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Apposition erkennen: Kommas und Kasus erklärt

Apposition erkennen: Kommas und Kasus erklärt
Apposition erkennen: Kommas und Kasus erklärt
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Eine Apposition, auch Beisatz genannt, ist eine substantivische Beifügung: Sie benennt oder erklärt ein Bezugswort genauer. Lockere Appositionen trennst du durch Kommas ab, enge Appositionen gewöhnlich nicht.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du eine Apposition?

Eine Apposition besteht normalerweise aus einem Nomen oder einer Nominalgruppe. Sie steht neben einem Bezugswort und bezeichnet dieselbe Person oder Sache noch einmal.

Definition

Apposition

Eine Apposition ist eine substantivische Beifügung zu einem Bezugswort. Sie erklärt, benennt oder präzisiert dieses Wort und gehört mit ihm zu demselben Satzglied.

Beispiel

Peter, der Bruder von Paul, wartet draußen.

  • Bezugswort: Peter
  • Apposition: der Bruder von Paul
  • Beide Ausdrücke bezeichnen dieselbe Person.
  • Die Apposition besitzt kein eigenes Prädikat und ist daher kein eigener Satz.

Appositionen gehören zu den Attributen. Ein Attribut ist ein Satzgliedteil, der ein Nomen genauer bestimmt. Anders als das Adjektivattribut in „das alte Haus“ benennt die Apposition ihr Bezugswort substantivisch neu: „das Haus, ein historisches Gebäude“.

Merke

Prüfe, ob zwei substantivische Ausdrücke dieselbe Person oder Sache bezeichnen. Dann kann der zweite Ausdruck eine Apposition sein.

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Frage 1 von 1LeichtWelche Wortgruppe ist die Apposition in „Lina, meine ältere Schwester, spielt Handball“?
Lösung: meine ältere Schwester — „Lina“ und „meine ältere Schwester“ bezeichnen dieselbe Person. Die zweite Wortgruppe ist deshalb die Apposition.
Wann ist eine Apposition locker oder eng?

Die Stellung und Verbindung mit dem Bezugswort entscheiden über die Kommasetzung.

Lockere Apposition

Eine lockere Apposition ist als erklärender Zusatz eingeschoben oder nachgestellt. Beim Sprechen hörst du meist eine kleine Unterbrechung. Beim Schreiben grenzt du sie durch Kommas ab.

  • „Mara, die Kapitänin der Mannschaft, gibt ein Zeichen.“
  • „Wir besuchen Bonn, die frühere Bundeshauptstadt.“

Enge Apposition

Eine enge Apposition bildet mit ihrem Bezugswort eine feste Verbindung. Sie steht häufig bei Namen, Titeln und Bezeichnungen. Zwischen beiden Teilen steht kein Komma.

  • „Professor Meier“
  • „die Stadt Berlin“
  • „die Insel Rügen“
  • „Onkel Emil“

Auch eine Beifügung mit als wird nicht durch ein Komma abgetrennt: „Ich als dein Freund sage dir meine Meinung.“

Bei manchen engen Verbindungen unterscheiden sich grammatische Einordnungen. Für die Zeichensetzung bleibt die praktische Regel gleich: Bilden Name und Bezeichnung eine feste Einheit, setzt du dazwischen kein Komma.

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Frage 1 von 1LeichtIn welchem Satz steht eine enge Apposition?
Lösung: Die Stadt Hamburg besitzt einen großen Hafen. — „die Stadt Hamburg“ ist eine feste Verbindung aus Bezeichnung und Name. Deshalb steht kein Komma zwischen den beiden Teilen.
Wie setzt du die Kommas?

Für lockere Appositionen gilt:

  1. Beginnt die Apposition, setzt du davor ein Komma.
  2. Wird der übergeordnete Satz danach fortgesetzt, setzt du auch hinter der Apposition ein Komma.
  3. Steht die Apposition am Satzende, folgt nach ihr nur der Schlusspunkt.
Beispiel

Im Satzinneren: „Frau Yilmaz, unsere Klassenlehrerin, organisiert den Ausflug.“

Ohne Apposition bleibt ein vollständiger Satz: „Frau Yilmaz organisiert den Ausflug.“ Deshalb umschließen zwei Kommas den eingeschobenen Zusatz.

Am Satzende: „Dort wartet Frau Yilmaz, unsere Klassenlehrerin.“

Hier endet der Satz mit der Apposition. Vor ihr steht ein Komma; danach genügt der Punkt.

Kommas können sogar die Bedeutung verändern:

  • „Tom, mein Nachbar, und ich fahren mit dem Bus.“ – Gemeint sind zwei Personen: Tom, der mein Nachbar ist, und ich.
  • „Tom, mein Nachbar und ich fahren mit dem Bus.“ – Die Wortgruppen bilden eine Aufzählung mit drei Personen: Tom, mein Nachbar und ich.
Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

In „Goethe, der berühmte Dichter, wurde in Frankfurt geboren“ ist „Goethe“ das . „der berühmte Dichter“ ist eine Apposition. Weil der Satz danach weitergeht, wird sie durch abgegrenzt.

Lösungen: Lücke 1: Bezugswort; Lücke 2: lockere; Lücke 3: zwei Kommas. Eine eingeschobene lockere Apposition steht zwischen zwei Kommas. Das Bezugswort und die Apposition bezeichnen hier dieselbe Person.
Wie bestimmst du den Kasus?

Der Kasus ist der grammatische Fall: Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ. Eine lockere Apposition steht in der Regel im gleichen Kasus wie ihr Bezugswort.

KasusBeispielErklärung
Nominativ„Das ist Lars, der Schlagzeuger der Band.“Wer ist das? Lars.
Akkusativ„Ich sehe Lars, den Schlagzeuger der Band.“Wen sehe ich? Lars.
Dativ„Ich winke Lars, dem Schlagzeuger der Band, zu.“Wem winke ich zu? Lars.
Genitiv„Die Rede des Direktors, eines erfahrenen Pädagogen, überzeugt.“Wessen Rede? die des Direktors.

So gehst du vor

  1. Finde das Bezugswort.
  2. Bestimme seinen Kasus mithilfe des Satzes.
  3. Prüfe, ob die Apposition denselben Kasus zeigt.

Eine Präposition kann den Kasus festlegen:

  • „Ich warte auf Herrn Müller, den Lehrer meiner Tochter.“ – „auf“ verlangt hier den Akkusativ.
  • „Ich spreche mit Herrn Müller, dem Lehrer meiner Tochter.“ – „mit“ verlangt den Dativ.
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Frage 1 von 1MittelWelchen Kasus hat die Apposition in „Ich schenke Sophie, meiner besten Freundin, ein Buch“?
Lösung: Dativ — „Sophie“ beantwortet die Frage „Wem?“. Die Apposition „meiner besten Freundin“ übernimmt den Dativ des Bezugsworts.
Vertiefung: Welche Ausnahme ist beim Kasus wichtig?

Die Kasusangleichung ist der Regelfall, aber nicht ausnahmslos. Besonders wichtig ist eine lockere Apposition ohne Artikel oder Artikelwort.

Gut zu wissen

Eine artikellose Apposition kann standardsprachlich im Nominativ stehen, obwohl ihr Bezugswort einen anderen Kasus hat:

„Die Fotografien des jungen Mannes, Künstler aus Indien, wurden ausgestellt.“

Mit einem Artikelwort wird der Kasus dagegen angeglichen:

„Die Fotografien des jungen Mannes, eines Künstlers aus Indien, wurden ausgestellt.“

Formen wie „einem Künstler aus Indien“ nach einem Bezugswort im Genitiv kommen zwar vor, gelten hier aber standardsprachlich als nicht passend.

Die Form kann außerdem zeigen, auf welches Nomen sich eine Apposition bezieht:

  • „Der Bruder des jungen Mannes, ein Künstler aus Indien, lebt in London.“ – Der Bruder ist Künstler.
  • „Der Bruder des jungen Mannes, eines Künstlers aus Indien, lebt in London.“ – Der junge Mann ist Künstler.
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Frage 1 von 1SchwerWas zeigt der Genitiv in „Der Bruder des jungen Mannes, eines Künstlers aus Indien, lebt in London“?
Lösung: Die Apposition bezieht sich auf „des jungen Mannes“. — „eines Künstlers“ steht wie „des jungen Mannes“ im Genitiv. Dadurch wird der junge Mann als Künstler bezeichnet.
Wie grenzt du ähnliche Formen ab?

Apposition oder Relativsatz?

Ein Relativsatz besitzt ein Relativpronomen und ein eigenes Prädikat. Eine Apposition ist dagegen kein Satz.

  • Apposition: „Mein Hund, ein Golden Retriever, liebt Wasser.“
  • Relativsatz: „Mein Hund, der ein Golden Retriever ist, liebt Wasser.“

Im Relativsatz ist „der“ das Relativpronomen und „ist“ das Prädikat.

Apposition oder Genitivattribut?

Ein Genitivattribut drückt häufig Zugehörigkeit oder eine andere Beziehung aus. Es benennt nicht dieselbe Person oder Sache wie sein Bezugswort.

  • Apposition: „Bello, ein Golden Retriever, schläft.“ – Bello ist der Golden Retriever.
  • Genitivattribut: „Der Hund meines Bruders schläft.“ – Hund und Bruder sind nicht dieselbe Person oder Sache.

Apposition oder nachgestellte Erläuterung?

Eine nachgestellte Erläuterung kann sich auf eine ganze Aussage oder eine Gruppe beziehen. Sie beginnt oft mit „zum Beispiel“, „insbesondere“, „nämlich“ oder „vor allem“.

„Viele Haustiere, zum Beispiel Hunde und Katzen, brauchen täglich Pflege.“

Dieser Zusatz nennt Beispiele für „viele Haustiere“. Im engeren grammatischen Sinn muss er deshalb nicht als Apposition gelten. Wie eine lockere Apposition wird er jedoch durch Kommas abgetrennt.

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Frage 1 von 2MittelWelcher Satz enthält einen Relativsatz statt einer Apposition?
Lösung: Meine Tante, die in Köln wohnt, besucht uns. — „die in Köln wohnt“ enthält das Relativpronomen „die“ und das Prädikat „wohnt“. Daher ist die Wortgruppe ein Relativsatz.
Frage 2 von 2SchwerWarum ist „meines Bruders“ in „Der Hund meines Bruders schläft“ keine Apposition?
Lösung: Es bezeichnet nicht denselben Gegenstand wie „der Hund“. — Eine Apposition benennt ihr Bezugswort erneut. Der Hund und der Bruder sind hier jedoch verschiedene Lebewesen; der Genitiv zeigt eine Beziehung zwischen ihnen.
Wie analysierst du einen vollständigen Satz?

Untersuche den Satz: „Frau Weber, die neue Leiterin der Theatergruppe, erklärt den Plan.“

Beispiel
  1. Bezugswort finden: „Frau Weber“ bezeichnet die Person, die etwas erklärt.
  2. Zusatz prüfen: „die neue Leiterin der Theatergruppe“ bezeichnet dieselbe Person noch einmal.
  3. Form bestimmen: Der Zusatz ist substantivisch und besitzt kein eigenes Prädikat. Er ist eine Apposition.
  4. Art bestimmen: Die Zusatzinformation ist locker eingeschoben.
  5. Kommas prüfen: Der Satz geht nach der Apposition weiter. Deshalb stehen zwei Kommas.
  6. Kasus bestimmen: „Frau Weber“ ist das Subjekt und steht im Nominativ. „die neue Leiterin der Theatergruppe“ steht ebenfalls im Nominativ.
Merke

Nutze die Reihenfolge Bezugswort – gleiche Person oder Sache – Form – Kommas – Kasus. So prüfst du nicht nur einzelne Wörter, sondern die gesamte Konstruktion.

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Frage 1 von 1SchwerWelche vollständige Analyse von „Wir begrüßen Herrn Özdemir, den neuen Schulleiter“ ist richtig?
Lösung: „Herrn Özdemir“ ist das Bezugswort im Akkusativ; „den neuen Schulleiter“ ist eine lockere Apposition im Akkusativ. — Die Frage „Wen begrüßen wir?“ zeigt den Akkusativ. Beide Ausdrücke bezeichnen dieselbe Person und tragen denselben Kasus.
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Apposition
    • erklärt oder benennt ein Bezugswort neu
    • ist meist ein Nomen oder eine Nominalgruppe
    • lockere Form: mit Kommas
    • enge Form: ohne trennendes Komma
    • folgt meist dem Kasus des Bezugsworts
    • unterscheidet sich von Relativsatz und Genitivattribut
Abschluss-Check
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Frage 1 von 4LeichtWelches Merkmal passt grundsätzlich zu einer Apposition?
Lösung: Sie bezeichnet dieselbe Person oder Sache wie ihr Bezugswort. — Eine Apposition benennt oder erklärt ihr Bezugswort substantivisch neu.
Frage 2 von 4MittelWelche Zeichensetzung ist richtig?
Lösung: Unsere Trainerin, eine ehemalige Profisportlerin, plant das Turnier. — Der übergeordnete Satz lautet „Unsere Trainerin plant das Turnier“. Die eingeschobene Apposition steht deshalb zwischen zwei Kommas.
Frage 3 von 4MittelWelche Verbindung steht gewöhnlich ohne Komma?
Lösung: die Universität Hamburg — Bezeichnung und Name bilden in „die Universität Hamburg“ eine enge Verbindung.
Frage 4 von 4SchwerWelche Überarbeitung macht aus dem Relativsatz eine Apposition?
Lösung: Aus „Noah, der mein Nachbar ist, hilft mir“ wird „Noah, mein Nachbar, hilft mir“. — „mein Nachbar“ benennt Noah substantivisch neu, enthält kein eigenes Prädikat und steht als lockere Apposition zwischen zwei Kommas.

Wenn du alle vier Entscheidungen begründen kannst – gleiches Bezugsobjekt, lockere oder enge Form, passende Kommas und Kasus –, kannst du Appositionen sicher untersuchen und verwenden.

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