Doppelpunkt, Gedankenstrich und Klammern setzen
Doppelpunkt, Semikolon, Gedankenstrich, Klammern und Auslassungspunkte zeigen, wie Gedanken zusammenhängen. Du wählst sie deshalb nicht nach dem Motto „je stärker, desto besser“, sondern nach ihrer Aufgabe im Satz.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Doppelpunkt und Semikolon gezielt wählen
Stell dir vor, ein Satz soll eine Erklärung ankündigen. Dann passt ein Doppelpunkt. Sollen dagegen zwei eng zusammengehörende Hauptsätze voneinander getrennt werden, kannst du ein Semikolon verwenden.
Doppelpunkt
Der Doppelpunkt kündigt etwas Folgendes an, zum Beispiel eine Erklärung, eine Aufzählung oder wörtliche Rede.
Folgt nach dem Doppelpunkt ein vollständiger Satz, beginnt er groß:
Alle waren sich einig: Das Treffen war sehr produktiv.
Nach dem Doppelpunkt folgt ein vollständiger Satz mit Subjekt und Verb. Deshalb beginnt Das groß.
Bei einer kleingeschriebenen Aufzählung bleibt das erste Wort klein:
Für den Ausflug brauchen wir drei Dinge: feste Schuhe, eine Trinkflasche und eine Regenjacke.
Semikolon
Das Semikolon oder der Strichpunkt trennt stärker als ein Komma, aber schwächer als ein Punkt. Es verbindet häufig eng zusammengehörende Hauptsätze oder gliedert Gruppen in einer längeren Aufzählung.
Johanna geht nicht mehr zur Universität; sie hat ihren Abschluss gemacht.
Beide Teile könnten als selbstständige Sätze stehen. Das Semikolon trennt sie deutlich, hält ihren engen inhaltlichen Zusammenhang aber sichtbar. Nach dem Semikolon wird sie kleingeschrieben, weil keine andere Großschreibungsregel greift.
Der Doppelpunkt blickt nach vorn und kündigt etwas an. Das Semikolon trennt zwei eng verbundene Teile mittlerer Stärke.
Zusätze unterschiedlich gewichten
Eine Zusatzinformation kann verschieden stark hervortreten. Kommas binden sie in den Satz ein, Gedankenstriche heben sie deutlich hervor und Klammern stellen sie eher in den Hintergrund.
Vergleiche diese drei Fassungen:
- Mira, unsere Klassensprecherin, eröffnet die Sitzung.
- Mira – unsere Klassensprecherin – eröffnet die Sitzung.
- Mira (unsere Klassensprecherin) eröffnet die Sitzung.
Die Grundinformation bleibt gleich: Mira eröffnet die Sitzung. Die Zeichensetzung verändert jedoch die Gewichtung des Zusatzes.
Die drei Zeichen sind nicht in jedem Satz beliebig austauschbar. Prüfe zuerst, ob der Satz grammatisch vollständig bleibt. Entscheide dann, wie auffällig der Zusatz wirken soll.
Gedankenstrich und Bindestrich unterscheiden
Der Gedankenstrich gliedert Gedanken oder Sätze. Er kann eine Pause, einen Einschub, einen Zusatz oder einen unerwarteten Wechsel markieren. Vor und nach ihm steht gewöhnlich ein Leerzeichen.
Hier hilft nur noch eins – sofort handeln!
Wird der Satz nach einem Einschub fortgesetzt, brauchst du zwei Gedankenstriche:
Das ist – ehrlich gesagt – eine gute Idee.
Der kürzere Bindestrich verbindet dagegen Bestandteile eines Wortes. Um ihn stehen keine Leerzeichen:
- DIN-A4-Heft
- Kinder- und Jugendsprache
Gedankenstrich mit Abstand: Er gliedert Gedanken. Bindestrich ohne Abstand: Er verbindet Wortbestandteile.
Auslassungspunkte und Zitatauslassungen trennen
Auslassungspunkte bestehen aus drei Punkten: …. Sie können eine abgebrochene Rede, eine Pause oder einen nicht abgeschlossenen Gedanken kennzeichnen.
- Nicht abgeschlossener Gedanke: Ich weiß nicht … vielleicht gehe ich später.
- Unvollständiges Wort: Ach, so eine Sch…
Am Anfang oder Ende eines unvollständigen Satzteils werden die Auslassungspunkte mit einem Leerzeichen abgetrennt. Innerhalb eines abgebrochenen Wortes stehen sie direkt an den Buchstaben.
In einem Zitat haben fehlende Wörter eine andere Funktion: Sie zeigen, dass ein Teil des ursprünglichen Wortlauts ausgelassen wurde. Dafür stehen die Auslassungspunkte in eckigen Klammern:
„Wir müssen die Gebäude […] modernisieren.“
Anführungszeichen kennzeichnen dabei den wörtlich übernommenen Text. Im Deutschen steht das öffnende Zeichen unten und das schließende oben.
… zeigt einen abgebrochenen oder offenen Gedanken. […] zeigt eine Auslassung innerhalb eines Zitats.
Eine Passage sinnvoll überarbeiten
Beim Überarbeiten fragst du nicht zuerst nach dem stärksten Zeichen. Bestimme die Beziehung zwischen den Gedanken.
Unübersichtliche Fassung:
Noah hat ein Ziel er will die Präsentation kürzen die Einleitung sie ist viel zu lang überarbeitet er zuerst die Beispiele bleiben erhalten
Überarbeitete Fassung:
Noah hat ein Ziel: Er will die Präsentation kürzen. Die Einleitung – sie ist viel zu lang – überarbeitet er zuerst; die Beispiele bleiben erhalten.
- Der Doppelpunkt kündigt an, worin Noahs Ziel besteht.
- Der Punkt beendet den ersten vollständigen Gedankengang.
- Die paarigen Gedankenstriche heben die Begründung zur Einleitung hervor.
- Das Semikolon trennt zwei eng zusammengehörende Aussagen über die Überarbeitung.
So gehst du selbst vor:
- Finde vollständige Aussagen und Zusätze.
- Kläre die Beziehung: Ankündigung, gleichrangige Fortsetzung, Einschub oder Abbruch?
- Wähle das Zeichen nach dieser Funktion.
- Lies den Text erneut und prüfe, ob die Gewichtung zu deiner Aussage passt.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Weitere Satzzeichen
- Ankündigen: Doppelpunkt
- Eng verbunden trennen: Semikolon
- Zusatz einbinden: Kommas
- Zusatz hervorheben: Gedankenstriche
- Zusatz zurückstellen: Klammern
- Wortbestandteile verbinden: Bindestrich
- Offenen Gedanken zeigen: Auslassungspunkte
- Fehlenden Zitattext zeigen: `[…]`
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