Chemie

Redoxreaktion: Oxidation und Reduktion erklärt

Redoxreaktion: Oxidation und Reduktion erklärt
Redoxreaktion: Oxidation und Reduktion erklärt
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Bei einer Redoxreaktion gibt ein Teilchen Elektronen ab, während ein anderes sie aufnimmt. Die Elektronenabgabe heißt Oxidation, die Elektronenaufnahme Reduktion. Beide Vorgänge laufen immer gemeinsam ab.

Auf dieser Seite lernst du, die beiden Teilvorgänge zu erkennen und eine einfache Redoxgleichung vollständig auszugleichen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

So erkennst du eine Redoxreaktion

Stell dir vor, ein Magnesiumatom reagiert mit Chlor. Magnesium gibt zwei Elektronen ab. Ein Chlormolekül Cl₂ nimmt genau diese zwei Elektronen auf.

Definition

Oxidation

Eine Oxidation ist die Abgabe von Elektronen.

Definition

Reduktion

Eine Reduktion ist die Aufnahme von Elektronen.

Die beiden Teilgleichungen lauten:

Oxidation: Mg → Mg²⁺ + 2 e⁻

Reduktion: Cl₂ + 2 e⁻ → 2 Cl⁻

Die abgegebenen Elektronen erscheinen bei der Oxidation rechts. Die aufgenommenen Elektronen stehen bei der Reduktion links.

Merke

Oxidation gibt Elektronen ab, Reduktion nimmt Elektronen auf. Ohne Elektronenabgabe gibt es keine Elektronenaufnahme – und umgekehrt.

Nicht jede Stoffumwandlung ist eine Redoxreaktion. Bei einer Säure-Base-Reaktion werden Protonen übertragen. Eine Redoxreaktion verlangt dagegen eine Elektronenübertragung.

Gut zu wissen

Früher wurde Oxidation als Sauerstoffaufnahme und Reduktion als Sauerstoffabgabe beschrieben. Dieses Sauerstoffkonzept ist ein Spezialfall. Der allgemeinere Redoxbegriff betrachtet die Übertragung von Elektronen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelcher Vorgang ist eine Oxidation?
Lösung: Ein Teilchen gibt Elektronen ab. — Entscheidend ist die Richtung der Elektronenübertragung: Abgabe bedeutet Oxidation.
Frage 2 von 2MittelMagnesium reagiert nach Mg → Mg²⁺ + 2 e⁻. Was geschieht mit dem Magnesium?
Lösung: Es wird oxidiert. — Magnesium gibt zwei Elektronen ab. Elektronenabgabe ist eine Oxidation.
Donator, Akzeptor und die beiden Mittel

Bei jeder Redoxreaktion gibt es einen Elektronenspender und einen Elektronenempfänger.

Definition

Elektronendonator

Der Elektronendonator gibt Elektronen ab. Er wird selbst oxidiert und ist das Reduktionsmittel, weil er die Reduktion des Reaktionspartners ermöglicht.

Definition

Elektronenakzeptor

Der Elektronenakzeptor nimmt Elektronen auf. Er wird selbst reduziert und ist das Oxidationsmittel, weil er die Oxidation des Reaktionspartners ermöglicht.

Beim Beispiel mit Magnesium und Chlor gilt daher:

  • Magnesium gibt Elektronen ab: Donator, oxidierter Stoff und Reduktionsmittel.
  • Chlor nimmt Elektronen auf: Akzeptor, reduzierter Stoff und Oxidationsmittel.

Die Bezeichnungen wirken zunächst vertauscht. Ein Mittel wird aber danach benannt, was es beim Partner bewirkt: Das Reduktionsmittel reduziert den Partner, das Oxidationsmittel oxidiert ihn.

Merke

Das Reduktionsmittel wird selbst oxidiert. Das Oxidationsmittel wird selbst reduziert.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWelche Zuordnung beschreibt Chlor bei der Reaktion mit Magnesium richtig?
Lösung: Chlor nimmt Elektronen auf, wird reduziert und wirkt als Oxidationsmittel. — Der Elektronenakzeptor wird reduziert. Weil er den Partner oxidiert, heißt er Oxidationsmittel.
Oxidationszahlen zeigen die Veränderung

Bei einfachen Ionen kannst du die Elektronenübertragung direkt an ihren Ladungen erkennen. In vielen Verbindungen hilft die Oxidationszahl.

Definition

Oxidationszahl

Die Oxidationszahl ist eine formale Ladungszahl, die einem Atom nach festen Regeln zugeordnet wird. Sie muss nicht mit einer tatsächlich vorhandenen Ionenladung übereinstimmen.

Für einfache Aufgaben genügen oft diese Regeln:

  • Atome in elementaren Stoffen haben die Oxidationszahl 0, zum Beispiel Mg, Cl₂ oder Al.
  • Alkalimetalle haben in Verbindungen meist +I.
  • Erdalkalimetalle haben in Verbindungen meist +II.
  • Wasserstoff hat meist +I.
  • Sauerstoff hat meist −II.
  • In einer neutralen Verbindung ist die Summe aller Oxidationszahlen 0.

Die Veränderung verrät den Teilvorgang:

  • Oxidationszahl steigt: Oxidation.
  • Oxidationszahl sinkt: Reduktion.
Beispiel

In MgCl₂ hat Magnesium die Oxidationszahl +II. Die Verbindung ist insgesamt neutral. Die beiden Chloratome müssen deshalb zusammen −II und jeweils −I besitzen.

Bei der Reaktion Mg + Cl₂ → MgCl₂ steigt Magnesium von 0 auf +II: Es wird oxidiert. Chlor sinkt von 0 auf −I: Es wird reduziert.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWoran erkennst du eine Reduktion mithilfe der Oxidationszahl?
Lösung: Die Oxidationszahl sinkt. — Bei der Reduktion werden Elektronen aufgenommen. Dadurch sinkt die Oxidationszahl.
Frage 2 von 2MittelWelche Oxidationszahlen besitzen die Atome in MgCl₂?
Lösung: Magnesium +II, jedes Chlor −I. — Zweimal −I gleicht einmal +II aus. Die Summe der Oxidationszahlen ist damit null.
So gleichst du eine Redoxgleichung aus

Eine korrekte Gesamtgleichung erfüllt drei Bedingungen:

  1. Von jeder Atomsorte stehen links und rechts gleich viele Atome.
  2. Die Gesamtladung ist auf beiden Seiten gleich.
  3. Es werden genauso viele Elektronen aufgenommen wie abgegeben.

Betrachte die Reaktion von Aluminium mit Chlor zu Aluminiumchlorid.

Schritt 1: Teilgleichungen aufstellen

Aluminium gibt drei Elektronen ab:

Al → Al³⁺ + 3 e⁻

Ein Chlormolekül nimmt zwei Elektronen auf:

Cl₂ + 2 e⁻ → 2 Cl⁻

Schritt 2: Elektronenzahlen angleichen

Drei und zwei sind noch nicht gleich. Das kleinste gemeinsame Vielfache ist sechs. Deshalb wird die Aluminiumgleichung mit zwei und die Chlorgleichung mit drei multipliziert:

2 Al → 2 Al³⁺ + 6 e⁻

3 Cl₂ + 6 e⁻ → 6 Cl⁻

Schritt 3: Teilgleichungen addieren

Beim Addieren stehen die sechs Elektronen auf beiden Seiten. Sie werden gestrichen:

2 Al + 3 Cl₂ → 2 Al³⁺ + 6 Cl⁻

Je ein Al³⁺-Ion verbindet sich mit drei Cl⁻-Ionen. Daraus folgt:

`2 Al + 3 Cl₂ → 2 AlCl₃`

Schritt 4: Ergebnis kontrollieren

  • Aluminium: links 2, rechts 2.
  • Chlor: links 3 · 2 = 6, rechts 2 · 3 = 6.
  • Gesamtladung: beide Seiten sind ungeladen.
  • Elektronen: sechs abgegeben und sechs aufgenommen.
Merke

Elektronen dürfen in einer fertigen Gesamtgleichung nicht übrig bleiben. Sind Atomzahl, Ladung oder Elektronenzahl nicht ausgeglichen, ist die Gleichung noch nicht fertig.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWarum werden die Aluminium- und Chlorteilgleichungen auf sechs Elektronen erweitert?
Lösung: Damit gleich viele Elektronen abgegeben und aufgenommen werden. — Sechs ist das kleinste gemeinsame Vielfache von drei abgegebenen und zwei aufgenommenen Elektronen.
Wende das Verfahren selbst an

Eisen reagiert mit Kupfer(II)-Ionen. Dabei entstehen Eisen(II)-Ionen und elementares Kupfer:

Fe + Cu²⁺ → Fe²⁺ + Cu

Aufgabe 1: Teilvorgänge zuordnen

Formuliere die beiden Teilgleichungen. Bestimme außerdem Donator, Akzeptor, Reduktionsmittel und Oxidationsmittel.

Beispiel

Lösung:

Oxidation: Fe → Fe²⁺ + 2 e⁻

Reduktion: Cu²⁺ + 2 e⁻ → Cu

Eisen gibt Elektronen ab. Es ist Elektronendonator, wird oxidiert und wirkt als Reduktionsmittel.

Das Kupfer(II)-Ion nimmt Elektronen auf. Es ist Elektronenakzeptor, wird reduziert und wirkt als Oxidationsmittel.

Beide Teilgleichungen enthalten bereits zwei Elektronen. Nach dem Addieren und Streichen der Elektronen entsteht die vorgegebene Gesamtgleichung.

Aufgabe 2: Einen Fehler diagnostizieren

Eine Schülerin schreibt für die Aluminium-Chlor-Reaktion:

Al + Cl₂ → AlCl₃

Erkläre, weshalb diese Gleichung nicht stimmen kann, und verbessere sie.

Beispiel

Lösung: Links stehen zwei Chloratome, rechts aber drei. Die Atombilanz stimmt also nicht. Mit den Koeffizienten 2, 3 und 2 sind beide Atomsorten ausgeglichen:

2 Al + 3 Cl₂ → 2 AlCl₃

Nun stehen auf beiden Seiten zwei Aluminium- und sechs Chloratome.

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Frage 1 von 1SchwerBei einer unbekannten Reaktion sind nach dem Erweitern links vier Elektronen in der Reduktion nötig, aber rechts nur zwei Elektronen aus der Oxidation vorhanden. Was ist der nächste sinnvolle Schritt?
Lösung: Die Oxidation mit zwei multiplizieren und danach beide Teilgleichungen addieren. — Die Oxidation muss insgesamt vier Elektronen liefern. Deshalb wird ihre Elektronenzahl von zwei auf vier erweitert.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Redoxreaktion
    • Oxidation: Elektronenabgabe, Oxidationszahl steigt
    • Reduktion: Elektronenaufnahme, Oxidationszahl sinkt
    • Reduktionsmittel: gibt Elektronen ab
    • Oxidationsmittel: nimmt Elektronen auf
    • Ausgleich: Teilgleichungen aufstellen
    • Kontrolle: Atome, Ladung und Elektronen prüfen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelche Aussage beschreibt jede Redoxreaktion richtig?
Lösung: Oxidation und Reduktion laufen gekoppelt ab. — Der moderne Redoxbegriff beruht auf Elektronenübertragung. Sauerstoff ist dafür nicht zwingend nötig.
Frage 2 von 4MittelEin Stoff nimmt Elektronen auf. Welche Zuordnung ist vollständig richtig?
Lösung: Er wird reduziert und wirkt als Oxidationsmittel. — Der Elektronenakzeptor wird selbst reduziert und heißt Oxidationsmittel, weil er beim Partner die Oxidation bewirkt.
Frage 3 von 4SchwerEine Teilreaktion gibt drei Elektronen ab, die andere nimmt zwei auf. Welche Elektronenzahl müssen beide nach dem Erweitern enthalten?
Lösung: Sechs Elektronen. — Das kleinste gemeinsame Vielfache von zwei und drei ist sechs. Erst dann können die Teilgleichungen addiert und die Elektronen gestrichen werden.
Frage 4 von 4SchwerWie prüfst du eine fertig aufgestellte Redoxgleichung vollständig?
Lösung: Du vergleichst jede Atomsorte, die Gesamtladung und die übertragenen Elektronen. — Eine korrekte Gesamtgleichung besitzt eine ausgeglichene Atom- und Ladungsbilanz; abgegebene und aufgenommene Elektronen sind gleich und fallen beim Addieren weg.

Wenn du im Abschluss-Check unsicher warst, gehe immer in derselben Reihenfolge vor: Teilchen zuordnen, Teilgleichungen schreiben, Elektronen angleichen, addieren und alle Bilanzen kontrollieren.

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