Present Progressive: Bildung, Verwendung und Übungen
Mit dem Present Progressive, auch Present Continuous genannt, beschreibst du vor allem Handlungen, die gerade ablaufen oder nur vorübergehend gelten. Du bildest es mit einer Form von to be und der -ing-Form des Verbs: am/is/are + verb-ing.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Wann passt das Present Progressive?
Stell dir vor, du telefonierst mit einem Freund. Er fragt: What are you doing? Du antwortest: I am doing my homework. Die Handlung läuft gerade und ist noch nicht abgeschlossen.
Das Present Progressive verwendest du in mehreren Situationen:
- Handlung im Sprechmoment: Mia is talking on the phone now.
- Handlung im aktuellen Zeitraum: I am reading an exciting book these days. Das Lesen muss nicht genau in diesem Augenblick stattfinden.
- Vorübergehende Situation: We are staying at a hotel this week.
- Fest vereinbarter persönlicher Plan: We are visiting Grandma on Sunday.
- Beobachtbare Veränderung: More and more people are using electric cars.
Wörter wie now, right now, at the moment, currently, still, today oder this week können auf diese Zeitform hinweisen. Auch Look! und Listen! lenken oft den Blick auf etwas, das gerade geschieht.
Signalwörter helfen dir, aber die Bedeutung des Satzes entscheidet: Läuft die Handlung gerade, gilt sie vorübergehend oder ist sie fest geplant?
Listen! The baby is crying.
Listen! zeigt, dass du etwas gerade wahrnehmen kannst. Das Baby weint in diesem Moment. Deshalb steht is crying im Present Progressive.
So bildest du die Verlaufsform
Die Grundform lautet:
Subjekt + am/is/are + Verb mit -ing
Die passende Form von to be hängt vom Subjekt ab:
- I am
- he, she, it is
- you, we, they are
-ing-Form
Die -ing-Form entsteht aus der Grundform eines Verbs und der Endung -ing, zum Beispiel play → playing. Im Present Progressive steht sie immer zusammen mit am, is oder are.
Du möchtest ausdrücken: „Ella schreibt gerade eine Nachricht.“
- Das Subjekt ist Ella. Dazu gehört is.
- Aus write wird writing.
- Zusammengesetzt heißt der Satz: Ella is writing a message.
Die Kurzform lautet: Ella’s writing a message.
Häufige Kurzformen sind:
- I’m playing.
- You’re playing.
- He’s playing.
- We’re playing.
- They’re playing.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
I reading. She listening. We waiting. They are football now.
Wie entsteht die richtige ing-Form?
Meist hängst du einfach -ing an die Grundform:
- read → reading
- play → playing
- fall → falling
Bei einigen Endungen verändert sich die Schreibweise.
Stummes e fällt weg
Ein stummes -e am Wortende entfällt:
- write → writing
- take → taking
- smile → smiling
Bei Doppel-ee bleibt das e erhalten: see → seeing.
ie wird zu y
Endet das Verb auf -ie, wird daraus -y:
- lie → lying
- die → dying
- tie → tying
Der letzte Konsonant wird verdoppelt
Bei einem kurzen, betonten Endvokal vor einem einzelnen Endkonsonanten wird der Konsonant verdoppelt:
- sit → sitting
- run → running
- cut → cutting
Bei mehrsilbigen Verben entscheidet die Betonung der letzten Silbe:
- unbetont: visit → visiting
- betont: begin → beginning
Nach w, x oder y wird der Endkonsonant nicht verdoppelt, zum Beispiel draw → drawing.
c wird zu ck
Vor -ing wird ein c am Wortende zu ck erweitert: panic → panicking.
Aussagen verneinen und Fragen stellen
Für eine Verneinung setzt du not direkt hinter am, is oder are:
Subjekt + am/is/are + not + Verb-ing
Aussage: Tom is reading his book.
Verneinung: Tom is not reading his book.
Kurzform: Tom isn’t reading his book. oder Tom’s not reading his book.
Bei I am not verwendest du gewöhnlich I’m not: I’m not waiting.
Für eine Ja-/Nein-Frage stellst du am, is oder are vor das Subjekt:
Am/Is/Are + Subjekt + Verb-ing?
- Is Tom reading?
- Are they waiting?
- Am I speaking too quickly?
Mit einem Fragewort steht dieses ganz vorne:
Fragewort + am/is/are + Subjekt + Verb-ing?
What are they eating? – They are eating pizza.
In Aussagen steht das Subjekt vor to be. In Fragen tauschen beide ihre Plätze. Ein zusätzliches do oder does brauchst du nicht.
Simple Present oder Present Progressive?
Beide Zeitformen können sich auf die Gegenwart beziehen. Sie zeigen aber unterschiedliche Bedeutungen.
Das Simple Present passt zu:
- Gewohnheiten und regelmäßigen Handlungen;
- allgemeinen Tatsachen;
- Zuständen;
- festen Fahrplänen oder Terminen.
Das Present Progressive passt zu:
- gerade laufenden Handlungen;
- vorübergehenden Situationen;
- aktuellen Veränderungen;
- fest vereinbarten persönlichen Plänen.
Leo plays football on Fridays.
On Fridays bezeichnet eine regelmäßige Gewohnheit. Deshalb steht plays im Simple Present.
Leo is playing football now.
Now bezeichnet eine gerade laufende Handlung. Deshalb steht is playing im Present Progressive.
Auch bei Zukunftsaussagen hilft die Bedeutung:
- Fahrplan: The train leaves at nine tomorrow.
- persönlicher Plan: We are flying to London on Sunday.
Sonderfälle richtig einordnen
Einige Verben beschreiben eher einen Zustand als eine sichtbare oder ablaufende Tätigkeit. Dazu gehören gewöhnlich beispielsweise know, like, love, prefer und want.
Deshalb heißt es normalerweise:
- I know the answer.
- She likes this song.
- They want a break.
Die Regel ist eine wichtige Entscheidungshilfe, aber keine Aussage darüber, dass solche Verben ausnahmslos nie in einer Verlaufsform vorkommen.
Eine weitere Sonderfunktion entsteht mit always, constantly oder forever. Das Present Progressive kann dann zeigen, dass die sprechende Person eine häufige Wiederholung störend findet:
He is always forgetting his homework!
Das ist keine neutrale Beschreibung einer Gewohnheit. Der Satz drückt zusätzlich Unmut aus.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Present Progressive
- Bedeutung: gerade, vorübergehend, in Entwicklung oder fest geplant
- Bildung: am/is/are + Verb-ing
- Satzarten: Aussage, Verneinung und Frage
- Schreibweise: End-e, End-ie und Konsonanten beachten
- Abgrenzung: Gewohnheiten und Zustände meist im Simple Present
- Sonderfunktion: störende Wiederholung mit always
Prüfe bei jedem Satz zuerst die Bedeutung. Wähle danach die Zeitform und bilde erst dann die richtige Verbform. So verlässt du dich nicht allein auf Signalwörter.
Abschluss-Check
Wenn du alle Entscheidungen begründen kannst, beherrschst du den Kern: Bedeutung erkennen, passende Zeitform wählen und die Form korrekt bilden.
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