Personalpronomen: Formen, Fälle und Verwendung
Personalpronomen sind Wörter wie ich, du, er, sie, es, wir und ihr. Sie stehen für Personen, Tiere oder Dinge und vermeiden unnötige Wiederholungen: Aus „Mia liest. Mia lacht.“ wird „Mia liest. Sie lacht.“
Beginne mit dem Ersetzen von Nomen und den Sprechrollen. Danach lernst du die Fälle kennen; die seltenen Genitivformen und die besonderen Aufgaben von es sind zum Weiterlernen. Alle Beispielsituationen sind erfunden.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Personalpronomen ersetzen Nomen
Personalpronomen
Ein Personalpronomen, auch persönliches Fürwort genannt, bezeichnet zum Beispiel die sprechende oder angesprochene Person. Es kann auch ein Nomen ersetzen, also einen Namen oder ein Wort wie Hund oder Buch. Es kann seine Form verändern: er, ihm und ihn sind zum Beispiel Formen desselben Personalpronomens.
„Lisa geht zur Schule. Lisa hat ihren Ranzen vergessen.“ klingt wiederholend.
Besser ist: „Lisa geht zur Schule. Sie hat ihren Ranzen vergessen.“
Sie ersetzt hier das Nomen Lisa. Der Text wird kürzer, und trotzdem bleibt klar, wer gemeint ist.
Wenn ein Pronomen ein Nomen ersetzt, achtest du auf dessen grammatisches Geschlecht und auf Einzahl oder Mehrzahl:
- der Hund → er
- die Tasche → sie
- das Fahrrad → es
- die Kinder → sie
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Mia öffnet ein Buch. beginnt zu lesen. Das Buch ist spannend, deshalb legt Mia nicht weg. Später erzählt ihrer Freundin davon.
Die Sprechrolle bestimmt die Person
Die grammatische Person zeigt, welche Rolle jemand im Gespräch hat. Singular bedeutet Einzahl, Plural bedeutet Mehrzahl. Bei ich und du erkennst du aus dem Gespräch, wer gemeint ist; ein vorher genanntes Nomen ist dafür nicht nötig.
| Person | Bedeutung | Singular | Plural |
|---|---|---|---|
| 1. Person | jemand spricht über sich | ich | wir |
| 2. Person | jemand wird direkt angesprochen | du | ihr |
| 3. Person | über jemanden oder etwas wird gesprochen | er, sie, es | sie |
„Ich erkläre dir die Aufgabe. Du hörst zu. Danach lösen wir sie gemeinsam.“
- ich bezeichnet die sprechende Person.
- du bezeichnet die angesprochene Person.
- wir schließt die sprechende Person in eine Gruppe ein.
- sie ersetzt hier das Nomen Aufgabe.
Frage zuerst: Wer spricht, wer wird angesprochen und über wen oder was wird gesprochen? So findest du die grammatische Person.
Fälle: Warum heißt es mir, mich oder ihm?
Personalpronomen verändern ihre Form nach ihrer Aufgabe im Satz. Diese Veränderung heißt Deklination. Bei Ergänzungen bestimmen oft Verben oder Präpositionen den Fall: Es heißt jemandem helfen, aber jemanden sehen; nach mit steht der Dativ.
Die vier Fälle kannst du mit Fragen untersuchen:
- Nominativ: Wer oder was?
- Genitiv: Wessen?
- Dativ: Wem?
- Akkusativ: Wen oder was?
„Ich gebe ihm das Buch.“
- Wer gibt das Buch? – ich: Nominativ
- Wem gebe ich das Buch? – ihm: Dativ
- Wen oder was gebe ich ihm? – das Buch: Akkusativ
In „Ich sehe ihn“ lautet die Frage dagegen: „Wen sehe ich?“ Die Antwort ihn steht deshalb im Akkusativ.
Bestimme nicht nur die Person. Frage auch nach der Aufgabe des Pronomens im Satz: Wer? Wem? Wen oder was?
Die Formen der Personalpronomen
Die folgende Übersicht zeigt die Formen in allen vier Fällen:
| Person | Nominativ | Genitiv | Dativ | Akkusativ |
|---|---|---|---|---|
| 1. Person Singular | ich | meiner | mir | mich |
| 2. Person Singular | du | deiner | dir | dich |
| 3. Person Singular, männlich | er | seiner | ihm | ihn |
| 3. Person Singular, weiblich | sie | ihrer | ihr | sie |
| 3. Person Singular, sächlich | es | seiner | ihm | es |
| 1. Person Plural | wir | unser | uns | uns |
| 2. Person Plural | ihr | euer | euch | euch |
| 3. Person Plural | sie | ihrer | ihnen | sie |
Die Genitivformen kommen nur selten vor. Du findest sie in bestimmten Wendungen, zum Beispiel: „Sie waren unser überdrüssig.“ Für viele alltägliche Sätze sind vor allem Nominativ, Dativ und Akkusativ wichtig.
„Lars und ich sind Freunde. Wir kennen uns seit vielen Jahren.“
Wir steht als Subjekt im Nominativ: Wer kennt sich? – Lars und ich. Uns steht im Akkusativ: Wen kennen wir? – uns. Hier bedeutet uns „einander“; die Form wird also wechselseitig verwendet. Solche Formen begegnen dir auch bei den Reflexivpronomen, den rückbezüglichen Fürwörtern.
Die höfliche Anrede mit Sie
Mit Sie sprichst du eine oder mehrere Personen höflich an. Diese Anredeformen werden großgeschrieben:
| Fall | Form |
|---|---|
| Nominativ | Sie |
| Genitiv | Ihrer |
| Dativ | Ihnen |
| Akkusativ | Sie |
„Frau Wagner, können Sie mich abholen? Ich gebe Ihnen gleich Bescheid.“
Sie ist das Subjekt, nach dem du mit „Wer?“ fragst. Ihnen antwortet auf die Frage „Wem gebe ich Bescheid?“ und steht im Dativ.
Das kleingeschriebene sie kann sich auf ein weibliches Nomen oder auf mehrere Personen, Tiere oder Dinge beziehen: „Die Kinder spielen, weil sie draußen sind.“ Am Satzanfang schreibt man auch dieses Sie groß; dort erkennst du die Bedeutung am Zusammenhang.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
„Frau Berger, können helfen? Ich zeige die Aufgabe.“
Eindeutige Bezüge verhindern Missverständnisse
Wenn du ein Nomen durch ein Personalpronomen ersetzt, muss klar bleiben, wer oder was gemeint ist. Dieses Nomen heißt Bezugswort.
„Der Lehrer sprach mit dem Schüler, bevor er den Raum verließ.“ ist mehrdeutig. Er könnte den Lehrer oder den Schüler meinen.
Je nach gemeinter Person kannst du den Satz so verbessern:
- „Der Lehrer sprach mit dem Schüler, bevor der Schüler den Raum verließ.“
- „Der Lehrer sprach mit dem Schüler, bevor der Lehrer den Raum verließ.“
Das Nomen wird bewusst wiederholt. Eindeutigkeit ist wichtiger als das Vermeiden jeder Wiederholung.
Könnte ein Pronomen zu mehreren Nomen passen, wiederhole das gemeinte Nomen oder formuliere den Satz um.
Das Personalpronomen es hat besondere Aufgaben
Es kann ein sächliches Nomen ersetzen: „Wo ist das Handy? – Es liegt auf dem Tisch.“ Es kommt aber auch ohne ein solches Bezugswort vor.
Unpersönliches es
In „Es regnet“ bezeichnet es keine bestimmte Person oder Sache. Es gehört zur unpersönlichen Konstruktion.
Vorausweisendes es: das Korrelat
In „Es ist schade, dass du nicht kommen kannst“ kündigt es den nachgestellten dass-Satz an. Dieses vorausweisende es heißt Korrelat. Der dass-Satz erklärt, was schade ist.
Steht der dass-Satz vorne, entfällt hier das Korrelat:
„Dass du nicht kommen kannst, ist schade.“
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Personalpronomen
- können Nomen ersetzen
- vermeiden Wiederholungen
- der Bezug muss klar sein
- zeigen Sprechrollen
- 1. Person: ich, wir
- 2. Person: du, ihr
- 3. Person: er, sie, es, sie
- verändern ihre Form
- Nominativ: Wer oder was?
- Dativ: Wem?
- Akkusativ: Wen oder was?
- haben besondere Verwendungen
- höfliche Anrede: Sie, Ihnen
- unpersönliches oder vorausweisendes es
- können Nomen ersetzen
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