Pronomen (Fürwörter): Arten erkennen und verwenden
Pronomen sind Wörter wie ich, sie, mein, sich, wer oder jemand. Sie ersetzen ein Nomen oder verweisen darauf. So vermeidest du unnötige Wiederholungen. Wichtig ist, dass immer eindeutig bleibt, wer oder was gemeint ist.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Wie ersetzen Pronomen ein Nomen?
Vergleiche diese beiden Texte:
Mia liest ein Buch. Mia lacht über eine lustige Stelle.
Mia liest ein Buch. Sie lacht über eine lustige Stelle.
Im zweiten Text ersetzt sie das wiederholte Nomen Mia. Mia ist das Bezugswort des Pronomens: Das Pronomen verweist auf dieses Wort.
Pronomen
Ein Pronomen, auch Fürwort genannt, ersetzt ein Nomen oder verweist darauf. Manche gleich aussehenden Formen können stattdessen ein Nomen begleiten. Dann entscheidet ihre Funktion im Satz.
Pronomen machen Texte kürzer und flüssiger. Sie helfen aber nur, wenn der Bezug klar ist.
Aus Der Hund sieht den Ball. Der Hund holt den Ball. wird:
Der Hund sieht den Ball. Er holt ihn.
Er bezieht sich auf der Hund. Ihn bezieht sich auf den Ball. Die Form zeigt zugleich die Aufgabe im Satz: Der Hund handelt, der Ball wird geholt.
Welche Pronomenarten sind besonders wichtig?
Du bestimmst die Pronomenart nicht nur nach ihrem Aussehen. Frage zuerst, welche Funktion das Wort im Satz erfüllt.
| Pronomenart | Funktion | Beispiel |
|---|---|---|
| Personalpronomen | bezeichnet Gesprächsbeteiligte oder ersetzt Genanntes | ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie |
| Possessivpronomen | zeigt Besitz oder Zugehörigkeit | Der rote Stift ist meiner. |
| Reflexivpronomen | bezieht die Handlung auf das Subjekt zurück | Ich freue mich. |
| Relativpronomen | leitet einen Relativsatz ein | Das Buch, das hier liegt, gehört mir. |
| Demonstrativpronomen | hebt etwas besonders hervor | Dieses gefällt mir. |
| Interrogativpronomen | fragt nach einer Person oder Sache | Wer kommt? Was fehlt? |
| Indefinitpronomen | bezeichnet etwas Unbestimmtes oder verallgemeinert | jemand, niemand, etwas, alle, manche |
Personal-, Possessiv- und Reflexivpronomen
Personalpronomen können Personen, Tiere oder Dinge vertreten:
Der Hund schläft. Er ist müde.
Possessivpronomen zeigen Zugehörigkeit und stehen selbstständig:
Dein Heft liegt hier. Meins ist noch im Rucksack.
Reflexivpronomen verweisen auf das Subjekt desselben Satzes zurück:
Ich wasche mich.
Bei manchen reflexiven Verben steht der Akkusativ, bei anderen Konstruktionen der Dativ:
- Ich ärgere mich.
- Ich ziehe mir eine Jacke an.
Frage, Verbindung und unbestimmter Bezug
Mit Interrogativpronomen fragst du nach einer Person oder Sache: Wer hilft dir? Wem hilfst du? Was suchst du?
Relativpronomen verbinden einen Hauptsatz mit einer zusätzlichen Information:
Die Schülerin, die das Plakat gestaltet, heißt Nora.
Demonstrativpronomen weisen betont auf etwas hin:
Von den beiden Plakaten gefällt mir dieses besser.
Indefinitpronomen lassen offen, welche Person, Sache oder Menge genau gemeint ist:
Jemand hat geklopft. Niemand antwortet. Manche warten noch.*
Auch man bezeichnet keine bestimmte Person: Man kann aus Fehlern lernen.
Ersetzt das Wort ein Nomen oder begleitet es eines?
Formen wie mein, dieser oder das können unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Prüfe, ob nach der Form ein Nomen steht.
- Das ist mein Rucksack. – mein begleitet das Nomen Rucksack und ist ein Possessivartikel.
- Dein Rucksack ist blau. Meiner ist rot. – meiner ersetzt das Nomen und ist ein Possessivpronomen.
- Dieses Buch ist spannend. – dieses begleitet Buch* und ist ein Demonstrativartikel.
- Welches Buch möchtest du? Dieses. – dieses ersetzt Buch und ist ein Demonstrativpronomen.
Auch das kann verschiedene Funktionen haben:
- Das Buch ist neu.* – Begleiter vor einem Nomen
- Das gefällt mir.* – Pronomen als Ersatz
- Das Buch, das mir gefällt, ist neu. – Relativpronomen
Sieh nicht nur auf die Form. Prüfe ihre Aufgabe: Begleitet sie ein Nomen, ersetzt sie es, stellt sie eine Frage oder leitet sie einen Relativsatz ein?
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
In „ Fahrrad ist neu“ begleitet die Form ein Nomen. In „Welches Fahrrad meinst du? – “ ersetzt sie das Nomen. In „Das Fahrrad, dort steht, ist neu“ leitet sie einen Relativsatz ein.
Wie hältst du den Bezug eindeutig?
Ein Pronomen braucht einen verständlichen Bezug. Problematisch wird es, wenn mehrere Bezugswörter möglich sind.
Mia sprach mit Lea, als sie ging.
Hier kann sie sowohl Mia als auch Lea meinen. Du kannst den Satz eindeutig umformulieren:
- Wenn Mia ging: Als Mia ging, sprach sie noch mit Lea.
- Wenn Lea ging: Mia sprach mit Lea, bevor Lea ging.
Gehe beim Prüfen in drei Schritten vor:
- Markiere jedes Pronomen.
- Suche das gemeinte Bezugswort.
- Prüfe, ob noch ein anderes Wort als Bezug infrage kommt. Wenn ja, wiederhole das Nomen oder baue den Satz um.
Mehrdeutig: Jonas legte das Heft neben das Buch, bevor er es einpackte.
Es kann sich auf das Heft oder das Buch beziehen.
Eindeutig: Jonas legte das Heft neben das Buch und packte anschließend das Heft ein.
Die Wiederholung ist hier nützlich, weil sie ein Missverständnis verhindert.
Wie passt du die Form des Pronomens an?
Viele Pronomen verändern ihre Form. Dafür sind besonders diese Merkmale wichtig:
- Person: Wer spricht oder wird angesprochen?
- Numerus: Singular oder Plural?
- Genus: männlich, weiblich oder sächlich?
- Kasus: Welche Aufgabe hat das Pronomen im Satz?
Die vier Fälle heißen Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ. Besonders häufig brauchst du Nominativ, Dativ und Akkusativ.
| Kasus | ich | du | er | sie | es | wir | ihr | sie |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ich | du | er | sie | es | wir | ihr | sie |
| Genitiv | meiner | deiner | seiner | ihrer | seiner | unser | euer | ihrer |
| Dativ | mir | dir | ihm | ihr | ihm | uns | euch | ihnen |
| Akkusativ | mich | dich | ihn | sie | es | uns | euch | sie |
Der Trainer erklärt dem Spieler die Aufgabe. Danach lobt er den Spieler.
Ersetzt du dem Spieler, brauchst du den Dativ: Der Trainer erklärt ihm die Aufgabe.
Ersetzt du den Spieler, brauchst du den Akkusativ: Danach lobt er ihn.
Die Satzfunktion bestimmt also die Form.
Bei Relativpronomen stammen Genus und Numerus vom Bezugswort. Den Kasus bestimmt dagegen die Aufgabe im Relativsatz:
- Der Mann, der dort wartet, ... – der ist Subjekt des Relativsatzes.
- Der Mann, den ich sehe, ... – den ist Objekt des Relativsatzes.
- Der Mann, dem ich helfe, ... – dem steht im Dativ.
Wie schreibst du Pronomen richtig?
Pronomen werden grundsätzlich kleingeschrieben:
ich, du, er, mein, jemand, welcher
Am Satzanfang steht natürlich ein Großbuchstabe: *Sie kommt später.*
Die höfliche Anrede wird großgeschrieben:
Können Sie mir helfen? Ist das Ihr Heft?
Bei der vertrauten Anrede verwendest du du und ihr. Bei der höflichen Anrede verwendest du Sie und die dazugehörigen Formen wie Ihnen und Ihr.
Eine besondere Form ist es:
- Ersatz für ein sächliches Nomen: Das Auto ist neu. Es glänzt.
- Ersatz für eine Eigenschaft: Florian ist verärgert. Ich bin es nicht.
- formales Subjekt ohne konkretes Bezugswort: *Es regnet.*
Prüfe Pronomen immer im Satz: Funktion, Bezug, passende Form und Schreibung gehören zusammen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Pronomen
- Ersatz und Verweis: Personal-, Possessiv- und Demonstrativpronomen
- Satzfunktionen: Reflexiv-, Relativ-, Interrogativ- und Indefinitpronomen
- Passung zum Satz: eindeutiges Bezugswort, richtige Form und Schreibung
- Funktionsprüfung: Pronomen oder Begleiter
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