Chemie

Stoff in der Chemie: Eigenschaften und Einteilung

Stoff in der Chemie: Eigenschaften und Einteilung
Stoff in der Chemie: Eigenschaften und Einteilung
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Ein Stoff ist in der Chemie ein Material mit charakteristischen Eigenschaften. Die Form eines Gegenstands allein bestimmt nicht, aus welchem Stoff er besteht. Du untersuchst deshalb Eigenschaften, ordnest Stoffe als Reinstoff oder Gemisch ein und wechselst bewusst zwischen sichtbarer Stoffebene, Teilchenmodell und chemischen Symbolen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Stoff oder Gegenstand?

Eine Eisenkugel und Eisenwolle sehen sehr verschieden aus. Trotzdem können beide aus demselben Stoff bestehen: Eisen. Kugel und Wolle bezeichnen die Form, Eisen bezeichnet den Stoff.

Definition

Stoff

Ein Stoff ist ein Material, das durch charakteristische Eigenschaften beschrieben wird. Beispiele für Stoffe sind Eisen, Wasser und Natriumchlorid.

Ein Gegenstand besitzt eine bestimmte Form und besteht aus einem oder mehreren Stoffen. Eine Stoffportion ist eine konkrete Menge eines Stoffes, etwa die Wassermenge in einem Glas.

Beispiel

Eisendraht, Eisenpulver, Eisenblech, Eisenkugeln und Eisenwolle haben unterschiedliche Formen. Die Form verändert nicht automatisch die Stoffart: Alle genannten Beispiele können aus Eisen bestehen.

Masse und Volumen gehören zu einer konkreten Stoffportion. Eine größere Portion desselben Stoffes hat gewöhnlich mehr Masse und benötigt mehr Raum. Deshalb reichen Masse oder Volumen allein nicht aus, um die Stoffart zu bestimmen.

Merke

Die Form beschreibt einen Gegenstand. Charakteristische Stoffeigenschaften helfen dir, den Stoff zu erkennen.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Angabe bezeichnet einen Stoff?
Lösung: Eisen — Eisen ist der Stoff. Kugel und Draht können verschiedene Formen desselben Stoffes sein.
Frage 2 von 2MittelZwei Proben haben unterschiedliche Formen. Was darfst du daraus schließen?
Lösung: Sie können trotzdem aus demselben Stoff bestehen. — Unterschiedliche Formen schließen denselben Stoff nicht aus. Für eine Stoffzuordnung brauchst du geeignete Stoffeigenschaften.
Woran erkennst du einen Stoff?

Stoffe werden durch charakteristische Eigenschaften beschrieben. Dazu gehören unter anderem:

  • Farbe,
  • Verformbarkeit,
  • elektrische Leitfähigkeit,
  • Magnetisierbarkeit,
  • Schmelz- und Siedetemperatur,
  • Dichte,
  • Löslichkeit.

Eine einzelne Eigenschaft kann zu wenig sein. Mehrere geeignete Eigenschaften machen eine Zuordnung verlässlicher. Geruch und Geschmack sind keine unkritischen Standardproben: Unbekannte Stoffe probierst du nicht und riechst nicht ungeschützt an ihnen.

Definition

Dichte

Die Dichte $ρ$ verknüpft die Masse $m$ einer Stoffportion mit ihrem Volumen $V$:

$$ρ = m / V$$

Eine typische Einheit ist g/cm³. Die Dichte hängt auch von Temperatur und Druck ab, besonders bei Gasen.

Beispiel

Eine Probe besitzt eine Masse von 39,5 g und ein Volumen von 5 cm³.

Zuerst setzt du die Größen mit ihren Einheiten ein:

$$ρ = 39{,}5\,g / 5\,cm^3$$

Dann teilst du Masse durch Volumen:

$$ρ = 7{,}9\,g/cm^3$$

Das Ergebnis beschreibt nicht bloß die Größe der Portion. Es kann zusammen mit weiteren Eigenschaften zur Charakterisierung des Stoffes dienen.

Auch die Löslichkeit ist eine Stoffeigenschaft. Sie gibt an, wie viele Gramm eines Stoffes sich in 100 g eines bestimmten Lösungsmittels lösen. Deshalb muss bei einer Löslichkeitsangabe das Lösungsmittel genannt werden.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Größe ist für eine Stoffportion typisch, aber für sich allein keine charakteristische Stoffeigenschaft?
Lösung: Volumen — Das Volumen hängt von der betrachteten Portion ab. Die Dichte ist der Quotient aus Masse und Volumen und kann einen Stoff charakterisieren.
Frage 2 von 2MittelWarum solltest du mehrere Stoffeigenschaften vergleichen?
Lösung: Eine einzelne Eigenschaft kann zu mehreren Stoffen passen. — Mehrere passende Messwerte und Beobachtungen ergeben gemeinsam eine verlässlichere Stoffbeschreibung.
Wie werden Stoffe eingeteilt?

Chemisch werden Stoffe in Reinstoffe und Stoffgemische eingeteilt.

Definition

Reinstoff

Ein Reinstoff ist nicht mit anderen Stoffen vermischt. Er besitzt unter festgelegten Bedingungen charakteristische messbare Eigenschaften.

Reinstoffe können elementare Stoffe oder chemische Verbindungen sein. Eisen und Sauerstoff sind elementare Stoffe. Wasser und Natriumchlorid sind chemische Verbindungen.

Definition

Stoffgemisch

Ein Stoffgemisch besteht aus mehreren Reinstoffen. Seine Bestandteile können mithilfe unterschiedlicher physikalischer Eigenschaften getrennt werden.

Welches Trennverfahren passt, hängt von der ausgenutzten Eigenschaft ab:

Unterschied der BestandteileMögliches Trennverfahren
TeilchengrößeSieben oder Filtrieren
DichteSedimentieren, Dekantieren oder Zentrifugieren
LöslichkeitExtrahieren oder Chromatografieren
SiedetemperaturEindampfen oder Destillieren

Ein Reinstoff lässt sich durch solche physikalischen Trennverfahren nicht in andere Stoffe zerlegen. Eine chemische Verbindung kann nur durch eine chemische Reaktion in andere Reinstoffe zerlegt werden.

Gut zu wissen

Im naturwissenschaftlichen Sprachgebrauch ist „Stoff“ der Oberbegriff für Reinstoffe und Gemische. Im EU-Chemikalienrecht wird „Stoff“ enger und grundsätzlich im Sinn eines Reinstoffs verwendet. In rechtlichen Texten steht „Gemisch“ daher als eigene Kategorie daneben.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWas kennzeichnet ein Stoffgemisch?
Lösung: Es besteht aus mehreren Reinstoffen. — Gemische bestehen aus mehreren Reinstoffen. Unterschiede ihrer Eigenschaften ermöglichen eine physikalische Trennung.
Frage 2 von 2MittelEin Gemisch enthält feste Teilchen verschiedener Größe. Welche Eigenschaft nutzt das Sieben?
Lösung: die Teilchengröße — Sieben trennt Bestandteile nach ihrer Teilchengröße.
Was zeigen Stoff-, Teilchen- und Symbolebene?

Chemische Sachverhalte lassen sich auf drei Ebenen beschreiben. Ein klarer Ebenenwechsel verhindert, dass Beobachtung, Modell und Schreibweise verwechselt werden.

EbeneLeitfrageBeispiel Wasser
StoffebeneWas ist sichtbar oder messbar?Flüssiges Wasser besitzt ein bestimmtes Volumen.
TeilchenebeneWie erklärt ein Modell den Stoff?Wasser wird als aus Wassermolekülen aufgebaut beschrieben.
SymbolebeneWie wird der Sachverhalt dargestellt?Die Formel lautet $H_2O$.

Die tiefgestellte 2 in $H_2O$ bedeutet: Ein Wassermolekül enthält zwei Wasserstoffatome und ein Sauerstoffatom.

Definition

Teilchenmodell

Das Teilchenmodell beschreibt Stoffe als aus kleinsten Teilchen aufgebaut. Teilchen werden häufig vereinfacht als Kugeln dargestellt, um Anordnung und Bewegung verständlich zu machen.

Das Kugelbild ist ein Modell, nicht die Wirklichkeit selbst. Es kann etwa unterschiedliche Abstände oder Anordnungen veranschaulichen. Eine einfache Kugel zeigt jedoch nicht automatisch alle Eigenschaften eines echten Atoms, Moleküls oder Ions.

Merke

Beobachtungen gehören zur Stoffebene. Teilchenbilder liefern eine modellhafte Erklärung. Formeln und Reaktionsgleichungen gehören zur Symbolebene.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtZu welcher Ebene gehört die Formel $H_2O$?
Lösung: zur Symbolebene — Chemische Formeln sind Darstellungen auf der Symbolebene.
Frage 2 von 2MittelWelche Aussage beschreibt eine Grenze des Kugelteilchenmodells?
Lösung: Die Kugeln sind vereinfachte Darstellungen und keine maßstabsgetreuen Abbilder. — Ein Modell hebt bestimmte Merkmale hervor und lässt andere weg. Du musst deshalb angeben, wofür du es verwendest.
Wann entsteht ein neuer Stoff?

Bei einer chemischen Reaktion entstehen aus Ausgangsstoffen, den Edukten, neue Stoffe, die Produkte. Auf Teilchenebene werden Atome neu angeordnet. Auf Symbolebene kann der Vorgang als Wort- oder Reaktionsgleichung dargestellt werden.

Eine Änderung der Form oder des Aggregatzustands ist dagegen nicht automatisch eine chemische Reaktion. Wenn Wasser gefriert oder siedet, bleibt es der Stoff Wasser.

Farbänderung, Gasentwicklung oder Erwärmung können Hinweise auf eine chemische Reaktion sein. Ein einzelnes sichtbares Zeichen genügt aber nicht in jedem Fall zur sicheren Stoffbestimmung. Entscheidend ist, ob neue Stoffe mit neuen Eigenschaften entstanden sind.

Beispiel

Ein Stück Eisen wird zu Eisenwolle geformt.

  • Stoffebene: Die Form hat sich verändert.
  • Teilchenebene: Aus der Formänderung allein folgt keine neue Teilchenart.
  • Symbolebene: Es ist keine Reaktionsgleichung nötig, weil keine Stoffumwandlung beschrieben wird.

Die Formänderung ist daher keine chemische Reaktion.

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Frage 1 von 2MittelWasser geht vom flüssigen in den gasförmigen Zustand über. Welche Aussage passt?
Lösung: Der Aggregatzustand ändert sich, aber es entsteht dadurch kein neuer Stoff. — Sieden ist ein physikalischer Zustandsübergang. Eine chemische Reaktion würde neue Stoffe erzeugen.
Frage 2 von 2SchwerEine Probe erwärmt sich. Warum beweist das allein noch keine chemische Reaktion?
Lösung: Erwärmung ist ein Hinweis; für eine Stoffumwandlung müssen neue Stoffe entstanden sein. — Beobachtungen liefern Hinweise. Die fachliche Entscheidung richtet sich danach, ob sich die Stoffart geändert hat.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Stoff
    • wird durch Eigenschaften charakterisiert
    • ist von Gegenstand und Stoffportion zu unterscheiden
    • wird als Reinstoff oder Stoffgemisch eingeordnet
    • wird auf Stoffebene beobachtet
    • wird auf Teilchenebene modellhaft erklärt
    • wird auf Symbolebene mit Formeln dargestellt
    • kann bei einer chemischen Reaktion in neue Stoffe umgewandelt werden
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage trennt Gegenstand und Stoff richtig?
Lösung: Eine Eisenkugel ist ein Gegenstand; Eisen ist der Stoff. — Der Gegenstand besitzt eine Form. Der Stoff ist das Material, aus dem er besteht.
Frage 2 von 3MittelEine Probe hat 24 g Masse und 8 cm³ Volumen. Welche Dichte besitzt sie?
Lösung: 3 g/cm³ — Mit $ρ = m / V$ erhältst du $24\,g / 8\,cm^3 = 3\,g/cm^3$. Zur Stoffidentifikation vergleichst du zusätzlich weitere Eigenschaften.
Frage 3 von 3SchwerEine Darstellung zeigt farbige Kugeln und soll erklären, wie ein Stoff aufgebaut ist. Welche Beurteilung ist vollständig?
Lösung: Sie gehört zur Teilchenebene und ist ein vereinfachtes Modell mit begrenzter Aussagekraft. — Kugelbilder gehören zur Teilchenebene. Sie können Anordnung und Beziehungen veranschaulichen, bilden echte Teilchen aber nicht vollständig ab.

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