Sprachmittlung Französisch: sicher vermitteln
Bei einer Sprachmittlung überträgst du die wichtigen Inhalte zwischen Deutsch und Französisch. Du übersetzt nicht Wort für Wort, sondern wählst passend zur Situation aus, formulierst verständlich und erklärst nötigenfalls kulturelle Besonderheiten.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Was Sprachmittlung bedeutet
Sprachmittlung hilft Menschen, die eine Information in der Ausgangssprache nicht oder nicht vollständig verstehen. Sie kann mündlich oder schriftlich stattfinden.
Sprachmittlung
Sprachmittlung bedeutet, relevante Inhalte zwischen Sprachen oder Darstellungsformen sinngemäß und adressatengerecht weiterzugeben. Entscheidend ist, dass die Zielperson das für sie Wichtige versteht.
Eine Übersetzung gibt einen Text möglichst vollständig und genau in einer anderen Sprache wieder. Bei einer Sprachmittlung darfst du dagegen Informationen auswählen, ordnen, verkürzen oder erklären, wenn der Auftrag dies verlangt.
Nicht jedes Wort muss mitkommen – aber jede für den Auftrag wichtige Aussage.
Wie du relevante Informationen auswählst
Bevor du formulierst, klärst du vier Fragen:
- Wer braucht die Information?
- Warum braucht die Person sie?
- Was möchte sie genau wissen?
- In welcher Sprache und Form sollst du antworten?
Markiere danach die Informationen, die diese Fragen beantworten. Details ohne Nutzen für die Zielperson kannst du auslassen.
Auf einem deutschen Aushang stehen Beginn, Ort, Eintrittspreis, Musikprogramm und Regeln eines Schulfests. Ein französischer Gast fragt nur, wann und wo das Fest stattfindet.
Für deine Antwort sind Beginn und Ort zentral. Eintrittspreis, Programm oder Regeln nennst du nur, wenn sie für die konkrete Frage ebenfalls nötig sind.
Auslassen bedeutet nicht, ungenau zu arbeiten. Du triffst eine begründete Auswahl. Eine wichtige Warnung oder Bedingung darf nicht verschwinden, nur weil sie unbequem zu formulieren ist.
Wie du sinngemäß formulierst
Übertrage zuerst die Bedeutung, nicht einzelne Wörter. Suche für jede wichtige Aussage eine Formulierung, die du sicher beherrschst.
Wenn dir ein Wort fehlt, kannst du den Gedanken vereinfachen oder umschreiben. Diese Umschreibung heißt Paraphrase. Dabei bleibt die Kernaussage erhalten.
Gehe in dieser Reihenfolge vor:
- Formuliere die Aussage gedanklich möglichst einfach.
- Nutze bekannte Wörter und übersichtliche Sätze.
- Prüfe, ob Inhalt, Person, Zeit und wichtige Bedingungen erhalten bleiben.
- Kontrolliere, ob du nichts ergänzt hast, was im Ausgangstext nicht steht.
Eigene Worte sind erlaubt; eine neue Behauptung ist es nicht. Vermutungen, Bewertungen oder Ratschläge kennzeichnest du nicht als Inhalt des Ausgangstextes.
Manche Begriffe oder Gewohnheiten sind der Zielperson möglicherweise unbekannt. Dann erklärst du kurz, was gemeint ist. Eine solche Erklärung ist sinnvoll, wenn sie für das Verständnis nötig ist. Sie darf den Inhalt aber nicht verfälschen.
So entsteht eine vollständige Sprachmittlung
Deutscher Ausgangstext:
Der Wandertag beginnt am Dienstag um 8:15 Uhr am Haupteingang. Die Schülerinnen und Schüler sollen feste Schuhe und eine Regenjacke mitbringen. Die Rückkehr ist gegen 14 Uhr geplant. Ein Mittagessen wird nicht angeboten. Hunde dürfen nicht mitkommen.
Auftrag: Eine französische Austauschschülerin fragt nach Beginn, Treffpunkt, Ausrüstung und Mittagessen.
1. Auftrag klären: Gefragt sind vier Punkte. Rückkehr und Hunde gehören nicht zur Frage.
2. Relevantes auswählen: Dienstag, 8:15 Uhr, Haupteingang, feste Schuhe, Regenjacke und kein angebotenes Mittagessen.
3. Sinngemäß vermitteln:
Le mardi, la sortie commence à 8 h 15 devant l’entrée principale. Apporte de bonnes chaussures et une veste de pluie. Le déjeuner n’est pas fourni.
4. Prüfen: Alle gefragten Informationen sind enthalten. Die Antwort fügt keinen erfundenen Rat hinzu und übernimmt keine unnötigen Details.
Die Reihenfolge darf sich gegenüber dem Ausgangstext ändern. Eine Ordnung nach den Fragen der Zielperson kann die Antwort sogar verständlicher machen.
Bei einem Gespräch hörst du außerdem auf Rückfragen. Versteht die andere Person einen Punkt nicht, erklärst du ihn noch einmal mit einfacheren Worten, ohne die Aussage zu verändern.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Bei einer Sprachmittlung gibst du Inhalte wieder. Du wählst Informationen nach dem aus und formulierst für die verständlich.
Übe Auswahl und Begründung
Französischer Ausgangstext:
Le club de théâtre se réunit jeudi à 16 h en salle 12. La première séance est gratuite. Il faut s’inscrire avant mercredi. Les costumes sont fournis.
Auftrag: Eine deutschsprachige Mitschülerin möchte wissen, wann und wo sich die Theater-AG trifft und ob sie sich anmelden muss. Vermittle nur die benötigten Angaben.
Überlege zuerst selbst:
- Welche drei Informationen werden verlangt?
- Welche beiden Angaben kannst du auslassen?
- Wie begründest du deine Auswahl?
Lösung
Die Theater-AG trifft sich am Donnerstag um 16 Uhr in Raum 12. Du musst dich bis Mittwoch anmelden.
Die kostenlose erste Sitzung und die bereitgestellten Kostüme sind im Ausgangstext enthalten, beantworten aber die Fragen der Mitschülerin nicht. Deshalb dürfen sie bei diesem Auftrag entfallen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Sprachmittlung Französisch
- Ziel: Verständigung ermöglichen
- Auswahl: Auftrag und Zielperson beachten
- Formulierung: Bedeutung in eigenen Worten wiedergeben
- Kontext: nötige kulturelle Bezüge erklären
- Gespräch: auf Rückfragen reagieren
- Kontrolle: Wichtiges erhalten und nichts erfinden
Abschluss-Check
Prüfe zum Schluss: Habe ich das Gefragte verständlich vermittelt, Wichtiges bewahrt und nichts erfunden? Wenn du alle drei Punkte bejahen kannst, erfüllt deine Sprachmittlung ihren Zweck.
Mit Google fortfahren