Geographische Koordinaten einfach erklärt
Geographische Koordinaten beschreiben die Lage eines Ortes mit zwei Angaben: seiner Breite nördlich oder südlich des Äquators und seiner Länge östlich oder westlich des Nullmeridians. Du nennst üblicherweise zuerst die Breite und dann die Länge.
Hake ab, was du schon kannst — und komm am Ende hierher zurück!
Wie teilt das Gradnetz die Erde ein?
Stell dir ein gedachtes Gitter über der Erdoberfläche vor. Dieses Gradnetz besteht aus Breitenkreisen und Meridianen. Wo sich eine Breitenlinie und ein Meridian schneiden, lässt sich ein Ort bestimmen.
Gradnetz
Das Gradnetz ist ein gedachtes Koordinatensystem auf der Erde. Es ordnet jedem Ort eine geographische Breite und eine geographische Länge zu.
Die Position wird als Winkel in Grad angegeben. Das Gradzeichen sieht so aus: °. Für eine vollständige Koordinate brauchst du außerdem Richtungsangaben:
- N für nördliche Breite
- S für südliche Breite
- O für östliche Länge; international steht häufig E für East
- W für westliche Länge
Eine Zahl allein reicht nicht. Erst Gradwert und Himmelsrichtung ergeben eine eindeutige Angabe wie 51° N oder 7° O.
Wie bestimmst du die geographische Breite?
Die geographische Breite zeigt, wie weit ein Ort nördlich oder südlich des Äquators liegt.
Äquator
Der Äquator ist der größte Breitenkreis. Er liegt bei 0° Breite und teilt die Erde in Nordhalbkugel und Südhalbkugel.
Alle Breitenkreise verlaufen parallel zum Äquator. In Richtung der Pole werden sie kleiner. Die möglichen Werte reichen vom Äquator bis zu den Polen:
- Äquator: 0°
- Nordpol: 90° N
- Südpol: 90° S
Ein Breitengrad entspricht entlang einer Nord-Süd-Richtung ungefähr 111 km. Diese Näherung hilft beim Abschätzen großer Entfernungen, ersetzt aber keine genaue Vermessung.
Köln liegt ungefähr bei 51° N, 7° O. Die erste Angabe lautet 51° N. Köln befindet sich also auf der Nordhalbkugel und ungefähr auf der Höhe des 51. nördlichen Breitengrades.
Wie bestimmst du die geographische Länge?
Die geographische Länge zeigt, wie weit ein Ort östlich oder westlich des Nullmeridians liegt.
Nullmeridian
Der Nullmeridian ist der Ausgangspunkt der Längenzählung bei 0°. Er verläuft durch Greenwich bei London.
Ein Meridian ist ein Längenhalbkreis, der vom Nordpol zum Südpol verläuft. Vom Nullmeridian aus zählt man bis 180° nach Osten und bis 180° nach Westen. Die Meridiane laufen an den Polen zusammen. Deshalb wird ihr Abstand in Richtung der Pole immer kleiner.
Die unterschiedlichen Zahlenangaben zu „Längenkreisen“ entstehen oft dadurch, dass vollständige Kreise, Halbkreise und Gradwerte vermischt werden. Für Koordinaten ist die klare Regel wichtiger: Die Länge wird vom Nullmeridian bis 180° nach O oder W angegeben.
Bei Köln lautet die zweite Angabe 7° O. Der Ort liegt somit östlich des Nullmeridians. New York liegt ungefähr bei 40° N, 74° W und damit westlich des Nullmeridians.
Wie liest und schreibst du Koordinaten?
Verwende bei schulischen Aufgaben die feste Reihenfolge Breite vor Länge. So vermeidest du Verwechslungen.
Gehe beim Ablesen einer Karte in fünf Schritten vor:
- Suche den Ort auf der Karte.
- Prüfe, ob er nördlich oder südlich des Äquators liegt.
- Lies seine Breite an den seitlichen Kartenrändern ab.
- Prüfe, ob er östlich oder westlich des Nullmeridians liegt, und lies die Länge am oberen oder unteren Kartenrand ab.
- Schreibe zuerst die Breite und danach die Länge mit den passenden Richtungsbuchstaben auf.
Für Köln liest du ungefähr 51° N, 7° O ab.
- 51° N ist die Breite: Köln liegt nördlich des Äquators.
- 7° O ist die Länge: Köln liegt östlich des Nullmeridians.
- Zusammen bezeichnen beide Linien ihren Schnittpunkt.
Umgekehrt funktioniert das Verfahren genauso: Bei gegebenen Koordinaten suchst du zuerst die Breitenlinie, dann den Meridian. Ihr Schnittpunkt zeigt die gesuchte Lage.
Wähle in jeder Lücke die passende Form und prüfe anschließend deine Antworten.
Bei der Koordinate 40° N, 74° W steht 40° N für die . Der Buchstabe N bedeutet . Die Angabe 74° W bezeichnet die und führt vom Nullmeridian nach .
Wie genau ist eine Koordinate?
Ganze Gradwerte beschreiben nur eine ungefähre Lage. Für genauere Angaben wird jeder Grad weiter unterteilt:
- 1 Grad entspricht 60 Minuten: 1° = 60′
- 1 Minute entspricht 60 Sekunden: 1′ = 60″
Dabei sind Winkelminuten und Winkelsekunden gemeint, nicht Zeitangaben.
Die Breite der Sternwarte in Greenwich kann mit 51°28′37″ N angegeben werden. Die Länge liegt am Nullmeridian bei ungefähr 0°. Grad, Minuten und Sekunden legen die Position genauer fest als die bloße Angabe 51° N.
Koordinaten können auch als Dezimalgrad oder als Grad mit Dezimalminuten geschrieben werden. Bei einer Übertragung müssen Format und Reihenfolge eindeutig sein.
Vertiefung: Warum gehört ein Bezugssystem zur Genauigkeit?
Die Erde ist keine ideale Kugel, sondern ähnelt einem Ellipsoid. Präzise Koordinaten beziehen sich deshalb auf ein festgelegtes Modell der Erde, ein geodätisches Bezugssystem. International wird häufig WGS84 verwendet.
Bei einer groben Atlasaufgabe genügt meist das vereinfachte Gradnetz. Für genaue Navigation oder Vermessung muss das Bezugssystem zur Karte und zu den Koordinaten passen. Sonst kann dieselbe Zahlenangabe an einer abweichenden Position erscheinen.
Karteikasten
Überlege zuerst selbst und drehe die Karte anschließend zum Prüfen um.
Alles auf einen Blick
- Geographische Koordinaten
- Gradnetz
- Breitenlinien und Meridiane
- Breite
- 0° am Äquator; N oder S
- Länge
- 0° am Nullmeridian; O oder W
- Schreibweise
- zuerst Breite, dann Länge
- Genauigkeit
- Grad, Minuten und Sekunden
- Präzise Nutzung
- passendes Bezugssystem beachten
- Gradnetz
Abschluss-Check
Prüfe beim Arbeiten immer drei Dinge: Breite oder Länge? Welche Himmelsrichtung? Welche Genauigkeit? Wenn diese Angaben stimmen, kannst du einen Ort im Gradnetz eindeutig und nachvollziehbar beschreiben.
Mit Google fortfahren