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Auslautverhärtung: Wörter richtig verlängern

Auslautverhärtung: Wörter richtig verlängern
Auslautverhärtung: Wörter richtig verlängern
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Bei der Auslautverhärtung klingt ein geschriebenes b, d oder g am Silbenende wie p, t oder k. Deshalb reicht genaues Hören allein oft nicht aus. Verlängere das Wort so, dass nach dem fraglichen Laut eine weitere Silbe folgt: Aus Hund wird Hunde – nun hörst du das d.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Warum hörst du am Wortende einen anderen Laut?

Sprich Dieb, Lied und klug deutlich aus. Am Ende hörst du ungefähr p, t und k. Geschrieben werden die Wörter trotzdem mit b, d und g.

Definition

Auslautverhärtung

Bei der Auslautverhärtung verlieren bestimmte stimmhafte Konsonanten am Ende einer Silbe ihre Stimmhaftigkeit. In den hier behandelten Rechtschreibfällen klingt deshalb b wie p, d wie t und g wie k.

Ob ein Laut stimmhaft ist, kannst du erfühlen: Lege zwei Finger leicht an deinen Kehlkopf und sprich nacheinander b–p, d–t und g–k. Bei b, d und g spürst du ein deutliches Schwingen der Stimme. Bei p, t und k fehlt dieses Schwingen.

SchreibungKlang am SilbenendeBeispiel
bungefähr wie pDieb
dungefähr wie tLied
gungefähr wie kklug

Die Schreibung folgt dem Stammprinzip: Der Wortstamm soll in verwandten Formen möglichst gleich aussehen. Daher haben Hund und Hunde beide ein d, obwohl du das d nur in Hunde deutlich stimmhaft hörst.

Merke

Am Silbenende kann die Aussprache täuschen. Die Schreibung des Wortstamms bleibt jedoch erhalten.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWarum kannst du bei Hund den letzten Buchstaben nicht sicher allein nach dem Klang schreiben?
Lösung: Ein geschriebenes d klingt am Silbenende wie t. — Bei der Auslautverhärtung bleibt der Buchstabe d erhalten, wird am Silbenende aber stimmlos ausgesprochen.
Die Verlängerungsprobe macht den Laut hörbar

Bei der Verlängerungsprobe bildest du eine passende Form mit einer zusätzlichen Silbe. Der fragliche Konsonant steht dann nicht mehr am Silbenende und lässt sich deutlicher hören.

Gehe in drei Schritten vor:

  1. Markiere den fraglichen Endlaut: Hun?.
  2. Bilde eine passende längere Form: Hunde.
  3. Höre den Laut in der längeren Form und übertrage den Buchstaben zurück: Hunde hat ein d, also schreibst du Hund.
Beispiel

Du möchtest entscheiden, ob das Wort Walt oder Wald geschrieben wird.

  1. Das Wort ist ein Nomen.
  2. Du bildest die Mehrzahl: Wälder.
  3. In Wäl-der hörst du das stimmhafte d deutlich.
  4. Deshalb lautet die richtige Schreibung Wald.

Die Aussprache des einzelnen Wortes klingt am Ende zwar ungefähr wie t. Die Vergleichsform zeigt aber den Buchstaben des Wortstamms.

Eine Verlängerung hilft nur, wenn sie grammatisch und inhaltlich zum Ausgangswort gehört. Ein bloß längeres Wort mit ähnlichem Klang ist keine verlässliche Vergleichsform.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Vergleichsform zeigt den letzten Buchstaben von Weg am besten?
Lösung: Wege — Die Mehrzahl Wege verschiebt das g vor eine weitere Silbe. Dort hörst du es deutlich.
Frage 2 von 2MittelDu hörst am Ende von Sieb ungefähr ein p. Wie sicherst du die Schreibung?
Lösung: Ich bilde Siebe und höre darin das b. — Eine passende Form desselben Wortes ist entscheidend: Sieb – Siebe.
So verlängerst du verschiedene Wortarten

Welche Vergleichsform geeignet ist, hängt von der Wortart ab.

WortartGeeignete VerlängerungBeispielHörbarer Buchstabe
NomenMehrzahl bildenKind – Kinderd
VerbGrundform bildensie liebt – liebenb
Adjektivsteigernklug – klügerg

Nomen: Bilde die Mehrzahl

Ein Nomen bezeichnet zum Beispiel ein Lebewesen, einen Gegenstand oder einen Begriff. Du kannst häufig die Mehrzahl verwenden:

  • Kalb – Kälber: Du hörst b.
  • Band – Bänder: Du hörst d.
  • Zweig – Zweige: Du hörst g.

Verben: Bilde die Grundform

Ein Verb bezeichnet eine Handlung oder einen Zustand. Verwende die Grundform, die meist auf -en endet:

  • er hebt – heben: Du hörst b.
  • red! – reden: Du hörst d.
  • du schweigst – schweigen: Du hörst g.

Gerade bei Formen wie du schiebst stehen mehrere Konsonanten am Silbenende. Die Grundform schieben macht das b wieder hörbar.

Adjektive: Steigere das Wort

Ein Adjektiv beschreibt eine Eigenschaft. Bilde meistens die Vergleichsform mit -er:

  • grob – gröber: Du hörst b.
  • wild – wilder: Du hörst d.
  • klug – klüger: Du hörst g.
Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Verlängerung passt zu er hebt?
Lösung: heben — Bei einem Verb verwendest du die Grundform. Heben macht das b hörbar.
Frage 2 von 2MittelWie begründest du die Schreibung von wild?
Lösung: Die Steigerungsform wilder macht das d hörbar. — Das Wort wird passend gesteigert: wild – wilder. So prüfst du genau diesen Wortstamm.
Wende die Probe an und vermeide typische Fehler

Ein häufiger Fehler lautet: „Ich schreibe einfach, was ich höre.“ Das funktioniert bei Wald, Dieb oder Weg nicht, weil die Endlaute wie t, p oder k klingen können.

Ein zweiter Fehler ist eine ungeeignete Vergleichsform. Die Form muss zum selben Wort gehören:

  • passend: lieb – lieber;
  • unpassend: lieb – Lippe;
  • passend: Weg – Wege;
  • unpassend: Weg – wecken.
Beispiel

Prüfe den Satz: Der Diep trägt einen Kruk.

  1. Diep ist ein Nomen. Die Mehrzahl lautet Diebe. Du hörst b und schreibst Dieb.
  2. Kruk ist ein Nomen. Die Mehrzahl lautet Krüge. Du hörst g und schreibst Krug.

Der verbesserte Satz lautet: Der Dieb trägt einen Krug.

Nun probierst du es selbst. Verbessere die fett markierten Wörter und begründe jede Entscheidung mit einer Vergleichsform:

  1. Das Kint spielt im Garten.
  2. Sie schreipt eine Nachricht.
  3. Der Hund ist liep.
  4. Auf dem Tisch liegt ein Zweik.
Gut zu wissen

Lösung und Denkweg:

  1. Kind, denn die Mehrzahl Kinder macht das d hörbar.
  2. schreibt, denn die Grundform schreiben macht das b hörbar.
  3. lieb, denn die Vergleichsform lieber macht das b hörbar.
  4. Zweig, denn die Mehrzahl Zweige macht das g hörbar.

Wenn du nur den Endklang wiederholst, erhältst du keinen neuen Hinweis. Entscheidend ist die zusätzliche Silbe in einer passenden Form.

Teste dich
Frage 1 von 1SchwerJemand prüft Tag mit dem Wort Takt. Was ist daran falsch?
Lösung: Takt gehört nicht zum selben Wort; passend ist die Mehrzahl Tage. — Eine gute Vergleichsform bewahrt den Wortstamm und verschiebt den fraglichen Laut vor eine weitere Silbe.
Karteikasten
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Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Auslautverhärtung
    • Aussprache: `b/d/g` klingen am Silbenende wie `p/t/k`
    • Schreibung: Der Wortstamm bleibt möglichst gleich
    • Probe: passende Form mit zusätzlicher Silbe bilden
  • Verlängern nach Wortart
    • Nomen: Mehrzahl
    • Verben: Grundform
    • Adjektive: Steigerungsform
  • Sichere Entscheidung
    • Vergleichsform gehört zum selben Wort
    • hörbaren Buchstaben auf das Ausgangswort übertragen
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage beschreibt die hier behandelte Auslautverhärtung richtig?
Lösung: Geschriebene b, d und g können am Silbenende wie p, t und k klingen. — In den häufigsten Rechtschreibfällen klingen b, d und g am Silbenende wie p, t und k.
Frage 2 von 3MittelWie findest du die richtige Schreibung von grob?
Lösung: Ich steigere zu gröber und höre das b. — Bei einem Adjektiv hilft die Steigerungsform. Gröber zeigt, dass grob mit b geschrieben wird.
Frage 3 von 3SchwerEin Kind schreibt: „Er lak im Bett.“ Welche Begründung verbessert den Fehler vollständig?
Lösung: Die Grundform liegen zeigt das g; richtig heißt es: „Er lag im Bett.“ — Die Verlängerung zur Grundform liegen verschiebt das g vor eine weitere Silbe. Dadurch wird es hörbar und die Schreibung lag ist begründet.

Kannst du bei einem Zweifelswort die Wortart bestimmen, eine passende längere Form bilden und den hörbaren Buchstaben zurückübertragen? Dann beherrschst du die Verlängerungsprobe bei der Auslautverhärtung.

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