Satzanalyse: Sätze Schritt für Schritt bestimmen
Bei einer Satzanalyse zerlegst du einen Satz in Satzglieder und bestimmst ihre Aufgaben. Danach untersuchst du die Satzart und bei mehreren Teilsätzen auch die Satzverbindung.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was untersuchst du bei einer Satzanalyse?
Eine Satzanalyse betrachtet einen Satz auf mehreren Ebenen:
- Welche Wörter gehören zu einem Satzglied zusammen?
- Welche Funktion hat jedes Satzglied?
- Welche Satzart liegt vor?
- Besteht der Satz aus einem oder mehreren Teilsätzen?
- Wie sind die Teilsätze miteinander verbunden?
Syntax
Die Syntax ist die Lehre vom Bau der Sätze. Sie untersucht, wie Wörter und Wortgruppen zusammenwirken.
Dabei musst du Wortarten und Satzglieder auseinanderhalten:
- Eine Wortart ordnet ein einzelnes Wort einer Gruppe wie Nomen, Verb, Adjektiv oder Präposition zu.
- Ein Satzglied beschreibt die Funktion eines Wortes oder einer Wortgruppe im Satz.
Im Satz „Das Fahrrad steht an der Mauer“ ist Fahrrad ein Nomen. Die Wortgruppe das Fahrrad übernimmt gemeinsam die Funktion des Subjekts.
Wie erkennst du die Satzglieder?
Mit der Umstellprobe findest du heraus, welche Wörter eine zusammengehörende Einheit bilden. Du stellst den Satz um und beobachtest, welche Wörter dabei zusammenbleiben.
Untersuche den Satz:
Unsere Klasse veranstaltet heute ein Konzert in der Aula.
Mögliche Umstellungen sind:
- Heute veranstaltet unsere Klasse in der Aula ein Konzert.
- In der Aula veranstaltet unsere Klasse heute ein Konzert.
- Ein Konzert veranstaltet unsere Klasse heute in der Aula.
Dabei bleiben unter anderem unsere Klasse, ein Konzert und in der Aula jeweils zusammen. Sie bilden Satzglieder.
Die Umstellprobe zeigt zunächst die Grenzen der Satzglieder. Ihre genaue Funktion bestimmst du anschließend mit Fragen.
Was sich gemeinsam verschieben lässt und dabei als Einheit erhalten bleibt, gehört in der Regel zu einem Satzglied.
Typischer Fehler: Verschiebe nicht jedes Wort einzeln. In unsere Klasse gehören Begleiter und Nomen zusammen.
Welche Funktion haben die Satzglieder?
Für die Beispielsätze dieser Seite bilden Subjekt und Prädikat den Satzkern. Objekte und adverbiale Bestimmungen können weitere Informationen ergänzen.
Subjekt und Prädikat
Subjekt
Das Subjekt bezeichnet den Satzgegenstand: Wer oder was tut etwas, befindet sich in einem Zustand oder ist von einem Geschehen betroffen? Es steht im Nominativ.
Du erfragst es mit Wer oder was?
Prädikat
Das Prädikat ist der verbale Teil des Satzes. Es sagt aus, was geschieht, was jemand tut oder in welchem Zustand etwas ist.
Die finite, also gebeugte Verbform des Prädikats stimmt mit dem Subjekt in Person und Anzahl überein. Diese Übereinstimmung heißt Kongruenz:
- Der Hund schläft.
- Die Hunde schlafen.
Objekte
Objekte ergänzen die Aussage des Prädikats. Ihr Kasus bestimmt die passende Frage.
| Objekt | Frage | Beispielantwort |
|---|---|---|
| Akkusativobjekt | Wen oder was? | ein Konzert |
| Dativobjekt | Wem? | ihrer Oma |
| Genitivobjekt | Wessen? | der Katze |
| Präpositionalobjekt | Präposition und Fragewort | mit ihrer Tante |
Beim Präpositionalobjekt muss die Präposition in der Frage stehen:
- Satz: Lisa fährt mit ihrer Tante in die Stadt.
- Frage: Mit wem fährt Lisa in die Stadt?
- Antwort: mit ihrer Tante
Adverbiale Bestimmungen
Eine adverbiale Bestimmung beschreibt einen Umstand des Geschehens.
| Bedeutung | Leitfragen | Beispiel |
|---|---|---|
| Zeit, temporal | Wann? Wie lange? Wie oft? | heute |
| Ort, lokal | Wo? Wohin? | in der Aula |
| Art und Weise, modal | Wie? Auf welche Art? | leise |
| Grund, kausal | Warum? Weshalb? | wegen des Regens |
Im Satz Unsere Klasse veranstaltet heute ein Konzert in der Aula ergibt sich damit:
- Subjekt: unsere Klasse
- Prädikat: veranstaltet
- Akkusativobjekt: ein Konzert
- temporale adverbiale Bestimmung: heute
- lokale adverbiale Bestimmung: in der Aula
Eine Wortgruppe mit Präposition ist nicht automatisch ein Präpositionalobjekt. Vergleiche die Fragen: Mit wem fährt Lisa? führt zum Präpositionalobjekt mit ihrer Tante. Wohin fährt Lisa? führt zur lokalen adverbialen Bestimmung in die Stadt.
Wie bestimmst du die Satzart?
Die Satzart beschreibt, welche Funktion ein Satz hat. Satzstellung, Aussageabsicht und Satzschlusszeichen helfen bei der Bestimmung.
| Satzart | Funktion | häufiges Satzschlusszeichen |
|---|---|---|
| Aussagesatz | teilt etwas mit | Punkt |
| Fragesatz | fragt nach etwas | Fragezeichen |
| Ausrufesatz | drückt etwas nachdrücklich aus | Ausrufezeichen |
Beispiele:
- Die Katze schleicht um das Haus. – Aussagesatz
- Schleicht die Katze um das Haus? – Fragesatz
- Wie leise die Katze schleicht! – Ausrufesatz
Das Satzschlusszeichen ist ein wichtiger Hinweis. Prüfe trotzdem immer auch, was der Satz ausdrückt.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Ein Satz, der etwas mitteilt, ist ein . Eine direkte Frage endet gewöhnlich mit einem . Ein nachdrücklicher Ausruf endet häufig mit einem .
Wie unterscheidest du Haupt- und Nebensätze?
Ein längerer Satz kann aus mehreren Teilsätzen bestehen. Die Stellung der finiten, also gebeugten Verbform hilft dir bei der Unterscheidung.
Hauptsatz
Ein Hauptsatz kann selbstständig stehen. In einem gewöhnlichen Aussagesatz steht die finite Verbform an zweiter Stelle.
Beispiel: Susi kauft einen Strauß Blumen.
Nebensatz
Ein Nebensatz ist einem anderen Teilsatz untergeordnet und kann in dieser Funktion nicht selbstständig stehen. Seine finite Verbform steht am Ende.
Beispiel: …, den sie ihrer Oma schenkt.
Der vollständige Satz lautet:
Susi kauft einen Strauß Blumen, den sie ihrer Oma schenkt.
Der erste Teilsatz ist der Hauptsatz. Der zweite Teilsatz ist ein Relativsatz und damit ein Nebensatz. Zwischen Haupt- und Nebensatz steht ein Komma.
Satzreihe oder Satzgefüge?
Satzreihe
Eine Satzreihe besteht aus mehreren Hauptsätzen.
Beispiel: Mia liest und Ben schreibt. Beide Teilsätze können allein stehen.
Satzgefüge
Ein Satzgefüge besteht aus einem Hauptsatz und mindestens einem untergeordneten Nebensatz.
Beispiel: Susi kauft einen Strauß Blumen, den sie ihrer Oma schenkt.
Gehe bei der Analyse in dieser Reihenfolge vor:
- Trenne die Teilsätze.
- Suche in jedem Teilsatz die finite Verbform.
- Prüfe die Stellung der finiten Verbform.
- Prüfe, welcher Teilsatz selbstständig stehen kann.
- Bestimme Satzreihe oder Satzgefüge.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Satzanalyse
- Satzglieder: Einheiten mit der Umstellprobe erkennen
- Funktionen: Subjekt, Prädikat, Objekte und adverbiale Bestimmungen
- Satzarten: Aussage, Frage und Ausruf
- Teilsätze: Hauptsatz oder Nebensatz
- Verbindungen: Satzreihe oder Satzgefüge
Nutze beim Analysieren diese kurze Reihenfolge:
- Verschiebe Wortgruppen und markiere die Satzglieder.
- Bestimme ihre Funktionen mit passenden Fragen.
- Kläre die Satzart.
- Trenne bei komplexen Sätzen die Teilsätze.
- Prüfe Selbstständigkeit und Stellung der finiten Verbform.
- Benenne die Satzverbindung.
Abschluss-Check
Analysiere den Satz:
Heute kauft Susi einen Strauß Blumen, den sie ihrer Oma schenkt.
Wenn du alle vier Entscheidungen begründen kannst, beherrschst du den Grundweg der Satzanalyse: Du erkennst Satzglieder, bestimmst ihre Funktionen und erklärst die Verbindung der Teilsätze.
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