Chemie

Luft in der Chemie: Zusammensetzung und Trennung

Luft in der Chemie: Zusammensetzung und Trennung
Luft in der Chemie: Zusammensetzung und Trennung
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Luft ist kein einzelner Stoff, sondern ein Gasgemisch. In trockener Luft stecken vor allem Stickstoff und Sauerstoff, dazu Argon und kleine Anteile weiterer Gase. Auf dieser Seite lernst du, Zusammensetzungsangaben richtig zu lesen und eine Stofftrennung von einer chemischen Reaktion zu unterscheiden.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum Luft ein Gemisch ist

Wenn du einen Luftballon aufbläst, füllst du ihn nicht mit einem einzigen Reinstoff. Viele verschiedene Gase befinden sich gemeinsam darin. Sie sind miteinander vermischt, ohne dass jedes Teilchen chemisch an ein anderes gebunden ist.

Definition

Gasgemisch

Ein Gasgemisch enthält mehrere gasförmige Reinstoffe. Die Teilchen der Bestandteile sind gleichmäßig verteilt, bleiben aber die Teilchen ihres jeweiligen Stoffes. In Luft kommen zum Beispiel Stickstoffmoleküle, Sauerstoffmoleküle und einzelne Argonatome nebeneinander vor.

Das ist der entscheidende Unterschied zu einer chemischen Verbindung: In einer Verbindung sind Elemente in einem festen Zahlenverhältnis chemisch gebunden. Die Anteile eines Gemisches können dagegen schwanken. Luft besitzt deshalb keine gemeinsame chemische Formel.

Beispiel

Ein Sauerstoffmolekül bleibt in unverschmutzter Luft ein Sauerstoffmolekül. Es wird nicht schon durch das Mischen mit Stickstoff zu einem neuen Stoff. Erst bei einer chemischen Reaktion, etwa einer Verbrennung, werden Teilchen neu angeordnet und neue Stoffe entstehen.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt Luft fachlich richtig?
Lösung: Luft ist ein Gemisch aus mehreren Gasen. — Die Bestandteile sind gemeinsam vorhanden, aber nicht zu einer einheitlichen Verbindung gebunden. Deshalb ist Luft ein Gemisch.
Was in trockener Luft steckt

Für vergleichbare Zahlen betrachtet man meist trockene Luft. Das bedeutet: Der wechselnde Wasserdampfanteil wird bei dieser Tabelle nicht mitgezählt.

BestandteilTeilchenformungefährer Volumenanteil in trockener Luft
Stickstoff$N_2$78 %
Sauerstoff$O_2$21 %
Argon$Ar$0,93 %
Kohlendioxid und weitere Spurengasezum Beispiel $CO_2$deutlich unter 1 % zusammen

Kohlendioxid macht als grobe, zeitlich einzuordnende Rundung etwa 0,04 Vol.-% trockener Luft aus. Dieser Anteil ist kein für alle Zeiten unveränderlicher Naturwert. Er verändert sich über längere Zeiträume und kann je nach Ort und Messsituation etwas abweichen.

Merke

Die Kurzform 78–21–1 hilft bei der Orientierung: ungefähr 78 % Stickstoff, 21 % Sauerstoff und knapp 1 % Argon plus Spurengase. Sie ist eine Rundung für trockene Luft.

Beispiel

Denke dir 100 Liter trockene Luft unter gleichen Bedingungen. Darin entsprechen die Volumenanteile ungefähr 78 Litern Stickstoff, 21 Litern Sauerstoff und knapp 1 Liter Argon sowie Spurengasen. Die Gase liegen trotzdem vermischt vor; es gibt im Gefäß keine getrennten Schichten mit genau diesen Volumina.

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Frage 1 von 2MittelEin Gefäß enthält 10 Liter trockene Luft. Welches Volumen entfällt näherungsweise auf Stickstoff?
Lösung: 7,8 Liter — 78 % von 10 Litern sind $0{,}78 \cdot 10\,\mathrm{L}=7{,}8\,\mathrm{L}$.
Frage 2 von 2MittelWarum ist die Angabe „etwa 0,04 Vol.-% Kohlendioxid“ nur eine zeitlich einzuordnende Rundung?
Lösung: Der Anteil verändert sich über längere Zeiträume und kann je nach Ort und Messsituation etwas abweichen. — Die Zahl beschreibt eine grobe Größenordnung. Sie ist kein zeitlich und räumlich unveränderlicher Messwert.
Volumenanteil ist nicht Massenanteil

Ein Volumenanteil beschreibt, welcher Anteil am gesamten Gasvolumen auf einen Bestandteil entfällt. 21 Vol.-% Sauerstoff bedeuten näherungsweise: Von 100 Litern trockener Luft entfallen 21 Liter auf Sauerstoff, wenn alle Volumina bei gleichem Druck und gleicher Temperatur verglichen werden.

Ein Massenanteil beantwortet eine andere Frage: Welcher Anteil an der Gesamtmasse stammt von einem Bestandteil? Gleich große Stoffmengen verschiedener Gase können unterschiedlich schwer sein. Sauerstoffmoleküle sind zum Beispiel schwerer als Stickstoffmoleküle. Deshalb beträgt der Massenanteil des Sauerstoffs in trockener Luft ungefähr 23 % und nicht 21 %.

Gut zu wissen

Prozentangaben sind nur eindeutig, wenn du die Bezugsgröße kennst. Frage deshalb immer: Geht es um Volumen, Masse oder eine andere Größe? In Tabellen zur Luftzusammensetzung sind meist Volumenanteile gemeint.

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Frage 1 von 1MittelEine Tabelle nennt für Sauerstoff 21 Vol.-% und ungefähr 23 Massen-%. Widersprechen sich die Angaben?
Lösung: Nein, sie verwenden unterschiedliche Bezugsgrößen. — Volumenanteil und Massenanteil vergleichen unterschiedliche Gesamtgrößen. Unterschiedliche Prozentwerte sind deshalb erwartbar.
Warum feuchte Luft anders zusammengesetzt ist

Luft in deiner Umgebung enthält fast immer Wasserdampf, also Wasser im gasförmigen Zustand. Sein Volumenanteil ist veränderlich: Er hängt unter anderem von Temperatur, Ort und Wetter ab und kann von nahezu 0 % bis zu einigen Volumenprozent reichen.

Kommt Wasserdampf hinzu, muss sich der Anteil der übrigen Gase am Gesamtvolumen entsprechend ändern. Darum werden die gut vergleichbaren Hauptanteile gewöhnlich für trockene Luft angegeben.

Beispiel

Zwei Luftproben können ähnlich viel Stickstoff und Sauerstoff enthalten, aber verschieden feucht sein. Eine Probe aus einem warmen, feuchten Raum kann mehr Wasserdampf enthalten als kalte Außenluft. Die Angabe „78 % Stickstoff“ ist dann nur als gerundete Zusammensetzung der trockenen Luft zu verstehen.

Wasserdampf ist nicht dasselbe wie schwebende Wassertröpfchen. Wasserdampf besteht aus einzelnen $H_2O$-Molekülen im Gaszustand und ist unsichtbar. Nebel besteht dagegen aus winzigen flüssigen Tröpfchen in der Luft.

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Frage 1 von 1MittelWarum lassen Zusammensetzungstabellen den Wasserdampf häufig weg?
Lösung: Sein Anteil schwankt stark; trockene Luft lässt sich besser vergleichen. — Die Bezeichnung „trockene Luft“ schafft eine feste Bezugsbasis. Reale Luft kann zusätzlich einen veränderlichen Wasserdampfanteil enthalten.
Ozon: gleicher Stoff, anderer Ort

Ozon besteht aus Molekülen mit drei Sauerstoffatomen und hat die Formel $O_3$. Seine Bedeutung hängt stark davon ab, in welcher Höhe es vorkommt.

  • In der Stratosphäre, also in einer höheren Atmosphärenschicht, bildet Ozon die Ozonschicht. Sie nimmt einen wichtigen Teil der energiereichen ultravioletten Strahlung der Sonne auf.
  • In Bodennähe gehört Ozon zu den Luftschadstoffen. Es kann Atemwege reizen und Pflanzen schädigen. Es wird dort bei intensiver Sonneneinstrahlung in chemischen Vorgängen aus Vorläuferstoffen gebildet.
Merke

„Ozon ist gut“ oder „Ozon ist schlecht“ ist zu ungenau. Entscheidend sind Ort, Konzentration und Wirkung: oben schützt es vor UV-Strahlung, in Bodennähe kann es Lebewesen belasten.

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Frage 1 von 1SchwerAn einem sonnigen Tag wird vor hoher bodennaher Ozonbelastung gewarnt. Warum widerspricht das nicht der schützenden Wirkung der Ozonschicht?
Lösung: Ozon wirkt je nach Höhe und Konzentration unterschiedlich; die Ozonschicht liegt weit oberhalb des Bodens. — Stratosphärisches Ozon schützt vor UV-Strahlung. Bodennahes Ozon kann dagegen als Luftschadstoff wirken.
Luft trennen oder Stoffe reagieren lassen

Weil Luft ein Gemisch ist, lassen sich ihre Bestandteile durch physikalische Trennverfahren gewinnen. Industriell wird Luft gereinigt, stark abgekühlt und verflüssigt. Bei der anschließenden fraktionierten Destillation nutzt man unterschiedliche Siedetemperaturen der Bestandteile.

Definition

Physikalische Stofftrennung

Bei einer physikalischen Trennung werden vorhandene Stoffe voneinander getrennt. Ihre Teilchenarten bleiben erhalten; es entstehen durch den Trennschritt keine neuen Stoffe.

Das Verflüssigen und Destillieren verwandelt Stickstoff also nicht in Sauerstoff. Es sortiert die bereits vorhandenen Bestandteile nach physikalischen Eigenschaften.

Bei einer chemischen Reaktion werden Atome dagegen neu miteinander verbunden. Dabei entstehen Stoffe mit neuen Eigenschaften.

Beispiel

Beim Verbrennen von Kohlenstoff reagiert dieser mit Sauerstoff zu Kohlenstoffdioxid:

$$\mathrm{C + O_2 \rightarrow CO_2}$$

Das ist keine Lufttrennung. Sauerstoff wird verbraucht, und mit Kohlenstoffdioxid entsteht ein anderer Stoff. Bei der Destillation flüssiger Luft bleibt ein Sauerstoffmolekül dagegen $O_2$.

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Frage 1 von 2MittelWelcher Vorgang ist eine physikalische Trennung von Luft?
Lösung: Verflüssigte Luft wird durch fraktionierte Destillation getrennt. — Bei der Destillation nutzt man unterschiedliche physikalische Eigenschaften. Die getrennten Stoffe waren schon vorher im Gemisch vorhanden.
Frage 2 von 2SchwerNach einem Vorgang wird Sauerstoff $O_2$ unverändert aufgefangen. Was spricht am stärksten für eine Stofftrennung?
Lösung: Die Teilchenart $O_2$ ist erhalten geblieben und wurde nur abgetrennt. — Bei einer Gemischtrennung bleiben die Stoffarten erhalten. Eine Reaktion erzeugt durch Neuordnung der Atome andere Stoffe.
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Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Luft als Stoffsystem
    • Zusammensetzung
      • Stickstoff, Sauerstoff, Argon und Spurengase
      • Wasserdampf mit veränderlichem Anteil
    • Angaben lesen
      • trockene Luft als Bezugsbasis
      • Volumenanteil von Massenanteil trennen
    • Ozon einordnen
      • Stratosphäre: Schutz vor UV-Strahlung
      • bodennah: möglicher Luftschadstoff
    • Vorgänge unterscheiden
      • Trennung: Stoffarten bleiben erhalten
      • Reaktion: neue Stoffe entstehen
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche drei Gase machen zusammen ungefähr 99,9 Vol.-% trockener Luft aus?
Lösung: Stickstoff, Sauerstoff und Argon — Stickstoff, Sauerstoff und Argon bilden fast die gesamte trockene Luft. Die übrigen Gase kommen in deutlich kleineren Anteilen vor.
Frage 2 von 3MittelEine Probe enthält Wasserdampf. Darf man die Tabelle für trockene Luft unverändert als exakte Zusammensetzung der Probe ausgeben?
Lösung: Nein, zuerst muss die andere Bezugsbasis berücksichtigt werden. — Die Werte für trockene Luft schließen Wasserdampf aus. Für eine feuchte Probe muss dessen variabler Anteil berücksichtigt werden.
Frage 3 von 3SchwerEine Anlage liefert aus Luft getrennten Stickstoff und Sauerstoff. Woran erkennst du eine physikalische Trennung?
Lösung: Stickstoff und Sauerstoff waren vorher vorhanden und bleiben dieselben Stoffe. — Eine physikalische Trennung verändert die Stoffarten nicht. Eine chemische Reaktion würde neue Stoffe mit neuen Teilchenarten erzeugen.

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