Chemie

Aggregatzustände im Teilchenmodell erklärt

Aggregatzustände im Teilchenmodell erklärt
Aggregatzustände im Teilchenmodell erklärt
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Ein Stoff kann fest, flüssig oder gasförmig sein. Im Teilchenmodell erklärst du diese Aggregatzustände durch die Bewegung, die Abstände und die Anordnung der Teilchen. Bei einer Zustandsänderung bleiben die Teilchen selbst unverändert: Eis, flüssiges Wasser und Wasserdampf bestehen weiterhin aus H₂O-Molekülen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was zeigt das Teilchenmodell?

Stell dir einen Eiswürfel vor, der in einem Getränk schmilzt. Sichtbar verändert sich der Stoff: Aus einem festen Körper wird eine Flüssigkeit. Auf der Teilchenebene bleiben es jedoch dieselben Wasserteilchen.

Definition

Teilchenmodell

Das Teilchenmodell beschreibt Stoffe als Ansammlungen sehr kleiner Teilchen. Es hilft dabei, Stoffeigenschaften und Zustandsänderungen durch Bewegung, Abstand, Anordnung und Anziehung der Teilchen zu erklären.

Die Temperatur beeinflusst die Bewegung:

  • Beim Erwärmen bewegen sich die Teilchen stärker und besitzen mehr Bewegungsenergie.
  • Beim Abkühlen bewegen sie sich weniger stark.
  • Die Teilchen selbst schmelzen, verdampfen oder vergrößern sich dabei nicht.

Das Modell ist eine vereinfachte Darstellung. Die gezeichneten Kugeln zeigen Teilchen, sind aber keine maßstabsgetreuen Bilder von Atomen oder Molekülen.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWas bleibt gleich, wenn Eis zu flüssigem Wasser wird?
Lösung: Die Wasserteilchen bleiben chemisch dieselben. — Beim Schmelzen ändern sich Anordnung und Bewegung der H₂O-Moleküle. Der Stoff bleibt Wasser.
So unterscheiden sich fest, flüssig und gasförmig

Die drei Zustände unterscheiden sich auf der Stoffebene durch Form und Volumen. Das Teilchenmodell erklärt diese Unterschiede.

ZustandForm und VolumenBewegung und Anordnung der Teilchen
festbestimmte Form und bestimmtes VolumenTeilchen liegen dicht beieinander und schwingen um feste Plätze; sie sind häufig regelmäßig angeordnet.
flüssigkeine eigene Form, aber bestimmtes VolumenTeilchen liegen weiterhin nah beieinander, wechseln jedoch ihre Plätze und gleiten aneinander vorbei.
gasförmigweder bestimmte Form noch bestimmtes VolumenTeilchen bewegen sich schnell in alle Richtungen, haben große Abstände und füllen den verfügbaren Raum.

Ein Liter Wasser nimmt in einer Flasche eine andere Form an als in einer Schüssel. Sein Volumen bleibt dabei gleich. Ein Gas verteilt sich dagegen im gesamten verfügbaren Raum.

Merke

Feststoffe sind form- und volumenbeständig. Flüssigkeiten sind nur volumenbeständig. Gase besitzen weder eine feste Form noch ein festes Volumen.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelEine Flüssigkeit wird aus einer Flasche in eine breite Schale gegossen. Was ändert sich?
Lösung: Ihre Form ändert sich, ihr Volumen bleibt gleich. — Die Teilchen können ihre Plätze wechseln. Deshalb passt sich die Flüssigkeit dem Gefäß an, ohne dass ihre Stoffmenge automatisch zunimmt.
Welche Übergänge gibt es?

Wird einem Stoff Wärme zugeführt oder entzogen, kann er seinen Aggregatzustand ändern. Auch eine Druckänderung kann einen Übergang auslösen oder seine Temperatur verschieben.

ÜbergangZustandsänderungBeispiel
Schmelzenfest → flüssigEin Eiswürfel wird zu Wasser.
Erstarrenflüssig → festWasser gefriert zu Eis.
Sieden oder Verdampfenflüssig → gasförmigKochendes Wasser wird gasförmig.
Kondensierengasförmig → flüssigWasserdampf wird beim Abkühlen wieder flüssig.
Sublimierenfest → gasförmigGefrorenes Wasser in Winterwäsche geht direkt in den gasförmigen Zustand über.
Resublimierengasförmig → festAus Wasserdampf entstehen unmittelbar Eiskristalle als Raureif.

Sublimieren und Resublimieren überspringen den flüssigen Zustand.

Beispiel

Beim Erwärmen von Eis bewegen sich die Teilchen immer stärker. Beim Schmelzen verlassen sie ihre festen Plätze und können aneinander vorbeigleiten. Werden sie weiter erwärmt, können sie schließlich die gegenseitige Anziehung überwinden und sich als Gas im Raum verteilen.

Beim Abkühlen läuft die Folge umgekehrt: Gas kondensiert zur Flüssigkeit, und die Flüssigkeit erstarrt zum Feststoff.

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Frage 1 von 2LeichtWie heißt der Übergang von gasförmig zu flüssig?
Lösung: Kondensieren — Beim Kondensieren verlieren die Teilchen Bewegungsenergie und kommen einander wieder näher.
Frage 2 von 2MittelRaureif entsteht unmittelbar aus Wasserdampf. Welcher Übergang liegt vor?
Lösung: Resublimieren — Beim Resublimieren geht ein Stoff direkt vom gasförmigen in den festen Zustand über.
Warum steigt die Temperatur beim Schmelzen nicht weiter?

Erwärmen bedeutet normalerweise: Die Teilchen bewegen sich stärker und die Temperatur steigt. Während einer Zustandsänderung wird die zugeführte Energie jedoch dafür verwendet, die bisherige Anordnung und die Anziehung zwischen den Teilchen zu überwinden.

Deshalb bleibt die Temperatur eines reinen Stoffes beim Schmelzen oder Sieden unter gleichbleibendem Druck zunächst konstant. Erst wenn die Stoffportion vollständig umgewandelt ist, steigt die Temperatur weiter.

Beispiel

Ein Stück Eis befindet sich an seiner Schmelztemperatur. Weitere Wärmezufuhr wandelt zunächst Eis in flüssiges Wasser um. Die Energie erhöht in dieser Phase nicht einfach nur die Bewegungsgeschwindigkeit, sondern ermöglicht den Wechsel aus der festen Ordnung in den flüssigen Zustand.

Gut zu wissen

An der Übergangstemperatur kann eine Stoffportion gleichzeitig zwei Zustände enthalten, solange die Umwandlung noch läuft. Die Temperatur allein sagt dann nicht, welcher Anteil bereits umgewandelt ist.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWarum kann die Temperatur während des Schmelzens konstant bleiben, obwohl Wärme zugeführt wird?
Lösung: Die Energie wird für die Zustandsänderung verwendet. — Während des Übergangs dient die zugeführte Energie dazu, die feste Ordnung zu lösen. Nach dem vollständigen Schmelzen kann die Temperatur wieder steigen.
Sieden, Verdunsten und Druck unterscheiden

Beim Sieden wird eine Flüssigkeit bei ihrer Siedetemperatur im gesamten Volumen gasförmig. Dabei bilden sich Blasen.

Beim Verdunsten verlassen schon unterhalb der Siedetemperatur besonders schnelle Teilchen die Oberfläche. Eine Pfütze kann deshalb trocknen, obwohl sie nicht kocht.

Wenn vor allem schnelle Teilchen entweichen, sinkt die mittlere Bewegungsenergie der verbleibenden Flüssigkeit. Dadurch kühlt sie ab. Diese Wirkung heißt Verdunstungskälte. Nasse Badebekleidung kann deshalb die Haut kühlen.

Merke

Sieden geschieht im gesamten Volumen an der Siedetemperatur. Verdunsten geschieht unterhalb der Siedetemperatur an der Oberfläche.

Schmelz- und Siedetemperaturen gelten nur für bestimmte Druckbedingungen. Bei geringerem Luftdruck siedet Wasser bei einer niedrigeren Temperatur. Auf dem Mount Everest liegt die Siedetemperatur von Wasser beispielsweise nur bei ungefähr 70 °C statt bei etwa 100 °C unter üblichen Druckbedingungen.

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Frage 1 von 2MittelEine Pfütze verschwindet an einem milden Tag, ohne zu kochen. Was geschieht?
Lösung: Wasser verdunstet an der Oberfläche. — Besonders schnelle Wasserteilchen verlassen die Oberfläche. Dafür muss die Flüssigkeit ihre Siedetemperatur nicht erreichen.
Frage 2 von 2SchwerWarum kann Wasser auf einem hohen Berg unter 100 °C sieden?
Lösung: Weil die Siedetemperatur vom Druck abhängt. — Bei geringerem Außendruck kann der Übergang in den gasförmigen Zustand bei einer niedrigeren Temperatur einsetzen.
Einen Aggregatzustand bestimmen

Für einen Stoffvergleich brauchst du die Schmelztemperatur, die Siedetemperatur, die aktuelle Temperatur und die Druckbedingung.

  1. Liegt die Temperatur unter der Schmelztemperatur, ist der Stoff fest.
  2. Liegt sie zwischen Schmelz- und Siedetemperatur, ist er flüssig.
  3. Liegt sie über der Siedetemperatur, ist er gasförmig.
  4. Liegt sie genau an einer Übergangstemperatur, kann die Umwandlung gerade stattfinden.
Beispiel

Quecksilber schmilzt bei etwa −39 °C und siedet bei etwa 357 °C. Bei 25 °C liegt seine Temperatur zwischen diesen beiden Werten. Quecksilber ist unter den angegebenen Druckbedingungen daher flüssig.

Wasser schmilzt bei etwa 0 °C und siedet bei etwa 100 °C. Bei −20 °C ist es fest, bei 25 °C flüssig und bei 110 °C gasförmig, sofern die genannten Übergangstemperaturen für den herrschenden Druck gelten.

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Frage 1 von 2MittelSauerstoff schmilzt bei etwa −219 °C und siedet bei etwa −183 °C. Welchen Zustand hat er bei 25 °C unter den zugehörigen Druckbedingungen?
Lösung: gasförmig — 25 °C liegt deutlich über der Siedetemperatur von −183 °C. Sauerstoff ist daher gasförmig.
Frage 2 von 2SchwerEin Stoff befindet sich genau an seiner Schmelztemperatur. Welche Aussage ist sicher?
Lösung: Die Temperaturangabe allein verrät nicht, ob die Stoffportion schon vollständig geschmolzen ist. — An der Schmelztemperatur kann die Umwandlung gerade ablaufen. Für eine eindeutige Aussage brauchst du zusätzliche Informationen über den Verlauf.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Aggregatzustände im Teilchenmodell
    • fest: feste Plätze, bestimmte Form und bestimmtes Volumen
    • flüssig: bewegliche Nachbarn, Gefäßform und bestimmtes Volumen
    • gasförmig: große Abstände, freie Bewegung und Raumausfüllung
    • Erwärmen: stärkere Teilchenbewegung und Übergang zu weniger Ordnung
    • Abkühlen: schwächere Teilchenbewegung und Übergang zu mehr Ordnung
    • äußere Bedingungen: Temperatur und Druck beeinflussen Zustandsänderungen
    • Teilchen bleiben gleich: Der Stoff wird bei einem Phasenwechsel nicht chemisch umgewandelt
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelcher Zustand besitzt ein bestimmtes Volumen, aber keine eigene Form?
Lösung: flüssig — Flüssigkeiten behalten ihr Volumen, passen ihre Form aber an das Gefäß an.
Frage 2 von 3MittelWas geschieht im Teilchenmodell beim Kondensieren?
Lösung: Die Teilchen bewegen sich weniger stark und kommen einander näher. — Beim Übergang von gasförmig zu flüssig sinkt die Bewegungsenergie. Die Abstände werden kleiner, ohne dass neue Teilchen entstehen.
Frage 3 von 3SchwerZwei gleiche Wasserportionen sieden bei unterschiedlichen Temperaturen. Welche Erklärung passt?
Lösung: Sie können unterschiedlichen Drücken ausgesetzt sein. — Die Siedetemperatur ist druckabhängig. Deshalb reicht eine Temperaturangabe ohne passende Druckbedingung nicht immer aus.

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