Chemie

Hydratation: Hydrathülle einfach erklärt

Hydratation: Hydrathülle einfach erklärt
Hydratation: Hydrathülle einfach erklärt
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Bei der Hydratation lagern sich Wassermoleküle an gelöste Ionen oder polare Moleküle an. Um ein Ion entsteht dabei eine Hydrathülle. Ihre Ausrichtung lässt sich aus den Teilladungen des Wassermoleküls erklären.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum kann Wasser Ionen umgeben?

Ein Wassermolekül ist ein Dipol: Sauerstoff zieht die Bindungselektronen stärker an als Wasserstoff. Deshalb trägt die Sauerstoffseite eine negative Teilladung und die Wasserstoffseite positive Teilladungen. Das Molekül ist insgesamt trotzdem ungeladen.

Definition

Ion-Dipol-Wechselwirkung

Die elektrostatische Anziehung zwischen einem geladenen Ion und den Teilladungen eines polaren Moleküls heißt Ion-Dipol-Wechselwirkung. Sie hält Wassermoleküle in der Umgebung eines gelösten Ions.

Die Ausrichtung folgt der Regel „Entgegengesetzte Ladungen ziehen sich an“:

  • Bei einem positiven Kation zeigt die negativ polarisierte Sauerstoffseite nach innen.
  • Bei einem negativen Anion zeigen die positiv polarisierten Wasserstoffseiten nach innen.
Beispiel

Beim Natriumion Na⁺ richten sich die Sauerstoffseiten der Wassermoleküle zum Ion. Beim Chloridion Cl⁻ zeigen dagegen die Wasserstoffseiten zum Ion. Die geordnete Umgebung aus Wassermolekülen ist jeweils die Hydrathülle.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Seite eines Wassermoleküls zeigt zu einem Kation?
Lösung: Die Sauerstoffseite mit negativer Teilladung — Ein Kation ist positiv geladen. Es zieht die negativ polarisierte Sauerstoffseite des Wassers an.
Was geschieht beim Lösen eines Salzes?

Beim Salzlösen laufen zwei unterscheidbare Teilprozesse ab:

  1. Bei der Dissoziation wird das Ionengitter getrennt. Kationen und Anionen liegen danach nicht mehr an ihren festen Gitterplätzen.
  2. Bei der Hydratation richten sich Wassermoleküle um die getrennten Ionen aus und bilden Hydrathüllen.

Für Natriumchlorid kann man den gelösten Zustand vereinfacht so schreiben:

NaCl(s) → Na⁺(aq) + Cl⁻(aq)

(s) bezeichnet den festen Stoff. (aq) zeigt an, dass ein Teilchen in wässriger Lösung hydratisiert vorliegt. Die genaue Zahl der Wassermoleküle in der Hydrathülle steht in einer solchen Gleichung gewöhnlich nicht dabei.

Merke

Dissoziation trennt die Ionen; Hydratation umgibt sie mit Wasser. Beide Vorgänge gehören zum Lösen eines Salzes, bedeuten aber nicht dasselbe.

Die hydratisierten Ionen können sich in der Lösung bewegen. Deshalb kann eine Salzlösung elektrischen Strom durch Ionenbewegung leiten. Im festen Ionengitter sind die Ionen dagegen an ihre Plätze gebunden. Das ist keine Elektronenleitung wie in einem Metall.

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Frage 1 von 1MittelEine Zeichnung zeigt getrennte Na⁺- und Cl⁻-Ionen, aber noch keine Wassermoleküle. Welcher Schritt ist bereits dargestellt?
Lösung: Die Dissoziation — Das getrennte Ionengitter zeigt die Dissoziation. Erst die Anlagerung von Wasser bildet die Hydrathüllen.
Wovon hängt die Stärke der Hydratation ab?

Wie stark ein Ion Wasser anzieht, hängt vor allem von seiner Ladung und seinem Radius ab.

  • Bei gleicher Ladung bindet ein kleineres Ion Wasser meist stärker. Seine Ladung wirkt auf kleinerem Raum konzentriert.
  • Bei ähnlicher Größe zieht ein höher geladenes Ion Wasser meist stärker an als ein einfach geladenes Ion.

Die erste, enger gebundene Umgebung enthält häufig vier oder sechs Wassermoleküle. Das ist keine starre Zahl: Ionengröße, Ladung und Temperatur beeinflussen die Anordnung; weitere Wassermoleküle können sich lockerer anschließen.

Vertiefung: Hydratationsenthalpie

Bei der Bildung der Ion-Dipol-Wechselwirkungen wird Energie frei. Die Hydratationsenthalpie ist deshalb negativ; der Vorgang ist exotherm. „Stärkere Hydratation“ bedeutet hier: Der Wert ist stärker negativ und sein Betrag ist größer.

IonIonenradius in nmHydratationsenthalpie in kJ·mol⁻¹
Li⁺0,060−508
Na⁺0,095−398
K⁺0,133−308
Mg²⁺0,065−1908
Ca²⁺0,097−1577

Innerhalb der gleich geladenen Reihen passt das Muster: Das kleinere Li⁺ wird stärker hydratisiert als Na⁺ und K⁺; das kleinere Mg²⁺ stärker als Ca²⁺. Vergleiche dafür die Beträge der negativen Werte, nicht nur das Vorzeichen.

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Frage 1 von 1MittelWelches Ion wird nach der Radiusregel bei gleicher Ladung stärker hydratisiert: Na⁺ oder K⁺?
Lösung: Na⁺, weil sein Ionenradius kleiner ist — Na⁺ und K⁺ tragen beide eine einfache positive Ladung. Daher entscheidet hier vor allem der kleinere Radius von Na⁺.
Welche ähnlichen Begriffe musst du unterscheiden?
Definition

Solvatation

Solvatation ist der allgemeine Begriff für die Anlagerung von Lösungsmittelmolekülen an gelöste Teilchen. Ist Wasser das Lösungsmittel, heißt dieser Spezialfall Hydratation.

Der Begriff Hydratation wird je nach Zusammenhang außerdem weiter verwendet:

  • Kristallwasser: Wasser kann fester Bestandteil einer Kristallstruktur sein. Dieses Wasser sitzt an bestimmten Gitterplätzen.
  • Organische Reaktion: Bei der Hydratisierung einer C=C-Doppelbindung wird Wasser chemisch addiert; dabei kann ein Alkohol entstehen.
  • Bauchemie: Bei der Zementhydratation reagieren Zementbestandteile mit Wasser und das Material erhärtet.

Diese Bedeutungen haben Wasser gemeinsam, beschreiben aber nicht alle nur eine Hydrathülle um ein gelöstes Ion. Achte deshalb immer auf den chemischen Zusammenhang.

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Frage 1 von 1MittelEin Lösungsmittel umgibt gelöste Teilchen, ist aber kein Wasser. Welcher Begriff passt?
Lösung: Solvatation — Solvatation ist der Oberbegriff für beliebige Lösungsmittel. Nur mit Wasser spricht man vom Spezialfall Hydratation.
Kannst du typische Fehler vermeiden?

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Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Wasser ist ein . Zum Kation zeigt die mit negativer Teilladung. Das Kürzel (aq) kennzeichnet ein Teilchen in wässriger Lösung. Die Trennung eines Ionengitters in Ionen heißt .

Lösungen: Lücke 1: Dipol; Lücke 2: Sauerstoffseite; Lücke 3: hydratisiertes; Lücke 4: Dissoziation. Entscheidend sind die Teilladungen des Wasserdipols: Sauerstoff richtet sich zu Kationen aus. (aq) beschreibt den wässrig hydratisierten Zustand; Dissoziation bezeichnet dagegen die Trennung des Ionengitters.
Gut zu wissen

Eine Hydrathülle ist keine feste Schale mit stets gleicher Molekülzahl. Wassermoleküle bewegen und ordnen sich fortlaufend neu. Darum kennzeichnet (aq) den Zustand, ohne eine feste Zahl von Wassermolekülen anzugeben.

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Frage 1 von 1SchwerEin Modell zeigt bei Cl⁻ die Sauerstoffseiten der Wassermoleküle nach innen. Wie beurteilst du es?
Lösung: Es ist falsch; zum Anion müssen die positiv polarisierten Wasserstoffseiten zeigen. — Cl⁻ ist ein Anion. Es zieht die positiv polarisierten Wasserstoffseiten der Wassermoleküle an.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Hydratation
    • Ursache: polarer Aufbau des Wassers
      • Ion-Dipol-Wechselwirkung
    • Ausrichtung
      • Sauerstoff zu Kationen
      • Wasserstoff zu Anionen
    • Ergebnis: Hydrathülle
      • Kennzeichnung `(aq)`
    • Einflussgrößen
      • Ionenradius
      • Ionenladung
      • Temperatur und Umgebung
    • Abgrenzung
      • Dissoziation trennt das Ionengitter
      • Solvatation ist der Oberbegriff
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWas bezeichnet eine Hydrathülle?
Lösung: Die geordnete Umgebung aus Wassermolekülen um ein gelöstes Teilchen — Wasserdipole lagern sich durch elektrostatische Anziehung um das gelöste Teilchen an.
Frage 2 von 3MittelWarum zeigt bei Na⁺ die Sauerstoffseite des Wassers nach innen?
Lösung: Weil sie negativ polarisiert ist und vom positiven Ion angezogen wird — Die ungleiche Elektronenverteilung macht Wasser zum Dipol. Entgegengesetzte Ladungen ziehen sich an.
Frage 3 von 3SchwerEin kleines und ein großes Ion besitzen dieselbe Ladung. Welches bindet Wasser meist stärker, und warum?
Lösung: Das kleine Ion, weil seine Ladung auf kleinerem Raum wirkt — Bei gleicher Ladung führt ein kleinerer Ionenradius meist zu stärkeren Ion-Dipol-Wechselwirkungen und einem größeren Betrag der Hydratationsenthalpie.

Du kannst Hydratation nun als Folge der Wasserpolarität erklären, vom Trennen des Ionengitters unterscheiden und die Stärke der Wasserbindung anhand von Ladung und Radius abschätzen.

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