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Sprachbewusstheit Englisch: passend und korrekt

Sprachbewusstheit Englisch: passend und korrekt
Sprachbewusstheit Englisch: passend und korrekt
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Sprachbewusstheit bedeutet, dass du englische Sprache aufmerksam wahrnimmst, über ihre Wirkung nachdenkst und sie kontrolliert verwendest. Dabei prüfst du zwei verschiedene Fragen: Passt eine Äußerung zur Situation? Und ist sie grammatisch korrekt?

Auf dieser Seite lernst du, beide Fragen auseinanderzuhalten, begründete Entscheidungen zu treffen und Ergebnisse einer Sprachstudie vorsichtig einzuordnen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!

Was Sprachbewusstheit umfasst

Du kannst einen englischen Satz grammatisch richtig bilden und trotzdem unpassend wirken. Umgekehrt kann eine höflich gemeinte Äußerung einen Grammatikfehler enthalten. Deshalb unterscheidet die DESI-Untersuchung zwei Bereiche.

Definition

Soziopragmatische Sprachbewusstheit

Sie hilft dir zu beurteilen, ob eine Äußerung zur Situation, zur Beziehung zwischen den Beteiligten und zur beabsichtigten Handlung passt. Dazu gehören beispielsweise Höflichkeit, Stil und Gesprächszusammenhang.

Definition

Grammatische Sprachbewusstheit

Sie hilft dir, Verstöße gegen englische Grammatikregeln zu erkennen und möglichst zu korrigieren. Dazu gehören etwa Wortstellung, Verbformen, Modalverben und Nebensätze.

Sprachreflexion stützt sich häufig auf Wissen, das du erklären kannst. Korrekturfähigkeit kann zusätzlich auf eingeübten Verfahren und deinem Sprachgefühl beruhen.

Merke

Passend und grammatisch richtig sind zwei verschiedene Prüffragen. Eine vollständige Beurteilung berücksichtigt beide.

Teste dich
Frage 1 von 1LeichtWelche Frage gehört zur soziopragmatischen Sprachbewusstheit?
Lösung: Passt diese Antwort zur Situation und zur Gesprächsabsicht? — Soziopragmatik betrifft sprachliches Handeln im sozialen Zusammenhang: Situation, Absicht, Stil und Höflichkeit.
Wie du Angemessenheit im Gespräch prüfst

Eine Äußerung erhält ihre Bedeutung nicht nur durch einzelne Wörter. Auch die vorausgehende Äußerung, die Beziehung der Personen und die Gesprächsabsicht zählen.

Gehe in drei Schritten vor:

  1. Situation klären: Wer spricht mit wem und in welchem Zusammenhang?
  2. Absicht erkennen: Begrüßt, dankt, bittet, stimmt die Person zu oder lehnt sie ab?
  3. Anschluss prüfen: Reagiert die Äußerung verständlich und höflich auf das Vorherige?
Beispiel

Kate sagt zu Frank: „Hello, Frank. It’s good to see you. How are you?“

Eine passende Antwort lautet: „I’m fine, thanks. And you?“

Die Antwort funktioniert aus zwei Gründen: Frank beantwortet Kates Frage und gibt sie anschließend höflich zurück. Dadurch kann Kate sinnvoll weiterreden.

Eine Antwort kann für sich allein verständlich sein und dennoch schlecht an das Gespräch anschließen. Genau deshalb musst du immer den Kontext mitprüfen.

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Frage 1 von 2LeichtWelche Antwort schließt am vollständigsten an „How are you?“ an?
Lösung: I’m fine, thanks. And you? — Die passende Antwort reagiert auf das Befinden und führt den höflichen Austausch mit einer Gegenfrage fort.
Frage 2 von 2MittelEin Händler schenkt dir nach einem großen Einkauf zusätzlich Gemüse und sagt: „Here’s something else. And you can make a tasty soup with these.“ Welche Reaktion passt am besten?
Lösung: That’s lovely, thanks a lot. — Die gewählte Antwort nimmt das Geschenk freundlich an und drückt deutlichen Dank aus. Sie passt daher zu Situation und Absicht.
Wie du grammatische Formen prüfst

Bei der grammatischen Prüfung genügt es nicht immer, dass ein Satz vertraut klingt. Du musst zuerst erkennen, ob ein Fehler vorliegt. Danach folgt die anspruchsvollere Frage, wie du ihn korrigierst.

Definition

Fehlererkennung und Fehlerkorrektur

Bei der Fehlererkennung bestimmst du, ob und wo eine Form gegen eine Regel verstößt. Bei der Fehlerkorrektur ersetzt du sie durch eine passende Form. Wer einen Fehler findet, kann ihn deshalb nicht automatisch schon sicher verbessern.

Beispiel

Der Satzanfang lautet: „I have ___ money.“ Zur Auswahl stehen „every“, „a lot of“, „a few“ und „any“.

Hier passt „a lot of“: „I have a lot of money.“ Die Wortgruppe bezeichnet eine große, nicht genauer gezählte Geldmenge. Die anderen angebotenen Formen passen in diesem Satz nicht in derselben Bedeutung und Struktur.

Bei schwierigeren Sätzen können Lernende einen auffälligen Abschnitt erkennen, ohne schon eine zuverlässige Korrektur bilden zu können. Die DESI-Kompetenzniveaus behandeln Erkennen und selbstständiges Korrigieren deshalb als unterschiedliche Leistungen.

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Frage 1 von 2LeichtWas zeigt eine erfolgreiche Fehlererkennung?
Lösung: Du kannst bestimmen, ob oder wo eine grammatische Form nicht passt. — Fehlererkennung lokalisiert ein grammatisches Problem. Für die Korrektur musst du zusätzlich eine passende Ersatzform bilden.
Frage 2 von 2MittelWelche Ergänzung passt in „I have ___ money.“?
Lösung: a lot of — „A lot of money“ ist die passende vollständige Wortgruppe in diesem bejahenden Satz.
Wie Sprachvergleich helfen oder stören kann

Beim Englischlernen greifst du auf bereits bekannte Sprachen und kulturelle Erfahrungen zurück. Das kann helfen, wenn Muster ähnlich funktionieren. Es kann aber auch zu einer Fehlübertragung kommen.

Definition

Transfer und Interferenz

Transfer bedeutet, dass du Wissen aus einer bereits bekannten Sprache auf Englisch überträgst. Passt das übertragene Muster nicht zur englischen Form oder Situation, spricht man von einer störenden Übertragung oder Interferenz.

Ein interferenzanfälliges Muster betrifft das englische Verb „want“. Die Zielstruktur lautet:

want + Person + to + Grundform des Verbs

So entsteht beispielsweise: „She wants us to work ten hours today.“ Das englische Muster muss als Einheit betrachtet werden; eine Wort-für-Wort-Übertragung einer anders aufgebauten Konstruktion führt leicht zu einer unidiomatischen Form.

Auch Höflichkeitsnormen lassen sich nicht ungeprüft übertragen. Eine Reaktion, die in einer vertrauten Sprache oder Umgebung angemessen erscheint, kann in einem anderen englischsprachigen Zusammenhang anders wirken.

Merke

Vergleiche Sprachen, aber entscheide danach nach dem englischen Muster und der konkreten Situation.

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Frage 1 von 1MittelWelche Strategie nutzt Sprachvergleich sinnvoll?
Lösung: Ich suche Gemeinsamkeiten und Unterschiede und prüfe anschließend das englische Muster. — Vorwissen ist nützlich, wenn du es nicht automatisch überträgst, sondern mit der englischen Form und Situation vergleichst.
Was die DESI-Ergebnisse zeigen und was nicht

Die DESI-Untersuchung ordnete Leistungen auf kontinuierlichen Skalen verschiedenen Kompetenzniveaus zu. Die beiden Bereiche wurden mit getrennten Tests untersucht.

Bei der soziopragmatischen Sprachbewusstheit lagen zu Beginn der 9. Jahrgangsstufe knapp 30 Prozent auf Niveau A, etwas über 40 Prozent auf Niveau B und etwa 2 bis 3 Prozent auf Niveau C. Fast ebenso viele wie auf A lagen unter Niveau A.

Bei der grammatischen Sprachbewusstheit lagen am Ende der 9. Jahrgangsstufe etwas mehr als 70 Prozent auf Niveau A, ungefähr 16 Prozent darunter, etwa 9 Prozent auf B und ungefähr 3 bis 4 Prozent auf C. Niveau D erreichte nur eine sehr kleine Gruppe.

Diese Zahlen dürfen nicht wie Ergebnisse desselben Tests miteinander verrechnet werden:

  • Die Tests erfassen verschiedene Konstrukte.
  • Soziopragmatik wurde zu Beginn, Grammatik am Ende der Jahrgangsstufe gemessen.
  • Die verschriftlichten Gesprächsaufgaben boten mehr Reflexionszeit als ein spontanes Gespräch.
  • Die Niveaus sind Abschnitte kontinuierlicher Skalen, keine starren Arten von Lernenden.
  • In der vorliegenden Darstellung fehlen Stichprobengröße und Unsicherheitsmaße.
  • Vermutungen über Unterrichtsursachen sind keine durch diese Verteilungen bewiesenen Ursachen.
Gut zu wissen

Die Ergebnisse beschreiben Leistungen von Gruppen unter bestimmten Testbedingungen. Sie entscheiden nicht darüber, was eine einzelne Person grundsätzlich lernen kann.

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Frage 1 von 2MittelWarum ist ein direkter Vergleich der beiden Prozentverteilungen problematisch?
Lösung: Die Tests messen verschiedene Fähigkeiten und stammen zudem aus unterschiedlichen Messzeitpunkten. — Ein sinnvoller Vergleich muss berücksichtigen, was, wie und wann gemessen wurde.
Frage 2 von 2SchwerWelche Schlussfolgerung ist durch die dargestellten Ergebnisse allein nicht bewiesen?
Lösung: Schwache Grammatikleistungen entstehen hauptsächlich dadurch, dass Lehrkräfte zu oft selbst korrigieren. — Der vermutete Einfluss der Korrekturpraxis ist eine pädagogische Erklärung, aber keine durch die genannten Verteilungen nachgewiesene Ursache.
So trainierst du deine Sprachbewusstheit

Nutze bei einer englischen Äußerung diese kurze Prüfroutine:

  1. Kontext: Wer spricht mit wem, wo und mit welchem Ziel?
  2. Wirkung: Ist die Äußerung verständlich, passend und höflich?
  3. Form: Stimmen Wortwahl, Satzbau und grammatische Formen?
  4. Überarbeitung: Ändere nur das, was die Wirkung oder Korrektheit verbessert.
Lückentext

Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.

Bei einer Gesprächsreaktion prüfst du zuerst die , dann die und schließlich die sprachliche . So trennst du Zusammenhang, beabsichtigte Wirkung und grammatische Gestaltung.

Lösungen: Lücke 1: Situation; Lücke 2: Absicht; Lücke 3: Form. Die Reihenfolge verhindert vorschnelle Urteile: Erst verstehst du den Kontext und die Absicht, dann prüfst du die sprachliche Form.

Übung: Zwei Prüfungen, zwei Begründungen

Beurteile die Äußerung „I’m fine, thanks. And you?“ als Antwort auf „How are you?“

  1. Warum ist sie soziopragmatisch passend?
  2. Was kannst du grammatisch beobachten?
  3. Welche Information bräuchtest du, bevor du dieselbe Antwort in jeder beliebigen Situation verwendest?
Beispiel

Musterlösung:

  1. Die Antwort reagiert auf die Frage nach dem Befinden, bedankt sich und führt das höfliche Gespräch durch eine Gegenfrage weiter.
  2. Sie besteht aus verständlichen, vollständig verbundenen Äußerungsteilen. Die Pronomen passen zu den jeweiligen Sprechenden.
  3. Du musst mindestens wissen, wer mit wem in welcher Situation spricht. Angemessenheit lässt sich nicht allein aus der Grammatik ableiten.
Karteikasten
Karteikasten

Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.

Alles auf einen Blick
Mindmap
  • Sprachbewusstheit Englisch
    • Sprachgebrauch: Situation, Beziehung, Absicht, Höflichkeit und Gesprächsanschluss prüfen
    • Grammatik: Fehler erkennen, passende Form finden und Korrektur begründen
    • Sprachvergleich: hilfreichen Transfer nutzen, Interferenz erkennen und englisches Muster prüfen
    • Untersuchungsergebnisse: getrennte Konstrukte und Messbedingungen beachten; Vermutung nicht mit Beweis verwechseln
Abschluss-Check
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Frage 1 von 3LeichtWelche Aussage trifft den Kern von Sprachbewusstheit?
Lösung: Du achtest auf Form und Wirkung und kannst deinen Sprachgebrauch begründet prüfen. — Sprachbewusstheit verbindet Aufmerksamkeit, Reflexion, Beurteilung und Überarbeitung.
Frage 2 von 3MittelEin Satz ist grammatisch richtig, beantwortet aber die vorausgehende Frage nicht. Wie beurteilst du ihn?
Lösung: Grammatisch kann er korrekt sein, soziopragmatisch passt er jedoch nicht zum Gespräch. — Die beiden Prüfbereiche können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.
Frage 3 von 3SchwerEine Untersuchung zeigt in einem Grammatiktest niedrige Kompetenzniveaus. Welche Schlussfolgerung ist am sorgfältigsten?
Lösung: Das Ergebnis beschreibt Leistungen im untersuchten Test; mögliche Ursachen müssen zusätzlich geprüft werden. — Prüfe stets das gemessene Konstrukt, die Testbedingungen und die Grenzen der verfügbaren Daten, bevor du Ursachen oder andere Fähigkeiten beurteilst.

Wenn du im Englischen künftig Kontext, Wirkung und Form getrennt prüfst, kannst du angemessener reagieren, grammatische Probleme gezielter bearbeiten und Sprachvergleiche bewusster nutzen.

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