Possessivpronomen: Formen und Gebrauch verstehen
Possessivpronomen zeigen, zu wem etwas gehört oder in welcher Beziehung etwas zu einer Person steht: mein Buch, ihre Freundin, unsere Ziele. Um die passende Form zu finden, wählst du zuerst die Bezugsperson und passt die Form danach an das zugehörige Nomen und den Satz an.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was zeigen Possessivpronomen?
Possessivpronomen heißen auch besitzanzeigende Fürwörter. Sie können echten Besitz ausdrücken:
- mein Haus
- dein Buch
- ihre Münzen
Sie zeigen aber nicht nur, wem ein Gegenstand gehört. Auch andere Beziehungen sind möglich:
- Verwandtschaft: mein Bruder
- Gefühl: meine Angst
- persönlicher Bezug: unser Ziel
Possessivpronomen
Ein Possessivpronomen zeigt Besitz, Zugehörigkeit oder eine andere Beziehung zu einer Person, einem Tier oder einer Sache. Es kann ein Nomen begleiten oder an dessen Stelle stehen.
Die Fragen Wessen Buch ist das? und Wem gehört das Buch? führen häufig zu einer Antwort mit einem Possessivpronomen: „Das ist mein Buch.“
Wie findest du den passenden Stamm?
Zuerst fragst du: Zu wem gehört etwas oder auf wen bezieht es sich? Diese Person bestimmt den Stamm.
| Bezugsperson | Possessivstamm | Beispiel |
|---|---|---|
| ich | mein- | mein Buch |
| du | dein- | deine Sprachkenntnisse |
| er | sein- | sein Freund |
| sie | ihr- | ihre Freundin |
| es | sein- | sein Klavier |
| wir | unser- | unsere Ziele |
| ihr | euer- | eure Pläne |
| sie | ihr- | ihre Kinder |
Gehe in zwei Schritten vor:
- Bestimme die Bezugsperson.
- Wähle den dazugehörigen Stamm.
In „Wir arbeiten für ___ Ziele“ ist wir die Bezugsperson. Deshalb brauchst du den Stamm unser-. Vor „Ziele“ lautet die vollständige Form unsere: „Wir arbeiten für unsere Ziele.“
Die Bezugsperson bestimmt den Stamm: ich → mein-, du → dein-, wir → unser-. Das zugehörige Nomen und der Satz bestimmen anschließend die Endung.
Wie passt sich die Form an das Nomen an?
Der Stamm allein reicht nicht immer. Die Form richtet sich auch nach dem Genus – also dem grammatischen Geschlecht – und dem Numerus, der Einzahl oder Mehrzahl des Nomens.
In einfachen Grundformen siehst du dieses Muster:
| Form des Nomens | Beispiel |
|---|---|
| Maskulinum, Singular | mein Bruder |
| Neutrum, Singular | mein Klavier |
| Femininum, Singular | meine Freundin |
| Plural | meine Brüder |
Bei den hier gezeigten Grundformen erhalten feminine Nomen und Nomen im Plural die Endung -e. Maskuline und neutrale Nomen stehen hier ohne diese Endung.
„Freundin“ ist feminin und steht im Singular. Deshalb heißt es „meine Freundin“. „Brüder“ steht im Plural. Deshalb heißt es ebenfalls „meine Brüder“.
Die Endung richtet sich nicht nach dem Geschlecht der Bezugsperson. Ein Mann kann „meine Freundin“ sagen, eine Frau ebenfalls. Entscheidend ist hier das Nomen „Freundin“.
Warum verändert der Satz die Endung?
Possessivpronomen sind deklinierbar. Das bedeutet: Ihre Form kann sich ändern, wenn das begleitete Nomen im Satz eine andere Aufgabe übernimmt.
Vergleiche diese Beispiele:
- Meine Tante kocht. – „Meine Tante“ ist das Subjekt.
- Ich verbessere meine Sprachkenntnisse. – Auf die Frage „Was verbessere ich?“ folgt „meine Sprachkenntnisse“.
- Ich schreibe meinem Lehrer. – Auf die Frage „Wem schreibe ich?“ folgt „meinem Lehrer“.
- Ich fahre zu meinen Eltern. – Nach „zu“ steht hier „meinen Eltern“.
- Ihr genießt euren Sonntag. – Auf die Frage „Was genießt ihr?“ folgt „euren Sonntag“.
So findest du die Form in „Ich habe ___ Lehrer eine E-Mail geschrieben“:
- Die Bezugsperson ist ich. Der Stamm lautet mein-.
- Gefragt wird: „Wem habe ich geschrieben?“ – dem Lehrer.
- Für das maskuline Nomen „Lehrer“ lautet die Form nach der Frage „wem?“ meinem.
- Der vollständige Satz heißt: „Ich habe meinem Lehrer eine E-Mail geschrieben.“
Wähle nicht nur nach der Bezugsperson. Prüfe auch das Nomen und seine Aufgabe im Satz: Wer oder was? Wen oder was? Wem?
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Setze die Form ein, die zur jeweils angegebenen Bezugsperson passt: Bezugsperson ich: Ich fahre zu Eltern. Bezugsperson Lea: Lea besucht Freundin. Bezugsperson wir: Wir möchten Ziele erreichen. Bezugsperson ihr: Ihr habt Pläne gut durchdacht. Bezugsperson er: Er sagt Freund ab.
Wann begleitet oder ersetzt das Pronomen ein Nomen?
Ein Possessivpronomen kann direkt vor einem Nomen stehen:
- mein Rucksack
- deine Übungen
- unser Spaziergang
Es kann das Nomen auch ersetzen, wenn aus dem Zusammenhang eindeutig hervorgeht, was gemeint ist:
- „Wessen Buch ist das?“ – „Das ist meins.“
- „Ist das dein Buch?“ – „Ja, es ist meins.“
- „Dein Lehrer ist besser als seiner.“ – „Seiner“ ersetzt hier „sein Lehrer“.
Die alleinstehende Form kann anders aussehen als die Form vor einem Nomen. Vergleiche mein Buch und meins.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Possessivpronomen
- Bedeutung
- Besitz und Zugehörigkeit
- Gefühle und Beziehungen
- Form wählen
- Bezugsperson bestimmt den Stamm
- Nomen und Satz bestimmen die Endung
- Verwendung
- Nomen begleiten
- bekanntes Nomen ersetzen
- Kontrolle
- nach der Bezugsperson fragen
- Genus, Numerus und Satzaufgabe prüfen
- Bedeutung
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