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Groß- und Kleinschreibung: Regeln einfach erklärt

Groß- und Kleinschreibung: Regeln einfach erklärt
Groß- und Kleinschreibung: Regeln einfach erklärt
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Kleinschreibung ist der Normalfall. Du schreibst ein Wort groß, wenn es dafür einen bestimmten Grund gibt: Es steht etwa am Satzanfang, ist ein Nomen, wird wie ein Nomen gebraucht, gehört zu einem Eigennamen oder ist eine höfliche Anredeform.

Auf dieser Seite lernst du ein Prüfverfahren kennen, mit dem du solche Gründe erkennst und erklärst.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Mit der Grundregel beginnen

Verben, Adjektive, Adverbien, Artikel, Pronomen, Präpositionen und Konjunktionen beginnen normalerweise klein:

  • Wir gehen heute ins Kino.
  • Das war ein spannender Film.
  • Sie kommt vermutlich später.
  • Er wartet vor dem Eingang.

Für eine Großschreibung brauchst du dagegen einen erkennbaren Grund.

Merke

Prüfe nicht zuerst, warum ein Wort kleingeschrieben wird. Suche zuerst nach einem Grund für die Großschreibung. Findest du keinen, gilt in der Regel die Kleinschreibung.

Ein nützliches Prüfverfahren lautet:

  1. Steht das Wort am Satzanfang oder am Anfang einer Überschrift oder wörtlichen Rede?
  2. Ist es ein Eigenname?
  3. Ist es ein Nomen?
  4. Wird es wie ein Nomen gebraucht, also substantiviert?
  5. Gehört es zur höflichen Anrede?
  6. Steht es nach einem Doppelpunkt? Dann prüfe den folgenden Satzteil genauer.
Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWarum beginnt spannend in „Das ist spannend.“ klein?
Lösung: Es ist hier ein gewöhnliches Adjektiv und es gibt keinen Grund für Großschreibung. — Kleinschreibung ist der Normalfall. Entscheidend ist aber die Funktion des Wortes, nicht eine ausnahmslose Regel für eine Wortart.
Nomen an ihrer Funktion erkennen
Definition

Nomen

Ein Nomen, auch Substantiv genannt, bezeichnet zum Beispiel Menschen, Tiere, Dinge, Orte oder Vorstellungen. Nomen werden großgeschrieben: Hund, Berlin, Freundschaft.

Vor einem Nomen können verschiedene Begleiter stehen:

  • Artikel: der Hund, eine Reise
  • Possessivpronomen: mein Buch, unsere Klasse
  • Demonstrativpronomen: dieser Weg
  • Adjektiv: ein heißer Sommer
  • Zahlwort: zwei Kinder

Auch typische Endungen können helfen. Häufige Nomenendungen sind -heit, -keit, -nis, -schaft, -tum und -ung, zum Beispiel Freiheit, Möglichkeit, Finsternis, Freundschaft, Reichtum und Entscheidung.

Gut zu wissen

Ein einzelnes Signal ersetzt nicht das Nachdenken über den Satz. Prüfe immer, welche Aufgabe das Wort im Satz erfüllt.

Beispiel

Im Satz „Meine Tante hat zwei Kinder“ erkennst du beide Nomen an ihrer Funktion:

  • Tante bezeichnet eine Person und wird von meine begleitet.
  • Kinder bezeichnet Personen und wird durch das Zahlwort zwei näher bestimmt.

Deshalb beginnen beide Wörter groß.

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Frage 1 von 1MittelWelche Schreibweise ist richtig?
Lösung: Wir freuen uns über deine Rückmeldung. — Rückmeldung ist ein Nomen. freuen ist dagegen ein gewöhnliches Verb und bleibt klein.
Substantivierte Wörter prüfen

Wörter anderer Wortarten können im Satz die Aufgabe eines Nomens übernehmen. Dann spricht man von einer Substantivierung oder Nominalisierung.

Definition

Substantivierung

Bei einer Substantivierung wird ein Wort wie ein Nomen gebraucht und deshalb großgeschrieben: aus tanzen wird das Tanzen, aus neu wird etwas Neues.

Typische Signale sind:

  • ein Artikel: das Schreiben, der Kleine
  • ein verschmolzener Artikel: beim Essen, zum Mitnehmen, im Allgemeinen
  • ein vorausgehendes Adjektiv: lautes Reden, leises Tuscheln
  • ein Pronomen oder eine Mengenangabe: etwas Schönes, nichts Neues, alles Gute
  • kein folgendes Nomen, auf das sich ein Adjektiv beziehen könnte

beim, im und zum enthalten jeweils einen Artikel: bei dem, in dem und zu dem.

Beispiel

„Das schnelle Laufen strengt mich an.“

  1. Das Grundwort laufen ist ein Verb.
  2. Hier stehen der Artikel das und das Adjektiv schnelle davor.
  3. Laufen übernimmt im Satz die Aufgabe eines Nomens.
  4. Deshalb wird Laufen großgeschrieben.

Bei Adjektiven musst du besonders auf ein mögliches Bezugsnomen achten:

  • junge und alte Menschen: Die Adjektive beziehen sich auf Menschen und bleiben klein.
  • Jung und Alt: Es folgt kein Bezugsnomen; die Wörter werden substantiviert und großgeschrieben.
  • die neue oder die alte Rechtschreibung: Beide Adjektive beziehen sich auf Rechtschreibung und bleiben klein.
  • etwas Neues: Neues wird wie ein Nomen gebraucht und beginnt groß.

Der Sonderfall mit am

In am schönsten ist am Teil der Steigerungsform. Das Adjektiv bleibt klein. Die Ersatzprobe hilft:

  • im Grünen lässt sich sinnvoll als in dem Grünen verstehen: substantiviertes Adjektiv, also groß.
  • am schönsten lässt sich nicht sinnvoll zu an dem schönsten erweitern, solange kein Nomen folgt: Superlativ, also klein.
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Frage 1 von 2MittelWelche Begründung passt zu „Beim Schwimmen vergesse ich die Zeit“?
Lösung: Schwimmen ist substantiviert; beim enthält den Artikel dem. — beim kann zu bei dem aufgelöst werden. Der enthaltene Artikel ist das entscheidende Signal für die Substantivierung.
Frage 2 von 2SchwerWelche Schreibweisen sind in diesem Satz richtig: „Sie läuft am Schnellsten/schnellsten und freut sich über etwas Neues/neues“?
Lösung: am schnellsten und etwas Neues — Bei am schnellsten bleibt das Adjektiv klein. Nach etwas wird Neues ohne folgendes Bezugsnomen substantiviert und großgeschrieben.
Weitere Gründe für Großschreibung erkennen

Am Anfang eines Satzes wird jedes Wort großgeschrieben, unabhängig von seiner Wortart:

  • Heute scheint die Sonne.
  • Laufen macht mir Spaß.

Auch das erste Wort einer Überschrift, eines Werktitels und einer wörtlichen Rede beginnt groß.

Eigennamen werden ebenfalls großgeschrieben. Dazu gehören zum Beispiel Namen von Personen und Orten: Angela Merkel, Berlin und Monaco. Ist ein Adjektiv oder Zahlwort fester Bestandteil des Namens, beginnt auch dieser Bestandteil groß: der Schiefe Turm von Pisa, der Zweite Weltkrieg.

Die höflichen Anredeformen Sie, Ihnen, Ihr und ihre gebeugten Formen werden großgeschrieben:

  • Können Sie mir helfen?
  • Ich danke Ihnen für Ihre Nachricht.

Die vertrauten Anredeformen du, dir, dich und dein schreibt man normalerweise klein. In Briefen und E-Mails an eine konkrete Person dürfen sie auch großgeschrieben werden.

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Frage 1 von 2LeichtWelches Wort muss wegen der höflichen Anrede großgeschrieben werden?
Lösung: Können Sie mir den Weg zeigen? — Das Anredepronomen Sie bezeichnet hier die angesprochene Person und beginnt deshalb groß.
Frage 2 von 2MittelWarum wird Laufen in „Laufen macht mir Spaß“ großgeschrieben?
Lösung: Das Wort steht am Satzanfang und wird zugleich substantivisch gebraucht. — Laufen bezeichnet hier eine Tätigkeit als Gegenstand des Satzes. Zusätzlich steht es am Satzanfang.
Nach dem Doppelpunkt richtig weiterschreiben

Nach einem Doppelpunkt hängt die Schreibung davon ab, was folgt.

Folgt ein vollständiger Satz, beginnt er groß:

  • Viola war sich sicher: Sie hatte die Prüfung bestanden.

Auch wörtliche Rede beginnt groß:

  • Die Verkäuferin fragte: „Kann ich Ihnen helfen?“

Folgt nur eine Aufzählung oder ein unselbstständiger Satzteil, beginnt dieser normalerweise klein:

  • Martin kaufte ein: zwei Äpfel, eine Melone und vier Kiwis.
Merke

Prüfe nach dem Doppelpunkt: Kann der folgende Teil als selbstständiger Satz mit Satzgliedern und einem gebeugten Verb stehen? Dann beginnt er groß. Eine bloße Aufzählung beginnt klein.

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Frage 1 von 2MittelWelche Fassung ist richtig?
Lösung: Für die Reise fehlen noch: warme Kleidung, feste Schuhe und eine Taschenlampe. — warme Kleidung, feste Schuhe und eine Taschenlampe ist eine Aufzählung. Deshalb beginnt warme klein; das Nomen Kleidung bleibt groß.
Frage 2 von 2SchwerWelche Fassung ist richtig?
Lösung: Mira wusste sofort: Der Bus war schon abgefahren. — Nach dem Doppelpunkt folgt ein vollständiger Satz mit Subjekt und gebeugtem Verb. Sein erstes Wort wird großgeschrieben.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Groß- und Kleinschreibung prüfen
    • Satzanfang, Überschrift oder wörtliche Rede: groß
    • Eigenname: groß
    • Nomen: groß
    • Substantivierter Gebrauch: groß
    • Höfliche Anrede: groß
    • Vollständiger Satz nach Doppelpunkt: groß
    • Aufzählung nach Doppelpunkt: gewöhnliche Regeln
    • Kein Großschreibungsgrund: klein
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Wortgruppe enthält eine Substantivierung?
Lösung: etwas Besonderes — In etwas Besonderes fehlt ein Bezugsnomen. Das Adjektiv wird substantivisch gebraucht und großgeschrieben.
Frage 2 von 3MittelWelche Fassung ist vollständig richtig?
Lösung: Beim Lesen entdecke ich oft etwas Neues. — Lesen ist nach beim substantiviert. Neues wird nach etwas ohne folgendes Bezugsnomen ebenfalls substantiviert. ich steht nicht am Satzanfang und bleibt klein.
Frage 3 von 3SchwerWelche Begründung erklärt alle markierten Schreibungen in „Frau König sagte: Sie wünsche Ihnen alles Gute“?
Lösung: König ist ein Eigenname, der Folgesatz beginnt mit Sie, Ihnen ist eine höfliche Anredeform und Gute ist substantiviert. — Hier wirken mehrere Regeln zusammen: Eigenname, vollständiger Satz nach dem Doppelpunkt, höfliche Anrede und Substantivierung nach alles.

Wenn du unsicher bist, benenne die Funktion des Wortes im ganzen Satz. Ein sichtbares Signal ist hilfreich – die grammatische Aufgabe des Wortes liefert die eigentliche Begründung.

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