Chemie

Filtration in der Chemie: einfach erklärt

Filtration in der Chemie: einfach erklärt
Filtration in der Chemie: einfach erklärt
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Bei einer Filtration strömt ein Gemisch durch ein Filtermedium. Die Flüssigkeit tritt hindurch, während geeignete ungelöste Feststoffteilchen zurückbleiben. So entstehen Filtrat und Rückstand. Gelöste Stoffe wie Salz lassen sich mit einem gewöhnlichen Papierfilter nicht auf diese Weise abtrennen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Welche Gemische lassen sich filtrieren?

Stell dir zwei Bechergläser vor: In einem befindet sich Wasser mit Erde, im anderen Salzwasser. Obwohl beide Flüssigkeiten Stoffe enthalten, ist ein Papierfilter nur beim Erde-Wasser-Gemisch zur Trennung geeignet.

Definition

Suspension

Eine Suspension ist ein heterogenes Gemisch aus einer Flüssigkeit und einem darin verteilten, ungelösten Feststoff. In Schmutzwasser können feste Erdteilchen verteilt sein. Da sie nicht gelöst sind, können sie sich absetzen oder von einem geeigneten Filter zurückgehalten werden.

Salzwasser ist dagegen eine Lösung. Darin ist das Salz gleichmäßig gelöst. Die gelösten Bestandteile passieren einen gewöhnlichen Papierfilter zusammen mit dem Wasser. Filtration eignet sich deshalb nicht zur Trennung von Salz und Wasser.

Merke

Einfache Papierfiltration trennt eine Flüssigkeit von geeigneten ungelösten Feststoffteilchen. Sie trennt gewöhnlich keine gelösten Stoffe von ihrem Lösungsmittel.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelches Gemisch lässt sich mit einem geeigneten Papierfilter trennen?
Lösung: Wasser mit ungelösten Erdteilchen — Eine Suspension enthält einen ungelösten Feststoff. Dessen Teilchen können vom Filter zurückgehalten werden.
Frage 2 von 2MittelNach der Filtration von Schmutzwasser ist die Flüssigkeit klarer. Was folgt daraus sicher?
Lösung: Ein Teil der ungelösten Feststoffe wurde zurückgehalten. — Filtration ist ein physikalisches Trennverfahren. Die beteiligten Stoffe bleiben dabei chemisch unverändert.
Was geschieht im Filter?

Das Filtermedium ist das Material, durch das das Gemisch strömt. Im Schulversuch ist es häufig Filterpapier. Seine feinen Öffnungen heißen Poren.

Bei der einfachen Schulfiltration wirkt das Papier ähnlich wie ein sehr feines Sieb: Die Flüssigkeit gelangt durch die Poren. Geeignete ungelöste Feststoffteilchen bleiben auf dem Filter.

Definition

Filtrat

Das Filtrat ist die Flüssigkeit, die den Filter passiert und im Auffanggefäß gesammelt wird.

Definition

Rückstand

Der Rückstand ist der Stoff, der im oder auf dem Filter zurückbleibt. Bei einer Feststoff-Flüssigkeits-Trennung ist er meist fest.

Die Filtration erzeugt also zwei getrennte Anteile:

  • unter dem Filter: das Filtrat;
  • auf dem Filter: der Rückstand.
Gut zu wissen

Das Bild vom Sieb erklärt die einfache Papierfiltration gut, ist aber keine vollständige Beschreibung aller Filter. In technischen Filtern können auch Trägheit, Sperreffekt, Diffusion oder Wechselwirkungen im Inneren des Filtermaterials Partikel abscheiden, die kleiner als die Poren sind.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Ein Gemisch aus Wasser und ungelöster Erde ist eine . Das Filterpapier ist das . Die durchgelaufene Flüssigkeit heißt . Die festen Erdteilchen im Filter bilden den .

Lösungen: Lücke 1: Suspension; Lücke 2: Filtermedium; Lücke 3: Filtrat; Lücke 4: Rückstand. Prüfe den Weg des Gemisches: Das Filtermedium trennt es. Was hindurchtritt, ist das Filtrat; was zurückbleibt, ist der Rückstand.
Wie führst du eine Papierfiltration durch?

Für eine einfache Filtration brauchst du einen Trichter, Rundfilterpapier und ein Auffanggefäß. Für einen Vergleich können vorbereitete Proben von Schmutzwasser und Salzwasser verwendet werden.

  1. Falte das Rundfilterpapier genau in der Mitte.
  2. Falte es ein zweites Mal, sodass sich ein Filterkegel öffnen lässt.
  3. Öffne den größeren Teil zu einer kleinen Tüte.
  4. Setze das Filterpapier in den Trichter.
  5. Feuchte es mit etwas Wasser an, damit es am Trichter haftet.
  6. Stelle den Trichter über das Auffanggefäß.
  7. Gieße das Gemisch langsam in den Filter, ohne ihn zu überfüllen.
  8. Beobachte getrennt, was im Filter bleibt und was im Gefäß ankommt.

Eine vollständige Versuchsauswertung unterscheidet drei Dinge:

  • Vermutung: Was erwartest du vor dem Versuch?
  • Beobachtung: Was kannst du tatsächlich sehen?
  • Erklärung: Warum ist dieses Ergebnis entstanden?
Beispiel

Frage: Lässt sich Schmutzwasser durch Papierfiltration trennen?

Vermutung: Die ungelösten Erdteilchen bleiben im Filter.

Beobachtung: Feste Teilchen liegen auf dem Filterpapier. Eine Flüssigkeit sammelt sich im Auffanggefäß.

Auswertung: Die Erdteilchen waren nicht gelöst und wurden vom Filter zurückgehalten. Sie bilden den Rückstand. Die durchgetretene Flüssigkeit ist das Filtrat. Damit hat die Filtration das Gemisch teilweise getrennt.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Formulierung ist eine Beobachtung und noch keine Erklärung?
Lösung: Auf dem Filterpapier liegen feste braune Teilchen. — Eine Beobachtung beschreibt Wahrnehmbares. Eine Erklärung nennt den Grund oder ordnet das Ergebnis fachlich ein.
Frage 2 von 2SchwerEin unbekanntes Gemisch hinterlässt nach der Papierfiltration einen festen Rückstand. Welche Deutung passt am besten?
Lösung: Das Gemisch enthielt mindestens einen Bestandteil, den der Filter zurückhalten konnte. — Ein Filterrückstand zeigt, dass mindestens ein Bestandteil nicht mit dem Filtrat durch den verwendeten Filter gelangte.
Wo liegen die Grenzen der Filtration?

Eine erfolgreiche Filtration hängt vom Gemisch und vom Filter ab. Nicht jedes flüssige Gemisch ist automatisch filtrierbar.

Beispiel

Drei Proben werden mit frischem Filterpapier untersucht:

  • Schmutzwasser: Ungelöste Teilchen bleiben als Rückstand zurück; Wasser tritt als Filtrat hindurch.
  • Salzwasser: Es entsteht kein Salzrückstand, weil das Salz gelöst ist und mit dem Wasser durch den Papierfilter gelangt.
  • Cola: Bei der beschriebenen Probe bleibt kein fester Rückstand zurück; sie läuft durch den Filter. Die Papierfiltration trennt ihre gelösten Bestandteile nicht ab.

Auch ein Filtrat muss nicht völlig rein sein. Sehr feine oder gelöste Bestandteile können den verwendeten Filter passieren. Die Aussage „filtriert“ bedeutet daher nicht automatisch „reiner Stoff“ oder „gefahrlos trinkbar“.

Mit der Zeit können abgeschiedene Teilchen eine Schicht bilden, den Filterkuchen. Diese Schicht kann weitere Partikel zurückhalten, erhöht aber zugleich den Strömungswiderstand. Das Filtrat fließt dann langsamer. Technische Filter werden deshalb je nach Bauart gereinigt, rückgespült, durch einen Druckimpuls entlastet oder ausgetauscht.

Merke

Ob Filtration geeignet ist, entscheidest du nicht nach dem Aussehen allein. Frage: Ist der abzutrennende Bestandteil ungelöst, und kann der verwendete Filter ihn zurückhalten?

Teste dich
Frage 1 von 2MittelDurch einen Papierfilter läuft Salzwasser ohne sichtbaren Rückstand. Welche Schlussfolgerung ist richtig?
Lösung: Papierfiltration ist für die Trennung von gelöstem Salz und Wasser ungeeignet. — Gelöste Salzbestandteile passieren den gewöhnlichen Papierfilter mit dem Wasser. Für diese Trennaufgabe muss ein anderes Verfahren gewählt werden.
Frage 2 von 2SchwerEin Filter wird während des Betriebs zunehmend langsamer. Welche Erklärung ist plausibel?
Lösung: Abgeschiedene Teilchen erhöhen als Filterkuchen oder durch Porenverengung den Widerstand. — Mehr abgeschiedenes Material bedeutet häufig einen größeren Strömungswiderstand. Darum müssen viele Filter gereinigt oder gewechselt werden.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Filtration
    • trennt geeignete ungelöste Feststoffe von Flüssigkeiten
    • nutzt ein Filtermedium mit Poren
    • erzeugt Filtrat und Rückstand
    • ist ein physikalisches Trennverfahren
    • trennt gelöstes Salz nicht mit gewöhnlichem Filterpapier ab
    • kann durch einen wachsenden Filterkuchen langsamer werden
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWie heißt die Flüssigkeit im Auffanggefäß nach der Filtration?
Lösung: Filtrat — Die Flüssigkeit, die das Filtermedium passiert, heißt Filtrat.
Frage 2 von 3MittelWelche Auswertung des Schmutzwasserversuchs ist fachlich richtig?
Lösung: Ungelöste Erdteilchen bilden den Rückstand; die durchgetretene Flüssigkeit ist das Filtrat. — Die ungelösten, zurückgehaltenen Feststoffe und die durchgetretene Flüssigkeit werden getrennt benannt.
Frage 3 von 3SchwerDu erhältst eine klare Flüssigkeit, die möglicherweise Salz enthält. Wie prüfst du die Eignung der Papierfiltration als Trennverfahren?
Lösung: Du beachtest, dass gelöstes Salz den Papierfilter mit der Flüssigkeit passiert und Filtration daher ungeeignet ist. — Klarheit beweist weder Reinheit noch die Abwesenheit gelöster Stoffe. Entscheidend ist, ob der abzutrennende Bestandteil vom Filter zurückgehalten werden kann.

Du kannst Filtration nun als Weg beschreiben: Suspension zum Filter geben, Rückstand zurückhalten, Filtrat auffangen und das Ergebnis anhand der Stoffeigenschaften begründen.

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