Chemie

Stoffgemische: homogen und heterogen erkennen

Stoffgemische: homogen und heterogen erkennen
Stoffgemische: homogen und heterogen erkennen
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Ein Stoffgemisch besteht aus mindestens zwei Reinstoffen. Wirkt es überall einheitlich und bildet nur eine Phase, ist es homogen. Enthält es mehrere Phasen, ist es heterogen – auch wenn diese erst unter dem Mikroskop sichtbar werden.

Auf dieser Seite lernst du, Stoffsysteme zu unterscheiden, wichtige Gemischtypen zuzuordnen und deine Entscheidung mit dem Phasenbegriff zu begründen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Besteht die Probe aus einem oder mehreren Stoffen?

Zucker wirkt einheitlich. In Müsli erkennst du dagegen verschiedene Bestandteile. Chemisch unterscheiden sie sich grundlegend: Zucker gilt als Reinstoff, Müsli enthält mehrere Stoffe und ist deshalb ein Stoffgemisch.

Definition

Reinstoff

Ein Reinstoff besteht aus nur einer Stoffart. Er besitzt charakteristische, messbare Eigenschaften, an denen man ihn erkennen kann.

Definition

Stoffgemisch

Ein Stoffgemisch, kurz Gemisch, besteht aus mindestens zwei miteinander vermischten Reinstoffen. Seine Eigenschaften können vom Mengenverhältnis der Bestandteile abhängen.

Zu den Stoffgemischen gehören beispielsweise Luft, Salzwasser, Milch, Granit und Müsli. Dass einzelne Bestandteile nicht sichtbar sind, macht ein Gemisch noch nicht zum Reinstoff.

Beispiel

Salzwasser sieht einheitlich aus. Trotzdem enthält es mindestens zwei Stoffe: Wasser und Kochsalz. Das Salz ist beim Lösen nicht verschwunden, sondern im Wasser gelöst.

Merke

Entscheide nicht nur nach dem Aussehen: Eine einheitlich wirkende Probe kann trotzdem ein Stoffgemisch sein.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Aussage beschreibt ein Stoffgemisch richtig?
Lösung: Es besteht aus mindestens zwei Reinstoffen. — Die Anzahl der beteiligten Reinstoffe entscheidet zunächst, ob ein Stoffgemisch vorliegt. Die Zahl der Phasen bestimmt anschließend, ob es homogen oder heterogen ist.
Eine oder mehrere Phasen entscheiden

Der wichtigste Hinweis zur Einteilung eines Gemisches ist die Zahl seiner Phasen.

Definition

Phase

Eine Phase ist ein einheitlicher Bereich eines Stoffsystems. Innerhalb dieses Bereichs wird die Zusammensetzung überall als gleich wahrgenommen. Verschiedene Phasen sind voneinander abgegrenzt und können unterschiedliche Zusammensetzungen besitzen.

Ein homogenes Stoffgemisch bildet nur eine Phase. Es erscheint überall einheitlich; seine Bestandteile lassen sich auch unter dem Mikroskop nicht als getrennte Bereiche erkennen.

Ein heterogenes Stoffgemisch enthält mehrere Phasen. Die Bestandteile oder Bereiche sind mit dem Auge, einer Lupe oder einem Mikroskop unterscheidbar.

Beispiel

Salzwasser ist homogen: Es bildet eine einheitliche flüssige Phase.

Sand in Wasser ist heterogen: Fester Sand und flüssiges Wasser bilden unterscheidbare Bereiche und damit mehrere Phasen.

Milch zeigt, warum die Regel „heterogen bedeutet mit bloßem Auge sichtbar“ zu kurz greift. Milch wirkt zunächst einheitlich. Unter dem Mikroskop sind jedoch feine Fetttröpfchen im Wasser erkennbar. Deshalb ist Milch heterogen.

Merke

Eine Phase bedeutet homogen, mehrere Phasen bedeuten heterogen. Die Phasen müssen nicht mit bloßem Auge sichtbar sein.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelMilch sieht ohne Hilfsmittel einheitlich aus. Warum gilt sie dennoch als heterogen?
Lösung: Unter dem Mikroskop sind Fetttröpfchen als eigene Phase erkennbar. — Für die Einteilung zählt die Zahl der Phasen. Die mikroskopisch erkennbaren Fetttröpfchen bilden mit der wässrigen Phase ein mehrphasiges System.
So heißen wichtige Gemischtypen

Gemischtypen werden danach benannt, welche Aggregatzustände beteiligt sind und ob das Gemisch homogen oder heterogen ist.

GemischtypEinteilungBeteiligte AggregatzuständeBeispiel
Gemengeheterogenfest und festGranit
Suspensionheterogenfest und flüssigSand in Wasser
Emulsionheterogenflüssig und flüssigMilch
Rauchheterogenfest und gasförmigRuß in Luft
Nebelheterogenflüssig und gasförmigWassertröpfchen in Luft
Schaumheterogenflüssig und gasförmigSeifenschaum
LösunghomogenStoff in einem LösungsmittelSalzwasser
Legierunghomogenfeste Stoffe, davon mindestens ein MetallMessing aus Kupfer und Zink
Gasgemischhomogengasförmig und gasförmigLuft
Gut zu wissen

Das Wort Lösung ist nicht auf feste Stoffe in Flüssigkeiten beschränkt. Auch flüssige oder gasförmige Stoffe können in einem Lösungsmittel gelöst sein. Mineralwasser enthält beispielsweise gelöste Stoffe in Wasser.

Beispiel

Du sollst Sand in Wasser einordnen:

  1. Das System enthält festen Sand und flüssiges Wasser.
  2. Der Sand bleibt als eigene Phase erkennbar.
  3. Das Gemisch ist daher heterogen.
  4. Ein heterogenes Gemisch aus einem Feststoff und einer Flüssigkeit heißt Suspension.
Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelcher Gemischtyp ist homogen?
Lösung: Gasgemisch — Gasgemische wie Luft bilden eine einheitliche Phase. Suspensionen und Emulsionen sind mehrphasig und deshalb heterogen.
Frage 2 von 2MittelWie ordnest du Messing aus Kupfer und Zink ein?
Lösung: als homogene Legierung — Messing ist ein Feststoffgemisch mit Metallen. Es wird als homogene Legierung eingeordnet.
Gemische lassen sich wieder trennen

In einem Stoffgemisch bleiben die beteiligten Stoffe erhalten. Deshalb können geeignete physikalische Trennverfahren Bestandteile wieder voneinander trennen.

Beispiel

Kochsalz aus einer Kochsalzlösung zurückgewinnen:

Dieser Erhitzungsversuch gehört in den Chemieunterricht. Führe ihn nur nach Anweisung und unter Aufsicht deiner Lehrkraft durch.

  1. Gib etwas Kochsalzlösung auf eine geeignete hitzebeständige Unterlage.
  2. Erhitze die Lösung vorsichtig.
  3. Das Wasser verdampft und entweicht als Wasserdampf.
  4. Sichtbare Kochsalzkristalle bleiben zurück.

Der Versuch zeigt: Das Kochsalz war in der homogenen Lösung weiterhin vorhanden. Beim Verdampfen des Wassers wird es wieder sichtbar.

Bei dieser offenen Durchführung wird das Salz zurückgewonnen, nicht aber das entweichende Wasser. Welches Trennverfahren geeignet ist, hängt von den unterschiedlichen Eigenschaften der Bestandteile ab.

Merke

Beim Mischen verschwinden die Ausgangsstoffe nicht. Ein geeignetes Trennverfahren nutzt Unterschiede zwischen ihren Eigenschaften.

Teste dich
Frage 1 von 1MittelWas beweisen die Salzkristalle nach dem Verdampfen des Wassers?
Lösung: Das gelöste Salz war weiterhin in der Lösung vorhanden. — Beim Lösen wird das Salz verteilt, aber nicht vernichtet. Wenn das Wasser verdampft, bleibt das Salz als fester Stoff zurück.
Stoffsysteme selbst untersuchen

Gehe bei einer unbekannten Probe in einer festen Reihenfolge vor:

  1. Frage nach den Bestandteilen: Liegt ein Stoff oder liegen mindestens zwei Stoffe vor?
  2. Bestimme die Zahl der Phasen: Ist alles einheitlich oder gibt es abgegrenzte Bereiche?
  3. Ordne die Homogenität zu: Eine Phase ist homogen, mehrere Phasen sind heterogen.
  4. Betrachte die Aggregatzustände: Sind feste, flüssige oder gasförmige Bestandteile beteiligt?
  5. Benenne den Gemischtyp: Nutze beispielsweise Lösung, Suspension, Emulsion oder Gemenge.
  6. Begründe deine Entscheidung: Nenne Bestandteile, Phasen und Aggregatzustände.
Beispiel

Granit enthält mehrere feste Bestandteile, die als verschiedene Bereiche erkennbar sind. Er besteht daher aus mehreren Phasen und ist heterogen. Ein heterogenes Gemisch aus festen Stoffen heißt Gemenge.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelEine Probe enthält feine feste Teilchen, die in einer Flüssigkeit verteilt und als eigene Phase erkennbar sind. Was liegt vor?
Lösung: eine heterogene Suspension — Ein heterogenes Gemisch aus einem Feststoff und einer Flüssigkeit heißt Suspension. Eine Emulsion besteht dagegen aus zwei flüssigen Bestandteilen.
Frage 2 von 2SchwerZwei Proben sehen mit bloßem Auge gleichmäßig aus. Probe A bleibt auch unter dem Mikroskop einheitlich. In Probe B werden kleine Tröpfchen sichtbar. Welche Einordnung ist richtig?
Lösung: Probe A ist homogen, Probe B heterogen. — Probe A bildet nach der Beobachtung eine Phase. Probe B besitzt durch die sichtbaren Tröpfchen mehrere Phasen.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Stoffsystem
    • Reinstoff: nur eine Stoffart
    • Stoffgemisch: mindestens zwei Reinstoffe
      • homogen: eine Phase
      • heterogen: mehrere Phasen
    • Gemischtypen
      • homogen: Lösung, Legierung, Gasgemisch
      • heterogen: Gemenge, Suspension, Emulsion, Rauch, Nebel, Schaum
    • Trennung
      • nutzt unterschiedliche Stoffeigenschaften
      • macht Bestandteile wieder zugänglich
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Beobachtung spricht sicher für ein heterogenes Gemisch?
Lösung: Es sind mehrere Phasen erkennbar. — Mehrere Phasen sind das entscheidende Merkmal eines heterogenen Gemisches.
Frage 2 von 3MittelLuft besteht aus mehreren gasförmigen Stoffen, erscheint aber einheitlich. Wie wird sie eingeordnet?
Lösung: als homogenes Gasgemisch — Luft enthält mehrere gasförmige Bestandteile, bildet aber eine einheitliche Phase. Sie ist daher ein homogenes Gasgemisch.
Frage 3 von 3SchwerEin Stoffsystem enthält Wasser, gelöstes Salz und sichtbaren Sand. Welche Begründung ist richtig?
Lösung: Das gesamte System ist heterogen, weil der Sand eine weitere Phase bildet. — Wasser und gelöstes Salz bilden eine homogene Lösung. Der sichtbare Sand bildet jedoch eine zusätzliche feste Phase. Das gesamte Stoffsystem ist deshalb heterogen.

Wenn du ein Stoffsystem einordnest, frage zuerst nach der Zahl seiner Stoffe und danach nach der Zahl seiner Phasen. Mit den Aggregatzuständen kannst du anschließend den passenden Gemischtyp bestimmen.

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