Genus bestimmen: der, die oder das?
Jedes deutsche Nomen hat ein Genus, also ein grammatisches Geschlecht: Maskulinum, Femininum oder Neutrum. Du erkennst es in der Grundform meist am bestimmten Artikel der, die oder das.
Auf dieser Seite lernst du, das Genus zu bestimmen, hilfreiche Wortmuster zu nutzen und grammatisches Geschlecht nicht mit dem Geschlecht eines Menschen oder Tieres zu verwechseln.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Die drei Genera erkennen
Genus
Das Genus ist das grammatische Geschlecht eines Nomens. Die Mehrzahl von Genus lautet Genera.
Im Deutschen gibt es drei Genera:
| Genus | Bestimmter Artikel | Beispiele |
|---|---|---|
| Maskulinum | der | der Ball, der Hund, der Wald |
| Femininum | die | die Blume, die Katze, die Straße |
| Neutrum | das | das Haus, das Kind, das Auto |
Das Genus gehört zum Nomen. Deshalb lernst du ein neues Nomen am besten zusammen mit seinem Artikel: nicht nur Straße, sondern die Straße.
der zeigt das Maskulinum, die das Femininum und das das Neutrum – jeweils in der Grundform im Singular.
Der unbestimmte Artikel hilft nicht immer: eine zeigt ein feminines Nomen, aber ein kann maskulin oder neutral sein. Vergleiche ein Hund und ein Haus.
Das Genus Schritt für Schritt bestimmen
In einem Satz steht ein Nomen nicht immer in seiner Grundform. Vielleicht erscheint es im Plural oder mit einem veränderten Artikel. Gehe dann in vier Schritten vor:
- Erkenne das Nomen. Nomen werden großgeschrieben.
- Setze es in den Singular, also in die Einzahl.
- Ergänze den bestimmten Artikel der Grundform: der, die oder das.
- Ordne das Genus zu.
Im Satz steht: „Die Hunde spielen im Schnee.“
- Hunde ist eine Pluralform.
- Der Singular lautet Hund.
- Die Grundform heißt der Hund.
- Das Genus ist daher Maskulinum.
Schnee steht bereits im Singular. Es heißt der Schnee und ist ebenfalls maskulin.
Im Plural lautet der bestimmte Artikel bei allen drei Genera die:
- der Ball → die Bälle
- die Blume → die Blumen
- das Auto → die Autos
Darum verrät die vor einer Pluralform nicht das Genus. Du musst zuerst den Singular bilden.
Endungen als Hinweise nutzen
Bei unbekannten Nomen können bestimmte Endungen helfen. Einige Hinweise sind sehr zuverlässig, andere haben Ausnahmen.
| Häufiges Genus | Typische Endungen | Beispiele |
|---|---|---|
| Maskulinum | -ling, -ismus | der Frühling, der Zwilling, der Egoismus |
| Femininum | -heit, -keit, -ung, -schaft, -ei, -in, -ion | die Freiheit, die Freundlichkeit, die Zeitung, die Landschaft, die Bäckerei, die Lehrerin, die Information |
| Neutrum | -chen, -lein, häufig -ment | das Mädchen, das Büchlein, das Dokument |
Verkleinerungsformen auf -chen und -lein sind neutral. Deshalb heißt es das Mädchen, obwohl damit eine weibliche Person bezeichnet wird.
Auch substantivierte Verben sind neutral. Du erkennst sie daran, dass eine Verbform wie ein Nomen gebraucht und großgeschrieben wird:
- schwimmen → das Schwimmen
- rauchen → das Rauchen
- laufen → das Laufen
Endungen sind Bestimmungshilfen, aber nicht jede Endung liefert eine ausnahmslose Regel. Beispielsweise sind viele Wörter auf -ment neutral, doch es heißt der Moment. Bei Unsicherheit lernst oder prüfst du den Artikel zusammen mit dem Nomen.
Zusammengesetzte Nomen untersuchen
Ein zusammengesetztes Nomen besteht aus mehreren Wörtern. Sein letzter Bestandteil heißt Grundwort. Dieses Grundwort bestimmt das Genus des gesamten Nomens.
Schlüsselloch besteht aus Schlüssel und Loch.
- Es heißt der Schlüssel.
- Es heißt das Loch.
- Loch steht zuletzt und ist das Grundwort.
- Deshalb heißt das zusammengesetzte Nomen das Schlüsselloch.
Weitere Beispiele:
- das Bett + die Decke → die Bettdecke
- die Hand + das Tuch → das Handtuch
- der Tee + die Kanne → die Teekanne
- der Fuß + der Ball + das Tor → das Fußballtor
Bei einem zusammengesetzten Nomen schaust du nach rechts: Das letzte Nomen bestimmt den Artikel und das Genus.
Genus und natürliches Geschlecht unterscheiden
Das Genus ist eine grammatische Eigenschaft eines Wortes. Das natürliche oder persönliche Geschlecht betrifft dagegen ein Lebewesen. Beides kann übereinstimmen, muss es aber nicht.
- der Junge: maskulines Genus; männliche Person
- das Mädchen: neutrales Genus; weibliche Person
- die Person: feminines Genus; kann unterschiedliche Personen bezeichnen
- das Mitglied: neutrales Genus; kann unterschiedliche Personen bezeichnen
- der Löffel, die Gabel, das Messer: drei Genera, aber kein natürliches Geschlecht
Im Satz „Das Mädchen, das dort wartet, trägt einen Rucksack“ richten sich Artikel und Relativpronomen nach dem Nomen Mädchen: das Mädchen, das.
Das zeigt die Kongruenz: Wörter, die zum Nomen gehören, passen ihre Form an dessen grammatische Merkmale an.
Genus ist also mehr als die Bedeutung eines Wortes. Im Deutschen wird es besonders an Artikeln, Adjektiven und Pronomen sichtbar:
- ein frischer Salbei
- eine frische Petersilie
- ein frisches Basilikum
Die verschiedenen Formen von frisch passen zum Genus des jeweiligen Nomens.
Vertiefung: Gleiches Wortbild, andere Bedeutung
Manchmal unterscheidet das Genus verschiedene Bedeutungen:
- der See: ein Binnengewässer; die See: das Meer
- der Band: ein einzelnes Buch; das Band: ein schmaler Streifen
- der Tau: morgendliche Feuchtigkeit; das Tau: ein dickes Seil
Andere Wörter können je nach Region oder Sprachgebrauch mehr als ein Genus haben, etwa der oder das Bonbon. Mehrere Artikel bedeuten deshalb nicht automatisch, dass einer davon immer falsch ist.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Genus eines Nomens
- Maskulinum: der
- Femininum: die
- Neutrum: das
- Bestimmen
- Singular und Grundform bilden
- bestimmten Artikel ergänzen
- bei Komposita das Grundwort prüfen
- Hinweise
- typische Endungen nutzen
- Ausnahmen mitlernen
- Abgrenzen
- Genus ist nicht natürliches Geschlecht
- Plural-die zeigt das Singular-Genus nicht
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