Texte planen, überarbeiten und präsentieren
Ein guter Text entsteht meistens in mehreren Schritten: Du klärst dein Schreibziel, sammelst und ordnest Ideen, schreibst einen Entwurf, überarbeitest ihn und gestaltest eine lesbare Endfassung. Dabei darfst du jederzeit zu einem früheren Schritt zurückkehren.
Auf dieser Seite übst du den ganzen Schreibweg an einer Einladung zu einer Autorenlesung.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Den Schreibweg verstehen
Schreiben bedeutet nicht, sofort einen perfekten Text abzugeben. Ein erster Entwurf ist veränderbar.
Der Schreibweg besteht aus vier miteinander verbundenen Phasen:
- Planen: Du bestimmst Ziel und Publikum, sammelst Ideen und ordnest sie.
- Formulieren: Du machst aus deinem Plan zusammenhängende Sätze.
- Überarbeiten: Du prüfst Inhalt, Wirkung, Sprache und Rechtschreibung.
- Präsentieren oder veröffentlichen: Du gestaltest eine gut lesbare Endfassung für andere.
Ein Schreibplan ist kein Käfig. Beim Formulieren darfst du Ideen ergänzen, streichen oder neu ordnen.
Schreibziel und Publikum klären
Bevor du losschreibst, beantwortest du drei Fragen:
- Warum schreibe ich?
- Für wen schreibe ich?
- Was sollen die Leserinnen und Leser danach wissen, fühlen oder tun?
Was du mit dem Text erreichen willst, ist deine Schreibabsicht. Zusammen mit dem Publikum bestimmt sie, welche Informationen du brauchst und wie du formulierst.
Deine Klasse plant eine Autorenlesung. Du sollst die Familien einladen.
- Schreibabsicht: informieren und zum Kommen einladen
- Publikum: Familien der Kinder
- benötigte Informationen: Anlass, Tag, Uhrzeit, Ort und mögliche Vorbereitung
- passende Wirkung: freundlich, klar und einladend
Der Satz „Kommt bitte am Freitag um 16 Uhr in unsere Aula“ passt deshalb besser als „Da ist dann irgendetwas mit Texten“.
Ein Text für dich selbst kann persönliche Stichwörter enthalten. Ein Text für andere muss dagegen alle Informationen erklären, die das Publikum zum Verstehen braucht.
Ideen sammeln und ordnen
Nun hältst du alles fest, was in deinen Text gehören könnte. Du kannst Stichwörter, Notizzettel oder eine Mindmap verwenden. Das Werkzeug hilft nur dann, wenn du damit die Informationen übersichtlich ordnen kannst.
Für die Einladung könnte deine Sammlung so aussehen:
- Autorenlesung der Klasse
- Freitag, 16 Uhr
- Aula
- eigene Geschichten
- Sitzplätze vorhanden
- Familien willkommen
Danach sortierst du die Stichwörter. Für eine Einladung eignet sich zum Beispiel diese Reihenfolge:
- freundliche Anrede
- Anlass und Einladung
- Tag, Uhrzeit und Ort
- kurze Erklärung des Programms
- freundlicher Abschluss
Schreibplan
Ein Schreibplan ist eine geordnete Vorbereitung für deinen Text. Er kann aus Stichwörtern, einer Gliederung, Notizzetteln oder einer Mindmap bestehen und während des Schreibens verändert werden.
Analoge und digitale Werkzeuge können beim Ordnen helfen. Entscheidend ist nicht das Gerät, sondern dein Ziel: Du musst die Ideen erkennen, verschieben, ergänzen und in eine sinnvolle Reihenfolge bringen können.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Vor dem Schreiben bestimme ich mein . Danach sammle ich und bringe sie in eine sinnvolle . Mein Schreibplan bleibt dabei .
Aus dem Plan einen Entwurf machen
Beim Formulieren verwandelst du deine Stichwörter in verständliche Sätze. Du musst dabei noch nicht jede Kleinigkeit perfekt lösen.
Aus dem Schreibplan entsteht dieser erste Entwurf:
„Liebe Familien, wir laden euch zu unserer Autorenlesung ein. Sie findet am Freitag um 16 Uhr in der Aula statt. Wir lesen eigene Geschichten vor. Wir freuen uns auf euch!“
Der Entwurf enthält bereits Anlass, Zeit, Ort und Programm. Beim anschließenden Prüfen kann er trotzdem noch verändert werden.
Wenn dir beim Schreiben eine wichtige Information einfällt, ergänzt du deinen Plan oder den Entwurf. Wenn die Reihenfolge unverständlich wirkt, ordnest du die Sätze neu.
Planen, Formulieren und Überarbeiten sind keine Einbahnstraße. Du darfst zwischen den Schritten wechseln.
Den Inhalt gezielt überarbeiten
Prüfe zuerst, was dein Text sagt. Rechtschreibfehler lenken in diesem Schritt nur ab.
Lies den Entwurf mit diesen Inhaltsfragen:
- Passt der Text zu meinem Schreibziel?
- Sind alle wichtigen Informationen enthalten?
- Ist die Reihenfolge logisch?
- Versteht mein Publikum alles?
- Erreicht der Text die gewünschte Wirkung?
Ein anderer Mensch kann dir dabei Rückmeldung geben. Er sollte genau sagen, was verständlich ist, wo eine Information fehlt und welche Frage offenbleibt.
Aufgabe zur Inhaltsprüfung
Prüfe diese Einladung:
„Liebe Familien, wir lesen unsere Geschichten vor. Wir treffen uns in der Aula. Wir freuen uns auf euch!“
Welche für das Publikum wichtigen Angaben fehlen?
Lösung zur Inhaltsprüfung
Es fehlen mindestens Tag und Uhrzeit. Die Familien wissen zwar, was geplant ist und wo die Lesung stattfindet, können ohne Termin aber nicht teilnehmen. Eine passende Ergänzung lautet: „Die Autorenlesung findet am Freitag um 16 Uhr in der Aula statt.“
Sprache und Gestaltung verbessern
Erst nach der Inhaltsprüfung untersuchst du, wie der Text geschrieben ist.
Achte nacheinander auf:
- verständliche und vollständige Sätze;
- passende und genaue Wörter;
- unnötige Wiederholungen;
- Rechtschreibung und Satzzeichen;
- gut lesbare Schrift und übersichtliche Absätze.
Für Rechtschreibung und Zeichensetzung kannst du bekannte Regeln, ein Wörterbuch oder eine angeleitete Korrekturhilfe verwenden. Eine digitale Markierung ist nur ein Hinweis: Prüfe selbst, welche Änderung zum Satz passt.
Im Entwurf steht: „Wir lesen Geschichten. Die Geschichten haben wir selbst geschrieben.“
Klarer und flüssiger ist: „Wir lesen unsere selbst geschriebenen Geschichten vor.“
Die Aussage bleibt erhalten. Die Wiederholung wird vermieden und das Verb „vorlesen“ beschreibt genauer, was bei der Veranstaltung geschieht.
Aufgabe zur Sprachprüfung
Verbessere diesen Satz, ohne seine Aussage zu verändern:
„Wir freuen uns sehr und wir freuen uns, wenn viele kommen.“
Lösung zur Sprachprüfung
Eine mögliche Verbesserung lautet: „Wir freuen uns sehr, wenn viele Gäste kommen.“
Die doppelte Formulierung „wir freuen uns“ wurde zusammengeführt. Das Wort „Gäste“ macht außerdem deutlicher, wer gemeint ist.
Die Endfassung präsentieren
Die Endfassung ist für dein Publikum bestimmt. Übertrage deshalb nur den geprüften Text und gestalte ihn übersichtlich.
Achte auf:
- eine gut lesbare Schrift;
- passende Absätze;
- eine klare Überschrift;
- genügend Abstand zwischen Textteilen;
- eine Präsentationsform, die zum Anlass und Publikum passt.
Texte können zum Beispiel bei einer Autorenlesung vorgetragen, in einem Klassengeschichtenbuch gesammelt, an einer Ausstellungsfläche gezeigt oder in einer Schülerzeitung veröffentlicht werden.
Einladung zu unserer Autorenlesung
Liebe Familien,
wir laden euch herzlich zu unserer Autorenlesung ein. Sie findet am Freitag um 16 Uhr in der Aula statt. Wir lesen unsere selbst geschriebenen Geschichten vor.
Wir freuen uns auf euch!
Eure Klasse 3a
Diese Endfassung nennt den Anlass, den Termin, den Ort und das Programm. Überschrift, Anrede, Absätze und Abschluss machen sie leicht lesbar.
Bevor du präsentierst, vergleiche die Endfassung noch einmal mit dem Entwurf. Erkläre drei Änderungen jeweils mit einem Kriterium, zum Beispiel:
- „Ich habe den Termin ergänzt, damit die Einladung vollständig ist.“
- „Ich habe eine Wiederholung gestrichen, damit der Satz flüssiger klingt.“
- „Ich habe Absätze gesetzt, damit man die Einladung leichter lesen kann.“
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Texte gestalten
- Planen: Schreibziel und Publikum klären, Ideen sammeln und ordnen
- Formulieren: Aus dem Plan Sätze entwickeln und den Plan bei Bedarf verändern
- Überarbeiten: zuerst den Inhalt und danach die Sprache prüfen
- Präsentieren: eine lesbare Endfassung gestalten und passend veröffentlichen
Abschluss-Check
Nimm nun einen eigenen Text. Notiere dein Schreibziel, erstelle einen kurzen Plan, prüfe den Entwurf zuerst inhaltlich und danach sprachlich. Gestalte anschließend die Endfassung und begründe drei deiner Änderungen.
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