Nomen (Substantive): erkennen und richtig verwenden
Nomen – auch Substantive, Hauptwörter oder Namenwörter – benennen Lebewesen, Dinge, Orte, Gefühle, Eigenschaften, Handlungen und andere Begriffe. Du schreibst sie groß. Ihr Artikel zeigt meist das grammatische Geschlecht an.
Auf dieser Seite lernst du, Nomen sicher zu erkennen und ihre Merkmale Genus, Numerus und Kasus zu bestimmen. Außerdem übst du Pluralformen, zusammengesetzte Nomen und Nominalisierungen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Woran erkennst du ein Nomen?
Nomen benennen zum Beispiel:
- Lebewesen: Kind, Adler, Rose
- Dinge und Stoffe: Buch, Tisch, Wasser
- Orte und Eigennamen: Schule, Rom, Anna
- Gefühle und Eigenschaften: Freude, Angst, Geduld
- Handlungen und Vorgänge: Wahl, Schlaf, Wachstum
Nomen
Ein Nomen ist eine Wortart, mit der du Lebewesen, Dinge und nicht gegenständliche Begriffe benennst. Jedes Nomen besitzt ein grammatisches Geschlecht und kann im Satz unterschiedliche Formen annehmen.
Nutze mehrere Erkennungsmerkmale
Ein einzelner Test reicht nicht in jedem Fall. Kombiniere deshalb diese Merkmale:
- Großschreibung: Nomen werden großgeschrieben: „Das Krokodil schwimmt.“
- Artikelprobe: Häufig passt der, die, das, ein oder eine: der Hund, eine Pause.
- Begleiter: Auch Pronomen und Adjektive können ein Nomen begleiten: diese lange Pause.
- Typische Endungen: Endungen wie -heit, -keit, -ung, -schaft, -tum, -chen und -lein sind Hinweise: Freiheit, Forschung, Mannschaft, Türchen.
Die Frage „Wer oder was?“ kann beim Bestimmen des Satzgegenstands helfen. Als alleinige Wortartprobe ist sie aber zu ungenau. In „Mia liest das Buch“ sind sowohl Mia als auch Buch Nomen, obwohl nur Mia auf die Frage „Wer liest?“ antwortet.
Untersuche den Satz: „Diese freundliche Nachbarin zeigt dem Kind den Garten.“
- Nachbarin wird großgeschrieben und von diese freundliche begleitet.
- Kind wird großgeschrieben und steht mit dem Artikel dem.
- Garten wird großgeschrieben und steht mit dem Artikel den.
Damit hast du drei Nomen gefunden.
Prüfe bei unbekannten Wörtern am besten Bedeutung, Großschreibung und Begleiter gemeinsam.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Im Satz „Der kleine Hund bewacht das Haus“ sind und Nomen. Beide werden . Das Wort „kleine“ beschreibt hier ein Nomen und ist ein .
Wie bestimmst du Genus und Numerus?
Jedes Nomen besitzt ein festes Genus, also ein grammatisches Geschlecht. Der bestimmte Artikel zeigt es an:
| Genus | Artikel | Beispiele |
|---|---|---|
| Maskulinum | der | der Baum, der Gast |
| Femininum | die | die Lampe, die Hoffnung |
| Neutrum | das | das Buch, das Mädchen |
Das Genus stimmt nicht immer mit dem natürlichen oder persönlichen Geschlecht überein. Mädchen ist grammatisch neutral: das Mädchen. Bei vielen Nomen lässt sich das Genus nicht sicher erraten. Lerne deshalb am besten Nomen und Artikel zusammen.
Endungen geben manchmal einen Hinweis:
- -heit, -keit und -ung sind häufig feminin: die Freiheit, die Müdigkeit, die Bildung.
- -chen und -lein sind häufig neutral: das Brötchen, das Büchlein.
Solche Endungen sind Hilfen, aber keine allgemeine Regel für jedes Nomen.
Singular und Plural
Der Numerus zeigt die Zahlform:
- Singular bedeutet Einzahl: das Kind.
- Plural bedeutet Mehrzahl: die Kinder.
Im Plural lautet der bestimmte Artikel bei allen Genera die. Die Pluralform kann auf verschiedene Arten entstehen:
| Veränderung | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Endung -e | der Tag | die Tage |
| Endung -n/-en | die Blume | die Blumen |
| Endung -er | das Feld | die Felder |
| Endung -s | das Auto | die Autos |
| Umlaut | der Bruder | die Brüder |
| Umlaut und Endung | das Haus | die Häuser |
| keine Veränderung | der Reifen | die Reifen |
Es gibt keine einzige Pluralregel, die für alle Nomen gilt. Lerne bei Zweifeln die Singular- und Pluralform gemeinsam.
Nicht jedes Nomen besitzt beide Zahlformen. Milch, Schnee und Obst werden gewöhnlich nur im Singular gebraucht. Eltern, Ferien und Leute stehen gewöhnlich nur im Plural.
Welche Aufgabe zeigt der Kasus?
Der Kasus ist der Fall eines Nomens oder einer Nominalgruppe im Satz. Eine Nominalgruppe besteht aus einem Nomen und seinen Begleitern, zum Beispiel der kleine Hund.
| Kasus | Fall | Frageprobe |
|---|---|---|
| Nominativ | 1. Fall | wer oder was? |
| Genitiv | 2. Fall | wessen? |
| Dativ | 3. Fall | wem? |
| Akkusativ | 4. Fall | wen oder was? |
Untersuche den Satz: „Die Schülerin der Klasse schenkt dem Freund das Buch.“
- Wer schenkt? – die Schülerin: Nominativ.
- Wessen Schülerin? – der Klasse: Genitiv.
- Wem schenkt sie etwas? – dem Freund: Dativ.
- Was schenkt sie? – das Buch: Akkusativ.
Die Artikel verändern sich mit dem Kasus. Dadurch kannst du den Fall oft erkennen.
Die Veränderung eines Nomens und seiner Begleiter nach Numerus und Kasus heißt Deklination. Das Genus des Nomens bleibt dabei erhalten:
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Tisch | die Tische |
| Genitiv | des Tisches | der Tische |
| Dativ | dem Tisch | den Tischen |
| Akkusativ | den Tisch | die Tische |
Bei einigen maskulinen Nomen steht außer im Nominativ Singular die Endung -(e)n:
- der Student
- des Studenten
- dem Studenten
- den Studenten
Bestimme die Merkmale vollständig: Genus gehört zum Nomen, Numerus zeigt Einzahl oder Mehrzahl und Kasus zeigt die Aufgabe im Satz.
Was können Nomen bedeuten und wie entstehen neue?
Konkrete und abstrakte Nomen
Ein Konkretum bezeichnet etwas, das als Lebewesen, Gegenstand oder Stoff wahrgenommen werden kann: Hund, Tisch, Wasser.
Ein Abstraktum bezeichnet zum Beispiel ein Gefühl, eine Eigenschaft, eine Handlung oder einen Vorgang: Freude, Schönheit, Wahl, Schlaf.
Die Einordnung hängt manchmal von der Bedeutung im Satz ab:
- „Klara ist eine Schönheit.“ – Das Wort bezeichnet hier einen Menschen und wird konkret gebraucht.
- „Schönheit liegt im Auge des Betrachters.“ – Das Wort bezeichnet hier eine Eigenschaft und wird abstrakt gebraucht.
Eigennamen und Gattungsnamen
Ein Eigenname bezeichnet etwas Einzelnes, zum Beispiel Anna, Rom oder Zugspitze.
Ein Gattungsname bezeichnet eine Art oder Gruppe, zum Beispiel Mensch, Stadt oder Berg.
Zusammengesetzte Nomen
Ein Kompositum ist ein zusammengesetztes Wort. Bei einem zusammengesetzten Nomen steht das Grundwort am Ende. Es bestimmt die Grundbedeutung, das Genus und die Pluralbildung. Das Bestimmungswort am Anfang grenzt die Bedeutung ein.
Hotel + Zimmer = Hotelzimmer
- Das Grundwort Zimmer zeigt: Ein Hotelzimmer ist eine Art Zimmer.
- Weil es das Zimmer – die Zimmer heißt, heißt es auch das Hotelzimmer – die Hotelzimmer.
- Das Bestimmungswort Hotel erklärt, wozu das Zimmer gehört.
Genauso entstehen Haustür, Küchenstuhl und Wohnzimmer. Zusammengesetzte Nomen werden zusammengeschrieben.
Nominalisierung
Bei einer Nominalisierung wird ein Wort einer anderen Wortart als Nomen gebraucht. Es erhält dann die Merkmale eines Nomens und wird großgeschrieben.
Aus dem Verb laufen wird das nominalisierte Verb Laufen:
„Das Laufen macht mir Freude.“
Der Artikel das und die Großschreibung zeigen, dass Laufen hier als Nomen verwendet wird. In „Wir laufen schnell“ bleibt laufen dagegen ein Verb und wird kleingeschrieben.
So untersuchst du ein Nomen im Satz
Wenn du ein Nomen vollständig bestimmen sollst, gehst du Schritt für Schritt vor:
- Finde das Nomen. Prüfe Bedeutung, Großschreibung und Begleiter.
- Nenne die Grundform mit Artikel. So bestimmst du das Genus.
- Prüfe die Zahlform. Steht das Nomen im Singular oder Plural?
- Frage nach seiner Aufgabe im Satz. So bestimmst du den Kasus.
- Kontrolliere die Form. Passen Artikel, Adjektiv und Nomen zusammen?
Untersuche den kleinen Hunden in „Die Kinder geben den kleinen Hunden Wasser.“
- Grundform: der Hund – also Maskulinum.
- Hunden bezeichnet mehrere Tiere – also Plural.
- Wem geben die Kinder Wasser? – den kleinen Hunden – also Dativ.
- Vollständige Bestimmung: Maskulinum, Plural, Dativ.
Die Endung -n in Hunden und der Artikel den passen zum Dativ Plural.
Typische Fehler vermeiden
- Bestimme das Genus nicht am Pluralartikel: die Kinder hat im Singular die Form das Kind.
- Verwechsle natürliches und grammatisches Geschlecht nicht: Es heißt das Mädchen.
- Erfinde Pluralformen nicht nach nur einer Regel: Haus – Häuser, aber Auto – Autos.
- Nutze nicht nur die Großschreibung am Satzanfang. Prüfe zusätzlich Bedeutung und Begleiter.
- Schreibe nominalisierte Verben groß: das Lesen, aber wir lesen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Nomen
- erkennen: Bedeutung, Großschreibung und Begleiter prüfen
- Genus: der, die oder das mitlernen
- Numerus: Singular und Plural unterscheiden
- Kasus: Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ bestimmen
- Wortbildung: Komposita und Nominalisierungen erkennen
- Verwendung: Artikel und andere Begleiter passend anpassen
Ein Nomen hat immer ein Genus. Im Satz steht es in einem Numerus und einem Kasus. Weil Artikel und andere Begleiter ihre Form anpassen, solltest du nicht nur das einzelne Wort, sondern die ganze Nominalgruppe untersuchen.
Abschluss-Check
Wenn du alle Aufgaben sicher lösen konntest, kannst du Nomen nicht nur erkennen, sondern ihre wichtigsten grammatischen Merkmale im Satz begründet bestimmen.
Mit Google fortfahren