Chemie

Galvanisches Element: Aufbau und Funktion verstehen

Galvanisches Element: Aufbau und Funktion verstehen
Galvanisches Element: Aufbau und Funktion verstehen
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Ein galvanisches Element wandelt die Energie einer freiwillig ablaufenden Redoxreaktion in elektrische Energie um. Dafür laufen Oxidation und Reduktion in getrennten Halbzellen ab: Elektronen fließen außen durch einen Leiter, Ionen sorgen innen für den Ladungsausgleich.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

So ist ein galvanisches Element aufgebaut

Stell dir zwei Gefäße vor: In jedem taucht eine Elektrode in eine Elektrolytlösung. Ein Draht verbindet die Elektroden. Eine Salzbrücke oder eine poröse Trennwand verbindet die Lösungen.

Definition

Halbzelle

Eine Halbzelle besteht aus einer Elektrode und dem zugehörigen Elektrolyten. Bei einer Metallhalbzelle taucht zum Beispiel ein Metall in eine Lösung seiner Metallionen.

Die Bauteile haben unterschiedliche Aufgaben:

  • Elektrode: Hier findet eine Elektronenübertragung statt.
  • Elektrolyt: Die Lösung enthält bewegliche Ionen.
  • Äußerer Leiter: Durch ihn fließen Elektronen zwischen den Elektroden.
  • Salzbrücke oder Diaphragma: Ionen können hindurchwandern und Ladungen ausgleichen.
Merke

Anode bedeutet Oxidation, Kathode bedeutet Reduktion. Diese Zuordnung richtet sich nach der Reaktion, nicht nach dem Plus- oder Minuszeichen.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelches Bauteil leitet die Elektronen zwischen den Halbzellen?
Lösung: Der äußere metallische Leiter — Elektronen fließen außen durch den metallischen Leiter. Im Inneren übernehmen bewegliche Ionen den Ladungstransport.
So liefert das Daniell-Element Strom

Das Daniell-Element verbindet eine Zinkhalbzelle mit einer Kupferhalbzelle. Seine Zellschreibweise lautet:

$$\mathrm{Zn\mid Zn^{2+}\parallel Cu^{2+}\mid Cu}$$

Links steht die Zinkhalbzelle, rechts die Kupferhalbzelle. Der Doppelstrich kennzeichnet die Ionenverbindung zwischen beiden Lösungen.

Zink gibt leichter Elektronen ab als Kupfer. Deshalb läuft der Vorgang so ab:

  1. An der Zinkelektrode werden Zinkatome oxidiert.
  2. Die frei werdenden Elektronen fließen durch den Draht von Zink zu Kupfer.
  3. An der Kupferelektrode nehmen Kupferionen die Elektronen auf und werden zu Kupfer reduziert.
Beispiel

Anode, Oxidation:

$$\mathrm{Zn\rightarrow Zn^{2+}+2e^-}$$

Kathode, Reduktion:

$$\mathrm{Cu^{2+}+2e^-\rightarrow Cu}$$

In beiden Teilgleichungen treten zwei Elektronen auf. Beim Addieren kürzen sie sich heraus:

$$\mathrm{Zn+Cu^{2+}\rightarrow Zn^{2+}+Cu}$$

Damit ist Zink das Reduktionsmittel: Es gibt Elektronen ab und ermöglicht die Reduktion der Kupferionen.

Während des Betriebs wird die Zinkelektrode dünner. An der Kupferelektrode lagert sich Kupfer ab, sodass ihre Masse zunimmt.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Im Daniell-Element wird Zink an der . Die Elektronen fließen außen . Kupferionen werden an der reduziert.

Lösungen: Lücke 1: Anode; Lücke 2: oxidiert; Lücke 3: von Zink zu Kupfer; Lücke 4: Kathode. Ordne zuerst die Reaktionen zu: Oxidation ist Elektronenabgabe an der Anode, Reduktion ist Elektronenaufnahme an der Kathode.
Darum ist die Salzbrücke unverzichtbar

Ein Draht allein schließt den Stromkreis nicht dauerhaft. In der Zinkhalbzelle entstehen zusätzliche positive $\mathrm{Zn^{2+}}$-Ionen. In der Kupferhalbzelle werden positive $\mathrm{Cu^{2+}}$-Ionen verbraucht. Ohne Ausgleich würden sich die Lösungen elektrisch aufladen und der Elektronenfluss käme zum Stillstand.

Die Ionenverbindung gleicht diese Ladungsverschiebung aus. Allgemein wandern Anionen zur Anodenseite und Kationen zur Kathodenseite. Welche Ionen tatsächlich wandern, hängt vom verwendeten Elektrolyten und von der Salzbrücke ab.

Beispiel

Beim Daniell-Element entstehen an der Zinkanode positive Zinkionen. Negative Ionen können zur Zinkseite wandern und den positiven Ladungsüberschuss ausgleichen. Auf der Kupferseite werden Kupferionen verbraucht; positive Ionen können dorthin wandern und den relativen Überschuss negativer Ladung ausgleichen.

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Frage 1 von 1MittelWas geschieht wahrscheinlich, wenn die Salzbrücke entfernt wird, der Draht aber verbunden bleibt?
Lösung: Der Elektronenfluss kommt nach kurzer Zeit zum Stillstand. — Ohne Ionenwanderung bauen sich Ladungsunterschiede in den Halbzellen auf. Sie hemmen die weitere Redoxreaktion und damit den anhaltenden Elektronenfluss.
So entstehen Polung und Zellspannung

In einer galvanischen Zelle ist die Anode der Minuspol, weil dort Elektronen abgegeben werden. Die Kathode ist der Pluspol, weil dort Elektronen aufgenommen werden. Die Elektronen fließen daher von der Anode zur Kathode.

Die Zellspannung ist die Potenzialdifferenz der beiden Halbzellen. Unter Standardbedingungen gilt:

$$U^0=E^0(\text{Kathode})-E^0(\text{Anode})$$

Je positiver das Standardpotenzial eines Redoxpaares ist, desto eher nimmt seine oxidierte Form Elektronen auf. Das Redoxpaar mit dem positiveren Wert bildet daher bei der freiwilligen Reaktion die Kathode.

Vertiefung: Spannung des Daniell-Elements berechnen

Für $\mathrm{Cu^{2+}/Cu}$ gilt ungefähr $E^0=+0{,}34\,\mathrm{V}$, für $\mathrm{Zn^{2+}/Zn}$ ungefähr $E^0=-0{,}76\,\mathrm{V}$.

Beispiel

Kupfer ist die Kathode, Zink die Anode. Deshalb:

$$U^0=0{,}34\,\mathrm{V}-(-0{,}76\,\mathrm{V})=1{,}10\,\mathrm{V}$$

Das Ergebnis passt zur messbaren Spannung von ungefähr $1{,}1\,\mathrm{V}$. Während der Entladung ändern sich die Ionenkonzentrationen; dadurch kann sich auch die Spannung ändern.

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Frage 1 von 1MittelZwei Halbzellen haben Standardpotenziale von $+0{,}80\,\mathrm{V}$ und $+0{,}35\,\mathrm{V}$. Welche Standardzellspannung ergibt sich bei freiwilliger Reaktion?
Lösung: $0{,}45\,\mathrm{V}$ — Das positivere Potenzial gehört zur Kathode. Daher gilt $U^0=0{,}80\,\mathrm{V}-0{,}35\,\mathrm{V}=0{,}45\,\mathrm{V}$.
Galvanisches Element und Elektrolyse unterscheiden

Beide Systeme besitzen Anode und Kathode. Der entscheidende Unterschied liegt in der Energieumwandlung und in der Polung.

MerkmalGalvanisches ElementElektrolyse
Reaktionläuft freiwillig abwird durch elektrische Energie erzwungen
Energieumwandlungchemisch zu elektrischelektrisch zu chemisch
AnodeOxidation, MinuspolOxidation, Pluspol
KathodeReduktion, PluspolReduktion, Minuspol
Merke

Die Elektrodennamen bleiben an die Reaktionen gebunden: Anode = Oxidation, Kathode = Reduktion. Nur die Polung wechselt zwischen galvanischem Element und Elektrolyse.

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Frage 1 von 1SchwerEine Elektrode ist in einem unbekannten Aufbau positiv. Darf sie allein deshalb Kathode genannt werden?
Lösung: Nein. Zuerst muss geprüft werden, ob dort eine Reduktion stattfindet. — Anode und Kathode werden über die Reaktion bestimmt. Das Vorzeichen hängt zusätzlich davon ab, ob der Aufbau galvanisch oder elektrolytisch arbeitet.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Galvanisches Element
    • Aufbau: zwei Halbzellen, äußerer Leiter, Ionenverbindung
    • Anode: Oxidation, Elektronenabgabe, Minuspol
    • Kathode: Reduktion, Elektronenaufnahme, Pluspol
    • Ladungstransport: Elektronen außen, Ionen innen
    • Daniell-Element: Zink zu Kupfer, ungefähr 1,1 V
    • Zellspannung: Potenzialdifferenz der Halbzellen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Zuordnung gilt unabhängig davon, ob eine galvanische Zelle oder eine Elektrolyse vorliegt?
Lösung: Anode: Oxidation; Kathode: Reduktion — Die Reaktionsart definiert die Elektrode. Das Vorzeichen ist vom jeweiligen System abhängig.
Frage 2 von 3MittelWelche Gesamtgleichung beschreibt das Daniell-Element?
Lösung: $\mathrm{Zn+Cu^{2+}\rightarrow Zn^{2+}+Cu}$ — Zink gibt zwei Elektronen ab. Kupferionen nehmen genau diese zwei Elektronen auf; freie Elektronen erscheinen deshalb nicht in der Gesamtgleichung.
Frage 3 von 3SchwerEine Daniell-Zelle zeigt kurz Spannung, liefert aber nach dem Schließen des äußeren Stromkreises keinen anhaltenden Strom. Beide Elektroden und der Draht sind intakt. Welche Erklärung passt am besten?
Lösung: Die Ionenverbindung fehlt oder ist unterbrochen. — Für anhaltenden Strom müssen beide Transportwege geschlossen sein: außen der Elektronenweg und innen der Ionenweg zum Ladungsausgleich.

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