Chemie

Oxidation einfach erklärt: Elektronen sicher erkennen

Oxidation einfach erklärt: Elektronen sicher erkennen
Oxidation einfach erklärt: Elektronen sicher erkennen
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Bei einer Oxidation gibt ein Stoff Elektronen ab. Seine Oxidationszahl steigt. Die abgegebenen Elektronen nimmt immer ein anderer Stoff auf: Oxidation und Reduktion bilden deshalb zusammen eine Redoxreaktion.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was Oxidation heute bedeutet

Früher bezeichnete man vor allem die Aufnahme von Sauerstoff als Oxidation. Diese Beschreibung passt zu vielen Reaktionen, aber nicht zu allen. Die moderne Definition ist allgemeiner.

Definition

Oxidation

Eine Oxidation ist die Abgabe von Elektronen. Der Stoff, der Elektronen abgibt, wird oxidiert; seine Oxidationszahl wird dabei positiver.

Definition

Oxidationszahl

Die Oxidationszahl ist eine Hilfszahl, mit der du Elektronenverschiebungen in einer Reaktion erkennen kannst. Steigt sie bei einem Element, wird dieses Element oxidiert.

Eine allgemeine Teilgleichung für die Abgabe eines Elektrons lautet:

$$\mathrm{A \rightarrow A^+ + e^-}$$

Links steht der Stoff vor der Elektronenabgabe. Rechts stehen das positivere Teilchen und das abgegebene Elektron.

Merke

Oxidation = Elektronenabgabe = Oxidationszahl steigt.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt eine Oxidation nach der modernen Definition?
Lösung: Ein Stoff gibt Elektronen ab. — Suche nach der Bewegung der Elektronen: Abgabe bedeutet Oxidation.
Warum immer eine Reduktion dazugehört

Wohin gehen die abgegebenen Elektronen? Ein zweiter Stoff nimmt sie auf. Er wird reduziert. Deshalb laufen Oxidation und Reduktion gekoppelt ab.

Definition

Elektronendonator und Elektronenakzeptor

Der Elektronendonator gibt Elektronen ab und wird oxidiert. Der Elektronenakzeptor nimmt Elektronen auf und wird reduziert.

Für die Übertragung eines Elektrons kann man beide Teilvorgänge so schreiben:

$$\mathrm{A \rightarrow A^+ + e^-}$$

$$\mathrm{B + e^- \rightarrow B^-}$$

Zusammen ergibt sich:

$$\mathrm{A + B \rightarrow A^+ + B^-}$$

Die Elektronenzahl muss auf beiden Seiten des Transfers zusammenpassen: Jedes abgegebene Elektron wird aufgenommen.

Gut zu wissen

Die Teilreaktionen können räumlich getrennt ablaufen, müssen aber miteinander verbunden sein. Im Reaktionsmedium bleiben die Elektronen nicht einfach frei zurück.

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Frage 1 von 1MittelEin Stoff A gibt zwei Elektronen ab. Was muss der gekoppelte Reduktionsvorgang insgesamt leisten?
Lösung: Er muss zwei Elektronen aufnehmen. — In einer Redoxreaktion ist die Zahl der abgegebenen und aufgenommenen Elektronen gleich.
So funktioniert die Bildung von Natriumchlorid

Bei der Bildung von Natriumchlorid zeigt sich der Elektronentransfer besonders klar. Zwei Natriumatome geben zusammen zwei Elektronen ab:

$$\mathrm{2\,Na \rightarrow 2\,Na^+ + 2\,e^-}$$

Ein Chlormolekül besteht aus zwei Chloratomen und nimmt die beiden Elektronen auf:

$$\mathrm{Cl_2 + 2\,e^- \rightarrow 2\,Cl^-}$$

Addiert man beide Teilreaktionen, heben sich die übertragenen Elektronen weg. Die entstandenen Natrium- und Chloridionen bilden Natriumchlorid. Die Gesamtreaktion lautet:

$$\mathrm{2\,Na + Cl_2 \rightarrow 2\,NaCl}$$

Beispiel

Zuordnung: Natrium gibt Elektronen ab, wird oxidiert und ist der Elektronendonator. Chlor nimmt Elektronen auf, wird reduziert und ist der Elektronenakzeptor. Auf beiden Seiten des Elektronentransfers stehen jeweils zwei Elektronen; die Elektronenbilanz stimmt.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei der Reaktion gibt Natrium ab und wird dadurch . Chlor nimmt die Elektronen auf und wird . Die Zahl der abgegebenen und aufgenommenen Elektronen ist jeweils .

Lösungen: Lücke 1: Elektronen; Lücke 2: oxidiert; Lücke 3: reduziert; Lücke 4: zwei. Ordne zuerst Abgabe und Aufnahme zu. Prüfe danach die Anzahl: Zwei Natriumatome geben zusammen zwei Elektronen ab, und ein Chlormolekül nimmt zwei Elektronen auf.
So erkennst du Oxidation und Reduktionsmittel

Du kannst eine Oxidation auf zwei Arten erkennen:

  1. In einer Teilgleichung stehen Elektronen auf der Produktseite: Der Stoff gibt sie ab.
  2. Beim Vergleich der Oxidationszahlen steigt die Zahl des oxidierten Elements.

Beim Übergang von Eisen mit der Oxidationszahl $+\mathrm{II}$ zu Eisen mit $+\mathrm{III}$ wird ein Elektron abgegeben:

$$\mathrm{Fe^{II} \rightarrow Fe^{III} + e^-}$$

Die Oxidationszahl steigt von $+2$ auf $+3$. Das kennzeichnet die Oxidation.

Nun kommt eine leicht verwechselbare Rollenbezeichnung:

  • Das Oxidationsmittel nimmt Elektronen auf, oxidiert den Partner und wird selbst reduziert.
  • Das Reduktionsmittel gibt Elektronen ab, reduziert den Partner und wird selbst oxidiert.

Im Natrium-Chlor-Beispiel ist Chlor also das Oxidationsmittel und Natrium das Reduktionsmittel.

Merke

Benenne ein Mittel nach seiner Wirkung auf den Partner: Das Oxidationsmittel oxidiert den anderen Stoff, wird dabei aber selbst reduziert.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWoran erkennst du beim Übergang $\mathrm{Fe^{II} \rightarrow Fe^{III}}$ die Oxidation?
Lösung: Die Oxidationszahl steigt von $+2$ auf $+3$. — Eine steigende Oxidationszahl zeigt eine Elektronenabgabe und damit eine Oxidation.
Frage 2 von 2MittelWelche Rolle hat Chlor bei der Bildung von Natriumchlorid?
Lösung: Chlor ist das Oxidationsmittel, weil es Elektronen aufnimmt und selbst reduziert wird. — Das Oxidationsmittel nimmt Elektronen auf und wird dabei selbst reduziert.
Warum Sauerstoffaufnahme nur ein Spezialfall ist

Viele bekannte Oxidationen laufen mit Sauerstoff ab. Magnesium reagiert zu Magnesiumoxid:

$$\mathrm{Mg + \frac{1}{2}\,O_2 \rightarrow MgO}$$

Hier passt die ältere Kurzbeschreibung „Oxidation ist Sauerstoffaufnahme“. Auch Verbrennungen sind Oxidationen. Zum Beispiel wird Kohlenstoff bei der Bildung von Kohlenstoffdioxid oxidiert; seine Oxidationszahl steigt von $0$ auf $+4$.

Doch die Reaktion von Natrium mit Chlor zeigt die Grenze der alten Beschreibung: Natrium wird oxidiert, obwohl kein Sauerstoff beteiligt ist. Die Elektronenabgabe erfasst beide Fälle und ist deshalb die allgemeinere Definition.

Merke

Jede Verbrennung ist eine Oxidation, aber nicht jede Oxidation ist eine Verbrennung oder eine Reaktion mit Sauerstoff.

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Frage 1 von 1SchwerZwei Reaktionen werden verglichen: Magnesium reagiert mit Sauerstoff, Natrium reagiert mit Chlor. Warum können beide Oxidationen sein?
Lösung: In beiden Fällen gibt der oxidierte Stoff Elektronen ab; Sauerstoff ist dafür nicht zwingend nötig. — Prüfe die Elektronenabgabe. Der Sauerstoffbegriff beschreibt nur einen Spezialfall.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Oxidation
    • Elektronenabgabe und steigende Oxidationszahl
    • Elektronendonator wird oxidiert
    • Reduktionsmittel gibt Elektronen ab
    • Gekoppelte Reduktion nimmt Elektronen auf
    • Elektronenbilanz muss ausgeglichen sein
    • Sauerstoffaufnahme ist ein Spezialfall
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Veränderung kennzeichnet eine Oxidation?
Lösung: Ein Stoff gibt Elektronen ab, und seine Oxidationszahl steigt. — Nutze die allgemeine Definition: Elektronenabgabe und steigende Oxidationszahl.
Frage 2 von 3MittelIn einer Teilreaktion werden drei Elektronen abgegeben. Welche Bedingung muss die gekoppelte Reduktion erfüllen?
Lösung: Sie muss insgesamt drei Elektronen aufnehmen. — Bei einer Redoxreaktion stimmen abgegebene und aufgenommene Elektronenzahl überein.
Frage 3 von 3SchwerStoff X nimmt Elektronen von Stoff Y auf. Welche Zuordnung ist richtig?
Lösung: X ist Oxidationsmittel und wird reduziert; Y ist Reduktionsmittel und wird oxidiert. — X nimmt Elektronen auf und wird reduziert, wirkt auf Y aber oxidierend. Y gibt Elektronen ab und wird oxidiert.

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