stoffe im Körper. Sie dienen als Baustoffe oder Energiequellen oder werden gespeichert.
Verfolge die Stärke aus einem Stück Brot:
- Im Mund beginnt Amylase mit der chemischen Spaltung.
- Im Dünndarm zerlegen weitere Enzyme die Kohlenhydrate bis zu Einfachzuckern.
- Die Darmwand nimmt die Einfachzucker auf.
- Das Blut transportiert sie zu den Zellen, wo sie unter anderem zur Energiegewinnung dienen können.
Der entscheidende Gedanke: Der Körper nimmt nicht das Brot als Ganzes auf, sondern die daraus entstandenen kleinen Nährstoffbausteine.
Dickdarm und Ausscheidung
Nicht alles aus der Nahrung kann im Dünndarm aufgenommen werden. Die überwiegend unverdaulichen Reste gelangen zusammen mit Wasser und Mikroorganismen in den Dickdarm.
Dort wird dem Darminhalt Wasser entzogen. Dadurch wird er eingedickt. Darmbakterien bauen einen Teil der Ballaststoffe zu kurzkettigen Fettsäuren ab. Ballaststoffe sind Nahrungsbestandteile, die unsere eigenen Verdauungsenzyme nicht oder kaum spalten können.
Darmmikrobiom
Zum Darmmikrobiom gehören die Mikroorganismen im Darm, etwa Bakterien und Pilze, sowie Viren. Der Begriff umfasst auch ihre Erbanlagen, Stoffwechselprodukte und ihre Umgebung. Für die Verdauung sind besonders die Darmbakterien wichtig.
Der Mastdarm ist der letzte Abschnitt des Dickdarms. Er sammelt den Stuhl vor der Ausscheidung über den Anus.
Dünndarm und Dickdarm haben unterschiedliche Schwerpunkte: Im Dünndarm werden vor allem Nährstoffbausteine aufgenommen. Im Dickdarm werden Reste weiterverarbeitet und durch Wasserentzug eingedickt.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Verdauung
- Mechanische Verarbeitung
- Kauen im Mund
- Durchmischen in Magen und Darm
- Chemische Spaltung
- Amylase beginnt den Stärkeabbau
- Salzsäure und Pepsin wirken im Magen
- Enzyme zerlegen Nährstoffe im Dünndarm
- Resorption
- Nährstoffbausteine passieren die Dünndarmwand
- Die meisten Fette gelangen zunächst in die Lymphe
- Blut verteilt die aufgenommenen Stoffe im Körper
- Unverdauliche Reste
- Mikroorganismen wirken im Dickdarm
- Wasser wird entzogen
- Ausscheidung erfolgt über Mastdarm und Anus
- Mechanische Verarbeitung
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