Präpositionen erkennen und richtig verwenden
Präpositionen heißen auch Verhältniswörter: Sie zeigen, wie Personen, Dinge, Orte, Zeiten oder Gründe miteinander verbunden sind. In „Der Ball liegt unter dem Tisch“ beschreibt unter die räumliche Beziehung zwischen Ball und Tisch.
Du lernst, Präpositionen zu erkennen, nach ihrer Bedeutung zu ordnen und mit dem richtigen Kasus zu verwenden. Außerdem unterscheidest du sie von Adverbien und Konjunktionen.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Woran erkennst du eine Präposition?
Eine Präposition drückt ein Verhältnis aus. Sie verbindet ihr Bezugswort mit dem übrigen Satz und steht meistens vor einem Nomen oder Pronomen.
Präposition
Eine Präposition ist ein unveränderliches Wort, das eine Beziehung ausdrückt und den Kasus seiner Ergänzung bestimmt. Präposition und Ergänzung gehören zusammen: unter dem Tisch, nach der Schule, wegen des Regens.
Präpositionen werden nicht gebeugt. Ihre Form bleibt gleich:
- unter dem Tisch
- unter die Bank
- unter meinem Stuhl
Nur die Wörter nach der Präposition verändern sich. Die Präposition unter bleibt unverändert.
Eine Präposition bildet mit ihrer Ergänzung eine Präpositionalgruppe. Im Satz „Leonie wartet vor dem Kino“ ist vor allein kein selbstständiges Satzglied. Die ganze Gruppe vor dem Kino beantwortet die Frage „Wo wartet Leonie?“.
„Der Zettel hängt an der Wand.“
- an stellt eine Beziehung zwischen dem Zettel und der Wand her.
- an steht vor der Nomengruppe der Wand.
- an bestimmt hier den Dativ: der Wand.
Damit ist an in diesem Satz eine Präposition.
Welche Beziehungen können Präpositionen ausdrücken?
Die Bedeutung einer Präposition ergibt sich aus dem ganzen Satz. Vier Gruppen sind besonders wichtig.
| Bedeutung | Leitfrage | Beispiele |
|---|---|---|
| lokal: Ort oder Ziel | Wo? Wohin? Woher? | in, auf, unter, neben, aus |
| temporal: Zeit | Wann? Wie lange? Seit wann? | vor, nach, seit, während |
| modal: Art, Mittel oder Umstand | Wie? Womit? | mit, ohne, durch |
| kausal: Grund | Warum? Weshalb? | wegen, dank, aus |
- Lokal: Das Fahrrad steht vor der Schule. – Wo?
- Temporal: Wir treffen uns nach der Schule. – Wann?
- Modal: Mila fährt mit dem Fahrrad. – Womit?
- Kausal: Wegen des Sturms fällt das Spiel aus. – Warum?
Dasselbe Wort kann je nach Zusammenhang verschiedene Beziehungen ausdrücken:
- vor der Tür – Ort
- vor zwei Monaten – Zeit
- vor Angst – Grund
Ordne eine Präposition nicht nur nach ihrer Form ein. Lies den ganzen Satz und frage, welche Beziehung sie dort ausdrückt.
Wie bestimmt die Präposition den Kasus?
Eine Präposition regiert ihre Ergänzung. Das bedeutet: Sie legt fest, ob die folgende Nomengruppe im Akkusativ, Dativ oder Genitiv steht.
Häufige feste Zuordnungen sind:
| Kasus | Präpositionen | Beispiel |
|---|---|---|
| Akkusativ | durch, für, gegen, ohne, um | durch den Park |
| Dativ | aus, bei, mit, nach, seit, von, zu | mit dem Bus |
| Genitiv | außerhalb, infolge, trotz, während, wegen | während des Spiels |
Der Nominativ wird von diesen Präpositionen nicht verlangt. Er wird zum Beispiel für das Subjekt eines Satzes verwendet.
„Wir fahren mit dem Bus durch die Stadt.“
- Die Präposition mit verlangt den Dativ.
- Das Nomen Bus ist maskulin.
- Der bestimmte Artikel lautet im Dativ Singular dem.
- Deshalb heißt es: mit dem Bus.
Manchmal verschmelzen eine Präposition und ein bestimmter Artikel:
- an dem → am
- bei dem → beim
- in dem → im
- zu dem → zum
- durch das → durchs
„Wir warten im Bahnhof“ bedeutet also „Wir warten in dem Bahnhof“.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Wir gehen Park. Danach fahren wir Bus nach Hause. starken Regens steigen wir schon an der nächsten Haltestelle aus.
Wann steht Dativ und wann Akkusativ?
Einige räumliche Präpositionen können Dativ oder Akkusativ verlangen. Sie heißen Wechselpräpositionen:
an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen
Bei ihrer räumlichen Verwendung hilft diese Unterscheidung:
- Wo? Ein Ort oder eine Lage wird beschrieben → Dativ.
- Wohin? Eine zielgerichtete Veränderung führt an einen Ort → Akkusativ.
„Das Handy liegt auf dem Sofa.“
Die Frage lautet „Wo liegt es?“. Das Handy befindet sich bereits dort. Deshalb steht dem Sofa im Dativ.
„Lina legt das Handy auf das Sofa.“
Die Frage lautet „Wohin legt sie es?“. Das Sofa ist das Ziel der Veränderung. Deshalb steht das Sofa im Akkusativ.
Die vereinfachte Regel „Bewegung bedeutet Akkusativ“ führt leicht zu Fehlern. Im Satz „Ich laufe im Park“ bewegt sich jemand, aber der Park ist der Ort der Bewegung. Die Frage lautet „Wo?“, daher steht der Dativ. Entscheidend ist nicht jede Bewegung, sondern ob ein Ziel angegeben wird.
Bei räumlichen Wechselpräpositionen gilt: Ort oder Lage → Dativ; Ziel einer Veränderung → Akkusativ. Diese Regel darfst du nicht auf alle Präpositionen übertragen.
Wo kann eine Präposition stehen?
Meistens steht die Präposition vor ihrer Ergänzung:
- unter dem Tisch
- während der Zugfahrt
- bei mir
Einige Verhältniswörter können jedoch nach der Ergänzung stehen:
- den Fluss entlang
- der Einfachheit halber
Andere umrahmen ihre Ergänzung:
- vom Ufer aus
- um des Friedens willen
Für die Grundbestimmung ist nicht allein die Position entscheidend. Prüfe, ob das Wort mit einer Ergänzung ein Verhältnis ausdrückt.
Vertiefung: Feste Verbindungen mit Verben
Manche Verben werden mit einer bestimmten Präposition verbunden. Diese Verbindung gehört zur Bedeutung des Verbs:
- auf jemanden oder etwas achten: auf die Fußgänger achten
- nach jemandem oder etwas fragen: nach den Hausaufgaben fragen
- mit jemandem spielen: mit den Freunden spielen
- auf jemanden oder etwas warten: auf den Bus warten
Bei solchen festen Verbindungen kannst du die Präposition und den Kasus nicht immer aus einer allgemeinen Ortsregel ableiten. Lerne deshalb die ganze Verbindung, zum Beispiel warten auf + Akkusativ oder fragen nach + Dativ.
Wie grenzt du Präposition, Adverb und Konjunktion ab?
Manche Wörter gehören je nach Satzbau zu unterschiedlichen Wortarten. Entscheidend ist ihre Funktion im konkreten Satz.
Präposition oder Adverb
- „Der Punkt liegt außerhalb des Kreises.“ – außerhalb steht mit der Nomengruppe des Kreises und ist eine Präposition.
- „Der Punkt liegt außerhalb.“ – außerhalb steht ohne eine solche Ergänzung und bezeichnet selbstständig einen Ort. Es ist hier ein Adverb.
Ein Adverb kann allein einen Umstand wie Ort oder Zeit angeben: draußen, heute, dort. Eine Präposition gehört dagegen zu ihrer Ergänzung.
Präposition oder Konjunktion
- „Wir blieben während des Unwetters im Haus.“ – während steht mit einer Nomengruppe und ist eine Präposition.
- „Wir blieben im Haus, während draußen ein Sturm tobte.“ – während leitet einen Nebensatz mit dem Verb tobte ein und ist eine Konjunktion.
Eine Konjunktion verbindet Wörter, Satzteile oder Sätze. Eine Präposition stellt eine Beziehung zu ihrer Ergänzung her.
So kannst du vorgehen:
- Suche das fragliche Wort.
- Prüfe, was unmittelbar zu ihm gehört.
- Steht es mit einer Nomengruppe oder einem Pronomen und drückt eine Beziehung aus? Dann ist es eine Präposition.
- Leitet es einen Satz mit einem gebeugten Verb ein? Dann kann es eine Konjunktion sein.
- Gibt es allein einen Umstand an? Dann kann es ein Adverb sein.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Präposition
- drückt ein Verhältnis aus
- bleibt unverändert
- gehört zu einer Ergänzung
- kann Ort, Zeit, Art oder Grund bezeichnen
- regiert Akkusativ, Dativ oder Genitiv
- unterscheidet bei Wechselpräpositionen Ort und Ziel
- kann Teil einer festen Verbverbindung sein
- wird im Satz von Adverb und Konjunktion abgegrenzt
Prüfe bei einem möglichen Verhältniswort immer drei Dinge: Welche Beziehung wird ausgedrückt? Welche Ergänzung gehört dazu? Welchen Kasus verlangt die Präposition? Bei mehrdeutigen Wörtern zeigt erst der Satzbau, welche Wortart vorliegt.
Abschluss-Check
Wenn du jede Entscheidung begründen konntest, erkennst du Präpositionen nicht nur an typischen Wörtern. Du kannst ihre Funktion aus dem Satz erschließen und ihre Ergänzungen passend bilden.
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