Chemie

Stickstoff: Eigenschaften, Kreislauf und Nutzung

Stickstoff: Eigenschaften, Kreislauf und Nutzung
Stickstoff: Eigenschaften, Kreislauf und Nutzung
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Stickstoff ist das Element mit dem Symbol N. In der Luft liegt er überwiegend als N₂ vor und macht rund 78 Volumenprozent aus. Obwohl Lebewesen Stickstoff brauchen, können Pflanzen den reaktionsträgen Luftstickstoff nicht direkt nutzen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was ist Stickstoff?

Stickstoff hat die Ordnungszahl 7 und die relative Atommasse 14,01. Elementarer Stickstoff besteht gewöhnlich aus Molekülen mit je zwei Stickstoffatomen: N₂.

Definition

Luftgemisch

Luft ist ein Gemisch verschiedener Gase und keine einzelne chemische Verbindung. N₂ ist mit rund 78 Volumenprozent ihr größter Bestandteil.

Bei Raumtemperatur ist N₂ farb-, geruch- und geschmacklos. Es ist nicht brennbar und löst sich nur wenig in Wasser. Bei etwa −196 °C siedet es; unterhalb dieser Temperatur kann es als farblose Flüssigkeit vorliegen.

Merke

N bezeichnet das Element und ein einzelnes Stickstoffatom. N₂ bezeichnet ein Molekül aus zwei Stickstoffatomen.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt Stickstoff in der Luft richtig?
Lösung: Luft ist ein Gasgemisch, dessen größter Bestandteil N₂ ist. — N₂ besteht aus zwei Atomen desselben Elements. In der Luft ist N₂ mit rund 78 Volumenprozent enthalten.
Warum reagiert N₂ so langsam?

Die beiden Stickstoffatome im N₂-Molekül sind durch eine sehr starke Dreifachbindung verbunden. Um eine Reaktion zu starten, muss diese stabile Bindung aktiviert werden. Das kostet viel Energie; Katalysatoren können die nötige Aktivierungsbarriere senken.

Definition

Reaktionsträgheit

Ein Stoff heißt reaktionsträge, wenn er unter üblichen Bedingungen nur langsam oder schwer reagiert. Das bedeutet nicht, dass er grundsätzlich nie reagieren kann.

Beispiel

Als Schutzgas kann N₂ den Kontakt eines Stoffes mit Sauerstoff verringern. Seine geringe Reaktionsbereitschaft ist dabei nützlich. Für die Herstellung von Ammoniak muss N₂ dagegen mit Wasserstoff umgesetzt werden; dafür sind hoher Druck, hohe Temperatur und ein Katalysator nötig.

Merke

Starke Bindung → hoher Aufwand zur Aktivierung → geringe Reaktionsbereitschaft unter üblichen Bedingungen.

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Frage 1 von 1MittelWarum benötigt die Umwandlung von N₂ meist viel Energie oder einen Katalysator?
Lösung: Die starke Dreifachbindung zwischen den Stickstoffatomen muss aktiviert werden. — Die starke Bindung stabilisiert das N₂-Molekül. Ein Katalysator erleichtert den Reaktionsweg, macht aus N₂ aber keinen anderen Ausgangsstoff.
Wie läuft der Stickstoffkreislauf ab?

Lebewesen benötigen gebundenen Stickstoff unter anderem für Proteine und die DNA. Die meisten Pflanzen können N₂ aus der Luft jedoch nicht direkt verwerten. Mikroorganismen überführen Stickstoff deshalb zwischen gasförmigen, mineralischen und organischen Formen.

  1. Stickstofffixierung: Bestimmte Mikroorganismen wandeln N₂ in gebundenen Stickstoff wie Ammonium, NH₄⁺, um.
  2. Nitrifikation: Andere Bakterien wandeln Ammonium schrittweise in Nitrat, NO₃⁻, um.
  3. Aufnahme: Pflanzen nehmen vor allem Ammonium- und Nitratverbindungen auf und bauen den Stickstoff in körpereigene Stoffe ein. Tiere erhalten ihn über ihre Nahrung.
  4. Ammonifikation: Mikroorganismen bauen stickstoffhaltige Reste und Ausscheidungen ab; dabei entsteht wieder Ammonium.
  5. Denitrifikation: Bodenbakterien wandeln Nitrat schließlich wieder in gasförmigen Stickstoff um.
Gut zu wissen

Dieses Modell zeigt die Hauptstationen. In der Natur gibt es weitere Zwischenstufen und verschiedene beteiligte Organismen.

Beispiel

Hülsenfrüchtler leben mit Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln zusammen. Die Bakterien binden Luftstickstoff; die Pflanze erhält dadurch nutzbare Stickstoffverbindungen. So wird aus reaktionsträgem N₂ biologisch verfügbarer Stickstoff.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Form kann eine Pflanze als Stickstoffquelle aufnehmen?
Lösung: Nitrat, NO₃⁻ — Pflanzen nehmen Stickstoff überwiegend als Ammonium- oder Nitratverbindung auf.
Frage 2 von 2MittelWelcher Prozess führt Stickstoff aus Nitrat wieder in die Atmosphäre zurück?
Lösung: Denitrifikation — Bei der Denitrifikation wandeln Bodenbakterien Nitrat wieder in gasförmigen Stickstoff um.
Wozu wird Stickstoff genutzt, und wann wird er gefährlich?

Industriell gewinnt man N₂ vor allem durch fraktionierte Destillation verflüssigter Luft. Dabei nutzt man unterschiedliche Siedepunkte der Luftbestandteile, um sie zu trennen.

Gasförmiger Stickstoff dient wegen seiner Reaktionsträgheit als Schutz-, Transport- und Füllgas. Er ist außerdem Ausgangsstoff für Ammoniak. Daraus entstehen unter anderem Düngemittel, die Pflanzen mit gebundenem Stickstoff versorgen.

Flüssigstickstoff siedet bei etwa −196 °C. Beim Verdampfen nimmt er viel Wärme aus seiner Umgebung auf und eignet sich deshalb zur Tieftemperaturkühlung, zum Schockfrieren und zur Lagerung biologischer Proben.

Merke

Stickstoffgas ist ungiftig, aber nicht automatisch ungefährlich: Es kann Sauerstoff verdrängen. In geschlossenen oder mit N₂ gespülten Räumen drohen unbemerkter Sauerstoffmangel, Bewusstlosigkeit und Tod.

Mehr reaktiver Stickstoff kann landwirtschaftliche Erträge erhöhen, belastet im Überschuss aber Umwelt und Gesundheit. Genannte Folgen sind Nitrat im Grundwasser, Eutrophierung, Stickoxide in der Luft und die Klimawirkung von Lachgas, N₂O.

Beispiel

Ein Behälter wird mit N₂ gefüllt, damit ein Stoff nicht mit Sauerstoff reagiert. Das ist chemisch nützlich. Für Menschen entsteht jedoch eine Gefahr, wenn austretendes N₂ in einem schlecht belüfteten Raum den Sauerstoffanteil senkt. Schutzwirkung und Erstickungsgefahr beruhen hier auf derselben Eigenschaft: der Verdrängung von Sauerstoff.

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Frage 1 von 2MittelWelche Beurteilung eines N₂-Austritts in einem kleinen, geschlossenen Raum ist richtig?
Lösung: Es besteht Erstickungsgefahr, weil N₂ den Sauerstoff verdrängen kann. — Bei einem N₂-Austritt ist nicht eine Giftwirkung entscheidend, sondern der sinkende Sauerstoffanteil.
Frage 2 von 2SchwerWarum ist eine möglichst hohe Düngermenge keine allgemein gute Lösung?
Lösung: Pflanzen brauchen gebundenen Stickstoff, aber ein Überschuss kann Wasser, Luft und Ökosysteme belasten. — Düngung kann Erträge sichern. Entscheidend ist jedoch eine bedarfsgerechte Menge, weil überschüssiger reaktiver Stickstoff Umweltfolgen hat.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Stickstoff
    • N₂ als größter Bestandteil der Luft
    • starke Dreifachbindung und geringe Reaktionsbereitschaft
    • Fixierung und Kreislauf durch Mikroorganismen
    • Baustein von Proteinen und DNA
    • Schutzgas und Ausgangsstoff für Ammoniak
    • Flüssigstickstoff als Kühlmittel
    • Sauerstoffverdrängung als Erstickungsgefahr
    • Überschuss reaktiver Verbindungen als Umweltbelastung
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Kombination ist richtig?
Lösung: N ist das Elementsymbol; N₂ ist ein Molekül aus zwei Stickstoffatomen. — Ein Elementsymbol bezeichnet das Element. Die tiefgestellte 2 in N₂ gibt an, dass zwei N-Atome im Molekül verbunden sind.
Frage 2 von 3MittelWelche Reihenfolge beschreibt einen möglichen Weg durch den Stickstoffkreislauf?
Lösung: N₂ → Stickstofffixierung → Ammonium → Nitrifikation → Nitrat → Pflanzen — Fixierung macht Luftstickstoff zunächst gebunden verfügbar. Nitrifikation führt von Ammonium über Zwischenstufen zu Nitrat, das Pflanzen aufnehmen können.
Frage 3 von 3SchwerEine Anlage nutzt N₂ gleichzeitig als Schutzgas und überwacht den Sauerstoffgehalt. Warum passen beide Maßnahmen zusammen?
Lösung: N₂ reagiert wenig und verdrängt Sauerstoff; das schützt Stoffe, kann Menschen aber gefährden. — Die geringe Reaktionsbereitschaft macht N₂ als Schutzgas nützlich. In geschlossenen Räumen muss zugleich verhindert werden, dass Sauerstoffmangel entsteht.

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