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Deklination: Formen sicher bestimmen und bilden

Deklination: Formen sicher bestimmen und bilden
Deklination: Formen sicher bestimmen und bilden
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Deklination bedeutet: Ein Nomen, Artikel, Pronomen oder Adjektiv erhält die Form, die zu seiner Aufgabe im Satz passt. Entscheidend sind Genus (grammatisches Geschlecht), Numerus (Zahl) und Kasus (Fall).

Auf dieser Seite lernst du, diese Merkmale zu bestimmen und passende Formen zu bilden.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Woran erkennst du eine Deklination?

Beim Deklinieren können sich einzelne Wörter oder mehrere Wörter einer Nominalgruppe verändern. Eine Nominalgruppe besteht aus einem Nomen und seinen Begleitern.

Beispiel

Aus der schwarze Hund wird die schwarzen Hunde.

Dabei ändern sich:

  • der Artikel: der → die
  • das Adjektiv: schwarze → schwarzen
  • das Nomen: Hund → Hunde

Die ganze Nominalgruppe steht zuerst im Singular und danach im Plural.

Nicht jede Veränderung ist sofort am Nomen sichtbar:

  • das Mädchen → die Mädchen: Das Nomen bleibt gleich, aber der Artikel zeigt den Plural.
  • das Kind → dem Kind: Das Nomen bleibt gleich, aber der Artikel zeigt den Dativ.
Merke

Dekliniert werden Nomen, Artikel, Pronomen und attributive Adjektive. Konjugiert werden Verben: ich denke, du denkst, er denkt.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Veränderung ist eine Deklination?
Lösung: der Mensch → des Menschen — Bei der Deklination verändert sich eine nominale Wortform passend zu Kasus, Numerus oder Genus.
Welche drei Merkmale bestimmen die Form?

Genus: das grammatische Geschlecht

Jedes Nomen hat ein festes Genus:

  • Maskulinum: der Kuchen
  • Femininum: die Maus
  • Neutrum: das Buch

Das Genus des Nomens bleibt gleich. Artikel, Pronomen und Adjektive richten ihre Form danach: der neue Kuchen, die neue Maus, das neue Buch.

Gut zu wissen

Das grammatische Genus ist nicht dasselbe wie das persönliche Geschlecht. Die Form eines Wortes erlaubt deshalb nicht immer eine Aussage über die bezeichnete Person.

Numerus: Einzahl oder Mehrzahl

Der Numerus zeigt die Anzahl:

  • Singular: das Auge
  • Plural: die Augen

Der Plural kann auf verschiedene Arten entstehen:

  • durch eine Endung: Tag → Tage
  • durch einen Umlaut: Mutter → Mütter
  • durch Umlaut und Endung: Haus → Häuser
  • ohne Änderung des Nomens: Mädchen → Mädchen

Kasus: die Aufgabe im Satz

Der Kasus zeigt, welche grammatische Aufgabe eine Nominalgruppe erfüllt. Im Deutschen gibt es vier Fälle.

Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

In der Kuchen ist das Nomen grammatisch . Die Form die Augen steht im . Das Genus eines Nomens ist , während sich Numerus und Kasus ändern können.

Lösungen: Lücke 1: maskulin; Lücke 2: Plural; Lücke 3: fest. Prüfe zuerst den Artikel und dann die Form des Nomens. Der Artikel macht Genus, Numerus und Kasus häufig sichtbar.
Wie bestimmst du die vier Fälle?
KasusFrageBeispiel
NominativWer oder was?Der Hund schläft.
GenitivWessen?Das Fell des Hundes glänzt.
DativWem?Ich gebe dem Hund Futter.
AkkusativWen oder was?Ich sehe den Hund.

So gehst du vor:

  1. Suche das Nomen mit seinen Begleitern.
  2. Stelle die passende Kasusfrage.
  3. Prüfe Artikel und Endungen.
  4. Bestimme zusätzlich Genus und Numerus.
Beispiel

Satz: Ich gebe dem Jungen einen Ball.

  • Ich gebe wem einen Ball? – dem Jungen. Die Nominalgruppe steht im Dativ.
  • Junge ist maskulin.
  • Gemeint ist ein Junge. Die Form steht deshalb im Singular.

Ergebnis: dem Jungen = Maskulinum, Singular, Dativ.

Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Nominalgruppe steht im Genitiv?
Lösung: des Hundes — Der Genitiv antwortet auf die Frage Wessen?: Wessen Fell? – des Hundes.
Frage 2 von 2MittelBestimme die Mäuse im Satz „Die Mäuse fressen.“
Lösung: Femininum, Plural, Nominativ — Das Nomen Maus ist feminin. Mäuse ist Plural und bildet hier das Subjekt im Nominativ.
Wie verändern sich Nomen?

Nomen haben ein festes Genus, werden aber nach Numerus und Kasus dekliniert. Häufig zeigen nur bestimmte Formen eine Endung.

KasusSingularPlural
Nominativdas Kinddie Kinder
Genitivdes Kindesder Kinder
Dativdem Kindden Kindern
Akkusativdas Kinddie Kinder

An diesem Beispiel erkennst du zwei häufige Muster:

  • Viele maskuline und neutrale Nomen erhalten im Genitiv Singular -s oder -es: des Königs, des Kindes.
  • Im Dativ Plural steht häufig ein zusätzliches -n: den Tagen, den Kindern, den Mäusen.

Das zusätzliche Dativ-n entfällt, wenn die Pluralform bereits auf -n oder -s endet: den Frauen, den Omas.

Beispiel

Satz: „Ich spiele mit den Kindern.“

Die Präposition mit verlangt hier den Dativ. Kinder ist der Plural von Kind. Im Dativ Plural kommt ein -n hinzu: mit den Kindern.

Teste dich
Frage 1 von 2MittelWelche Form passt? „Das Fahrrad ___ steht vor der Tür.“
Lösung: des Kindes — Die Frage lautet: Wessen Fahrrad? – des Kindes. Das ist Genitiv Singular.
Frage 2 von 2MittelWelche Form passt? „Ich spreche mit ___.“
Lösung: den Kindern — Mit steht hier mit dem Dativ. Der Dativ Plural lautet den Kindern.
Wann braucht ein Nomen die N-Deklination?

Einige maskuline Nomen gehören zur N-Deklination. Sie erhalten im Singular außer im Nominativ die Endung -n oder -en.

KasusForm von „Mensch“
Nominativder Mensch
Genitivdes Menschen
Dativdem Menschen
Akkusativden Menschen

Viele dieser Nomen bezeichnen Personen oder Tiere, zum Beispiel Junge, Kollege, Prinz, Löwe und Hase. Das ist eine hilfreiche Tendenz, aber keine ausnahmslose Regel.

Eine sichere Prüfung lautet:

  1. Ist das Nomen maskulin und steht es im Singular?
  2. Steht es nicht im Nominativ?
  3. Kennst du die Grundform als Nomen der N-Deklination?
  4. Dann ergänze -n oder -en.
Beispiel

„Der Deutsche gibt dem Franzosen einen Tipp.“

  • der Deutsche steht im Nominativ: keine zusätzliche Endung.
  • dem Franzosen steht im Dativ Singular. Franzose gehört zur N-Deklination: Franzosen.
  • einen Tipp bezeichnet keine Person oder kein Tier und gehört nicht zur N-Deklination.

Einige besondere Formen musst du einzeln beachten:

  • der Name – dem Namen – des Namens
  • der Gedanke – dem Gedanken – des Gedankens
  • das Herz – dem Herzen – des Herzens
  • aber: der Doktor – dem Doktor – des Doktors
Teste dich
Frage 1 von 2LeichtWelche Form gehört zur N-Deklination?
Lösung: dem Prinzen — Prinz ist ein maskulines Nomen der N-Deklination: der Prinz, des Prinzen, dem Prinzen, den Prinzen.
Frage 2 von 2SchwerWelche Korrektur ist nötig? „Ich helfe dem Kollege.“
Lösung: „Ich helfe dem Kollegen.“ — Helfen verbindet sich hier mit dem Dativ. Die richtige Form lautet dem Kollegen.
Wie passen sich Artikel und Adjektive an?

Artikel zeigen Genus, Numerus und Kasus oft besonders deutlich:

KasusMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativderdiedasdie
Genitivdesderdesder
Dativdemderdemden
Akkusativdendiedasdie

Ein Adjektiv wird dekliniert, wenn es vor einem Nomen steht:

  • der nette Mann
  • ein netter Mann
  • netter Mann

Die Endung hängt vom Begleiter ab:

  • Nach dem bestimmten Artikel stehen häufig -e oder -en: der nette Mann, mit dem netten Mann.
  • Ohne Artikel trägt das Adjektiv die deutlichere Endung: netter Mann, mit nettem Mann.
  • Nach ein, kein oder einem Possessivartikel ergänzen sich Begleiter und Adjektiv: ein netter Mann, einem netten Mann.

Steht das Adjektiv nach sein, werden oder bleiben, wird es nicht dekliniert: Der Mann ist nett. Auch bei Der Mann spricht nett bleibt es unverändert.

Beispiel

Nominalgruppe: mit diesem neuen Buch

  • mit verlangt hier den Dativ.
  • Buch ist neutral und steht im Singular.
  • diesem zeigt Dativ, Neutrum und Singular.
  • Nach diesem Begleiter erhält das Adjektiv die Endung -en: neuen.
Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Vor einem Nomen wird ein Adjektiv meist . Es heißt **der Schal, aber ein Schal. Nach sein** bleibt das Adjektiv : „Der Schal ist neu.“

Lösungen: Lücke 1: dekliniert; Lücke 2: neue; Lücke 3: neuer; Lücke 4: unverändert. Achte darauf, ob das Adjektiv vor dem Nomen steht und welcher Begleiter davorsteht.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Deklination
    • Merkmale: Genus, Numerus und Kasus
    • Wortarten: Nomen, Artikel, Pronomen und attributive Adjektive
    • Fälle: Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ
    • Nomenformen: Genitiv-s, Dativ-n und Pluralformen
    • Besonderheit: N-Deklination mit -(e)n
    • Abgrenzung: Verben werden konjugiert
Abschluss-Check
Teste dich
Frage 1 von 4LeichtWelche drei Merkmale bestimmen deklinierte Formen?
Lösung: Genus, Numerus und Kasus — Bei der Deklination richten sich Wortformen nach Genus, Numerus und Kasus.
Frage 2 von 4MittelWelche Analyse von dem Menschen ist richtig?
Lösung: Maskulinum, Singular, Dativ — Die Grundform lautet der Mensch. Im Dativ Singular heißt sie dem Menschen.
Frage 3 von 4MittelWelcher Satz enthält ein nicht dekliniertes Adjektiv?
Lösung: Das Kind ist nett. — Nach sein steht das Adjektiv prädikativ und bleibt ohne Deklinationsendung.
Frage 4 von 4SchwerWelche Form vervollständigt den Satz richtig? „Ich spreche mit diesem ___ Kollegen.“
Lösung: neuen — Die ganze Nominalgruppe lautet mit diesem neuen Kollegen. Artikelwort, Adjektiv und Nomen passen zum Dativ Singular; Kollege folgt zusätzlich der N-Deklination.

Wenn du eine Form untersuchst, gehe immer in derselben Reihenfolge vor: Nomen und Begleiter finden, Kasus bestimmen, Genus und Numerus prüfen, passende Endungen bilden.

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